Neustädter Elbufer

Auch der letzte Tag in Dresden brachte Sonne pur. Bei Sonnenaufgang genoss ich nochmals den Canaletto Blick auf die Altstadt und die morgendliche Ruhe am Elbufer (Ein Klick aufs Panoramabild lohnt sich!). Es fasziniert mich immer wieder aufs Neue, welch unglaubliche Ruhe von einem träg dahinziehenden Fluss ausgeht.

Natürlich liegt es in der Natur der Altstadt, dass man dort nur alte Skulpturen findet. Doch Dresden kann auch modern, wie die Edelstahlplastik „Gebrochenes Band“ von Hermann Glöckner zeigt. Dazu muss man allerdings aufs Neustädter Elbufer wechseln. Nach so viel altem Sandstein tut der Anblick des modernen Materials und die zeitgenössische Ästhetik richtig gut.

Überhaupt hat das Neustädter Elbufer einiges zu bieten. Zum Beispiel das Japanische Palais und den Palaisgarten mit seinen alten Platanenbeständen. Insbesondere gegen Abend nutzen viele Dresdner die sonnige Uferpromenade noch für einen letzten Spaziergang. Nicht zu toppen ist jedoch der Blick vom Elbufer auf die Altstadt, wie hier vom Milchpavillon aus.

Ein Abschiedsfoto zur Blauen Stunde darf natürlich nicht fehlen.

Frauenkirche Dresden

Die Frauenkirche ist das symbolträchtigste Wahrzeichen Dresdens. Sie steht für Frieden, Versöhnung und Wiederaufbau. Der barocke Bau mit klassizistischen Einflüssen wurde 1726 bis 1743 nach einem Entwurf von George Bähr erbaut. Vorläuferkirchen lassen sich bis ins Jahr 1020 zurückverfolgen. Der Wiederaufbau der im 2. Weltkrieg völlig zerstörten Kirche erfolgte von 1996 bis 2005. Die Baukosten in Höhe von rund 200 Millionen € wurden zu 2/3 aus Spendengelder aus der ganzen Welt aufgebracht.

Bei der Frauenkirche handelt es sich um einen der größten Sandsteinbauten weltweit. Insbesondere die Statik der steinernen Kuppel war eine Herausforderung. Die aus 12 300 Tonnen Sandstein bestehende Kuppel gilt als bedeutendster Kuppelbau nördlich der Alpen. Die Gesamthöhe der Kirche bringt es auf über 91 m.

Vor der Kirche, auf dem Neumarkt, lädt das beeindruckende Lutherdenkmal, das von Adolf Donndorf gestaltet und 1885 aufgestellt wurde, zum Sitzen ein.

Das Kircheninnere, ein beeindruckender Rundbau, weist durchaus Parallelen zu einem Opernhaus auf. Der Blick wird von der grandiosen Weite der Kuppel förmlich nach oben gezogen.

Empfehlenswert ist der Aufstieg zur Aussichtsplattform in 67 m Höhe. Über enger werdende Treppen geht es aufwärts. Nur auf einem kurzen Abschnitt kann man die bequeme, 162 m lange Wendelrampe nutzen, die sich über 2,5 Umdrehungen nach oben schraubt und zum Transport von Baumaterialien konzipiert wurde. Wer die Mühen nicht scheut, wird mit einem genialen Panorama auf die Elbmetropole belohnt.

Besonders ansprechend fand ich den direkten Blick nach unten auf den Neumarkt, auf dessen Pflaster die Nachmittagssonne lange Schatten warf.

Beim Blick nach Osten erfasst man die dicht gestaffelten Wohnsilos der Pirnaisch Vorstadt. Einen bleibenden Eindruck aber hinterlässt mit Sicherheit das fantastische Panorama auf Dresdens Altstadt und die gegenüberliegende Neustadt, deren Ufer von der Elbe in einer weiten Kurve sanft umströmt wird.

Gerade bei Panoramen lohnt sich die Vergrößerung per Mausklick.

Dresdner Mosaik

Der Rahmen umfasst den sogenannten Canaletto-Blick. Dieser zeigt Dresden von der Frauenkirche bis zur Hofkirche und dem Residenzschloss. Über die Augustusbrücke führt der zentrale Zugang zur Dresdner Altstadt.

Hat man die Augustusbrücke hinter sich gelassen, steht man unmittelbar vor dem Schlossplatz auf altem Pflaster. Die Straßenbahn hat gerade noch genug Platz, um die Hofkirche mit einer kühnen S-Kurve in Richtung Semperoper zu umrunden. Von hier aus erschließt sich die Altstadt nach Belieben.

Während die Semperoper in der Morgensonne erstrahlte, lag der Zwinger – zumindest fotografisch – im totalen Schlagschatten. Es wurde mal wieder gebaut.

Bauen ist das entscheidende Stichwort. Mit der Altstadt Dresdens, wie wir sie heute kennen, ist der Name „August der Starke“ untrennbar verbunden. Als Kurfürst von Sachsen (1694-1733) und ab 1697 mit kurzer Unterbrechung auch König von Polen baute er Dresden zu einer barocken Metropole um, die von den Bedürfnissen höfischen Treibens und absolutistischer Selbstdarstellung geprägt war. Um sich an anderen Höfen und großer Baukunst ein Vorbild zu nehmen, schickte er seinen Landesbaumeister Pöppelmann durch halb Europa. Unter Augusts Regentschaft gelangte Dresden zu wirtschaftlicher und kultureller Blüte.

Der ausgeprägten Sammelleidenschaft August des Starken verdanken wir heute so grandiose Museen wie das „Grüne Gewölbe“, das sich im Residenzschloss befindet. Oben der kleine Innenhof, der heute mit einer Glaskuppel überdacht ist. Unten das moderne Treppenhaus.

Im Anschluss an das Schloss gelangt man in den Stallhof. Einst Reitturnieren vorbehalten, ist er heute ein Ort für kulturelle Veranstaltungen und natürlich auch eine Anlaufstelle für historische Stadtführungen (oben). Der „Lange Gang“ grenzt den Stallhof gegen den Schlossplatz ab. Auf dessen Außenwand befindet sich der berühmte Fürstenzug. Das 101 m lange Wandbild stellt die Geschichte des sächsischen Herrschergeschlechts Wettin in einem überlebensgroßen Reiterzug dar. Ursprünglich in Sgraffitotechnik gefertigt, wurde das verblassende Bildnis anfangs des 19. Jahrhunderts auf 24000 Meißner Porzellankacheln übertragen.

Auf dem Weg zum Neumarkt passierten wir einen Laden der „Kexerei“. Hier werden allerlei verführerische Kekse produziert und verkauft. Als besonderer Exportschlager gilt natürlich der Dresdner Stollen.

Obwohl Dresden in diesen Märztagen nur schwach besucht war, zeigte sich auf dem Neumarkt, dem Herzen der Altstadt, zögerlich etwas Leben. Sogar ein Seifenblasenkünstler nutzte den eiskalten Wind für seine kurzlebigen Kreationen.

Das 1586 im Renaissancestil erbaute Johanneum (oben), einst Stallung des Hofes, beherbergt heute das Sächsische Verkehrsmuseum. Dem wohl berühmtesten Bauwerk am Neumarkt, der Frauenkirche, werde ich einen eigenen Beitrag widmen.

Unten an der Elbe angekommen hat man vom Brühlschen Garten aus einen schönen Blick auf das Albertinum, heute die Heimat der „Galerie Neuer Meister“. Im Licht der Morgensonne geriet die Aufnahme unweigerlich zum Selfie. Der Weg zurück zur Augustusbrücke führt über die Brühlsche Terrasse, den Aussichtsbalkon am Elbufer. Von hier geht es über eine breite Freitreppe hinab zum Schlossplatz, womit sich der Rundgang schließt.

Abschließender Gedanke:

Was man heute von Dresdens Altstadt sieht wurde nach dem 2. Weltkrieg originalgetreu rekonstruiert, denn die Bombenangriffe am 13./14. Februar 1945 legten die Stadt in Schutt und Asche. Diese Rekonstruktion, die auch heute noch nicht vollständig abgeschlossen ist, war durchaus umstritten. Zu verstehen ist diese gewaltige Kraftanstrengung als trotziges Zeichen, sich von Krieg und Gewalt nicht der eigenen Geschichte und damit seiner Identität berauben zu lassen. Diese Botschaft, die von Dresden ausgeht, hat heute leider wieder an Aktualität gewonnen.

Passau

Die Altstadt Passaus wurde in strategisch herausragender Lage auf einer schmalen Halbinsel zwischen Inn und Donau errichtet. Kommt man von Süden über die Marienbrücke, die den Inn überspannt, in die Stadt, hat man diesen prächtigen Blick auf die alte Residenz und den Dom St. Stephan.

Der Inkai bildet die südliche Uferpromenade entlang der Altstadt. Er folgt dem Flusslauf über den Schaiblingsturm hinaus bis zur Landspitze. Der dortige Zusammenfluss von Inn, Donau und Ilz hat Passau als Dreiflüssestadt bekannt und wegen der häufigen Hochwasser auch berüchtigt gemacht.

Der St. Stephansdom wurde auf dem höchsten Punkt der Passauer Altstadt errichtet. Die Historie der Vorläuferkirchen reicht bis ins Jahr 450 zurück. Nachdem verheerenden Stadtbrand 1662 wurde die Kirche im Stile des italienischen Barock wiedererbaut.

Der Kirchenbau verfügt über den größten barocken Innenraum nördlich der Alpen und ist zudem für seine prunkvollen Stuckarbeiten berühmt. Er gilt als bedeutendste Barockkirche italienischer Prägung in Deutschland. Die goldene Kanzel entstand 1726 in Wien. Besonders hervorzuheben ist die Orgel. Sie gilt mit ihren fünf Orgelwerken, 17974 Pfeifen und 208 Registern als größte Domorgel der Welt. Erbaut wurde diese berühmte Orgel 1928. Wer sich für Orgeln interessiert, sei an diese Adresse verwiesen.

Einen Besuch in der Passauer Altstadt mit ihren Gassen, Durchgängen und kleinen Plätzen kann man natürlich nach Belieben ausdehnen, denn „keine Stadt ist so fotogen wie Passau“, sagt zumindest die Passauer Stadtverwaltung. Das wollte ich doch gleich mal bildlich bestätigen.

Von der Veste Oberhaus, die zwischen Donau und Ilz nördlich der Altstadt den Bergrücken sichert oder vom Aussichtspunkt neben der empfehlenswerten Panoramagaststätte Oberhaus, hat man einen herrlichen Blick auf Passau.

Im Panorama ist die Lage Passaus auf der schmalen Landzunge zwischen Inn und der Donau im Vordergrund besonders gut zu erkennen. (Vergrößern durch anklicken lohnt sich bei Panoramen immer!)