Südbahnhof, das war mal!

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Auf Google Earth konnte ich schon erkennen, dass vom ehemaligen „Vorzeige-lost place“ Südbahnhof nicht mehr viel übrig ist. Doch mindestens eine beschädigte Halle zur Wartung von rollendem Material sollte nach Google noch vorhanden sein. Ich war gespannt, was ich vom einstigen Güterbahnhof im Süden Nürnbergs noch antreffen würde.

Um auf das Gelände beim Südbahnhof zu gelangen benutzte ich erst einmal eine moderne U-Bahnstation.

Tatsächlich fand ich noch ein Gebäude, doch das war nicht das von Google Earth. Das dort gezeigte Luftbild muss schon mehrere Jahre alt sein. Auf dem Gelände des ehemaligen Rangierbahnhofs war inzwischen nahezu alles platt gemacht. Weite Teile des Areals wurden bereits an private Investoren verkauft oder sind für den Ausbau der Hochschule vorgesehen. Das einzige noch vorhandene Bauwerk, eine verlassene Lagerhalle neueren Datums, animierte mich zum nachfolgenden Foto.

Das Gelände ist schon fast clean. Überall wurden die Schienen entfernt, ein demolierter Waggon, der zusammen mit einigen Güterwagen auf einem noch intakten Abstellgleis stand, war alles, was ich finden konnte.

Zuletzt entdeckte ich noch einige alte Rammböcke, die sich die Natur langsam wieder zurückholt.

Dass sogenannte „lost places“ bei uns nicht ewig bestehen ist einerseits zwar schade, doch im Grunde ein gutes Zeichen. Daran lässt sich erkennen, dass bei uns Strukturkrisen überwunden werden und sich Wirtschaft und Gesellschaft immer wieder neu ausrichten. Beim einstigen Güter- und Rangierbahnhof in Nürnberg steigen in mir jedoch auch einige Fragen auf. So ist die Bahn ja an vielen Stellen im Rückbau begriffen. Hat dies nicht auch damit zu tun, dass Sie fast kein rollendes Material mehr vorhält? Und ist nicht gerade dies eine Ursache für die häufigen Zugausfälle und Verspätungen? Müsste die Bahn gerade im Güterverkehr nicht längst auf Expansion statt auf Rückbau schalten? Müsste der Verkauf einer derart riesigen Fläch, dazuhin in bester Lage, nicht ungeheuere Mittel generieren, die in den Ausbau von Infrastruktur an anderer Stelle investiert werden könnten? Mir scheint, die Strukturkrise der Bahn ist längst noch nicht überwunden, das Tafelsilber wird verscherbelt aber die Neuausrichtung nicht konsequent genug vorangetrieben.

Weitere Beiträge zu Nürnberg: Am Tiergärtnertor, Nürnberg, In Stein gemeiselter Größenwahn

Der Herbst hat viele Gesichter

Der Herbst wird in der Regel ja mit dem Ende und nicht mit dem Neuanfang in Verbindung gebracht. Ich denke, dass es sich hier um ein romantisch verklärtes  Vorurteil handelt. Vieles beginnt im Herbst auch neu.

Vielleicht bestand der Goldschatz der Argonauten ja nur aus Blattgold? Dies würde jedenfalls diese Story wesentlich entspannen und Medeas Verrat wäre überflüssig, denn schwimmendes Blattgold lässt sich im Herbst leicht „einfangen“. Ein Versuch:

Die Bilder von Schafherden auf sonniger Heide kennt jeder. Doch Schafe weiden auch im Herbst bei jedem Wetter.

Herbst ist mehr als buntes Laub! Und genau diese Vielfalt macht den Herbst zu einer tollen Jahreszeit!

Outletcity

Klar! Mich bringt keiner dorthin, nicht zum Einkaufen, zum Fotografieren schon! Die Outletcity von Metzingen ist der Schrecken der Einzelhändler in der Bekleidungsindustrie von Balingen über Tübingen, Reutlingen und Eslingen bis Stuttgart. 2017 besuchten 4 Millionen Kunden aus 185 Nationen die Fabrikverkäufe namhafter Nobelmarken, Tendenz steigend.

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Als Hugo Boss 1924 seine Textilfabrik in Metzingen gründete, dachte noch niemand an die Outletcity. 1972 übernahmen die Enkel Uwe und Jochen Holy die Firma und machten aus ihr die internationale Modemarke Hugo Boss. Die Initialzündung für die Outletcity kam 1995 mit der Gründung der Holy GmbH, die den Fabrikverkauf von Hugo Boss auf die Beine stellte.

Der Erfolg führte 2003 zur Gründung der Immobilienverwaltung Holy AG, in deren Gebäude namhafte Modelabels dem Fabrikverkauf von Hugo Boss nacheifern. Inzwischen stellt die Outletcity 10% der Arbeitsplätze in Metzingen und die Verkaufsfläche wird ständig erweitert.

Inzwischen bin ich davon überzeugt, dass die Outletcity gerade auch für Fotografen einiges zu bieten hat. 😉

Pausa – Industriebrache im Bauhausstil

Bogenhalle

Nach dem Konkurs der Pausa 2001, kam die Produktion der Nachfolgefirma bereits 2004 endgültig zum Erliegen. Das Denkmalamt stellte daraufhin das vom Bauhausarchitekten Manfred Lehmbruck zwischen 1951 und 1960 erstellte Enseble unter Schutz. 2006 erwarb die Stadt Mössingen das gesamte Areal. Inzwischen hat sich viel getan: Mit der Tonnenhalle wurde das erste Vorzeigeprojekt gelungener Sanierung in Betrieb genommen, das Pausa-Cafe folgte als zweites Projekt. Doch es gibt noch viel zu tun, denn der größte Teil des Areals muss noch einer Nutzung zugeführt werden.

Bogenhalle, Kulisse Theater Lindenhof

Die Bogenhalle ist lediglich ausgeräumt. Sie verfügt über eine Reihe alter Installationen und bietet damit eine ideale Kulisse für kulturelle Großereignisse. Das Theater Lindenhof hat von Anfang an diese Möglichkeit gesehen und genutzt.

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Ob das angrenzende Verwaltungsgebäude mit seiner unglaublichen Fülle an Räumen dauerhaft erhalten werden kann, wird sich m. E. an der Haltung des Denkmalamtes entscheiden. Dieses sollte sich darüber klar sein, dass die Erhaltung von Gebäuden davon abhängt, ob diese auch einer Nutzung zugeführt werden können. Und dies hängt entscheidend von den Vorgaben des Denkmalamtes ab.

Sicher ist, das Gebäude verfügt über gigantische Räume und museale Schätze.

Das alte Kesselhaus der Pausa ist, obwohl entkernt, auch heute noch ein magischer Ort.

Der Photoclub bei der Arbeit

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Kesselhaus

Es bleibt zu wünschen, dass die Stadtverwaltung bei der Sanierung auch weiterhin ein gutes Händchen hat.

Weitere Bilder und Informationen zum Bauhaus und der Pausa findest du hier.

Die Passage

Gestern Abend hatte ich bei meinem späten Stadtrundgang durch Metzingen zufällig 😉 Foto und Stativ dabei. Auf der Suche nach Schatten wurde ich, der untergehenden Sonne sei Dank, in dieser Passage fündig.

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Rothenburg ob der Tauber

Rothenburgs Geburtsstunde ist wohl auf das Jahr 1142 zu datieren, als König Konrad III, der erste Staufer, eine Burganlage vom Grafen von Komburg erwarb und die „Rote Burg“ erbaute. 1241 wurde die befestigte Stadt Rothenburg mit Markt erstmals erwähnt.

Die verschachtelten Dächer der Stadt werden vom Rathausturm weit überragt. Von seiner Aussichtsplattform in 52 m Höhe, zu der man über eine enge Wendeltreppe gelangt, genießt man einen tollen Rundblick über die Altstadt. Zu Füßen des Turmes liegt der Marktplatz mit dem 1446 erbauten Marktplatzbrunnen, der wegen seiner Säule auch St. Georgs Brunnen genannt wird. Die Aufnahme vor der Fassade der Marienapotheke zeigt, wie wohlhabend die Reichsstadt noch im 15. Jahrhundert war. So konnte sich Stadt und Kirche damals mehrere Altäre von Tilman Riemenschneider leisten. Nirgendwo sonst, wie hier in und um Rothenburg, gibt es eine vergleichbare Dichte dieser hochkarätigen Schnitzkunst.

Entlang der Herrengasse erblickt man die Franziskanerkirche und das Burgtor, das die Stadt gegen Westen begrenzt. Vor dem Tor liegt der Burggarten auf einer Aussichtskanzel hoch über dem Taubertal. Der Niedergang Rothenburgs begann im 16. Jahrhundert, beschleunigte sich durch die Wirren des 30-jährigen Krieges und die Neuordnung Mitteleuropas durch Napoleon lies die Stadt dann vollends in der Bedeutungslosigkeit versacken. Vielleicht war dies auch Rothenburgs Glücksfall, denn so blieb vieles in seiner Ursprünglichkeit erhalten und mit dem Anschluss an das deutsche Eisenbahnnetz 1873 setzte der Tourismus ein, der das mittelalterliche Enseble international bekannt machte.

Der Marktplatz bildet das Zentrum der Stadt und damit auch für den Tourismus aus aller Welt. Jede Menge Hotels, Kneipen und Cafes buhlen um die Gunst der Besucher – jedoch nur bei Tage. Rothenburg hat es nicht nötig seine Gäste auch nach 21 Uhr zu bedienen. Wer hier nicht aufpasst, klemmt seinen Fuß am Gehsteig ein, wenn dieser am Abend plötzlich hochgeklappt wird. Wir hatten Mühe in Erfahrung zu bringen, dass es in der ganzen Stadt sage und schreibe ein Lokal mit normalen Öffnungszeiten gibt, das Rock Cafe. Aus unserer Sicht eine klare Empfehlung. Ab 22 Uhr war die Kneipe proppenvoll (wen wudert´s?) und die Stimmung super gut.

Doch Rothenburg besucht man ja nicht wegen der Kneipen, und in der Tat, die mittelalterliche Szenerie ist einzigartig. Deshalb gehört ein Rundgang auf der vollständig erhaltenen Stadtmauer auch zum Pflichtprogramm. Vom Wehrgang aus hat man immer wieder herrliche Blicke auf die Stadt.

Von der Stadtmauer aus lässt sich auch das eine oder andere Detail entdecken. Doch nicht alles was man sieht ist original. Denn durch einen amerikanischen Luftangriff Ende März 1945 waren 45% der Altstadt zerstört worden. So erfolgte z. B. der Wiederaufbau der Gerlachschmiede – das auffällig geformte Haus oben – erst 1951.  Entlang der Stadtmauer sind Spender aus aller Welt dokumentiert, die sich nach dem zweiten Weltkrieg am originalgetreuen Wiederaufbau der Stadt beteiligt haben. Diese Spenden bildeten die Grundlage für den neuerlichen wirtschaftlichen Aufschwung Rothenburgs.

Abschließend noch zwei kritische Anmerkungen:

An jeder Ecke werden die „Schneeballen“, ein im Fränkischen verbreitetes Gebäck aus Mürbeteig, als Spezialität angeboten. Vielleicht war ja das Cafe schlecht, aber bei unserem Test fiel dieses absolut staubtrockene Etwas glatt durch.

In idyllischer Lage, unter schattigen Bäumen direkt am Ufer der Tauber, befindet sich das klassische Gartenlokal „Unter den Linden“. Die Vielzahl der Biertische zeigt, dass man hier mit hohen Besucherzahlen rechnen muss. Als wir den Biergarten am frühen Abend aufsuchten war zum Glück nicht viel los. Beim Bestellen am Tresen musste man seinen Vornamen angeben. Im Abstand von einigen Minuten trat dann die Küchenchefin vor den Ausschank und rief: „Essen für Agate!“ oder „Til dein Essen!“. Doch der erste Eindruck, dass die Sache flutscht, täuschte. Für ein belegtes Brötchen musste ich weit über eine halbe Stunde warten, bis mich der erlösende Aufschrei, „Essen für Horst“, aus der Lethargie riss. Längst hatte ich mich damit abgefunden, heute hungrig ins Bett zu gehen. Wenn das Lokal voll gewesen wäre, nicht auszudenken. Das Bier hat man Gott sei Dank direkt am Ausschank bekommen.

Fazit: Die Stadt ist toll und lohnend, der Tourismus zeigt jedoch erkennbare Überhitzungserscheinungen. Offensichtlich tragen die Tagestouristen genügend Geld in die Stadt, so dass man ein wirkliches Bemühen um die Gäste nicht nötig hat.

Gewitter im Anmarsch

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Am Freitag, 12.07.19, rollte eine Gewitterfront über uns hinweg.

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Neben Starkregen kam es auch zu Hagelschlag.IMG_0398

Man konnte zusehen, wie es in den Wolkenformationen brodelte. Zum Glück zog das Gewitter zügig weiter.