Rostock

09. August 2021: Kurz nach Sonnenaufgang erstrahlte unser nächstes Ziel, Warnemünde, in der Morgensonne. Ein ideales Licht, um die ein- und auslaufenden Schiffe zu beobachten.

Am Vormittag setzten wir nach Warnemünde über. Der Parkplatz Mittelmole ist ein guter Ausgangspunkt zur Besichtigung dieser Touristen-Hochburg. Als wir zur Alexandrinenstraße abbogen, ließen wir die Massen hinter uns. In dieser Straße, die in der zweiten Reihe verläuft, stehen noch viele der kleinen Fischer- und Kapitänshäuschen. Sauber herausgeputzt dienen sie heute oft als Pension.

Auch die beschauliche Atmosphäre um das Cafe Ringelnatz bietet ein Kontrastprogramm zur Promenade.

Die Uferpromenade „Am Strom“ ist eine der austauschbaren Fress- und Einkaufsmeilen, wie sie für Touristenzentren üblich ist. Der einzige Unterschied, hier werden die Fischbrötchen von Kähnen verkauft, die als schwimmende „Frittenbuden“ am „Strom“ dauerhaft festgemacht haben.

Rostock, unser nächstes Etappenziel, ist eine Stadt, die einen längeren Aufenthalt verdient hätte. Die alte Bausubstanz, die mit viel Aufwand renoviert bzw. wieder aufgebaut wurde, belegt, dass man hier zur Zeit der Hanse zu großem Wohlstand gekommen ist. Zugleich mahnt der Niedergang der Hanse zu nachhaltigem Wirtschaften, denn mit ihr begann die sinnlose Überfischung der Ostsee. Heute ist der Fischfang in der Ostsee fast vollständig zum Erliegen gekommen.

Der Marktplatz von Rostock ist ein wahres Kleinod. Unten das Rathaus.

Besonders hervorzuheben ist die St.-Nikolaikirche: 1257 erbaut, war sie im 2. Weltkrieg durch Brandbomben schwer beschädigt worden. Nach dem Krieg wurde die Kirche baulich gesichert. Der Zusammenschluss der Kirchengemeinden von St.-Petri und der Nikolaikirche 1974 machte den Weg für eine Umnutzung des Gotteshauses frei. Mit einem außergewöhnlichen Konzept wurde der Versuch gewagt das einzigartige Bauwerk nordischer Backsteingotik zu erhalten. Bis 1985 wurden im Turm auf 10 Etagen kirchliche Dienststellen untergebracht und im neu errichteten gotischen Hallendach auf drei Etagen Wohnungen eingerichtet. Anfangs der 90er-Jahre wurde das Kirchenschiff zu einem Zentrum für Kirche, Kunst und Kultur umgestaltet.

Unten: St.-Petri

Am Abend fuhren wir hinüber zum Überseehafen. Von dort aus wollten wir am nächsten Morgen mit der ersten Fähre nach Schweden übersetzen.

Hohe Düne

08. August 2021: An der „Hohen Düne“ erreichten wir die Waterkant nordöstlich von Rostock. Nach der langen Staufahrt um Berlin genossen wir die Weite von Strand und Meer.

Caputher Fähre

Am ersten Sonntag im Juni schlenderten wir bei schwülwarmem Wetter auf der Caputher Uferpromenade entlang der Havel. Diese verbindet hier, vor den Toren Potsdams, den Templiner mit dem Schwielowsee.

Es herrschte Hochbetrieb und wir taten uns schwer, uns nach dem langen Lockdown wieder unter solchen Menschenmengen zu bewegen. Doch nicht nur an Land, auch auf dem Wasser schienen die Menschen dem Schlussverkaufsslogan zu folgen: „Alles muss raus!“

Hier zwischen Eiscafe und Caputher Fährhaus verbindet eine Seilfähre die Orte Caputh und Geltow. Eine Überfahrt von ca. 80 m erspart einen Umweg von 20 km.

Schon im 18. Jahrhundert setzte an dieser Stelle eine Fähre über die Caputher Gmünde, eine Engstelle der Havel. Seit 1853 befindet sich die Fähre im Familienbesitz. Transportiert wird alles, vom Fußgänger über den Radfahrer bis zum Kleinbus.

Der Fähranleger ist ein idyllischer Ort, an dem es sich gut aushalten lässt. Ob bei einem Eis im Eiscafe oder bei einem Essen im Fährhaus gegenüber, das mit einer Terrasse direkt an der Havel und einem schattigen Biergarten unter Kastanienbäumen lockt, bleibt jedem selbst überlassen. Und wer sich nicht entscheiden kann, macht einfach beides, dann ist es nur noch eine Frage der Reihenfolge.

Das Blütenkarussell

Die Ausgangssituation: Die Kamera wird an einer Stelle der Blumenwiese platziert, an der einzelne Pflanzen überhängen. Bei einer Aufnahme in der abschließenden Diashow befand sich eine Mohnblüte direkt überm Objektiv.

Bei langsamer Rotation kann man die einzelnen Pflanzen noch erkennen.

Je schneller die Rotation, desto mehr verwischen die Konturen und es entstehen Mischfarben.

Das ist der Gipfel!

Neulich besuchten wir unseren Sohn in Bad Belzig. Er wollte unbedingt das brandenburgische Gipfelglück mit uns teilen und führte uns auf die Spitze des höchsten, vollständig auf brandenburgischem Territorium liegenden Berges. Der Hagelberg bringt es immerhin auf stolze 200,30 Meter.

Das Gipfelerlebnis war dann auch vollkommen. Ein Gipfelkreuz markierte stolz die rekordverdächtige Höhe, Steinmännchen und tibetanische Gebetsfahnen schmückten das Gipfelplateau und im Gipfelbuch konnte man die Bergbesteigung für die Nachwelt dokumentieren. Mehr geht wirklich nicht!

Auf einer Schautafel erfuhr man, auf welchem geschichtsträchtigen Boden man sich hier bewegt. Im Vorfeld der Völkerschlacht zu Leipzig kam es am Hagelberg am 27.08.1813 zu einem Gefecht mit Napoleons Truppen. Wegen des Dauerregens waren die Vorderlader nicht einsatzfähig, so dass nur mit Bajonett und Kolben gekämpft wurde. Am Ende des Tages konnten sich von den 10000 Franzosen lediglich 3000 nach Magdeburg retten. Für den Sieg der preußischen Truppen war die Unterstützung durch zwei Regimenter Kosaken entscheidend.

In Monet´s Garten

Der ehemalige Mössinger Stadtgärtner Dieter Felger entwarf ein Konzept der blühenden Wiesen im innerstädtischen Bereich. Damit machte er Mössingen als „Blumenstadt“ weit über die Landesgrenze hinaus berühmt. Noch heute werden seine Samenmischungen als „Mössinger Sommer“ und in zahlreichen anderen Varianten im deutschsprachigen Raum verkauft. Leider findet man in Mössingen nur noch wenige Relikte aus seiner Zeit als Stadtgärtner. Die meisten Rabatte sind austauschbar geworden. Bei Interesse geht es hier zu den Wildblumensamen.