Herbstliche Farben, abstrakt

Zur Herstellung der Bilder: Blickrichtung der Kamera vom Boden in das lichtdurchflutete Geäst eines Ahornbaumes, Töpferscheibe als Kameraauflage; Focus manuell, Bildstabilisator aus, Selbstauslöser 2s; Brennweite ca. 100mm; ND 1,8 zur Verlängerung der Belichtungszeit, ISO 100, Belichtung manuell mit f16 und t = 1s bis 4s.

Kompositionen bei sehr geringer Drehgeschwindigkeit.

Bei höherer Drehgeschwindigkeit schließen sich die Kreise.

Grundeinstellung wie oben, jedoch Doppelbelichtung: 1. Belichtung ohne Drehung, 2. Belichtung mit Rotation.

ausgefischt?!

Sie sind rar geworden, die einsatzfähigen Fischkutter an Schwedens Küste.

Wie überall leidet die Küstenfischerei auch in Schweden unter den rückläufigen Beständen. In der Ostsee wird die ohnehin kritische Lage noch durch weitere Faktoren verschärft. Deshalb geht es bei den Küstenfischern inzwischen ums nackte Überleben.

In den schmucken Ortschaften entlang der Küste, die sich längst vom Fischerdorf zum Ferienort gewandelt haben, findet man nur noch wenige intakte Fischkutter. Diese liegen dann zur Abrundung des idyllischen Trugbildes am ortsnahen Kai, während die abgetakelten Schiffskadaver in einem abgelegenen Teil des Hafenbeckens vergammeln. Die nachfolgenden Bildbeispiele stammen überwiegend aus Skillinge, einem kleinen Ort in Südschweden.

Doch das Problem ist alt und die Entwicklung lang. Konnte man vor Jahrhunderten noch mit Ruderbooten so viel Fisch anlanden, dass man ganz Nord- und Mitteleuropa damit versorgen konnte und ganze Regionen durch diesen Handel zu Wohlstand kamen, ging es spätestens seit der Motorisierung der Fischerboote den Beständen an den Kragen.

Den Küstenfischern mit ihren kleinen Booten und Stellnetzen blieb nicht mehr genug zum Überleben. Eine erste Konzentrationswelle rollte wie ein Tsunami über die Küstenregionen hinweg. Viele Bewohner wanderten ab. Erst Jahrzehnte später entdeckten die zu Wohlstand gekommenen Städter die verfallenen Fischerhütten als romantisches Urlaubsdomizil. Die Wiederbelebung der Küstenregion begann.

Noch ist diese Entwicklung nicht abgeschlossen, da rollt bereits die nächste Konzentrationswelle über die Fischerei hinweg, denn bis heute war und ist man weder national noch international bereit, die notwendigen Entscheidungen für einen nachhaltigen Fischfang zu treffen. So steht die Küstenfischerei heute vor ihrem endgültigen Aus, denn die Quotierung begünstigt die Großen. Im Gefolge sieht man in den verbliebenen Fischereihäfen zahlreiche vergammelnde Fangboote liegen.

Die Hauptursache des Problems, die Überfischung, wird von weiteren Problemen überlagert, die in Randmeeren besonders drastisch greifen. In der Ostsee sind dies insbesondere die Erwärmung, die den Hering zum Abwandern bewegt und die Überdüngung durch Einträge aus der Landwirtschaft, die den Dorschbeständen zusetzt. Dies aber sind die „Brotfische“ der Küstenfischer. Ein besonderes Politikum ist, dass die Norweger die Heringsbestände bereits im Skagerrak dezimieren, bevor diese die Chance hatten, ihre Laichgebiete in der Ostsee aufzusuchen. Dies macht aber nur deutlich, was wir von den Weltmeeren kennen: Die Überfischung ist ein internationales Problem. Dabei ist die Menschheit auf nachhaltigen Fischfang angewiesen, denn das Meer ist der umweltfreundlichste Eiweißproduzent. Wir können es uns nicht leisten, das Knowhow der Küstenfischer zu verlieren!

Wer sich näher mit diesem Thema befassen möchte, nachfolgend zwei interessante Links: Deutschlandfunk, Nachrichten bei Comdirect

Falsterbonäset

Die Halbinsel Falsterbonäset markiert als südwestlichster Zipfel Schwedens die Grenze zwischen Ostsee und Öresund. Ihre Ortsteile Skanör und Falsterbo zählen zu den ältesten Städten Schwedens. Vom 12. bis ins 16. Jahrhundert hinein kamen sie durch den Heringshandel zu Wohlstand und Macht.

Heute sind es die Badegäste im Sommer, die der Badewanne Malmös den Wohlstand bringen. Der kilometerlange Sandstrand wird von bunten Badehäuschen gesäumt. Am Horizont kann man links überm Meer die gewaltige Öresundbrücke erkennen, die Malmö mit Kopenhagen verbindet.

Wie man sieht, ist die Saison längst vorüber.

Dennoch bilden die Badehäuschen bunte Farbtupfer in der Landschaft und betreibt der Wind sein kreatives Spiel.

Wir waren jedoch aus anderem Grund auf diese schmale Landzunge gekommen. Über diesen Südwestzipfel Schwedens verläuft die Route der meisten Sing- und Greifvögel bei ihrem Zug in den Süden. Ihre jährliche Gesamtzahl wird auf 500 Millionen Exemplare geschätzt.

Am Falterbo Fyr residiert die Vogelwarte. Sie koordiniert die Vogelzählungen während des gesamten Zugs. An guten Tagen passieren hunderttausende Vögel dieses Gebiet. Die aktuellen Zahlen, aufgeschlüsselt nach zig Vogelarten, kann man tagesaktuell an einem der beiden Monitore beim Leuchtturm einsehen. Der andere Monitor stellt die Vögel vor, die man hier beobachten kann.

Als ich das Naturschutzgebiet Flommern beim Leuchtturm besuchte war man fleißig am zählen, doch die Vögel waren zu hoch oder zu weit entfernt, um sie ordentlich aufs Bild zu bannen. Deshalb begnügte ich mich schließlich mit einer Nebelkrähe, die Schweden wahrscheinlich auch im Winterhalbjahr nicht verlassen wird.

Auch für uns Zugvögel war dies so ziemlich die letzte Station in Schweden. Es blieben uns nur noch wenige Kilometer bis Trelleborg. Von dort aus wollten wir mit der Fähre nach Travemünde übersetzen, um die Heimreise anzutreten.

Gamla Stan Falkenberg

Zwischen Göteborg und Malmö gibt es zahlreiche Städtchen und Ortschaften, die einen Besuch wert sind. Da die Zeit aber bei jeder Reise begrenzt ist, muss man sich entscheiden. Wir besuchten das Städtchen Falkenberg, das für seine Gamla Stan bekannt ist.

Das um 1800 entstandene Ensemble um die Laurentii-Kirche wurde mitsamt seinen Pflasterstraßen bis heute unverändert erhalten. Die Ursprünge der Kirche selbst gehen auf ca. 1300 zurück. Sie wurde jedoch in späteren Jahren mehrfach umgestaltet. Der heutige Turm wurde 1787 fertiggestellt.

Im kleinen Park direkt neben der Kirche stehen die „Konfirmandinnen“ von Erik Nilsson an optimaler Stelle. Die 1956 entstandene Granitskulptur, zeigt in treffender Weise die ernsthafte, andächtige Stimmung der Mädchen.