Claude Monet in Giverny

Mai 2024

Impressionismus gilt in Frankreich nicht nur als Kunstrichtung sondern als Bewegung und diese feiert 2024 ihr 150-jähriges Bestehen. Grund genug also während einer Fahrt in die Normandie, die Wirkungsstätte von Claude Monet in Giverny aufzusuchen. In diesem kleinen Dörfchen im Tal der Seine lebte Monet von 1883 bis zu seinem Tod 1926. Zahlreiche Szenen aus der Umgebung und aus seinem Garten haben in seinen Kunstwerken ihren Niederschlag gefunden, wie zum Beispiel der Seerosenteich.

Monets Haus und Garten werden heute von einer Stiftung touristisch erfolgreich  vermarktet. Es werden wohl an die hunderttausend sein, die jährlich durch Haus und Hof gelotst werden. Während der Garten – je nach Jahreszeit –  unterschiedliche Impressionen generiert, …

… ist  Monets Haus eine einzige Katastrophe! Ich habe noch niemals und nirgends zuvor eine lieblosere und qualitativ schlechtere Präsentation von Kunstwerken gesehen als an diesem Ort. Natürlich sind es Unmengen an Menschen, die hier täglich durchgeschleust werden, aber muss man die so abspeisen? Wie kann man Räume mit großer Kunst vollflächig und redundant tapezieren und dann auch noch mit schlechten Reproduktionen und das an der originären Wirkungsstätte eines Künstlers, der als Flaggschiff einer ganzen Bewegung gilt. Dabei hätte das Haus durchaus Potenzial.

Monet hat es wirklich nicht verdient, dass er zur Touristenfalle mutiert. Wenn der wüsste, welches Schindluder mit ihm getrieben wird, „der würde sich im Grabe umdrehen“, wie meine Mutter zu sagen pflegte.

Doch es gibt auch noch etwas Positives zu berichten, der Übernachtungsplatz für Camper ist umsonst.

Im Nachbarstädtchen Vernon gibt es unter anderem die alte Mühle zu bestaunen, die auch heute noch die MalerInnen anzieht.


8 Gedanken zu “Claude Monet in Giverny

  1. Da war ich auch gerade. Das Haus fand ich ebenfalls nicht so toll. Aber den Garten und vor allem den Teich dagegen sehr schön. Natürlich war es ziemlich voll, ging aber noch , weil es zeitweise regnete. Den Teich möchte ich noch einmal sehen, wenn die Seerosen blühen.

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  2. Lieber Horst,

    tolle Fotos, aber auch ein überaus toller Text, den Du hierzu verfasst hast.

    Ja, der Schock für die vielen Besucher, die durch Monets früheres Wohnhaus gehen und Tolles bestaunen wollen, muss in der Tat ein großer sein.

    Du hast recht – Monet würde sich im Grab umdrehen, würde er davon etwas mitbekommen.

    Viele liebe Grüße

    Albrecht

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  3. Ich war schon so oft in Paris und wollte immer von dort aus mal einen Tagesausflug ins recht nahe gelegene Giverny unternehmen. Aber bisher blieb es bei der Theorie. Der Garten mit dem Teich macht erwartungsgemäß einen richtig schönen Eindruck. Aber was da aus dem Haus gemacht wurde, scheint echt grauenhaft zu sein. Wie schade! Das sieht ja aus wie in einem Messie-Haushalt, so vollgestopft ist es. Die einzelnen Werke haben nicht genügend Raum und „Ruhe“, für sich zu stehen und zu wirken. Wie schade! Das hätte ich so echt nicht erwartet. Danke fürs Mitnehmen!

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