Ich bin Hobbyfotograf. Das heißt, ich musste mein Geld noch nie mit Fotografieren verdienen. Dennoch fotografiere ich leidenschaftlich gerne und mit dem Anspruch, mich qualitativ zu verbessern. Meine erste Spiegelreflexkamera kaufte ich mir mit 16 Jahren vom Lohn meines ersten Ferienjobs, eine EXAKTA VX 1000. Wichtig für mich waren auch die kreativen Stunden in der Dunkelkammer. Ob SW, Farbe, Dia oder graphische Verarbeitung von Planfilmen, alles wurde erpobt und praktiziert. Hängen blieb ich dann beim Dia. Noch ohne eingebauten Belichtungsmesser und ohne Programmautomatik im jeweiligen Moment die Aufnahme richtig auszubelichten war in dieser Zeit neben der Bildgestaltung noch eine echte Herausforderung, denn anschließende Korrekturmöglichkeiten gab es keine.
Der Umstieg auf die digitale Fotografie erfolgte bei mir nicht freiwillig. Als mir bei einer Reise durch Namibia meine Fotoausrüstung mit meiner geliebten Canon 100 gestohlen wurde, brach das digitale Zeitalter über mich herein.
Meine fotografische Entwicklung geht auf zwei scheinbar gegensätzliche, sich aber trefflich ergänzende Wurzeln zurück, der Landschafts- und der Sportfotografie. Bei der fotografischen Aufarbeitung von Wildwasserexkursionen verschmolzen beide Bereiche zu einer Einheit. Über die Reisefotografie erweiterte sich mein Spektrum um die Tierfotografie und die Menschen, die auch in meinen Reisen eine immer größere Bedeutung erhielten. Heute zählt für mich die Street- und Portraitfotografie zu den größten Herausforderungen.
Schon lange wollte ich mal mit einer schwarzen Kunststoffplatte arbeiten, Corona und das Internet machten es nun möglich. Corona war für die Zeit zuständig und das Internet für die PVC-Platte. Für den Rest musste dann der Lebensmittelhandel und die eigene Kreativität herhalten.
Und das ist das erste Ergebnis. Sicher werden noch weitere Versuche folgen, denn die rudimentäre Lichttechnik lässt sich noch optimieren. Doch ein Anfang ist gemacht.
Dunkel erhebt sich der höchste Teil der Rabjergdüne über die gerippelte Fläche der darunterliegenden Dünenebene. Gewaltige Sturmböen toben über den Abhang und wirbeln mächtige Sandfahnen auf, die wie Flammen eines Buschfeuers über den Steilhang flackern.
Die Rabjerg Mile an der Nordspitze Jüttlands (Dänemark) ist eine Wanderdüne (siehe hierzu https://guckloch.org/2020/10/12/wanderdune-rabjerg-mile/(öffnet in neuem Tab) ). Sobald der Westwind am Skagerrak auffrischt, kommt das Sandstrahlgebläse in der bis zu 40 m hohen Dünenlandschaft so richtig in Gang. Auf der Leeseite der Dünen bilden sich dann heftige Sturmböen aus, die den Sand aufwirbeln und den Dünenabhang entlang verfrachten. Ein beeindruckendes Spektakel. Über die Abrisskante der Düne wird ständig neuer Sand nachgeliefert. Dieser löst immer wieder lawinenartige Rutschungen aus und lässt die Düne jährlich um ca. 15 cm in nordöstlicher Richtung weiterwandern.
Noch ist die Sonne hinterm Horizont, doch ein erster Hauch von Farbe kündigt ihr Erscheinen an.
Hinweis: Zum Vergrößern einfach anklicken.
Das diffuse Licht unmittelbar vor Sonnenaufgang zaubert eine phantastische Stimmung.
Es ist unglaublich wie schnell sich die Farben und Kontraste verändern, sobald es die Sonne über den Horizont geschafft hat.
Die Alb ist berüchtigt für ihre Schneeverwehungen. Auf den freien Hochflächen kann der vorherrschende Westwind ungehindert angreifen. Wie in der Wüste lassen sich Dünenbildung und Rippelung beobachten. Das Vorhandensein eines Grabens lässt sich nur noch am Bewuchs erkennen.
Bei der Anfahrt war es noch dunkel, als ich diese Nebenstraße passierte. Dies ist der Zustand bei der Rückfahrt zwei Stunden später. Man kann sich ausmalen wie die Bedingungen vor 50 Jahren gewesen sein müssen, als auf der Alb nicht nur 30, sondern hundert Zentimeter Schnee üblich waren.
Schon lange warte ich darauf, dass die Bedingungen passen. Sonnenaufgang und Nebel in winterlicher Landschaft auf der Alb. Heute sollten zumindest zwei Faktoren erfüllt sein, Neuschnee und Sonne. Doch wie so oft kam es anders. Obwohl im Albvorland mächtig viel Schnee die Bäume bedeckte, hatte der Wind auf der Alb den meisten Schnee aus dem Geäst der Bäume geweht und die Sonne wurde im entscheidenden Moment vom Hochnebel verdeckt, von Bodennebel keine Spur. So hinterlässt das Bild von der Salmendinger Kapelle nur eine Vorahnung von dem, was hätte sein können. Also wieder zurück ins winterliche Idyll am Fuße der Alb. Dort angekommen erwischte ich gerade noch das Ende der goldenen Stunde.
Nach dem Frühstück machte ich mich nochmals auf den Weg in die Streuobstwiesen. Derart toll beschneite Bäume konnte ich nicht einfach der Sonne überlassen.
Das letzte Bild zeigt die Lage der Streuobstwiesen am Fuße des Albtraufs, der sich im Hintergrund über die Bäume erhebt. Was für ein Winter!
Heute nehme ich euch mit in meine winterliche Heimat. Über verschneite Äcker geht der Blick hinüber zum Albtrauf. Im Hintergrund die Burg Hohenzollern.
Steuobstwiesen prägen das Landschaftsbild am Albtrauf.
Der Weg hinauf auf die Albhochfläche führt durch die Streuobstwiesen hinein in den tief verschneiten Wald.
Dort entwirft der Winter mit klaren Linien eine fantastische Grafik.
Auf der Albhochfläche ändert sich das Landschaftsbild erneut. Nicht selten herrscht hier oben auch ein anderes Wetter. Heute ziehen Wolken auf, Schneefall setzt ein.
Gerade im Winter sorgt immer wieder dichter Nebel für ein „white out“.
Die Vielfalt zeichnet den Albtrauf aus. Auf einigen hundert Höhenmetern durchwandert man hier mehrere Landschaftsformen. Diese sind Ausdruck unterschiedlichster Lebensräume, die durch die sprunghafte Veränderung der geologischen und klimatischen Faktoren an der Abbruchkante der Schwäbischen Alb bedingt werden. Gerade das macht den Reiz dieser Gegend aus.
Die beiden Bilder „upward“ (Schönbuchturm, Herrenberg 2020) und „down“ (Durchgang in Metz, Frankreich 2020) zeigen nicht nur die Funktion einer Treppe sondern veranschaulichen auch deren philosophische Symbolik.
Links: Hauseingang (Risor, Norwegen 2020). Rechts: PL-Haus (Berlin 2018), Österberg (Tübingen 2020). Im Auge des Schönbuchturms (Herrenberg 2020).
Oben und rechts: Treppen im Regierungsviertel (Berlin 2018). Unten links: Aufgang zum Dom in Massa Marittima (Italien 2018).
Natürlich wurde auch das Fotojahr 2020 von Corona geprägt. So kam die Arbeit in meinem Photoclub fast vollständig zum Erliegen, zumindest was die realen Begegnungen bei den Clubabenden betraf. Doch wie es so schön heißt, macht Not erfinderisch und so entwickelten wir zahlreiche digitale Aktionen, um den Club am Leben zu halten.
Glück hatte ich mit der zweiten Aufführung meiner AV-Show „Im Bann des Nordlichts – Lofoten“, die ich noch unmittelbar vor dem ersten Lockdown bei der VHS in Gomaringen vor über 60 zahlenden Zuschauern halten konnte. Einen kurzen, prägnanten Trailer zur AV-Show findest du hier.
Auch 2020 war ich wettbewerbsmäßig unterwegs. Bei der Landesfotomeisterschaft erlebte ich gleich zu Beginn einen gelungenen Start ins Jahr. Fünf von sieben meiner eingereichten Werke wurden angenommen, darunter auch die Serie Strandfüchse, die ich in der Toscana abgelichtet hatte.
Die weiteren Annahmen bekam ich für „Felsenküste 1“ (Lofoten 2019), „PL-Haus Berlin“ (Berlin 2018), „Die Erleuchtung“ (Schwäb. Gmünd 2019) und „Mode bewegt“ (Metzingen 2019).
Die höchste Auszeichnung erzielte ich in diesem Jahr mit der Schwarz-Weiß-Variante der „Felsenküste 1“. Beim 2. Internationalen Monochrom Fotosalon erhielt ich für dieses Bild eine Urkunde. Hierzu einige Fakten: Bei diesem Wettbewerb haben 271 Teilnehmer aus 36 Ländern insgesamt 1853 Werke eingereicht. Davon wurden 408 Bilder (22 %) angenommen sowie 30 Urkunden (1,6 %) und 18 Medaillen (1 %) vergeben. Damit zählt dieser Wettbewerb sicher nicht zu den ganz großen Massenwettbewerben, doch seine relativ harte Quotierung zeigt den gehobenen Qualitätsanspruch.
Auch die Bilder „At the Bridge“ (oben, Istanbul 2015) und „Godoya“ (unten, Norwegen 2020) zählten mit jeweils vier Annahmen in diesem Jahr zu meinen Topbildern.
Die nachfolgenden Bilder „Straßenlampe“, „Auf dem Heimweg“ (Siena 2018), „Abend an der Amstel“ (Amsterdam 2019) und „hinauf“ (Herrenberg 2020) brachten jeweils drei Annahmen. Besonders gefreut habe ich mich über den Erfolg des Bildes vom Schönbuchturm.
Zwei alte Bekannte schickte ich noch zweimal mit Erfolg ins Rennen. Die Aufnahme von den Fußspuren in der Pausa mit dem Titel „bewegte Vergangenheit“ (Mössingen 2019) mauserte sich so zu einem überraschend erfolgreichen Bild und „Testturm 2“ (Rottweil 2018) ist nach wie vor mein absoluter Topscorer.
Weitere 5 Bilder brachten noch jeweils eine Annahme ein, so dass ich mit der Gesamtbilanz auch in diesem speziellen Jahr zufrieden sein kann.
Zum Jahresschluss belegte ich bei unserem Clubwettbewerb zum Thema „Sauwetter“ mit dem Bild „Waschstraße“ den 3. Platz.
Das spannendste am Fotografieren sind natürlich die Fotoprojekte selbst, also die Phase bis díe Aufnahme in der Kiste ist. Hier hat Corona durchaus auch Entwicklungen angestoßen. Gerne erinnere ich mich noch an die Versuche mit meinem „Freilichtstudio“ während des ersten Lockdowns.
Doch das Fotojahr 2020 hatte weitere Höhepunkte zu bieten. Hierzu zähle ich den Besuch am Schönbuchturm, die Aufnahmen vom „coronaren“, nächtlichen Tübingen, die fotografische Jagd nach Neowise am Hohenzollern und natürlich unsere Reise durch das südliche Norwegen. Besonders hervorzuheben sind hier: Der Besuch am Leuchtturm Lindesnes Fyr, die Tour zum Preikestolen, die Insel Godoya, der Aufstieg zur Trollkirche, das Zusammentreffen mit den Moschusochsen und die Bunkeranlagen an Dänemarks Sandstränden.
Wie man sieht, kam trotz Corona einiges zusammen und ich bin gespannt, was das Jahr 2021 bringen wird.
Bei den Besuchern meiner Homepage möchte ich mich an dieser Stelle ganz herzliche für die oft jahrelange Treue bedanken. Ich wünsche euch allen ein glückliches, gesundes und gutes 2021!