Mainhattan

Der Blick auf Mainhattan, Frankfurts Bankenviertel am Westend, ist zu jeder Tages- und Nachtzeit spektakulär. Die erste Aufnahme zeigt die Skyline eine Stunde vor Sonnenaufgang (ISO 100, f16, 30 s, 35 mm). Standort: Sachsenhäuser Ufer, im Vordergrund der Eiserne Steg.

Eine viertel Stunde vor Sonnenaufgang hatte sich die Blaue Stunde voll entwickelt. Im Osten war das Tageslicht bereits über den Horizont geklettert und hatte für die Ausleuchtung der Hochhausfassaden gesorgt (ISO 100, f16, 15 s, 35 mm). Für alle, die es genauer wissen wollen, hier die auffälligsten Hochhäuser von links: Riverside Tower mit dem weißen Zackenband, Eurotower mit den blauen Streifen, Taunusturm mit dem Pultdach, der Comerzbank Tower gelb beleuchtet, der Main Tower mit dem runden Turm. Der Comerzbank Tower ist mit 259 m architektonischer Höhe das höchste Hochhaus innerhalb der EU. Bis zu seiner Spitze misst er sogar 300 m.

Das nächste Foto wurde unmittelbar vor Sonnenaufgang in Richtung Osten aufgenommen. Dort wurde der gewaltige Bau der EZB vom ersten Morgenlicht durchleuchtet (Standort: Mainkai, ISO 400, f5,6, 1/320 s, 400 mm).

Bei Sonnenuntergang nochmals der Blick auf Mainhattan, diesmal von der Flößerbrücke aus. Als ich die Sonne hinter dem Riverside Tower verschwinden sah, war nicht klar, ob sie im Spalt zwischen den Hochhäusern nochmals erscheinen, oder vorher untergehen würde. Gespannt wartete ich ab.

Ich denke, das Warten hat sich gelohnt, denn das nachfolgende Bild haben sicher nicht alle in der Kiste.

Wenig später begann die Blaue Stunde, das Abendrot zu verdrängen.

Frankfurt: Banken und mehr

Mein heutiger Tag in Frankfurt begann am Mainkai. Morgens zur Goldenen Stunde genoss ich den Blick stromauf. Das Teleobjektiv verdichtete die Brücken zu einem fast unauflösbaren Dickicht. (Im Vordergrund die Alte Brücke, von der Ignatz-Bubis-Brücke sind nur die Pfeiler im Wasser und die Straßenlampen erkennbar, die Tragekonstruktion der Flö?erbrücke und die Bögen der Deutschherrnbrücke kommen dahinter).

Bilder zum Vergrößern anklicken.

Über den Eisernen Steg mit seinen Liebesschlössern ging es dann hinüber zum Sachsenhäuser Ufer. Von dort hat man einen freien Blick auf die Hochhäuser des Bankenviertels, die sich hinter den alten Mietskasernen in den Himmel recken. Die Untermainbrücke brachte mich wieder zurück über den Fluss. Vorbei am Schauspielhaus ging es hinein in die Straßenschluchten von Mainhattan.

Entlang der einstigen Wallanlagen, die heute als Parks gestaltet sind, lässt sich die Innenstadt angenehm umrunden.

Am Willy-Brandt-Platz trifft man auf die Euro-Skulptur und den Eurotower. Das 148 m hohe Bauwerk war von 1998 an Sitz der EZB bis diese 2014 ihren Neubau am Ostend bezog (siehe vorausgehender Bericht).

Der Taunusturm (Bild unten) ist eines der Hochhäuser, das sofort ins Auge sticht. Von der Parkseite aus weckt insbesondere seine klare Architektur und die überdimensioniert erscheinende, fast leere Eingangshalle die Aufmerksamkeit des Betrachters. Doch bei 170 m Höhe muss mit dem Platz wohl nicht gespart werden. Interessant ist, dass es vom Jahr 2000 an drei Anläufe bedurfte, bis schließlich 2011 mit dem Turmbau begonnen wurde. Als ich mich dem Gebäude näherte, wurde ich von der Security freundlich, aber bestimmt darauf hingewiesen, dass das Fotografieren des Gebäudes strengstens verboten sei. Wir einigten uns dann darauf, dass es mir niemand verbieten könne, das Gebäude von den öffentlichen Anlagen aus aufzunehmen, was ich bereits zuvor gemacht hatte.

Im Zick Zack schlängelte ich mich durchs Bankenviertel. Dank Corona kam ich natürlich weder in ein Gebäude, noch auf eine Aussichtsplattform, auch nicht am Main Tower. Die beiden nächsten Bilder stammen von der Bank of Communications. Das erste Bild zeigt einen Ausschnitt der Hochhausfassade. Die ursprüngliche Hochformataufnahme wurde gespiegelt und zu einem Bild zusammengesetzt.

Als ich bei der Deutschen Bank nachfragte, ob ich Innenaufnahmen machen dürfte, hatte ich die Hoffnung bereits aufgegeben. Doch zu meiner Überraschung erlaubte mir die Security nach einigem Hin und Her, im Eingangsbereich zu fotografieren.

Zwei Bestandsgebäude und der 50 m hohe, wellenförmige Neubau bilden zusammen das Ensemble „Die Welle“. In der Passage zwischen den Gebäuden schlängelt sich ein künstlicher Bachlauf, der gerade jedoch gereinigt wurde. Auch hier wurde ich sofort von der Security in Empfang genommen. Als Hobbyfotograf durfte ich jedoch ungehindert zur Tat schreiten.

Meine letzte Station auf diesem Rundgang war das Einkaufszentrum „MyZeil“, das für seine besondere architektonische Gestaltung bekannt ist. Der Gebäudekomplex verfügt über einen Zugang zu Frankfurts berühmter Einkaufsstraße „Die Zeil“. Auch hier musste ich mich mit der Security auseinandersetzen, bevor ich dann doch zum Schuss kam.

EZB, Frankfurt

Am Frankfurter Ostend überragt das Hochhaus der Europäischen Zentralbank (EZB) die 9-stöckigen Wohnhausneubauten um Längen. Während sich am Westend die zahlreichen Türme der Geschäftsbanken gegenseitig den Rang streitig machen, dominiert der 201 m hohe Doppelturm der EZB hier im Osten unangefochten den gesamten Stadtteil. Die nachfolgende Aufnahme zeigt den Blick von der Flößerbrücke mainaufwärts kurz nach Sonnenuntergang.

Der 2015 eingeweihte Gebäudekomplex der EZB besteht aus drei Elementen:

  • der 1928 erbauten ehemaligen Großmarkthalle, die einen gewaltigen Längsriegel bildet und ein Konferenzzentrum beinhaltet,
  • dem Doppelturm (Skytower) mit der Verwaltung und
  • dem markanten Eingangsbauwerk, das als Querriegel mit verdrehter Front die beiden anderen Baukörper verbindet und zugleich als Pressezentrum dient.

Nachfolgend einige Eindrücke von der vielseitigen Fassadengestaltung des Wiener Architekturbüros Coop Himmelb(l)au, das den ausgeschriebenen Wettbewerb für sich entschieden hatte.

Das massiv gesicherte Gelände der EZB grenzt auf Höhe der ehemaligen Weseler Werft direkt an die parkähnlich gestaltete Mainpromenade. Zahlreiche Relikte aus alten Zeiten wurden in die Parklandschaft integriert. Mainabwärts erkennt man die Skyline des Bankenviertels am Westend. Eine Aussicht, die der junge Mann auf dem Dach eines alten Verladekran offensichtlich zu genießen wusste. Dazwischen beherrscht die mächtige Tragekonstruktion der Flößerbrücke das Bild.

Nach Sonnenuntergang eröffnete sich vom linken Mainufer aus in der Blauen Stunde im Widerschein des restlichen Tageslichts ein phantastischer Blick auf den Skytower der EZB.

Kaiserstuhl 2, Taubergießen

Die meisten Auengebiete des Oberrheintals überlebten im 19. Jahrhundert die Tullasche Rheinbegradigung nicht. Nördlich des Kaiserstuhls erstreckt sich heute parallel zum Rhein eines der letzten rechtsrheinisch verbliebenen naturnahen Auengebiete, der Taubergießen. Seit diese Altrheinaue 1979 unter Schutz gestellt wurde, bildet sie mit 17 km² eines der größten Naturschutzgebiete Baden-Württembergs. Während für einige Teile ein Betretungsverbot gilt, können andere erwandert oder mit dem Fahrrad oder Boot befahren werden. Der Taubergießen ist ein Naturschutzgebiet von internationaler Bedeutung und ist deshalb auch Bestandteil des Schutzgebietsnetzes Natura 2000.

Nur wenige Meter von unserem zweiten Übernachtungsplatz entfernt, bot sich bei Sonnenaufgang dieser Ausblick auf den Altrhein mit seinen Auwäldern. Entlang der Rheinstraße, die den Fluss mit der Ortschaft Weisweil verbindet, hat der Holzkunstsäger Karl Blattmann zahlreiche Skulpturen aufgestellt. Damit sorgt er für eine besondere Abwechslung entlang des Europäischen Radweges, der hier Deutschland mit Frankreich verbindet.

(Zum Vergrößern wie immer Bilder anklicken!)

Zurück am Kaiserstuhl bestaunten wir die historische Altstadt von Endingen. Wer vor hat den Kaiserstuhl zu besuchen, sollte keinesfalls auf einen Rundgang durch diese Stadt verzichten. Es lohnt sich!

Dank Corona war das Städtchen wie ausgestorben. Im Sommer und Herbst, wenn die zahlreichen Weinlokale geöffnet haben, pulsiert hier in den Gassen und auf den Plätzen natürlich das Leben.

Kaiserstuhl 1

Die warmen Tage nach der langen Frostperiode im Februar nutzten wir zu einer ersten Ausfahrt an den Kaiserstuhl. Drei Tage können wir uns mit unserem Camper völlig autark und damit coronakonform bewegen, so dass wir nicht mehr Kontakte eingehen müssen, als zuhause. Von unserem ersten Übernachtungsplatz aus genossen wir am anderen Morgen diese herrliche Aussicht über den „Texaspass“. Hier windet sich die Straße von Oberbergen kommend einem Lasso gleich durch das bekannte Anbaugebiet „Bassgeige“. Diese Aussicht wurde im Jahre 2020 als schönstes Weinpanorama Badens gekürt.

Der Kaiserstuhl, ungefähr auf Höhe von Freiburg im Oberrheingraben gelegen, entstand vor ca. 15 Millionen Jahren durch einen Vulkanausbruch. Während der letzten Eiszeit kam es dann durch Windverfrachtung zu massiven Lössablagerungen. Diese können am Kaiserstuhl eine Mächtigkeit von 10 bis 40 m erreichen und sind die Grundlage für dessen landwirtschaftliche Nutzung.

Bei den Terrassen links handelt es sich also nicht um die Reisterrassen auf Bali, sondern um Weinbauterrassen am Kaiserstuhl. Weinbau gibt es hier seit der Römerzeit. Schon früh wurden am Kaiserstuhl zur besseren Bewirtschaftung kleinflächige Terrassen angelegt. Ab den 50er-Jahren begann man die Anbauterrassen zu vergrößern. In den nachfolgenden Jahrzehnten wurde dann mit deutscher Gründlichkeit die Ökologie auf der Schlachtbank der Ökonomie geopfert. Unter massivem Maschineneinsatz wurde der Kaiserstuhl umgegraben und großflächig terrassiert. Erst Ende der 70er-Jahre leiteten Bürgerproteste und ausgedehnte Rutschungen, die nach größeren Niederschlägen auftraten, ein Umdenken ein. So konnten im letzten Moment die wenigen verbliebenen und für die Region typischen Hohlwege geschützt und einige Naturschutzgebiete ausgewiesen werden. Denn der Kaiserstuhl beherbergt aufgrund seiner außergewöhnlichen klimatischen Lage eine ganz besondere Tiere- und Pflanzenwelt.

Der Kaiserstuhl mit seinen zahlreichen Wirtschaftswegen ist heute ein bevorzugtes Wandergebiet. Hier schweift der Blick von Burkheim aus über Rebflächen und die Rheinebene hinüber zu den im Elsass gelegenen Vogesen.

Burkheim ist ein kleiner Flecken mit historischem Ortskern, der inmitten von Rebflächen gelegen, natürlich von Weinanbau und Weintourismus lebt. Nachfolgend noch eine kleine sprachliche „Lektion“:

Ins Hochdeutsche übersetzt lautet die Aufschrift: “ Ein Krüglein guter Burkheimer Wein war schon immer das Beste.“

Unweit von Burkheim gelangt man zum Rhein, der hier die Grenze zwischen Deutschland und Frankreich bildet. Auf der Dammkrone verläuft der Rheinradweg EV15 der dem Flusslauf von der Quelle am Oberalbpass (Schweiz) bis zur Mündung in die Nordsee (Niederlande) folgt.

Großwild Namibias

Klippspringer auf den roten Granitformationen von Koiimasis; galoppierende Oryxantilope, Wüstenelefanten und Giraffenbulle im Hoanibtal.

In der Savanne ist Tarnung lebenswichtig: Springböcke bei der Siesta, Schwarzrückenschakal, Steppenzebras.

Abgemagerte Löwin, Löwinnen am Morgen nach der Jagd.

Schwarznasenimpala, Springbock, Nashorn bei der Hautpflege.

Elefanten, und Streifengnus in der Etoshapfanne.

Das Ende einer Legende

Der Neckar ist die Lebensader des Landes Baden-Württemberg, das er von seiner Quelle im Schwenninger Moos bis zu seiner Mündung in den Rhein bei Mannheim auf 367 km Länge durchströmt. Zwar ist auch der Oberlauf des Neckars nicht unbelastet, doch findet hier sogar der Eisvogel und die Wasseramsel noch eine Lebensgrundlage. Ab Plochingen hat man den Stolz der Württemberger in ein derart enges Korsett gezwungen (Bundeswasserstraße), dass ihm schlicht die Luft wegbleibt. Das wundert nicht, ist doch der mittlere Neckarraum mit 910 Einwohnern/km² die am dichtesten besiedelte Region Deutschlands. Doch was man dem Fluss unterhalb von Heidelberg angetan hat, ist schlicht eine Katastrophe.

Vollständig kanalisiert und begradigt …

… erreicht der Neckar die Stadt Mannheim …

… und quält sich seinem Ende, …

… der Mündung in den Rhein, entgegen.

Der viel besungene Fluss, dessen Gestade einst die schwäbischen Dichter und Denker anregten, fristet hier nur noch ein kümmerliches Dasein. Nichts mehr ist übrig vom „wilden Wasser“ das die Kelten einst zur Namensgebung veranlasst hat.

Dänemark: Sand und mehr

Wer Dänemark bereist tut dies meist wegen der herrlichen Sandstrände, die auch mit mancher Besonderheit aufwarten. So sind zahlreiche Strände zwischen Hirtshals und Esbjerg als „Autostrände“ ausgewiesen. Dies bedeutet, dass man mit dem Auto direkt auf den Sandstrand und in der Regel auch entlang der Wasserlinie von einer Ortschaft zur anderen fahren kann. Und davon machen Dänen wie Urlauber ordentlich Gebrauch.

So kommt es, dass sich an den Stränden, wie hier bei Lokken, alles Mögliche tummelt und die angestammten Bewohner deutlich unter Anpassungsdruck kommen. Die Strandläufer scheint dies jedoch nicht groß zu stören, denn sie sind – wie ihr Name verrät – ohnehin zügig unterwegs.

Wer bis zur Jammerbucht in Nordjütland vordringt, für den lohnt sich ein Besuch im Skulpturenpark in Blokhus. Dieser ist bekannt für seine Sandskulpturen, zeigt aber auch andere Skulpturen und sonstige Kunstwerke.

Im Hinterland trifft man immer wieder auf alte Kirchenbauten, die durchaus einen Besuch wert sind. So zum Beispiel die Kettrup Kirke, die im 11. Jahrhundert erbaut und im Mittelalter um den Turm erweitert wurde. Auch der Friedhof mit der akkuraten Einfriedung der einzelnen Gräber trägt zum beeindruckenden Gesamtbild bei.

An der Westküste fallen die Dünen zum Meer hin steil ab, denn sie müssen hier dem Ansturm der offenen Nordsee die Stirn bieten.

Von Hanstholm im Norden, bis Agger im Süden erstreckt sich Dänemarks ältester Nationalpark Thy. Dieser kann mit dem ausgedehntesten Dünengebiet Nordeuropas aufwartet und gilt als Dänemarks größte Wildnis. In den ehemaligen Gerätehäusern der Küstenfischer von Sternbjerg findet sich heute das Besucherzentrum des Nationalparks. Hier wird über die Geschichte des Parks und seine unterschiedlichen Lebensräume informieren.

Auch außerhalb des Nationalparks Thy trifft man nahezu entlang der gesamten Westküste Dänemarks auf imposante Dünenlandschaften. Die nachfolgenden Aufnahmen zeigen die Gegend um Sondervig.

Eine weitere Besonderheit bietet der Küstenabschnitt zwischen Sondervig und Nymindegab. Hier hat die schmale, oft nur wenige hundert Meter breite Landzunge Holmsland Klit den Ringkobing Fjord von der Nordsee abgeschnitten und so den größten Küstensee Dänemarks gebildet.

Auf der Nehrung Holmsland Klit liegt mittig das Fischerdorf Hvide Sande mit seinem markanten Leuchtturm.

Die Küstenfischer von Hvide Sande fristen ein kärgliches Dasein. Alte Männer in noch älteren, von Wind und Wetter gezeichneten, winzigen Nussschalen gehen hier auf Fang und verkaufen diesen direkt vom Kutter. Einheimische sind ihre verlässliche Kundschaft. Ein Fischer, den ich nach dem Alter seines Bootes gefragt hatte, erklärte mir mit einem verschmitzten Lächeln, dass das Fischen kein so einträgliches Geschäft sei, dass er sich davon ein neues Schiff hätte leisten können. Und so fährt er weiterhin mit seinem ollen Kahn, solange keiner von beiden schlapp macht.