Port House Antwerpen

Das Havenhuis wurde 2016 nach einem Entwurf von Zaha Hadid und Patrik Schumacher fertiggestellt. Ihr Entwurf war aus einem Architektenwettbewerb siegreich hervorgegangen. Die Hafenbehörde Antwerpens, die auf mehrere Standorte verteilt war, sollte in der alten Feuerwache zusammengelegt werden. Hierzu musste aber deren Fläche durch einen Erweiterungsbau verdoppelt werden.

Die Grundannahmen von Zaha Hadid Architects waren, die Fassade und die Ausrichtung des Gebäudes beizubehalten und einen Bezug zur Umgebung herzustellen. Ihre Idee, die bestehende Feuerwache zu überbauen, wurde zum großen Wurf. Die Form des neuen Baukörpers sollte an ein Schiff erinnern und dessen Fassade aus Glasdreiecken auf die Bedeutung der Diamantenverarbeitung für Antwerpen anspielen. In der Umsetzung wurde eine Tragekonstruktion aus zwei Stützen gewählt, die den Erweiterungsbau über dem Bestandsgebäude scheinbar schweben lässt. Die eine Stütze steht vor der alten Feuerwache als verlängerter Schiffsbug, die zweite im Innenhof als Aufzugsturm. Insgesamt ist so ein Komplex entstanden, der selbst auf große Entfernung die Aufmerksamkeit auf sich zieht. Ein exklusiver Arbeitsplatz, für die 500 Mitarbeiter der Hafenbehörde.

Hier noch ein Tipp für Camper: Der „City Camping Antwerp“ ist als Ausgangspunkt ideal. Von dort sind es nur wenige Meter zum Anleger des „De Waterbus“. Der Wasserbus verkehrt im halbstündigen Takt. Die Fahrt ins historische Zentrum dauert nur wenige Minuten und kostet hin und zurück ganze 1 €.

Hagia Sophia

Die Hagia Sophia wurde 532 n. Chr. in nur 5 Jahren Bauzeit errichtet. Die Einzigartigkeit des Bauwerks sollte das Gottesgnadentum Justinians zum Ausdruck bringen, woraus sich der Anspruch des Römischen Kaiser als weltlicher Herrscher über die christliche Welt ableitete. Die Hagia Sophia war Hauptkirche des Byzantinischen Reiches und als Kathedrale Konstantinopels das Zentrum der Orthodoxie sowie Krönungskirche der byzantinischen Kaiser.

Die beste Übersicht über das grandiose, 1500 Jahre alte Bauwerk erlangt man von einem der zahlreichen Rooftop Restaurants.

Die Hagia Sophia gilt als bedeutendstes frühbyzantinisches Bauwerk. Ihre Kuppel ist eine absolute und bis heute unübertroffene Meisterleistung. Mit einer Spannweite von 33 Metern wird sie nur von 4 Pfeilern getragen. Dieses Novum in der Baugeschichte eröffnete eine völlig neue Raumgestaltung und prägte die Architektur bis in die Neuzeit.

Links von der Hagia Sophia befindet sich der Topkapi-Palast, der Wohn- und Regierungssitz der Sultane und Verwaltungssitz des Osmanischen Reiches. Nach der Eroberung Konstantinopels durch die Osmanen 1453 wurde dieses Machtzentrum errichtet und die Hagia Sophia zur Moschee umgebaut. Als Hauptmoschee wurde sie zum Vorbild späterer Moscheebauten. Nachfolgend der Blick durch ein Kuppelfenster der Hagia Sophia hinüber zur Blauen Moschee.

Auch der Blick in Gegenrichtung kann sich sehen lassen. Im oberen Bild wird die Hagia Sophia vom Eingangstor der Blauen Mosche umrahmt. Zwischen den beiden Prachtbauten liegt der Sultan Ahmet Park. Der sich mit seiner baulichen Kulisse auch für Fotoshootings eignet.

Selbst bei Nacht macht die Hagia Sophia eine gute Figur.

Vor dem Tauwetter

Vor dem großen Wärmeeinbruch an Weihnachten gab es im nördlichen Alpenraum einige wenige herrliche Tage. Hier der Blick vom Füssener Jöchle (Tannheimer Tal) hinaus über das Alpenvorland, das weitgehend unter einer Nebeldecke lag.

Richtung Süden schweift der Blick über die Lechtaler und die Allgäuer Alpen.

Doch es blieb nicht viel Zeit, um das Winter Wonderland zu genießen.

Die Liftbetreiber nutzten den letzten Frost und ließen ihre Schneekanonen Tag und Nacht laufen, um die Pisten noch einige Tage länger betreiben zu können.

Novembermorgen am Albtrauf

Am Sonntagmorgen sammelte ich Fotomotive am Albtrauf. Kurz nach 7 Uhr, gerade noch rechtzeitig vor Sonnenaufgang, erreichte ich den ersten Fotospot. Meine Hoffnung erfüllte sich, ein Mast der Überlandleitung ragte aus dem Nebelmeer heraus. Zum Sonnenaufgang wechselte ich die Talseite, um den streifenden Lichteinfall entlang der Traufhänge optimal ins Bild zu bekommen. Danach tauchte ich in die Nebelsuppe ab. Dort hätte ich mich in den Streuobstwiesen noch stundenlang austoben können, doch um 9:30 Uhr beendete ich meinen fotografischen Ausflug und machte mich mit klatschnassen Füßen auf den Heimweg. Ein gemütliches Frühstück in der Wärme rundete den gelungenen Start in den Tag ab. Sonntag!

Val Müstair

Auf der SS41 ist man von Glurns im Vinschgau nach wenigen Kilometern im Schweizer Münstertal (Val Müstair). Gleich hinter der Grenze trifft man in Santa Maria auf ein besonderes kulturelles Highlight, das Benediktinerinnenkloster St. Johann, das seit 1983 auf der Liste des UNESCO Weltkuturerbes steht.

Am Eingang des Friedhofes steht die zweistöckige Heiligkreuzkapelle (unten) deren Holzdecke die älteste Europas sein soll. Blendnischen und der kleeblattförmige Chor sind weitere bauliche Besonderheiten. Hinter der Klosterkirche steht der um 960 errichtete Wohnturm (oben).

Hauptatraktion ist jedoch die ab 775 erbaute Klosterkirche aus der Karolingerzeit. Sie wurde 1492 umgebaut und erhielt dabei ein spätgotisches Netzgewölbe. Erst 1947 wurden die übertünchten Fresken aus der Karolingerzeit wiederentdeckt. Obwohl diese durch die Umbaumaßnahmen zum Teil verdeckt wurden, zählen Fresken und Kirchenbau zu den bedeutendsten Zeugnisse der Karolingischen Renaissance. Die Klosterkirche gilt als Stiftung Karls des Großen, dessen Skulptur an prominenter Stelle zwischen Haupt- und Nebenapsis den Kirchenraum überblickt. Das Kloster, das ein Jahr nach der Eroberung der Lombardei gegründet wurde, diente dem Kaiser als Stützpunkt und zur Kontrolle der Handelswege.

Über den Ofenpass erreicht man Zernez im Engadin. Birken und Lärchen hatten hier bereits ihr Herbstkleid angelegt.

Doch am schönsten leuchteten die Lärchenwälder im Tal der Susasca, das hinauf zum Flüelapass führt. Diese Region mit dem frei im Kiesbett mäandrierenden Fluss wäre einmal einen längeren Aufenthalt wert.

Dies war der letzte Beitrag zu unserer Tour durchs herbstliche Südtirol 2022. Künftig stehen also wieder andere Themen im Vordergrund.

Vinschgau

Der Vinschgau gehört zu Südtirol und erstreckt sich zwischen Meran und Reschenpass.

Bei der Anfahrt aus nordöstlicher Richtung bieten das Penser Joch und der Jaufenpass herrliche Lärchenbestände bis zur Baumgrenze. Das oberhalb von Meran gelegene „Dorf Tirol“ ist von Obstplantagen und Weinbergen umgeben, die sich die Berghänge hinaufziehen bis an die Waldränder.

Schloss Kastelbell in Tschars: Das Schloss wurde vor 1200 erbaut. Die Gründer gehörten zum welfischen Adelsgeschlecht, dem ältesten Europas, dessen Abstammung sich bis ins 8. Jahrhundert zurückverfolgen lässt. Aus dieser Dynastie erwuchsen die Herzöge von Bayern und Sachsen, die Könige von Hannover, Großbritanniens und Irlands. Derzeitiges Oberhaupt der Welfen ist Ernst Heinrich von Hannover.

Glurns ist mit knapp eintausend Einwohnern die kleinste Stadt Südtirols und die einzige im Vinschgau. Das ist erwähnenswert, doch was dieses Städtchen einmalig macht, ist die innerhalb einer vollständig erhaltenen Stadtmauer prächtig restaurierte mittelalterliche Altstadt. Wegen seiner Lage an der Gabelung der Handelswege über den Reschenpass nach Österreich und über den Ofenpass in die heutige Schweiz wurde der Ausbau Glurns von den Tiroler Landesfürsten befördert. 1291 erhielt Glurns Markt- und bald darauf Stadtrecht. Dem steilen wirtschaftlichen Aufstieg folgte im 16. Jahrhundert der Niedergang, da sich die Handelswege änderten. Schlussendlich verdanken wir jedoch diesem Umstand, dass Glurns die Zeit vom Mittelalter bis in die 1970er Jahre verschlafen hat und wir diese mittelalterliche Hinterlassenschaft heute noch bewundern können.

Blick durchs Schludernser Tor entlang der Florastraße und zurück. Die drei Stadttore, die den Zugang zum Städtchen gewähren, bilden die Richtungen der Handelswege ab, die sich einst am Glurnser Stadtplatz gegabelt haben. Noch heute folgt man ins Münstertal und weiter zum Ofenpass diesen alten Straßen durch den mittelalterlichen Stadtkern. Von der Höhenbegrenzung am Stadttor auf 2,90 m darf man sich nicht abschrecken lassen, mittig angefahren ist die lichte Höhe deutlich größer.

Oben: Laubengasse und alte Mühle.

Der Stadtplatz ist nach wie vor das Stadtzentrum mit dem historischen Hotel „Grüner Baum“. Laubengasse und Stadtplatz lassen auch heute noch den einstigen Wohlstand erahnen. Unten sind die historisch gerahmten Fenster bemerkenswert.

Hinter Glurns weitet sich der Blick talaufwärts in Richtung Reschenpass. Wein- und Obstbau prägen auch im Vinschgau das Landschaftsbild.

Von der Seiser Alm bis Tramin

Die Region um Bozen hat viel zu bieten. Nachfolgend nur einige Appetitanreger.

Blick über die Seiser Alm im klaren Herbstlicht. Im Hintergrund von rechts: Plattkofel, Langkofel und Teile der massigen Sellagruppe.

Fernsicht auf die Sarntaler Alpen.

Über dem Eisacktal liegt Völs am Schlern auf einer Sonnenterrasse.

Das Kirchlein St. Zyprian aus dem 13. Jahrhundert mit Blick auf den gleichnamigen Ort und das Rosengartenmassiv. Die Straße durch das Tierser Tal führt über den Nigerpass zum Karersee.

Am Nigerpass gibt es gegenüber der Berggaststube Niger-Joch-Haus einen Parkplatz, der sich für Wohnmobilisten zum Übernachten eignet.

Der Karersee war unsere große Enttäuschung. Es war derart wenig Wasser im See, dass man die Pfütze fast übersehen hätte. Doch die manipulative Kraft des Bildes lässt dies kaum erahnen.

In der Nachbarschaft des Kalterer Sees liegt einer der bekanntesten Weinorte Südtirols, Tramin. Der Geburtsort des Gewürztraminers, der hier seit dem 11. Jahrhundert angebaut wird, liegt inmitten von Weinbergen und Obstplantagen (schwarze Netze).

Die Cantina Tramin hat dem Gewürztraminer Kultstatus verliehen. Der Vorfahr großer Rebsorten, wie Cabernet, Riesling und der Burgunderfamilie, ist das Aushängeschild der Kellerei.

Als der Umbau der Kellerei anstand, wurde der bekannte Südtiroler Architekt Werner Tscholl damit beauftragt. Dieser entwarf ein außergewöhnliches Bauwerk, einen absoluten Hingucker. Die Struktur des vorgesetzten Tragwerks, das sowohl alte wie auch neue Gebäudeteile umschließt, soll an die Ranken der Reben erinnern. Aber auch bezüglich der Energieeffizienz ist dieses Gebäude richtungsweisend. Gleich nach dem Wein ist das 2010 in Betrieb genommene Bauwerk der Stolz der Cantina.