Die Ästhetik des Gewöhnlichen

Die Serie zeigt einfach nur Heuballen.

Endlich mal wieder ein Motiv nach meinem Geschmack. Nein, nicht dass Motive, die mir gefallen rar wären, doch es geht mir wie vermutlich noch vielen anderen auch. Nicht selten drängen sich mir Motive auf, weil ich sie schon zigfach als Bilder anderer Fotografen gesehen habe. Gute Bilder, die sich ins Gedächtnis brennen und nur darauf warten, auch noch von mir fotografiert zu werden.

Doch genau hier beginnt das Problem, denn so verliert man schnell die erforderliche Offenheit, um seiner Umgebung unbefangen begegnen zu können. Somit verschlechtert sich die Chance, sich den Wunsch aller Fotografen nach dem besonderen Bild zu erfüllen. Dabei scheint die Sache doch recht einfach: Fotografiert man das Besondere, so hat man das Bild das alle schon irgendwie haben. Befasst man sich mit dem Banalen, mit Körpern / Motiven, die in ihrer unaufgeregten Belanglosigkeit keine Aufmerksamkeit einfordern, so hat man die Chance, die Ästhetik zu entdecken, die jedem Körper eigen ist. Und damit haben wir dann, zumindest für uns selbst, das besondere Bild. Doch wenn das mal so einfach wäre, könnten wir uns vor besonderen Bildern nicht mehr retten.

Auf den Punkt gebracht: Nur mit der nötigen Offenheit entdecken wir die wirklich besonderen Motive, die noch nicht jeder in der Kiste hat. Dazu bedarf es manchmal einfach der Ruhe und ein bisschen Zeit, um die Umgebung auf sich wirken zu lassen.

Taubenschwänzchen

Das Taubenschwänzchen (Macroglossum stellatarum) ist aufgrund seines Schwirrfluges auch als Kolibrischwärmer bekannt. Mit einem Flügelschlag von bis zu 90 Hertz ist es in der Lage seine Position selbst gegenüber einer bewegten Blüte exakt einzuhalten. Dazu kann es auch rückwärts fliegen. Mit diesen fliegerischen Fähigkeiten und einem langen Saugrüssel ausgestattet kann das Taubenschwänzchen innerhalb von 5 Minuten ca. 100 Blüten besuchen.

Die hohe Schlagfrequenz bedeutet, dass selbst bei einer Verschlusszeit von 1/1000 Sekunde ungefähr der fünfte Teil einer Abwärts- oder Aufwärtsbewegung des Flügels abgebildet wird. Die Flügel verwischen. Ausnahme: Erwischt man den Flügelschlag im Umkehrpunkt, hat man die Chance auf eine relativ scharfe Abbildung.

Doch nicht nur das Flugverhalten macht diesen Schwärmer interessant. Im Unterschied zu anderen Schwärmern, die in der Regel Nachtfalter sind, ist das Taubenschwänzchen tagaktiv. Das Taubenschwänzchen ist ein Wanderfalter. Sein Verbreitungsgebiet erstreckt sich über den gesamten Mittelmeerraum und die mittleren Breiten Eurasiens, ist aber von der Jahreszeit abhängig, da es nur in frostfreien Regionen überwintern kann. Im Sommer weitet es seinen Lebensraum im Norden nach Skandinavien und in das südliche Sibirien aus und im Winter geht es in Afrika und Asien weiter nach Süden. Mit einer Spitzengeschwindigkeit von bis zu 80 km/h kann es innerhalb von zwei Wochen eine Strecke von ca. 3000 km zurücklegen. Vieles an diesem Insekt ist jedoch noch unerforscht.

Echte Zaunwinde

In Ergänzung zum Beitrag „Zur Diskussion gestellt“ hier noch einige Aufnahmen von der echten Zaunwinde. Die erst Serie zeigt, wie sich eine geringfügige Verlagerung des Standortes positiv auf die Bildgestaltung auswirken kann. Aus dieser Perspektive erfährt die Trichterblüte durch den Hintergrund eine optimale Rahmung. Die hellere Ausarbeitung lässt das Bild weniger dramatisch erscheinen. Zum Vergleich ist das Original aus dem letzten Beitrag angefügt

Der morgendliche Tau nach dem Regen am Abend unterstreicht die samtige Oberfläche der Blüte.

Die nachfolgenden Aufnahmen verdeutlichen den Charakter der Kletterpflanze.