Real, surreal, irreal?

Dieses Frühjahr fuhr ich zum Fotografieren ins Saarland. Die am Saarpolygon entstandenen Bilder habe ich ja bereits vorgestellt. Siehe hierzu: https://guckloch.org/2022/05/06/saarpolygon-bei-nacht/ und https://guckloch.org/2022/05/02/rendezvous-xxl/).

Eine weitere Station war die Völklinger Hütte. Dort lief (und läuft noch bis zum 16.10.2022) in der Gebläsehalle die Sonderausstellung „THE WORLD OF MUSIC VIDEO“. Das ist nun überhaupt nicht mein Ding, doch die gigantische, düstere Gebläsehalle und der immense Kontrast zu den hellen Bildschirmen, reizte mein fotografisches Ego. Wie sollte man diesen Kontrastumfang in ein ordentliches Bild packen? Ich entschied mich für die „Variante Photoshop“.

Eine Aufnahme belichtete ich so, dass die Bebläsehalle ordentlich widergegeben wurde (15 s bei Blende 5,6 und ISO 200). Die lange Belichtungszeit war erforderlich, da ich eine gute Farbauflösung und eine ausreichende Schärfentiefe benötigte. Obwohl das Bild auf der Projektionswand sehr dunkel war, ist das Problem offensichtlich. Der Bildschirm wurde weiß.

Das zweite Bild belichtete ich auf die Projektionsfläche (1/160 s bei Blende 4,0 und ISO 1600. Hier wählte ich eine kurze Verschlusszeit, da ich gesichert nur ein Bild auf der Projektionsfläche haben wollte. Die Gebläsehalle war nun völlig abgesoffen. Beide Aufnahmen wurden natürlich vom Stativ aus gemacht.

Zuhause ging es dann an den Rechner. In „Photoshop“ wurden beide Bilder übereinander gelegt und die weiße Leinwand ausgeschnitten. Zum Schluss gab ich dem Bild in „Lightroom“ noch den richtigen Zuschnitt und das Gesamtwerk war fertig.

Für mich passt das surreale Motiv auf der Videowand hervorragend zum Ambiente der Gebläsehalle, die inzwischen ja selbst aus der Realität gefallen ist.


10 Gedanken zu “Real, surreal, irreal?

  1. Wieder mal tolle Fleißarbeit von Dir!
    In der Kulisse der Völklinger Hütte hat man wirklich den Finger immer auf dem Auslöser. Eine super Dokumentation der Industrialisierung. Der Umgang mit Menschen und ihrer Arbeitskraft ist dort anschaulich dargestellt. Hut ab vor der Leistung dieser Arbeiter!
    Viele Grüße
    Ursel

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    1. Hallo Ursel,
      da hast du absolut recht. Aus heutiger Sicht waren die Arbeitsbedingungen – wie überall in der Schwerindustrie – katastrophal. Respekt vor allen, die dort arbeiteten und in der Region lebten. Luftverschmutzung, Hitze, Lärm, Dreck, alles in unvorstellbaren Dimensionen.
      Viele Grüße
      Horst

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  2. Lieber Horst,
    Völklinger Hütte ist für mich eines der Highlights, wobei ich zugegeben nicht gerne über die vergangenen Bedingungen nachdenke. Dein Experiment/Vorhaben ist voll gelungen und auch insgesamt ein schönes Motiv.
    Liebe Grüße, Brigitte

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  3. Spannendes Experiment! Das Bild von Bosch wirkt in dieser Umgebung noch phantastischer und „irrer“! Wäre eine Zusammenführung der verschieden belichteten Fotos auch über die Lightroom-HDR-Funktion möglich gewesen?

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    1. Hallo Herbert,
      möglich wäre das schon, das Ergebnis wäre jedoch ein völlig anderes. Durch das Ausschneiden der Leinwand hast du zwei Bildebenen, die du je für sich optimal abstimmen kannst. Diese Möglichkeit hast du bei der HDR-Funktion nicht. Die könntest du auch direkt bei der Aufnahme einsetzen.
      Liebe Grüße
      Horst

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