Bahnpark Augsburg

Der Bahnpark Augsburg ist ein Eisenbahnmuseum auf dem Gelände des ehemals größten Bahnbetriebswerks in Bayern. Der historische Ringlokschuppen beherbergt Dampf-, Diesel- und Elektrolokomotiven aus rund 150 Jahren europäischer Bahngeschichte. Bereits im Eingangsbereich geht man mit den Dampfrössern auf Tuchfühlung.

Die Werkstatt ist auch mit hydraulischen Hebebühnen ausgestattet, so dass alle Arbeiten ausgeführt werden können, um historische Loks zu warten und zu reparieren. Die Schuppenaufsicht hat eher musealen Charakter.

Nach der Generalsanierung wurde die unter Denkmalschutz stehende Drehscheibe 2015 mit einem großen Festakt wieder in Betrieb genommen. Sie ist in der Lage Loks bis 23 m Länge und 176 t Masse zu wenden oder auf die Lokschuppen zu verteilen. Nagelneue Loks werden heute vor den Lokschuppen des Museums bis zu ihrer Abholung bereitgestellt. Ebenfalls unter Denkmalschutz steht die Oberleitungsspinne über der Drehscheibe, damit diese auch von E-Loks befahren werden kann.

2008 übertrug die Deutsche Bahn AG den Ringlokschuppen mit Drehscheibe und weitere Gebäude für einen symbolischen Euro an die 2005 gegründete Bahnpark Augsburg gGmbH. Seither entwickelt der gemeinnützige Träger das Gelände zu einem lebendigen Eisenbahnmuseum mit europäischer Ausrichtung. Die Idee von unterschiedlichen europäischen Staaten sogenannte „Botschafterlokomotiven“ auszustellen, um an ihnen ein Stück Zeitgeschichte zu konkretisieren, ist ein genialer Ansatz.

So ist zum Beispiel die österreich-ungarische Dampflok 415 zu sehen, die in der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts den Hofzug der Kaiserin Sisi auf der Südbahn von Wien in die Sommerfrische nach Triest zog. Oder die französische Schnellzuglok 231 K22, die in den 1920er und 1930er Jahren im Orientexpress zwischen Paris und Konstantinobel zum Einsatz kam. Mit Rädern von bis zu 2,30 m Durchmesser erzielten solche Loks Geschwindigkeitsrekorde von über 200 km/h.

Im Unterschied zum spartanischen Lockführerstand einer Dampflok (Galerie oben), hatte bereits die erste E-Lok einen geschlossenen Fahrerstand. Die E18 08, Baujahr 1936, brachte es immerhin auf 150 km/h, während eine Dampflok üblicherweise rund 90 km/h erreichte. Die E-Lok 103 in ihrer zweifarbigen Lackierung beige / rot (in der Totalen unten und rotes Detail) war die stärkste E-Lok, die in Deutschland im Regelbetrieb jemals zum Einsatz kam. Sie war zwischen 1965 und 2003 das Paradepferd der Deutschen Bahn. Das gelbe Detail zeigt die 1211, die unter anderem den Hofzug von Königin Beatrix aus den Niederlanden bespannte.

Positiv anzumerken ist, dass in der Ausstellung auch kritische Themen angesprochen werden. So wird die Eisenbahn als Transportmittel im Krieg, sowie zur Deportation von Juden und Vertriebenen thematisiert. Auch die Teilung Deutschlands wird mit dem Bahnhof Friedrichstraße ins Blickfeld gerückt.

Allerdings können diese Themen nur oberflächlich angerissen werden. Die emotionale Dimension und die systemimmanente Brutalität kann mit den Exponaten samt zugehörigen Informationen nicht vermittelt werden. Die Eindrücke bleiben damit so diffus, wie das Licht hinter den Scheiben des Lokschuppens.

Heiligs Blechle

Neulich war in Tübingen verkaufsoffener Sonntag. Aus diesem Anlass präsentierte der örtliche Handels- und Gewerbeverein in Kooperation mit dem ADAC und dem Museum Boxenstop eine Oldtimer-Schau. Den Einstieg bildeten in der Karlstraße Einsatzfahrzeuge der Feuerwehr. Vom historischen Spritzenwagen bis zum VW Käfer war fast alles geboten.

Im Automobilbau wurde schon früh das Gesicht eines Fahrzeugs als repräsentatives Markenzeichen erkannt und gestaltet. Oben: Fiat, Mercedes Benz, Austin und Chevrolet Corvette. Unten: Zwei Varianten von Jaguar.

Wie so oft, bildeten die Treppenstufen der Stiftskirche eine tolle Tribüne, um das Treiben auf dem Holzmarkt zu beobachten.

Auch von Porsche gab es etliche Modelle zu bestaunen. Nachfolgend einige Details von zwei Varianten des 911er.

Auf dem Marktplatz stieß ich auf einen Buick Century. Weiche Linien, viel Chrom, eine zweifarbige Lackierung und verspielte Details zeichneten diesen amerikanischen Schlitten aus. Dagegen mutete der Chrysler Royal Eight schon fast europäisch an.

Nachtrag für Nichtschwaben: Der Begriff aus der Überschrift „Heiligs Blechle“ wird im Schwäbischen in zweierlei Weise benutzt. Er steht einmal für das Auto. Mei „heiligs Blechle“. Zum anderen handelt es sich um einen Ausruf des Staunens oder der Überraschung. „Heiligs Blechle!“ Im Sinne von: „Ach du lieber Gott!“. In diesem doppelten Wortsinn ist die Überschrift zu diesem Blog auch zu verstehen. Oldtimer sind die heiligen Blechle ihrer Besitzer und lösen beim Betrachter immer wieder bewunderndes Staunen aus.

Tübinger Neckarfront

Tübingen mit seiner Neckarfront ist immer einen Besuch wert. Dies gilt insbesondere bei schönem Sommerwetter, wenn die Stocherkähne unterwegs sind. Dann kann man von der Neckarbrücke aus ein Bilderbuch-Motiv bestaunen.

Kurz unterhalb des Hölderlinturms warten die Stocherkähne auf ihren Einsatz. In dem nach ihm benannten Turm hat der Dichter Hölderlin in den letzten 36 Jahren seines Lebens gewohnt und gearbeitet.

Wer genau hinschaut, für den löst sich die Neckarfront in Wohlgefallen auf.

An den Straßenlaternen der Neckarbrücke setzt der grandiose Blumenschmuck ein leuchtendes Zeichen. Palmer kann nicht nur grün, er kann auch bunt!

Oberschwaben

Inzwischen beginnen wir die Reisen mit unserem Camper sehr entspannt. Die erste Etappe wählen wir betont kurz. So ist das Tagesziel schnell erreicht und wir sind gleich im Reisemodus.

Diesmal gingen wir in Amtzell vor Anker. Im Landgasthof nebenan konnten wir auf der Terrasse im Sonnenschein, inmitten oberschwäbischer Idylle, das Abendessen genießen. Was will man mehr?

Weihnachtsmarkt Bad Hindelang

Der Hindelanger Weihnachtsmarkt ist tatsächlich anders als die meisten. Worin liegt der Unterschied?

Zuerst kostet er 9 € Eintritt pro Nase und das ist nicht ganz wenig. Dafür zieht sich der Weihnachtsmarkt durch den ganzen alten Ortskern. Neben den Marktständen bringen sich auch normale Geschäfte mit ihrem Angebot ein. Die Straßen sind weihnachtlich geschmückt und beleuchtet. Man hat das Gefühl, dass es ein Weihnachtsmarkt der ganzen Gemeinde ist. Dies gibt ihm ein eigenes Flair. Ein umfassendes Begleitprogramm unterstreicht den besonderen Anspruch des Veranstalters. Dieses reicht von einer Krippenausstellung über Alphornbläser bis zum großen Weihnachtsumzug.

Der Hindelanger Weihnachtsmarkt startet in der Regel am letzten Novemberwochenende. Er ist dann an drei Wochenenden geöffnet und das jeweils von Donnerstag bis Sonntag. Am letzten Wochenende vor Weihnachten ist er bereits wieder geschlossen.

Wir wurden bei unserem Besuch am Ende von zwei Eis-Feen verabschiedet.

Museum Frieder Burda

Das Museum Frieder Burda in Baden-Baden liegt im Park an der Lichtentaler Allee. Mit der Staatlichen Kunsthalle nebenan ist es über eine gläserne Brücke verbunden. Dies macht auch gemeinsame Ausstellungen möglich.

Schwerpunkte des Museums sind die Klassische Moderne und die Zeitgenössische Kunst. Sonderausstellungen wie jetzt „Impressionismus in Deutschland, Max Liebermann und seine Zeit“, die bis 8. Februar 2026 zu sehen ist, sorgen für ein abwechslungsreiches Programm.

Doch nicht nur die Ausstellungen lohnen einen Besuch. Allein schon die Architektur ist Grund genug. Der amerikanische Architekt Richard Meier entwarf das Gebäude, das nach zweijähriger Bauzeit 2004 eröffnet wurde. Die Kosten für das mehrfach ausgezeichnete und vollständig privat finanzierte Bauwerk werden auf 15 Millionen € geschätzt.

Empfehlenswert ist diese Ausstellung insbesondere auch für Fotografen, denn es finden sich zahlreiche Parallelen zur Entwicklung der heutigen, digitalen Fotografie. Damals haben sich die Impressionisten durch ihre schnelle Malweise neue Bereiche erschlossen. Das normale Leben auf der Straße, schnell wandelnde Lichtstimmungen und Bilder in der Dämmerung oder gar bei Nacht rückten in den Bereich des Machbaren. Rund hundertfünfzig Jahre später vollzogen und vollziehen sich mit der Einführung der Digitaltechnik in der Fotografie vergleichbare Entwicklungen. Kleine Digitalkameras erleichtern die Streetfotografie und erschließen neue Einsatzbereiche. Digitale Bildsensoren mit schwindelerregenden ISO-Werten ermöglichen Aufnahmen unter schlechtesten Lichtverhältnissen. Digitale Bildaufbereitung durch intelligente Softwear erlaubt es, riesige Helligkeitsunterschiede abzubilden. Die Ausstellung zeigt überzeugend, wie Veränderungen in der Technik und gesellschaftlicher Wandel sich wechselseitig beeinflussen. Sich ändernde Sichtweisen verändern auch das Kunstverständnis und lassen Neues entstehen.