Das große Testen

Wer wollte, konnte sich im Landkreis Tübingen rechtzeitig zum Fest auf Corona testen lassen und das ganz umsonst. Spenden waren natürlich erwünscht. Teststationen gab es in Rottenburg, Mössingen und Tübingen. In Tübingen wurde das Arztmobil auf dem leeren Marktplatz stationiert, auf dem an normalen Weihnachten das Leben zwischen den Weihnachtsmarktständen pulsiert und sich die Menschen dicht gedrängt durch die Gassen zwängen.

Das Motto „Stille Nacht, einsame Nacht? Muss nicht sein!“ trieb die Leute in großer Zahl zum Testen, so dass die Menschenschlangen über hunderte von Metern durch die Altstadt mäandrierten. Und das alles mit der Hoffnung, nach dem Schnelltest mit einem „Persilschein“ nach Hause gehen zu können, um unbefangen mit den Liebsten Weihnachten zu feiern.

Dank der guten Organisation und zügigen Arbeit des DRK und der ehrenamtlichen Helfer waren die Menschenschlangen stets in Bewegung. Aber auch die geduldig und mit Abstand wartenden Probanden trugen zum reibungslosen Ablauf bei.

Was in den letzten Wochen mit diesen mobilen Teststationen praktiziert wurde, ist gelebte Solidarität. Die Schnelltests für jedermann sind ein absolut lobenswertes Angebot, denn sie ermöglichen zu Weihnachten Begegnungen mit reduziertem Risiko. Ein Gewinn für alle.

Das Ende einer Legende

Der Neckar ist die Lebensader des Landes Baden-Württemberg, das er von seiner Quelle im Schwenninger Moos bis zu seiner Mündung in den Rhein bei Mannheim auf 367 km Länge durchströmt. Zwar ist auch der Oberlauf des Neckars nicht unbelastet, doch findet hier sogar der Eisvogel und die Wasseramsel noch eine Lebensgrundlage. Ab Plochingen hat man den Stolz der Württemberger in ein derart enges Korsett gezwungen (Bundeswasserstraße), dass ihm schlicht die Luft wegbleibt. Das wundert nicht, ist doch der mittlere Neckarraum mit 910 Einwohnern/km² die am dichtesten besiedelte Region Deutschlands. Doch was man dem Fluss unterhalb von Heidelberg angetan hat, ist schlicht eine Katastrophe.

Vollständig kanalisiert und begradigt …

… erreicht der Neckar die Stadt Mannheim …

… und quält sich seinem Ende, …

… der Mündung in den Rhein, entgegen.

Der viel besungene Fluss, dessen Gestade einst die schwäbischen Dichter und Denker anregten, fristet hier nur noch ein kümmerliches Dasein. Nichts mehr ist übrig vom „wilden Wasser“ das die Kelten einst zur Namensgebung veranlasst hat.

Panorama 3, herbstliches Heidelberg

Hinweis: Bei einem Panorama lohnt es sich, das Bild zu vergrößern. Dann kann man richtig reinzoomen. Dieses Panorama setzt sich zum Beispiel aus 7 hochformatigen Fotos zusammen. Zum Vergrößern zuerst mit der linken Maustaste auf das Bild klicken. Dann mit der rechten Maustaste das Bild anklicken und auf Grafik anzeigen tippen. Schließlich kann man mit der linken Maustaste nochmals vergrößern. Viel Spaß!

Die schönste Aussicht auf Heidelberg genießt man von der Scheffelterrasse. Von hier aus schweift der Blick vom Schloss über die Altstadt und den Neckar hinüber zum Odenwald. Der Neckar durchbricht hier in einer regelrechten Pforte die letzten Berge des Odenwalds und strömt hinaus in die Oberrheinische Tiefebene, seinem Ende entgegen. Am Horizont erkennt man die Berge des Pfälzer Waldes, welche die Rheinebene im Westen begrenzen.

Eine Frage des Standpunktes

Schon länger hatte ich mir überlegt, welches markante Bauwerk in meiner Umgebung sich für eine Aufnahme mit dem Kometen Neowise eignen würde. Es musste nicht nur bekannt sein und exponiert liegen, sondern es musste auch aus großer Entfernung einsehbar sein, um es zusammen mit Neowise scharf ablichten zu können und der Beobachtungspunkt sollte auch einigermaßen gut erreichbar sein. Da kam für mich nur der Hohenzollern in Betracht. Seit Neowise abends beobachtbar ist, liegt die Burg vom Zeller Horn aus exakt auf Linie mit dem Kometen. Das hatte ich bei einer Vorexkursion mit Karte und Kompass genau ermittelt. Vom Parkplatz aus erreicht man den Aussichtspunkt am Albtrauf zu Fuß in einer halben Stunde und der Weg ist so gut, dass man ihn auch bei Nacht problemlos gehen kann. Noch vor Sonnenuntergang war ich vor Ort, so dass ich den optimalen Standort noch bei Tageslicht aufsuchen konnte. Doch am Ende kommt es auch beim Fotografieren oft anders als gedacht.

Die einzige offene Frage war, würde sich Neowise weit genug „herablassen“, dass ein Rendezvous mit dem Hohenzollern möglich würde?

Dieses Bild zeigt die Burg Hohenzollern aus 1,5 km Entfernung von meinem Standort unterhalb des Zeller Horns aus mit einem 400mm-Tele aufgenommen. Die kleinste Fibration führt bei einer Belichtungszeit von 1/10 s auf diese Entfernung unweigerlich zu Unschärfen. Um dies zu vermeiden hatte ich zwei 1kg-Gewichtsmanschetten mitgenommen. Eine hing ich ans Stativ, die zweite legte ich über das Kameragehäuse. Mit dem Ergebnis war ich zufrieden. Nun konnte Neowise kommen.

Doch das dauerte. Als sich Neowise dann endlich zu erkennen gab war klar, dass es das mir vorschwebende Rendezvous zwischen der Zollernburg und Neowise nicht geben würde. Wie so oft ging es nun darum, das Beste aus der Situation zu machen.

Die letzte Aufnahme machte ich dann mit 24mm oben vom Zeller Horn. Das so entstandene nächtliche Panorama zeigt Neowise über dem Lichtermeer zwischen Albtrauf und Nordschwarzwald.

Skandalös: Olympia-Skistadion Garmisch

Das Skistadion in Garmisch wurde für die Olympischen Winterspiele 1936 erbaut. Die hufeisenförmige Anlage, die sich zu den Schanzen hin öffnet, war ursprünglich nur für die Sprungwettbewerbe vorgesehen. Das gesamte Ensemble überzeugte jedoch bereits vor Olympia derart, dass man weitere Disziplinen sowie die Eröffnungs- und Schlussfeier in das Stadion verlegte.

(Bilder zum Vergrößern anklicken.)

Und heute? Es heißt zwar, dass immer wieder viel Geld in Umbau und Erhalt der Anlage geflossen sei, doch das ist ihr nicht anzumerken. Vielmehr sieht die Skisprung-Arena, die jährlich Zehntausende zum Neujahrsspringen lockt, aus, als sei sie seit 1936 dem Verfall preisgegeben worden.

In einer offiziellen Erklärung der Stadtverwaltung an die Touristen vom 23. Juni 2020 liest sich das so: „Seit 1936 hat das Olympia Skistadion viel erlebt und gesehen, was nicht immer spurlos an ihm vorbei gegangen ist.“

Als Besucher fragt man sich, weshalb man eine solche Anlage derart hat verkommen lassen. Mir fallen nur drei mögliche Gründe ein:

  • Der Poker um möglichst viele Zuschüsse
  • Misswirtschaft und
  • größenwahnsinnige Projektvorstellungen für deren Finanzierung sich niemand findet.

Wie auch immer, seit 2018 wird nun saniert. Im Innenhof wurde für eine neue Rasenfläche bereits ein Vermögen vergraben und auch die beiden Kurven scheinen weitgehend fertig zu sein. Die beiden Tribünenflügel sind auch im Juni 2020 noch im baufälligen Zustand erhalten. Die Sanierungskosten, die einmal auf 6 Millionen geschätzt wurden, werden inzwischen auf ca. 11 Millionen veranschlagt.

Diese Aufnahme zeigt das bereits sanierte Osttor. Links schließt sich die sanierte Ostkurve an, während rechts die baufällige Osttribüne folgt.

Die verschleppte Sanierung des Skisprungstadions ist nicht die einzige Blamage, die Garmisch-Partenkirchen als Austragungsort für sportliche Großereignisse ins Gerede gebracht hat. Der letzte Flop war der Neubau der Großen Olympiaschanze 2007. Dass die Kosten von knapp 10 auf gut 17 Millionen in die Höhe schossen war zwar ärgerlich, wäre aber zu verkraften gewesen, wenn sich wenigstens das Ergebnis hätte sehen lassen können. Trotz vielfacher Würdigung der „gelungenen“ Architektur war dem jedoch nicht so. Der neue Schanzentisch wurde 10 m höher gelegt als der alte. Dass er dadurch im Strömungskanal der nachmittags einsetzenden Aufwinde zu liegen kam, konnte in Garmisch natürlich keiner wissen, da hatte man offensichtlich nur größere Flugweiten im Kopf. 2011 war dann klar, dass unter diesen riskanten Bedingungen keine Großveranstaltung mehr stattfinden würde. Das seit 1920 durchgeführte Neujahrsspringen stand damit auf der Kippe. Ein aufwendiger Windschutz wurde notwendig, um die Schanze zu retten.

Sicher ist, die Sanierung des Stadions ist noch lange nicht zu Ende. Es bleibt Allen zu wünschen, dass künftige Skisprungwettbewerbe in einem würdigen Rahmen ablaufen können. Die Sportler hätten es verdient, dem historischen Gebäudekomplex würde es gut zu Gesicht stehen und dem Ansehen des Wintersportortes Garmisch-Partenkirchen würde es sicher nicht schaden.

Wer sich jetzt fragt, wie unter diesen Bedingungen in den letzten Jahren die sportlichen Großveranstaltungen gestemmt werden konnten, hier die Antwort: Für die notwendigen Funktionsräume wurden ca. 40 Container und Zelte aufgestellt. Wie ich find, eine überzeugende Lösung!

Morgenstimmung

Morgens früh unterwegs zu sein ist immer und überall ein tolles Erlebnis, doch zwischen Karwendel und dem Wettersteingebirge, in dem sich auch Deutschlands höchster Berg, die Zugspitze, erhebt, sind die frühen Morgenstunden besonders schön.

(Zum Vergrößern Bilder anklicken.)

Als ich aufbrach, hing in den feuchten Niederungen noch der Dunst des nächtlichen Gewitterschauers. Während im Westen das Wettersteingebirge im ersten Licht der Morgensonne erstrahlte,

schälten sich im Osten die Berge des Karwendel gerade aus dem bläulich fahlen Schatten der Nacht, derweil die ersten Sonnenstrahlen bereits vorsichtig über die Bergwiesen streiften.

Im Gegenlicht funkelten die Wassertropfen in den Grashalmen, als wären es unzählige kleine Diamanten. Doch auch der Sibirischen Iris standen die Regentropfen gut zu Gesicht.

Die Buckelwiesen des Werdenfelser Landes kamen im streifenden Licht der Morgensonne besonders gut zur Geltung.

Als sich mit steigender Sonne die Morgenstimmung verflüchtigte, wurde es Zeit für´s Frühstück.

 

Weitere Beiträge zum Allgäu siehe: Skandalös: Olympia-Skistadion Garmisch, Fantastischer Karwendelblick, Die „grüne“ Wasserkraft, Großer Ahornboden