Neuseeland Süd 1

Am 24. Februar landete unsere Maschine um 23:45 Uhr etwas verfrüht in Christchurch. Es folgten die üblichen Formalitäten und das lästige Procedere wegen der strengen Einfuhrbestimmungen für Lebensmittel. Selbst verunreinigte Schuhe können zum Problem werden. Als wir glücklich durch waren, suchten wir die Pickup Zone auf, da uns unsere Vermieterin, Tracy, abholen wollte. Wer nicht kam war Tracy.

Das Taxi war viel zu teuer und auch das Supershuttle hatte zu dieser Uhrzeit gesalzene Preise. Als die Frau vom Shuttleservice, der ich eben noch gesagt hatte, dass ihr Preis zu hoch sei, hörte, dass ich eine wesentlich günstigere Vereinbarung mit meiner Vermieterin hätte, reagierte sie nicht etwa sauer, sondern fragte nach deren Telefonnummer, rief an und machte Tracy Beine. Tracy, die nach gut 10 Minuten tatsächlich aufkreuzte, machte einen Eindruck, als hätte man sie aus dem Bett gekippt. Das Gästehaus lag in einer gutbürgerlichen Vorstadtsiedlung. Tracy, eine Chinesin, hatte das ganze Haus zimmerweise vermietet. Die Einrichtung war ungefähr so chaotisch wie die Frau selbst aber – inzwischen war es 2 Uhr morgens geworden – für den Rest der Nacht konnte man die Umstände ertragen. Tracy versprach noch, uns um 10 Uhr zur Autovermietung zu fahren und entschwand.

Als um 9:45 Uhr von ihr noch nichts zu sehen war, ging ich zu ihrem Nachbarn. Dieser rief bei ihr an und sie erschien wieder völlig abgehetzt. Sie tippte die Adresse der Autovermietung in ihr Navi, kommentierte noch „easy way“, fuhr kreuz und quer durch die Gegend und landete doch noch bei der Autovermietung. Zum Schluss machte sie uns noch einen wirklich günstigen Sonderpreis für das Gesamtpaket.

Im Depot der Autovermietung herrschte Hochbetrieb, doch irgendwann waren auch wir dran. Dass das linke Vorderrad einseitig abgefahren war, interessierte offensichtlich außer mir niemand. Alles im legalen Bereich, läuft noch ewig. Und los ging´s.

Nun war es 2 Uhr Mittags und wir hatten noch nichts gegessen. Damit war das Programm für heute vollends klar, wir beschlossen in Christchurch zu bleiben und die notwendigen Lebensmittel einzukaufen.

Am Sonntag, 26. Februar, machten wir uns auf den Weg nach Akaroa, einem Städtchen, das herrlich an einer fjordartigen Bucht liegt. Dort wollte Rose mit Delfinen schwimmen gehen. Doch daraus wurde nichts. In der Bucht lagen zwei Kreuzfahrschiffe vor Anker, der frühest mögliche Termin wäre am Mittwoch morgens um 6:30 Uhr gewesen. Nach einem Kaffee in einem schönen Rosengarten und der Vergewisserung, dass es solche Angebote noch an anderen Orten Neuseelands gibt, machten wir uns auf die Suche nach einem Übernachtungsplatz.

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Weit kamen wir allerdings nicht, bereits nach wenigen Kilometern kochte das Kühlwasser. Ganze 3 l Wasser konnten wir nachfüllen. Wir fanden dennoch einen tollen Übernachtungsplatz in einer kleinen Bucht und genossen den Abend so gut es ging.

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Am Montag machten wir uns frühzeitig auf den Weg zurück nach Christchurch. Nach kurzem hin und her war klar, dass wir ein anderes Fahrzeug bekommen. Doch auch bei diesem Fahrzeug musste ich wiederholt auf die Beseitigung einiger Mängel drängen. Es war bereits wieder Nachmittag geworden, als wir in Richtung Süden aufbrachen.

Am Dienstag, 28. Februar, setzten wir unsere Fahrt von Ashburton in Richtung Mt. Cook fort. Das Wetter wurde mit jedem Kilometer besser und unsere Laune ebenfalls, da sich das neue Fahrzeug ganz gut anließ.

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Am frühen Nachmittag hatten wir erstmals freie Sicht auf die Neuseeländischen Alpen und erreichten bald darauf den Lake Tekapo, der für seine blaue Farbe berühmt ist.

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Am Lake Pukaki sahen wir ihn dann, den Mt. Cook, mit 3755 m der höchst Berg Neuseelands und der Stolz aller Neuseeländer. Hier hatte sich Sir Hillary auf die Erstbesteigung des Mt. Everest 1953 vorbereitet.

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Dank der App „Camper mate“ fanden wir direkt am See einen Übernachtungsplatz mit genialer Aussicht auf das Bergmassiv um den Mt. Cook. Der Sonnenuntergang (siehe oben) entschädigte uns dann vollends für den hinter uns liegenden Ärger.


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