Gütersteiner Wasserfall

Unweit des Uracher Wasserfalls, am Ende des Maisentals, stürzt der Gütersteiner Wasserfall über unzählige kleine Sinterterrassen in die Tiefe. Ausgangspunkt für die kleine Wanderung zum Wasserfall ist der Wanderparkplatz „Uracher Wasserfall“. Von Metzingen her kommend, ist das Hinweisschild direkt an der B 28 am Rande von Bad Urach nicht zu übersehen. Der Weg führt dann entlang des Maisentals zum Albtrauf. Unterwegs passiert man das Vorwerk Güterstein, einen Gestütshof des Landgestüts Marbach.

Danach nimmt die Steigung zu. Wenn der Weg so aussieht, wie auf dem nachfolgenden Bild, kann man davon ausgehen, dass sich der Besuch lohnen wird.

Der Gütersteiner Wasserfall ist zweigeteilt. Im oberen Teil fällt und rieselt das Wasser über Tuffsteinablagerungen und Moose in einen kleinen, gefassten See.

Das aus dem See überlaufende Wasser fließt über den Wanderweg. Während ein Teil des Wassers über Sinterterrassen ins Tal stürzt, läuft ein zweiter Teil über eine Kalktuffnase beachtlicher Länge, die sich im Laufe der Zeit durch Versinterung gebildet hat.

In einer Rinne schießt das Wasser auf eine Abrisskante zu und stürzt dann in mehreren Stufen zu Tal.

Bei ausreichend Wasser ist der Gütersteiner Wasserfall zu allen Jahreszeiten ein lohnendes Ziel. Unproblematisch lässt er sich auch in eine Rundwanderung zum Uracher Wasserfall und zur Burgruine Hohen Urach einbauen.

Einladung zur „Foto.Schau!“

Auch im zweiten Corona-Jahr findet die Jahresausstellung des Photoclubs Reutlingen online statt. Zu dieser vielseitigen „Foto.Schau!“ möchte ich euch herzlich einladen.

Zur Online-Ausstellung meines Fotoclubs kommt ihr direkt über diesen Link oder über die Homepage des Photoclub Reutlingen. Dort könnt ihr euch auch den Flyer für das Foto.Schau.Fenster! herunterladen. In Zusammenarbeit mit „RT-Aktiv“ und der „Reutlinger Gastroin Itiative“ stellen wir unsere Bilder in der Innenstadt in den Schaufenstern von 20 Geschäften aus. Im Flyer findet ihr einen Stadtplan auf dem alle Standorte verzeichnet sind. Ich wünsche euch bereits jetzt viel Spaß beim Stadtrundgang.

Auf der Homepage des Photoclub Reutlingen könnt ihr unter anderem auch die Galerien einzelner Mitglieder einsehen. Über diesen Link gelangt ihr direkt zu meinen Galerien.

Unerwartete Ästhetik

Ich erinnere mich noch genau, als wir 1999 an der spanischen Mittelmeerküste entlangfuhren, waren ganze Regionen unter Plastikfolie verschwunden. Das Verpacken der Landschaft verband ich damals nicht mit dem Künstlerehepaar Christo, das 1995 den Reichstag verhüllt hatte. Nein, ich war hell entsetzt über das, was ich sah: Eine Agrarwirtschaft mit verheerender Ökobilanz, die dazuhin die gesamte Landschaft verschandelte.

Mit Argwohn betrachtete ich, dass sich wenige Jahre später die Plastikfolienlandwirtschaft auch bei uns auszubreiten begann. Ich wollte damals einen Bildbericht erstellen, der zur Anklage dieser Praxis werden sollte, doch daraus wurde nichts. Vor drei Jahren dann das Aha-Erlebnis! Damals war ich vor Sonnenuntergang in der Rheinebene unterwegs, als ich vom Anblick der aufleuchtenden Plastikfolienzelte in Bann gezogen wurde. Das musste ich unbedingt mal fotografieren. Ende März 2021, auf der Rückfahrt von Frankfurt, ist mir endlich ein erster Anlauf gelungen.

Wie immer: Bilder zum Vergrößern anklicken.

Kurz nach 5 Uhr war ich in Frankfurt gestartet, um vor Sonnenaufgang an Ort und Stelle zu sein, denn nur bei flacher Sonneneinstrahlung entwickeln die Plastikfolienzelte ihre volle Leuchtkraft und bleiben die Kontraste beherrschbar.

Ich war überwältigt von der eigenwilligen Ästhetik dieser fragwürdigen Produktionsmethode. Der gesamte Aufwand wird ja nur betrieben, um wenige Wochen früher Erdbeeren, Himbeeren oder Spargel zu ernten. Denn wer zuerst am Markt ist, bekommt die höchsten Preise.

Bei meinen ersten Aufnahmen waren die Folienzelte noch geschlossen. Die Sonne war kaum recht über dem Horizont, da kam ein Kleinbus mit einem Trupp rumänischer Saisonarbeiter. Die öffneten die Rollos, um die Tunnelzelte zu belüften und kontrollierten das Bewässerungssystem. Unmengen an Wasser sind erforderlich, um die Erdbeerpflanzen unter den Folien ausreichend zu versorgen. Nach dieser Warmlaufaktion für den Tag zogen die Arbeiter weiter, um Spargel zu stechen.

Auch ich setzte meinen Weg fort. Wieder einmal hatte ich erfahren: Ästhetik ist eine Frage der Sichtweise. Voreingenommenheit / Befangenheit behindert nicht selten deren Wahrnehmung. Das ist aber nicht als Plädoyer für diese fragwürdige Produktionsmethode zu verstehen!

Gegen den Corona-Koller 10

Der Lockdown in Baden-Württemberg ist mit einer Ausgangssperre verknüpft. Eigentlich sind da Nachtaufnahmen nicht zu machen. Doch wozu dient die Ausgangssperre? Sie soll unnötige Kontakte verhindern. Diesem Sinn habe ich entsprochen, denn meine Partner waren heute Nacht ein alter Birnbaum und die Sterne.

Um den Sternenhimmel optimal zu sehen, das Bild unbedingt vergrößern.

Zum Bild: Bereits im letzten Frühjahr hatte ich dieses Motiv im Kopf, die überschäumende, hell leuchtende Blütenpracht eines Birnbaums in klarer Sternennacht. Doch dazu müssen mehrere Faktoren passen. Die Hochblüte eines Baumes dauert nicht länger als zwei bis drei Tage. In diesem Zeitraum sollte es eine möglichst klare Nacht geben, etwas Mondlicht würde nicht schaden und dann sollte der Baum auch noch richtig stehen.

Ich suchte nach einem möglichst frei stehenden Baum, den ich in Südostrichtung aufnehmen konnte. Dadurch konnte ich auch noch lange nach Sonnenuntergang vom Restlicht des Tages profitieren. Das sollte mir zusammen mit dem Mondlicht die Blüten ausreichend gut ausleuchten. Gestern war Halbmond gerade überschritten. Zum Zeitpunkt der Aufnahme bestand noch ein letzter Rest von Blauer Stunde. Allerdings waren wegen der Schleierbewölkung nur die hellsten Sterne zu sehen. Ich war schon leicht gefrustet, doch die Kamera konnte wesentlich mehr Sterne erkennen, so dass ich fürs Erste zufrieden sein konnte. Sicher wird es nicht bei diesem Versuch bleiben.

Weitere Beiträge zu diesem Thema findest du oben in der Menueleiste unter „Fotoprojekte“ -> „Gegen den Corona-Koller“.

Erinnerungen an 9/11

Als ich vom Mainkai in Frankfurt aus den Sonnenaufgang beobachtete, blitzten schlagartig Erinnerungen an den 9. September 2001 in mir auf. Die schrecklichen Bilder vom Terroranschlag in New York explodierten förmlich in meinem Kopf, als ich durch´s Tele blickte und sah, wie die Flugzeuge im Landeanflug auf den Airport, den EZB Tower quasi als Wendeboje für die letzte Kurskorrektur benutzten. Natürlich war der Abstand groß, aber …

Der weitere Landeanflug, so hatte es den Anschein, erfolgt dann unmittelbar über den Dächern von Sachsenhausen. Für die Anwohner muss die Coronazeit eine wohltuende Erholung sein.

Frankfurt, Europaviertel

Das Messegelände lässt sich über die U-Bahn problemlos erreichen. Oben: Aufgang der U-Bahnstation Festhalle/Messe.

Rund um die Messe sprießen neue Hochhäuser wie Spargel aus dem Boden. Nachfolgend der „nur“ 95 m hohe Kastor. Dieses extrem schlanke Hochhaus bildet mit seinem 135 m hohen, spiegelbildlich errichteten Bruder Pollux das Eingangstor zum Europaviertel am Platz der Einheit.

Noch im Bau befindet sich der ONE Tower. Er gehört mit 190 m Höhe zu den 100 Hochhäusern Frankfurts, die es auf über 100 m bringen. Durch die zahlreichen Baustellen waren ganze Bereiche abgesperrt oder von Bauzäunen verstellt, so waren etliche Perspektiven und Motive nicht umzusetzen.

Auf der Freifläche hinter dem Tower 185 türmen sich derzeit die Baucontainer der Firma Hochtief. Auch alte Mietshäuser trotzen noch dem Milleniumsprojekt, das offensichtlich ins Stocken geraten ist. Hier auf diesem Areal sollte der Milleniumsturm in den Himmel wachsen. Mit 369 m Höhe war er als Frankfurts höchster Wolkenkratzer projektiert. Inzwischen sind die Pläne mächtig geschrumpft. Das Ziel, den Comerzbank Tower an Höhe zu überreffen, besteht jedoch noch immer.

Nur einen Steinwurf weiter, am Ende der Osloer Straße, sticht ein blendend weißes Hochhaus mit geschwunger Fassadengestaltung ins Auge. Der Grand Tower gilt als höchstes Wohnhochhaus Deutschlands. Auf 180 m Höhe werden „hochwertige“ Eigetumswohnungen vermarktet.

Dagegen fällt das noch im Bau befindliche Wohnhochhaus „Eden“ (im Bild unten zu erkennen) mit seinen 98 m Höhe geradezu winzig aus. Auch das Eden-Projekt zeigt, wie schwer man sich mit solch riesigen Bauwerken tut. Meist sind mehrere Anläufe erforderlich bis ein Projekt dieser Größenordnung umgesetzt wird. Damit verbunden ist nicht selten der wiederholte Verkauf unter Investoren, der in der Regel die Überarbeitung des Projekts nach sich zieht. Dies macht den Bau und die spätere Nutzung solcher Anlagen garantiert nicht billiger.

Wieder weiß!

Am Sonntag hatte es noch gut 15 Grad, aber ein neuerlicher Schwall polarer Kaltluft zeigte dem Frühling, dass der Winter noch immer nicht aufgegeben hat.

Die Tulpen trugen schwer unter der Last des Schnees, der über Nacht gefallen war.

Erst am Nachmittag zog sich der Schnee an den Albtrauf zurück und verwandelte Hölderlins blaue Mauer in eine weiße Wand.

Blick von der First auf den Filsenberg

Öschingen mit Filsenberg und Bolberg

Auf der First

Mainhattan

Der Blick auf Mainhattan, Frankfurts Bankenviertel am Westend, ist zu jeder Tages- und Nachtzeit spektakulär. Die erste Aufnahme zeigt die Skyline eine Stunde vor Sonnenaufgang (ISO 100, f16, 30 s, 35 mm). Standort: Sachsenhäuser Ufer, im Vordergrund der Eiserne Steg.

Eine viertel Stunde vor Sonnenaufgang hatte sich die Blaue Stunde voll entwickelt. Im Osten war das Tageslicht bereits über den Horizont geklettert und hatte für die Ausleuchtung der Hochhausfassaden gesorgt (ISO 100, f16, 15 s, 35 mm). Für alle, die es genauer wissen wollen, hier die auffälligsten Hochhäuser von links: Riverside Tower mit dem weißen Zackenband, Eurotower mit den blauen Streifen, Taunusturm mit dem Pultdach, der Comerzbank Tower gelb beleuchtet, der Main Tower mit dem runden Turm. Der Comerzbank Tower ist mit 259 m architektonischer Höhe das höchste Hochhaus innerhalb der EU. Bis zu seiner Spitze misst er sogar 300 m.

Das nächste Foto wurde unmittelbar vor Sonnenaufgang in Richtung Osten aufgenommen. Dort wurde der gewaltige Bau der EZB vom ersten Morgenlicht durchleuchtet (Standort: Mainkai, ISO 400, f5,6, 1/320 s, 400 mm).

Bei Sonnenuntergang nochmals der Blick auf Mainhattan, diesmal von der Flößerbrücke aus. Als ich die Sonne hinter dem Riverside Tower verschwinden sah, war nicht klar, ob sie im Spalt zwischen den Hochhäusern nochmals erscheinen, oder vorher untergehen würde. Gespannt wartete ich ab.

Ich denke, das Warten hat sich gelohnt, denn das nachfolgende Bild haben sicher nicht alle in der Kiste.

Wenig später begann die Blaue Stunde, das Abendrot zu verdrängen.