Trockenbrüche

Unsere Streuobstwiesen haben in diesem Jahr unter der langen Trockenheit schwer gelitten. Eine Vielzahl alter Bäume brach einfach auseinander.

Natürlich ist es nicht nur die Trockenheit, die zu diesen Schäden geführt hat. Wie immer ist das Problem komplexer. Alte Obstbäume sind häufig vom Pilz befallen und von innen heraus morsch, denen gab die Trockenheit den Rest. Doch auch gesunde Bäume waren von Trockenbrüchen betroffen. Ob Apfel-, Birn-, Kirsch- oder Zwetschgenbaum, keine Obstsorte blieb verschont.

Ein großes Problem ist, dass viele Streuobstwiesen seit Jahren nicht mehr gepflegt werden. Der Baumschnitt blieb aus und auch der Baumbestand wurde nicht mehr erneuert. Die alten Leute, die diese Baumpflege über Jahrzehnte betrieben haben, sterben langsam aus. Für sie waren die Streuobstwiesen einst lebensnotwendig, später Gewohnheit und am Ende nur noch eine Last. Die Jüngeren haben oder nehmen sich dafür nur selten Zeit, zumal sich diese Arbeit in keiner Weise rechnet.

Die Folgen sind nicht zu übersehen. Da nützt es auch nichts, die Streuobstwiesen zu schützen. Nur ein Umdenken, eine Änderung der Lebensweise und neue Ideen zur Vermarktung werden diese artenreiche Kulturlandschaft retten. Heute zählen die Streuobstwiesen zu den am stärksten gefährdeten Lebensräume.

Piano Grande 2

Aber was will man überhaupt in Castelluccio bzw. im Piano Grande?

Abgesehen von den Bergsportlern, die dieses außergewöhnliche Hochtal schon länger schätzen, entwickelte sich das Piano Grande wegen seiner farbenprächtigen Wildblumenblüte von Mai bis Juli zu einem Touristenmagnet.

Die Tatsache, dass die Bauern hier von jeher die geschützte Linsensorte “lenticchie di Castelluccio” ohne den Einsatz von Pestiziden anbauen, ist Ursache für diese ungeheure Blütenpracht. So können sich die Wildblumen prächtig entwickeln. Die Bauern haben erkannt, dass die Wildblumen nicht nur zur Bodenverbesserung beitragen, sondern inzwischen auch die Tourismuskasse klingeln lassen.

Wir waren nicht zum optimalen Zeitpunkt im Tal, die Mohnblüte hatte gerade erst eingesetzt. Dennoch, es hat sich gelohnt. Die großartige Landschaft des Piano Grande ist immer einen Besuch wert.

S´Abba Druche

Tag 3 und auf Sardinien

Dieser Beitrag hätte eigentlich vor der Halbinsel Sinis erscheinen sollen wurde aber irgendwie nicht veröffentlicht. Somit hier als Nachtrag.

Die Lage des Platzes S´Abba Druche hatte mehr zu bieten als diese herrliche Bucht. Die Entscheidung, noch einen Tag zu bleiben, fiel da nicht schwer.

Nur wenige Schritte weiter begann ein überaus interessanter, naturbelassener Küstenabschnitt. Vulkanische Ablagerungen führten in Verbindung mit den Gezeiten zu variantenreichen Erosionsformen. Die Hauptdarsteller waren und sind hier anstehende Tuffsteinformationen und rundgeschliffene, harte Lavakiesel jeglicher Größe. Sie bilden das optimale Schleifmittel, um aus dem weichen Tuffstein Gesteinsmühlen, lange Rinnen oder beliebige andere Formen herauszuarbeiten. Nachfolgend einige Beispiele.

Halbinsel Sinis

Tag 4 auf Sardinien, Di, 17.05.22

Die westlich von Oristano gelegene Sinishalbinsel war unser heutiges Ziel. Neben ihren historischen Sehenswürdigkeiten ist die Halbinsel für ihre Flamingo-Kolonie und naturbelassenen Strände bekannt. Im Norden der Halbinsel erlebten wir aber zuerst das touristische Kontrastprogramm. Bei Putzu Idu trennt eine schmale Landbrücke das offene Meer von der rückwärtigen Lagune. Gerade breit genug für den herrlich weißen Sandstrand, die Parkplätze entlang der Straße und dazwischen einige Kioske. Jetzt in der Vorsaison noch weitgehend leer, kann man sich ausmalen, wie es hier im August zugeht.

Die zunehmende Hitze machte uns zu schaffen. Auf der Weiterfahrt entlang des Stagno Sale Porcus entdeckten wir die ersten Flamingos weit entfernt das Wasser filtern. Bei Mari Ermi suchten wir nach einem uns wärmstens empfohlenen einfachsten Stellplatz in herrlicher Lage direkt am Meer. Der von uns gewählte Feldweg führte zwar auch ans Meer, aber nicht zum Stellplatz. Freies Campen ist auf Sardinien aber in der Regel nicht gestattet, doch Italiener, die ihr Wohnmobil bereits abgestellt hatten, beruhigten uns: „In der Vorsaison sei das kein Problem.“ Doch es dauerte nicht lange, wir begannen gerade, es uns bequem zu machen, da kreuzte auch schon die Polizei auf. Drei Mann hoch, der größte sogar mit Gewehr, machten sie uns deutlich, dass hier nicht gecampt werden darf. Doch es brauchte keiner Worte, zumal ich volles Verständnis dafür habe, dass man den „Freiheitsdrang“ der Wohnmobillisten wo nötig reguliert. Wir fuhren weiter und fanden auf den zweiten Anlauf die Zufahrt zum gesuchten Stellplatz. Auf einer zum Meer hin abfallenden Wiese, nur von einer kleinen Düne vom Reiskornstrand getrennt, stellten wir unseren Camper ab. Ein traumhafter Platz, nur ohne Schatten.

Die Bilder sind am frühen Morgen des nachfolgenden Tages entstanden.

Panoramafoto zum Vergrößern anklicken.

Am Abend genossen wir, wie alle, den Sonnenuntergang. Ich fotografierte ein Pärchen, das in idealer Position zur Sonne stand, um ein ausdruckstarkes Bild abzugeben. Als ich nachfragte, ob das mit dem Bild in Ordnung ginge, wurde ich gebeten ihnen das Bild zukommen zu lassen und wurde auf ein Glas Wein eingeladen.

Ich nahm die Einladung gerne an und nach und nach versammelte sich vor Thomas Camper eine illustre Runde. Unter ihnen auch mein Namensvetter Horst mit Frau, eingefleischte Saharafahrer, die über Jahrzehnte mit ihrem Allradcamper vorzugsweise die Sahara und das sonstige Afrika bereisten. Seit durch den Irakkrieg die gesamte Region destabilisiert und dort an Reisen nicht mehr zu denken ist, müssen sie auf andere Kontinente ausweichen oder sich mit Europa begnügen. Auch die Wüstenregionen in Zentralasien stehen spätestens seit dem Ukrainekrieg nicht mehr zur Debatte. Das ist natürlich ein Luxusproblem und nicht damit zu vergleichen, was die Betroffenen vor Ort zu erleiden haben. Mit Horst war ich darin einig, dass diese idiotische Machtpolitik, gleichgültig von welcher Seite, nur Verlierer kennt.

Verzascatal

Unweit von Locarno mündet die Verzasca in das nördliche Ende des Lago Maggiore. Sonogno ist die letzte Gemeinde im Verzascatal. Der Ort ist Ausgangspunkt für Wanderungen durch die steile Bergwelt des Tessin. Wie sehr viele Bergdörfer erlebt auch Sonogno eine Renaisance. Nach der Landflucht und dem Verfall der Häuser kamen die Städter, kauften die Anwesen auf und renovierten die alten Steinhäuser, um sie als Ferienquartier zu nutzen.

Bekannt ist das Verzascatal nicht erst seit sich James Bond im Film GoldenEye per Bunge-Jumping die 220 m hohe Staumauer hinabstürzte. Viel früher waren die Alpinisten und Kajakfahrer im Tal, von den Römern ganz zu schweigen.

Es ist aber der Fluss selbst, die Verzasca, die dieses Tal unverwechselbar macht. Hier einige Eindrücke aus dem Felssturz unterhalb der Ortschaft Brione.

Erwähnt sei zumindest, dass das Tal noch mehrere lohnenswerte Ziele bietet, zum Beispiel die berühmte Römerbrücke bei Lavertezzo.

Die Schönste

Der örtliche Tourismusverband bringt es auf den Punkt und bewirbt die große Saarschleife mit der plakativen Bezeichnung „Die Schönste“. Und in der Tat, die Saarschleife gilt als schönste Flussschleife Deutschlands. Um in Fließrichtung knapp zwei Kilometer vorwärts zu kommen, wurde die Saar durch hartes Quarzitgestein zu einem nahezu 10 km langen Umweg gezwungen. Dabei formte sie bis zu ihrem Wendepunkt einen schmalen Bergrücken aus. Eine herrliche Aussicht über das tief eingeschnittene Durchbruchstal lässt sich vom Aussichtspunkt Cloef genießen, der 180 m über dem Talgrund liegt und frei zugänglich ist. Diesen Aussichtspunkt erreicht man am bequemsten von der Ortschaft Orscholz aus auf einem kurzen Fußweg. Spektakulär ist jedoch nicht nur die Aussicht, sondern auch die Navigationskunst der Skipper, die ihre Frachtschiffe selbst bei Gegenverkehr präzise durch die Kurve steuern.

Eine weitere Möglichkeit, um sich diese fantastische Aussicht zu erschließen, bildet ein Baumwipfelpfad, der am Cloef-Atrium beginnt und 11,50 € Eintritt kostet. Das Highlight des 2016 eröffneten Pfades bildet ein Aussichtsturm, der sich hinter der Aussichtsplattform Cloef 42 m hoch aus dem Wald erhebt.

Ob der Unterschied in der Perspektive das Eintrittsgeld wert ist, mag jeder für sich entscheiden. Während die oberen Aufnahmen am frühen Vormittag vom Aussichtspunkt Cloef aufgenommen wurden, habe ich das nachfolgende Bild am Nachmittag vom Aussichtsturm aus abgelichtet.

Schlögener Schlinge

Bei dieser Donauschleife handelt es sich laut Wikipedia um den größten Zwangsmäander Europas. Das nachfolgende Panorama von dieser Schleife setzt sich aus sechs hochformatigen Aufnahmen zusammen. (Anklicken lohnt sich wirklich)

Vom Schlögener Blick hat man eine ungehinderte Aussicht auf die Schlögener Schlinge. Hier wird die Donau von extrem harten Granitformationen zu einer extrem engen 180°-Wende gezwungen. Vom Parkplatz aus erreicht man in nur 15 Minuten die Aussichtsplattform oberhalb der Donau. Ein Weg, der sich lohnt!

wechselhaft

Egal bei welchem Wetter, die Salmendinger Kapelle ist immer ein Bild wert. Nach stürmischer Nacht zieht das Sturmtief bei Tagesanbruch ab.