Bloembollenstreek

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Noord Holland ist für seine Tulpenfelder bekannt. Parallel zur Nordseeküste, in einem Streifen zwischen Katwijk und Harlem, erstreckt sich der „Bloembollenstreek“. Der sandige Boden ist zum Kultivieren der Zwiebel optimal geeignet. Von Mitte März bis Mitte Mai sorgt der großflächige Anbau von „Bollen“-Gewächsen für ein großflächiges Farbspektakel.

Über kleine Nebenstraßen kann man die Pracht der blühenden Felder gut erschließen.

Neben Tulpen werden auch andere Zwiebelgewächse, wie z. B. Hyazythen, gezüchtet.

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Der Keukenhof gilt als bekanntester Schaugarten für Frühjahrsblüher. Dort werden stets die neuesten Züchtungen vorgestellt. Auch wenn es sich hier wiederum um einen Besuchermagneten handelt, sollte man auf einen Besuch nicht verzichten. Neben den Freilandbepflanzungen gibt es auch spezielle Ausstellungen und Schauen in Hallen. In diesem Jahr wurden sie dem Motto „Flower Power, die Kraft der Blumen“ unterstellt. Damit wird an die 70er Jahre, die Zeit der Hippies, erinnert.

Aber die Parkanlage mit der Fülle an Frühjahrsblüher, die immer wieder neue Akzente setzt, ist die Hauptatraktion.

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Zum Schluss unserer kurzen Reise verbrachten wir noch einen Tag in Noordwijk a/Zee. Sieht man einmal von den hässlichen Bettenburgen ab, bleibt die Nordsee mit ihrem tollen Sandstrand und den Dünen. Wir kamen am Vorabend des Blumencorsos an. Die Strandpromenade ist Ausgangspunkt dieses Umzugs. Mit Blumen geschmückte Fahrzeuge und Themenwagen bilden einen Festzug, der auf 30 km Länge den Bollenstreek durchquert. Die Bedeutung dieses Blumencorsos lässt sich wohl am besten so zusammenfassen: Was in Köln der Rosenmontagsumzug, ist im Bollenstreek der Blumencorso. Wir wollten uns dieses Spektakel, für das viele von weither anreisen, nicht antun, doch die geschmückten Fahrzeuge, die bereits am Abend an der Uferpromenade geparkt wurden, haben wir natürlich bestaunt. Hier einige Kostproben:

Was das Seebad angeht, so hat uns das zum Hotel Oranje gehörende Clubhaus am Strand sehr gut gefallen. Dort genossen wir ein hervorragendes Abendessen mit Blick auf das Meer und die untergehende Sonne. Was will man eigentlich mehr?

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Am anderen Morgen, als die ersten Menschenmassen eintrafen, um das Spektakel des Blumencorsos zu erleben, und die Reisebusse begannen die Gehwege und Nebenstraßen zu blockieren, reisten wir ab.

 

 

 

 

Es ist nicht alles Käse!

Von Amsterdam aus folgten wir unseren Jugenderinnerungen in den Norden nach Volendam. Noch in den 70ern war Volendam ein beschauliches Fischerdorf, wir wollten sehen, was daraus geworden ist. Hier die Zusammenfassung:

  • Für das Auge waren die Waffeln in der Auslage des Verkaufswagens am Hafen das Highlight.

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  • Das Beste für´s Herz waren die frisch restaurierten Holzrümpfe von zwei alten Lastenseglern, die untätig im Hafen vor sich hin dümpelten. Saubere Arbeit!

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  • Für die Erinnerung blieb die Silhouette der Hafeneinfahrt.

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Vom Rest waren wir völlig bedient. Der Hafenbereich ist zu einer einzigen Fressmeile verkommen. Wir nahmen Reißaus.

Unsere nächste Station war das Freilichtmuseum in Zaanse Schans. Es zeigt das Dorfleben im 17. Jahrhundert. Touristisch ist dies natürlich auch ein absoluter Kristallisationspunkt, aber lohnend. Wie üblich in einem Freilichtmuseum sind alte Häuser und Produktionsstätten von Handwerkern zu sehen. Ein Einblick in die Käseproduktion nebst Verkostung und Einkaufsmöglichkeit darf in Holland natürlich ebenso wenig fehlen …

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… wie die Windmühlen mit ihren ganz unterschiedlichen Nutzungsmöglichkeiten. Von der Senf-, über die Ölmühle, bis zur Sägerei ist hier alles zu sehen.

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Alkmaar, das Zentrum Nord-Hollands, war eines unserer nächsten Ziele und zwar ein absolut lohnendes. Bereits 1532 hat man um dieses Städtchen herum die ersten Polder Hollands trocken gelegt. Als 1573 die Spanier Alkmaar belagerten, wurden diese durch Flutung der Polder zum Abzug gezwungen. Dieser Sieg wird auch heute noch jährlich am 8. Oktober gefeiert. Bekannt ist Alkmaar jedoch für seinen Käsemarkt.

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Seit 1365 findet in der Stadt auf dem Waagplein ein Käsemarkt statt. Von April bis September wird hier jeweils am Freitag, von 10 bis 12 Uhr, der Käse gehandelt. Wer aber von dieser folkloristischen Veranstaltung etwas sehen möchte, sollte früher da sein, sonst sind die aussichtsreichen Plätze entlang der Absperrung bereits besetzt.

Ab 7 Uhr werden bis zu 2200 Laibe Gouda (30000 kg) angeliefert und in langen Reihen auf dem Waagplein „gesetzt“. Der Käse stammt aus den Käsefabriken Campina und Cono. Die Abwicklung des Marktes ist Sache der „Kaasdrager“ einer seit 1593 bestehenden Gilde aus 30 Männern und einem Käsevater als Oberhaupt. Die Gilde ist in vier Körperschaften (Vemen) unterteilt, die sich durch ihre Farben (rot, grün, blau und gelb) unterscheiden.

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Ist der Käse verkauft, stapelt der „Setzer“ jeweils 8 Laibe auf eine Trage. Dann kann das Spektakel beginnen. Die „Kaasdrager“ eilen mit ihrer Fracht in einem besonderen Schritt zur Kaaswaag, einem wuchtigen Gebäude, dem man den einstigen Kirchenbau auch heute noch ansieht.

Nachdem der Käse gewogen, notiert und abgestempelt ist, wird er auf die andere Seite des Marktes getragen, wo hölzerne Karren zum Abtransport bereitstehen. So kommt für die Kaasdrager einiges an Strecke zusammen. Um die sportliche Leistung der Träger einschätzen zu können muss man wissen, dass eine beladene Trage ca. 130 kg auf die Waage bringt.

Innerhalb von zwei Stunden muss der gesamte Käse verkauft und abgeräumt sein, damit der Platz wieder benutzt werden kann. Dennoch bleibt selbst für die Träger Zeit für einen Schwatz.

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Die Käsmädchen, die auf dem Markt in Erscheinung treten, sind eine neuere Erfindung des Niederländischen Büros für Molkereiprodukte. Seit 1961 wird mit „Frau Antje aus Holland“ auch in Deutschland Werbung gemacht.

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Während der Käse heute mit dem LKW an- und abgefahren wird, erinnern einige Akteure daran, dass der Käse in früheren Zeiten mit Booten über die Grachten transportiert werden musste.

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Alkmaar verfügt über eine sehr schöne Altstadt, für die man sich unbedingt etwas Zeit nehmen sollte. Die Hauptgracht weist exakt auf die Kaaswaag und begrenzt auf einer Seite den Waagplein, der sich auf dem Foto von der Kaaswaag nach rechts erstreckt.

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Alte herrschaftliche Häuser, enge Gassen und verwinkelte Grachten machen die Stadt zu einem Kleinod. Das Rathaus ist ein ganz besonderes Bauwerk, das nicht nur durch seine Specksteinlagen besticht.

Doch nicht nur den Häusern, auch den Bewohnern Alkmaars sieht man an, dass eine Jahrhunderte alte Geschichte auf ihnen lastet 😉 .

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Streets Of Amsterdam

Bei der Streetfotografie kommt man in Amsterdam natürlich um die Radfahrer nicht herum. Und siehe da, auch das geht heute nicht mehr ohne Handy.

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Der Scooter spielt im Zentrum Amsterdams eindeutig eine geringere Rolle als bei uns.

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Zu den Straßenszenen Amsterdams gehören natürlich auch die Flohmärkte (z. B. am Waterlooplein).

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In Amsterdam gibt es fast kein Lokal oder Cafe, das nicht wenigstens einige Plätze im Freien hat. Hier das kleine Gartencafe an der Oude Kerk.

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Unzählige Lokale laden bei sonnigem Wetter entlang den Grachten zum Verweilen ein.

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„Lokale“ der speziellen Sorte sind die Coffee Shops. In diesen Läden lässt sich ganz legal Hasch / Gras erwerben und konsumieren. Der Bulldog Coffee Shop im Rotlichtviertel Amsterdams ist einer der ältesten in der Stadt und gilt als echter Kultladen. Ein bulliger Türsteher verlangt durchaus auch mal einen Ausweis.

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Das Rotlichtviertel wird in Amsterdam als absolute Normalität verkauft. Während die Frau im Vordergrund der Freiheitsstatue huldigt, bleibt fraglich, ob es sich bei der Dame im Hintergrund auch um eine Freiheitsstatue handelt.

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Aber der eine oder andere weiß offensichtlich, was zu tun ist.

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Die Touristen fallen natürlich auch in Amsterdam auf, zumal sie recht zahlreich in Erscheinung treten. Dieser junge Mann, der sich unter Rembrands Mannen gemischt hatte, muss jedoch ohne Abstriche als bereichernder Farbtupfer in der sonst tristen Umgebung des Denkmals bewertet werden.

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Wenn das die Gebrüder Grimm geahnt hätten, hätten sie wahrscheinlich ihr Schneewittchen umgeschrieben. Heute jedenfalls ist für viele das Handy wichtiger als der Spiegel, auch wenn selbst dieses nicht klärt, wer die / der Schönste im Lande ist.

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