Val Müstair

Auf der SS41 ist man von Glurns im Vinschgau nach wenigen Kilometern im Schweizer Münstertal (Val Müstair). Gleich hinter der Grenze trifft man in Santa Maria auf ein besonderes kulturelles Highlight, das Benediktinerinnenkloster St. Johann, das seit 1983 auf der Liste des UNESCO Weltkuturerbes steht.

Am Eingang des Friedhofes steht die zweistöckige Heiligkreuzkapelle (unten) deren Holzdecke die älteste Europas sein soll. Blendnischen und der kleeblattförmige Chor sind weitere bauliche Besonderheiten. Hinter der Klosterkirche steht der um 960 errichtete Wohnturm (oben).

Hauptatraktion ist jedoch die ab 775 erbaute Klosterkirche aus der Karolingerzeit. Sie wurde 1492 umgebaut und erhielt dabei ein spätgotisches Netzgewölbe. Erst 1947 wurden die übertünchten Fresken aus der Karolingerzeit wiederentdeckt. Obwohl diese durch die Umbaumaßnahmen zum Teil verdeckt wurden, zählen Fresken und Kirchenbau zu den bedeutendsten Zeugnisse der Karolingischen Renaissance. Die Klosterkirche gilt als Stiftung Karls des Großen, dessen Skulptur an prominenter Stelle zwischen Haupt- und Nebenapsis den Kirchenraum überblickt. Das Kloster, das ein Jahr nach der Eroberung der Lombardei gegründet wurde, diente dem Kaiser als Stützpunkt und zur Kontrolle der Handelswege.

Über den Ofenpass erreicht man Zernez im Engadin. Birken und Lärchen hatten hier bereits ihr Herbstkleid angelegt.

Doch am schönsten leuchteten die Lärchenwälder im Tal der Susasca, das hinauf zum Flüelapass führt. Diese Region mit dem frei im Kiesbett mäandrierenden Fluss wäre einmal einen längeren Aufenthalt wert.

Dies war der letzte Beitrag zu unserer Tour durchs herbstliche Südtirol 2022. Künftig stehen also wieder andere Themen im Vordergrund.


10 Gedanken zu “Val Müstair

  1. Tolle Fotos einer schönen Landschaft bei schönem Wetter – sicher ohne „Himmel austauschen“. Die ganze Reise wunderbar! Leider können wir das nicht mehr ungetrübt genießen. Wie gehen wir damit um? Vergessen und doch genießen UND ökologischer werden?! Eigentlich ein in langer Weg, andererseits wenig Zeit! Ich fühle mich etwas als Spielverderber, schicke es trotzdem ab.

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    1. Guten Abend Herbert,
      nein, ein Spielverderber bist Du nun wirklich nicht. Die Gedanken treiben alle um. Die entscheidende Frage ist, welche Schlüsse wir für uns daraus ziehen und die fallen individuell sicher sehr unterschiedlich aus. Doch das diskutieren wir hier mit zwei Posts sicher nicht aus.
      Übrigens: Ich tausche keine Himmel aus.
      Dir noch einen schönen Abend
      Horst

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  2. Hallo Horst,
    Dein letzter Bericht vom Val Muestair ist wieder interessant und lehrreich….man lernt einfach nie aus.
    Die Fotos sind sehr gut gelungen. Die letzte Landschaftsaufnahme mit der Laub/Nadelfaerbung sieht aus wie ein Gemaelde.
    Lg
    Gudrun und Herbert

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  3. Hallo Horst,
    diese alten Kirchen gefallen mir besser wie manche die mit Gold und Pomp überfrachtet ist. Ganz besonders gefällt mir die Aufnahme nach oben zur Decke.
    Die Farben des Herbstes sind immer wieder schön. Bei der letzten Aufnahme, das Flussbett ist gewaltig, welche Wassermassen hier zu Tal stürzen? Eine Aufnahme die für mich die Kraft aber auch die Schönheit der Natur zeigt.
    Liebe Grüße, Brigitte

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    1. Hallo Brigitte,
      herzlichen Dank für Deine umfassende Rückmeldung.
      Ja, alte Kirchen sind immer wieder faszinierend. Doch was sie auch ganz unaufgeregt offenbaren ist die Verquickung zwischen kirchlicher und weltlicher Macht.
      Die Faszination, die von der Natur ausgeht ist eine andere. Einerseits liebe ich es, diese ungeheuere Kraft zu spüren, andererseits habe ich schon wiederholt erfahren, wie das Szenario plötzlich kippen und zur Bedrohung werden kann. Es ist immer gut, der Natur mit dem nötigen Respekt und der nötigen Umsicht zu begegnen.
      Liebe Grüße Horst

      Gefällt 1 Person

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