Stuttgart 21, das Update

Das Bahnprojekt Stuttgart 21 wurde 2009 beschlossen. Bei Baubeginn 2010 belief sich die Kostenschätzung auf 4,1 Mrd. Euro. Im Laufe der Jahre wurde das Projekt mehrfach ausgeweitet. Inzwischen liegen die geschätzten Kosten bei 11,4 Mrd. Euro. Häufig wird „Stuttgart 21“ auf den Bau eines neuen Bahnhofs verkürzt, doch es geht um viel mehr. Der gesamte Bahnknoten Stuttgart wird umgebaut mit Auswirkungen weit in das Umland hinein. Zum Beispiel wird der Flugplatz Stuttgart in das Bahnnetz eingebunden und nicht zu vergessen auch die Schnellbahntrasse Stuttgart – Ulm steht damit im Zusammenhang. Für die Stadt Stuttgart, die durch ihre Kessellage räumlich sehr begrenzt ist, ergeben sich durch den Rückbau der ausgedehnten, oberirdischen Gleisanlagen umfangreiche Möglichkeit der Stadtentwicklung.

Von Beginn an gab es erhebliche Widerstände gegen dieses Großprojekt. Die Gründe und die Motive dafür waren und sind vielfältig. Sie hier aufzudröseln würde den Rahmen dieses Beitrags sprengen. Nach dem Regierungswechsel in Baden-Württemberg 2011 brachte erst eine Volksabstimmung Klarheit über den Weiterbau des Projektes. Passend zu dieser Gemengelage ist das Regenbild oben. Es zeigt den Blick vom Info Turm über die neue Bahnhofsdecke mit ihren Lichtaugen. Den Hintergrund beherrscht der denkmalgeschützte Bonatzbau, der gegenwärtig umgebaut wird.

Die Kelchstützen mit ihren Lichtaugen sind zum Symbol für den neuen unterirdischen Stuttgarter Bahnhof geworden. Der Vergleich von Modell und Wirklichkeit zeigt die Übereinstimmung. Das durch sie einfallende und gestreute Tageslicht soll ausreichen, um den Bahnhof tagsüber auszuleuchten.

Mit diesen Stützen steht und fällt der Bahnhof. An ihnen hängt wirklich alles von der Decke über die Zugangs- und Brückenebene bis zur Oberleitung der Bahn. Das folgende Bild zeigt wie eine Kelchstütze durch eine Öffnung der Zugangsebene nach oben strebt. Von der Zugangsebene aus werden die Bahnsteige über Rolltreppen erschlossen. Eine Ebene unter den Bahnsteigen verkehrt die S-Bahn.

Dieses Bild zeigt die Zugangsebene vor dem Bonatzbau. Die Aussparungen in der Decke nehmen die Beleuchtung auf. Das erste Bild unten zeigt den ausgekernten Bonatzbau, die Eingangshalle des ehemaligen Bahnhofs. Im Hintergrund ist der einstige Nordeingang zu erkennen. Nach rechts, dort wo früher die Gleisenden des alten Kopfbahnhofs lagen, geht es nun hinaus auf den Deckel des neuen Bahnhofs. Man erkennt einmal die Glaskuppel des künftigen Nordeingangs und hinter den Gerüstteilen den denkmalgeschützten Bau der Bahndirektion.

Vom Deckel des neuen Bahnhofs geht der Blick über ein Lichtauge hinüber zum Info Turm Stuttgart (ITS). Dies ist das offizielle Informationszentrum des Bauträgers. Hier kann man sich über den Stand der Bautätigkeiten informieren oder eine Baustellenführung buchen. Im unteren Bild ist hinter dem zentralen Lichtauge der Bonatzbau zu sehen und rechts die Sparkassenzentrale.

Das letzte Bild zeigt den Blick von der Schlossgartenebene nach Süden. Bei der schwarzen Konstruktion, die hart durchs Bild schneidet, handelt es sich um die Fußgängerüberleitung vom derzeitigen Gleisende über die Baustelle des neuen Bahnhofs hinüber zur Königstraße.

Weitere Beiträge zu Stuttgart 21 findest du unter: Tunnelbau, Stuttgart 21, Bahnprojekt Stuttgart – Ulm


8 Gedanken zu “Stuttgart 21, das Update

    1. So sehe ich das auch. Ich bin auch davon überzeugt, dass man in Stuttgart darüber noch froh sein wird, zumal nach dem neuen Gerichtsurteil. Viel günstiger hätten sie nicht zu ihrem Bahnhof kommen können.

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  1. Hallo Horst,

    man mag zu diesem Projekt stehen wie man will. Als Motiv klasse und super umgesetzt, trotz oder mit Baustelle. Die erste Kelchstütze ist mein Favorit. Das Regenfoto gefällt mir auch.

    Liebe Grüße Brigitte

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  2. Lieber Horst, danke für die Informationen. Das mit den Lichtaugen war für mich neu. Hoffe, es funktioniert ohne weitere Beleuchtung. Dann ist es eine tolle Idee. Mutig, solche Risiken einzugehen. Bei aller Diskussion ist vielleicht der Rückblick auf das Jahrhundertbauwerk zur Olympiade in 1972 in München hilfreich: heute sind alle kritischenStimmen von damals verstummt und die Welt bewundert den Mut der Architekten. Liebe Grüße Jürgen

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