Queenstown

Freitag, 10. März

Als wir den Cascade Creek Campground verließen, hing der Morgennebel noch zwischen den Grashalmen und waberte über den Baumwipfeln.

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Auch der Lake Te Anau zeigte sich nochmals von seiner besten Seite.

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In Te Anau bogen wir Richtung Queenstown ab. Wir waren gespannt auf die „Outdoor City“.

Die Fahrt verlief nun durch hügeliges Voralpen-Terrain. Der eiszeitliche Moränenschutt bildet hier die Grundlage für eine liebliche, von Seen durchsetzte Hügellandschaft. Mit der Zeit wurden die Berge höher. In Kingston erreichten wir den Lake Wakatipu. Die Straße schlängelt sich, dem Ufer folgend, Queenstown entgegen.

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Im Knie des Wakatipu, in herrlicher Lage, macht sich Queenstown breit. Nachfolgend der tolle Blick von Queenstowns Hausberg. Den ergatterten wir am Samstag, als am Nachmittag die Wolkendecke aufriss.

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Die Bebauung, die am Seeufer längst keinen Platz mehr findet, brandet gegen die Berghänge. Bereits bei der Anfahrt durch die Vorortsiedlungen wird an der jungen Bausubstanz deutlich, dass diese Stadt in den letzten zwei Jahrzehnten eine furiose Entwicklung genommen haben muss. Die bebaute Fläche dürfte sich in dieser Zeit ungefähr verzehnfacht haben. Nicht schritthalten konnte offensichtlich die verkehrsmäßige Anbindung. Die alte Straßenbrücke ist erkennbar baufällig, doch mit dem Bau einer neuen wurde gerade erst begonnen.

Ich mach´s kurz: Ich war entsetzt über die Form von Tourismus, die mir da begegnet ist. Unter Outdoorsport verstehe ich jedenfalls etwas anderes. Man kann hier für viel Geld alles machen, was man sich denken kann. Aber nur, weil diese Aktivitäten im Freien stattfinden, ist das noch lange kein Outdoorsport, vielmehr erinnert es eher an ein großes Volksfest. Ich habe nichts dagegen, dass man auch in der Natur seinen Spaß haben kann, im Gegenteil, aber der reine Konsum und die totale Vermarktung der Ressource Natur für die Tourismusindustrie, scheint mir kein nachhaltiger Weg zu sein. Der hier ausgelöste Boom trägt erkennbar Züge der Überhitzung, die an die alten Goldgräberzeiten erinnern, welche der Flecken Arrowtown in unmittelbarer Nachbarschaft bereits hinter sich hat. Die einseitige Ausrichtung Queenstowns an dieser Form des Tourismus erscheint mir zumindest äußerst riskant.

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Nach diesen Eindrücken habe ich etwas recherchiert und herausgefunden, dass die Löhne in Queenstown ca. 20 – 30 % hinter denen von Auckland rangieren. Dafür dürften die Kosten für den Lebensunterhalt eben so viele Prozentpunkte über dem Landesdurchschnitt liegen. Dies bedeutet, dass nur wenige von diesen Unsummen profitieren, die hier umgesetzt werden.

Ein Zukunftsprojekt alla Queenstown: Man denke sich Tannheim in der Ausdehnung vom Vilsalpsee bis zum Haldensee mit ca. 25 000 Einwohnern. Auf dem eigenen Flugplatz landen im 30-Minuten-Takt Jets aus Österreich, der Schweiz und Deutschland.


4 Gedanken zu “Queenstown

  1. Lieber Horst,
    umwerfend schöne Bilder und Eindrücke, sehr interessanter Bericht und tolle Infos! Freu mich immer schon auf die nächsten Berichte!
    Liebe Grüße auch an Rose.
    Erika

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  2. Hallo Herr Hirning,

    mit Interesse verfolge ich Ihre Reise und genieße Ihre hervorragenden Bilder. Ich denke Sie und Ihre Frau haben bestimmt so viel Spaß wie ich in den nächsten Tagen. Ich „darf“ nämlich as „assoziierte Person“ am zweiten Durchlauf der Fremdevaluation teilnehmen. Für was man sich nicht alles breit schlagen lässt!

    Noch sehr viel Spaß wünscht Ihnen

    Karl-Heinz Müller

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  3. … Du musst auch in Betracht ziehen, dass die Australier und teilweise die Asiaten weiter zu fliegen haben (Europe oder USA)
    um solche Berge zu sehen.

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  4. Das ist auch der Grund, warum ich auf meiner Neuseelandreise an Queenstown auch nur vorbei gefahren bin. Gegen ein wenig Action habe ich nichts einzuwenden, aber das, was hier praktiziert wird, geht gar nicht. Wird aber wohl gerade von jüngeren Leuten nachgefragt.

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