Berninapass

Am Ende unserer Fahrt durch Italien hatte uns die Hitzewelle doch noch erwischt. Aber die Alpen boten Abhilfe. Über den Lago de Iseo und den Passo Tonale ging es nach Norden. Auf dem Berninapass erreichten wir dann die ersten Schneefelder und genossen die angenehmen Temperaturen auf über 2300 m Höhe.

Natürlich darf ein Bild vom Berninaexpress nicht fehlen. Die Züge der Rhätischen Bahn verkehren auf dieser Strecke zwischen Tirana (Italien) und Pontresina im Engadin (Schweiz). Bevor wir von St. Moritz aus unsere Fahrt über den Julierpass nach Lenzerheide fortsetzten, warfen wir noch einen Blick auf Schloss Craap da Sass am Silvaplanasee. Dahinter grüßt Piz Corvatsch.

Am folgenden Tag blieben nur noch wenige Stunden Fahrt, dann war unsere Italienrundfahrt nach 5 abwechslungsreichen Wochen beendet.

Silvaplana

Als wir den Albulapass überschritten, deutete sich die Wetterverschlechterung bereits an. Auf dem empfehlenswerten Campingplatz in Silvaplana parkten wir unseren Camper direkt am See. Noch in der Nacht setzte heftiger Regen ein, der über den gesamten Dienstag ununterbrochen anhielt. Erst in der Nacht auf Mittwoch hörte es auf zu schütten. Zögerlich gab der Nebel am Morgen den Blick auf die umliegenden Berge frei. Auf der Südseite des Silvaplanasees erhob sich der Corwatsch über den Nebel und reckte sich gen Himmel.

Nördlich des Sees hatte sich der Nebel schon weitgehend aufgelöst und die frisch überzuckerte Bergwelt erstrahlte im weichen Morgenlicht.

Wir nutzten das Zwischenhoch und machten uns auf den Weg nach Süden. Am Silsersee ergatterten wir noch einen Blick auf den Piz Lagrev. Dann ging es auf engen Kurven den Malojapass hinunter Richtung Italien.

Val Müstair

Auf der SS41 ist man von Glurns im Vinschgau nach wenigen Kilometern im Schweizer Münstertal (Val Müstair). Gleich hinter der Grenze trifft man in Santa Maria auf ein besonderes kulturelles Highlight, das Benediktinerinnenkloster St. Johann, das seit 1983 auf der Liste des UNESCO Weltkuturerbes steht.

Am Eingang des Friedhofes steht die zweistöckige Heiligkreuzkapelle (unten) deren Holzdecke die älteste Europas sein soll. Blendnischen und der kleeblattförmige Chor sind weitere bauliche Besonderheiten. Hinter der Klosterkirche steht der um 960 errichtete Wohnturm (oben).

Hauptatraktion ist jedoch die ab 775 erbaute Klosterkirche aus der Karolingerzeit. Sie wurde 1492 umgebaut und erhielt dabei ein spätgotisches Netzgewölbe. Erst 1947 wurden die übertünchten Fresken aus der Karolingerzeit wiederentdeckt. Obwohl diese durch die Umbaumaßnahmen zum Teil verdeckt wurden, zählen Fresken und Kirchenbau zu den bedeutendsten Zeugnisse der Karolingischen Renaissance. Die Klosterkirche gilt als Stiftung Karls des Großen, dessen Skulptur an prominenter Stelle zwischen Haupt- und Nebenapsis den Kirchenraum überblickt. Das Kloster, das ein Jahr nach der Eroberung der Lombardei gegründet wurde, diente dem Kaiser als Stützpunkt und zur Kontrolle der Handelswege.

Über den Ofenpass erreicht man Zernez im Engadin. Birken und Lärchen hatten hier bereits ihr Herbstkleid angelegt.

Doch am schönsten leuchteten die Lärchenwälder im Tal der Susasca, das hinauf zum Flüelapass führt. Diese Region mit dem frei im Kiesbett mäandrierenden Fluss wäre einmal einen längeren Aufenthalt wert.

Dies war der letzte Beitrag zu unserer Tour durchs herbstliche Südtirol 2022. Künftig stehen also wieder andere Themen im Vordergrund.