Bei diesem Beitrag gibt es nur Bilder, Worte sind hier überflüssig.
Jetzt kommt doch noch ein Hinweis: Bei der nächsten Aufnahme handelt es sich um ein Panorama, das sich aus fünf hochformatigen Einzelbildern zusammensetzt.
Das nachfolgende Bild zeigt den Ort, an welchem die Polarlichtaufnahmen entstanden sind. Am anderen Morgen war das schöne Wetter schon wieder vorbei.
Kaum zu glauben, heute ist schönes Wetter. Das bedeutet keinesfalls, dass es Sonne pur gibt, aber die Schneeschauer sind nur kurz und die sonnigen Abschnitte dafür viel länger. Mein erster Fotostopp am Morgen lag am Selfjorden westlich von Ramberg. Auf der Weiterfahrt in Richtung Osten musste ich bei der alten Fischfabrik unbedingt auf den Auslöser drücken.
Am Flakstadpollen zückte ich an mehreren Stellen die Kamera. Dabei ist „zücken“ der falsche Begriff. Fast immer bedeutet dies, dass das ganze Gerötel dabei ist, insbesondere Stativ und Filter.
Beide Aufnahmen zeigen den Blick über den Flakstadpollen auf den Hustinden (691 m), während die nachfolgende Teleaufnahme die Häusergruppe, die schon im oberen Bild zu sehen ist, näher unter die Lupe nimmt.
Eine Ecke weiter gab es interessant Eisformationen. Da es sich bei diesen Gewässern ja um Meeresarme handelt, sind sie Ebbe und Flut ausgesetzt. Gefriert das Wasser während der Flut, platzt die Eisdecke bei ablaufendem Wasser über den angespülten Tanghäufen auf. Vor der Dunklen Wand eines aufziehenden Schneegestöbers ergibt sich so eine ganz eigentümliche Stimmung.
Auf der Ostseite des Flakstadpollen setzt sich das variantenreiche Spiel mit Eis und offenem Wasser fort. Auch im Gegenlicht ein stimmungsvolles Motiv.
Nun ging es auf tief verschneiter Straße hinaus zur abgelegenen Häuseransammlung Myrland. Über den Nappstraumen blickt man hinüber zum Strand von Haukland.
Irgendwann hat man Myrland dann erreicht. Wer also etwas abgelegenes sucht, Myrland wäre da ein echter Geheimtipp!
Bei der Weiterfahrt in Richtung Unstad passierte ich dieses Gehöft vor eindrucksvoller Kulisse.
Grandios ist auch der Blick in den Märvollspollen, wo die Abendsonne für die richtige Stimmung sorgt.
Direkt unter mir liegen die Häuser von Saupstad, die das Ende dieses Meeresarmes markieren.
Von Unstad ging es dann zurück zum Strand von Haukland. Dort in der Nähe hatte ich mir einen Platz ausgesucht, der eine gute Kulisse für Polarlichtaufnahmen bieten sollte, denn für heute Nacht waren die Prognosen gut. Doch zuvor noch ein letzter Stopp am Vagspollen mit dem Blick hinüber in Richtung Myrland. Die Aufnahme darunter zeigt im Spiegelbild die hinter Leknes gelegene Bergkette.
Der Sturm hatte zwar etwas nachgelassen, doch der Regen blieb. Mein erstes Ziel war die am gleichnamigen Fjord gelegene Ortschaft Nusfjord. Auf dem Weg dorthin passiert man den Bergsee Storvatnet, dessen Eisschollen ein tolles Mosaik bilden.
Bereits nach den ersten 50 m in Nusfjord hat mir der Sturm den Regenschirm zerlegt. Was soll´s, bislang ging es ja auch ohne.
Im idyllisch gelegenen Nusfjord drängte sich mir die Frage auf, ob hier überhaupt noch Einheimische leben, die nicht am Fremdenverkehr ihr Geld verdienen.
Als Nächstes steuerte ich den Strand von Haukland an. Dieser herrliche Sandstrand dient im Sommer als „Freibad“ für die Umgebung. Heute wollte allerdings keiner baden, denn dort wurde man richtig sandgestrahlt.
Um diesen fantastischen Blick zu genießen, musste ich zuerst einen Bachlauf queren. Dazu hatte ich extra meine Gummistiefel angezogen. Ich hatte noch nicht einmal die Mitte des Baches erreicht, als eine kräftige Welle die Gummistiefel füllte. Was macht man nicht alles für ein paar Bilder?
Aufgrund des anhaltenden Sauwetters überlegte ich mir ernsthaft, ob ich mich nicht früher als geplant nach Tromsö zurückziehen sollte, doch am Nachmittag sah der Himmel aus, als wollte sich Hochdruck durchsetzen. Also zurück auf meinen Campground nach Ramberg. Als ich den Strand bei Flakstad passierte, legte ich nochmals einen Fotostopp ein. Der Regen hatte inzwischen aufgehört. Deshalb wollte ich versuchen die riesigen Steinblöcke mit einer Langzeitbelichtung festzuhalten. Hier die Ergebnisse.
Einige wenige Wasserflecken muss ich noch beseitigen, das kommt aber später dran.
Es ging schon gegen Mitternacht, als der Himmel tatsächlich aufriss und das Nordlicht zaghaft durchschimmerte. Also rein ins Auto und raus aus dem Städtchen, weg vom Licht.
Im Vergleich zum ersten Nordlicht war das eine klare Steigerung, doch es sollte noch besser kommen.
Am Montag, 24. Februar 19, fuhr ich weiter in Richtung A, dem letzten Dorf am Ende der E10, ganz im Südwesten der Lofoten.
Seitdem ich tags zuvor hier in Ramberg angekommen war, hatte der Regen nicht mehr aufgehört. Der Sturm ist derart angeschwollen, dass am Sonntag weder Auto fahren noch Fotografieren Sinn machte.
Inzwischen habe ich gelernt, immer dann zu fotografieren, wenn es gerade mal nicht regnet. Nur so ist es möglich, die wenigen regenfreien Stunden zu nutzen. Deshalb fing ich heute gleich in Ramberg an. Ein unspektakulärer Ort und dennoch findet sich ein lohnender Schiffsfriedhof und wohlriechende Trockengestelle für Stockfisch oder genauer gesagt für deren Köpfe.
Ich mach´s kurz, das Sauwetter setzte sich fort. In A legte ich mich früh in die Koje und erwachte gegen 22 Uhr an der Stille – kein Geprassel auf dem Autodach. Als ich durchs Fenster schielte, traute ich meinen Augen nicht, Sterne! In kürzester Zeit war ich fahrbereit. Zwischen den Straßentunneln vor Reine kannte ich einen relativ dunklen Parkplatz. Da wollte ich mein Glück versuchen.
Und ich hatte Glück – mein erstes Nordlicht! Gerade einmal eine halbe Stunde, dann waren die Wolken wieder dicht.
Am Dienstag war ich vor Sonnenaufgang wieder unterwegs. Erster Stopp: Reinehalsen. Als ich ankam war ich noch alleine. Doch es dauerte nicht lange bis eine Fotografen-gruppe nach der anderen eintraf. Es galt die regenfreie Zeit zu nutzen! Ein nächster Stopp in Reine, hier mit dem berühmten Olstinden (675 m), schloss sich an.
Die nachfolgende Aufnahme zeigt den Blick von Hamnoy zurück auf die gelbe Rorbuer-Anlage von Sakrisoy.
Gleich im Anschluss gelangt man zum netten Hafen von Hamnoy.
Bei neuerlich einsetzendem Regen ging es zurück in Richtung Ramberg. Kurz davor bog ich jedoch über zwei herrliche Brücken nach Fredvang ab.
Die Häuser der Ortschaft sind weit verstreut auf kleine Erhebungen oder am Hang gebaut, denn sie liegen nur wenige Meter über dem Meeresspiegel. Durch das moorige Schwemmland mäandriert hier die Sandelva dem Sandbotnen entgegen. Bei Flut wird das Flüsschen aufgestaut und setzt große Flächen unter Wasser.
Hier in der Abgeschiedenheit am Sandbotnen hoffte ich, das Nordlicht nochmals vor die Linse zu bekommen und am Mittwoch wollte ich dann zur Bucht Kvalvika wandern. Doch es kam alles wieder ganz anders.
Gut geplant ist eben nur halb gewonnen. Eigentlich sollte meine Maschine am 21. Februar, morgens um 6:05 Uhr nach München abheben. Von dort aus sollte es dann nach Tromsö weitergehen, Ankunft dort 11:30 Uhr. Genügend Zeit um meinen Camper zu übernehmen und einzukaufen. Doch es kam alles ganz anders.
Um 6:45 Uhr annullierte die Lufthansa den Flug nach München und schickte uns Passagiere erneut zum Einchecken. Dort nahmen wir unsere Umbuchungen entgegen. Für mich ging es über Hamburg und Oslo nach Tromsö. Neue Ankunftszeit: 19:05 Uhr. Somit konnte ich das Wohnmobil nicht mehr übernehmen und musste ein Hotel buchen. Als ich im Hotel ankam, war die Buchung nicht durchgekommen, das Hotel voll belegt. Freundlicher Weise wurde mir das einzig freie Zimmer in einem Hotel in der Umgebung reserviert, für nur 200€ – ein Schnäppchen.
Mit dem Fahrzeugvermieter hatte ich unterwegs vereinbart, dass ich den Wagen am anderen Morgen gleich um 8:00 Uhr übernehmen kann. Nun erreichte mich die Nachricht, dass es 9:00 Uhr würde. Als ich dort um 9:30 Uhr ankam, war das Fahrzeug noch nicht gerichtet und es war ein völlig anderes. Wie auch immer, schließlich war es 11:30 Uhr, als ich die Vermietungsstation verließ und den Wassertank musste ich auch noch befüllen, weil beim Vermieter alles eingefroren war.
Es war kurz vor 14 Uhr als ich eingekauft hatte und endlich in Richtung Lofoten aufbrechen konnte. Tauwetter und Regen hatte eingesetzt. Die Fahrbahn war mit einer dicken Eisschicht überzogen. An Steigungen, wo sich im Eis Fahrrinnen gebildet hatten, schossen reißende Bäche und in den Senken standen riesige Seen, da das Wasser nicht ablaufen konnte. Immerhin lag gut ein Meter Schnee neben der Straße und tags zuvor erreichten die Temperaturen gerade mal 15 Grad minus. Dank der Spikes in den Reifen war das Fahren dennoch kein Problem. Von Tromsö ging es auf der E8 in Richtung Södost zur E6, der Hauptroute in Nord-Süd-Richtung. Den ersten Fotostopp legte ich kurz vor Einmündung in die E6 ein. Das Ende des Balsfjord war mit einer geschlossenen Eisdecke versehen. Nahe der Eiskante machten sich einige Eisfischer an ihren Löchern zu schaffen. Um die näher anzuschauen, fuhr ich ab. Es war mir jedoch nicht möglich auf die Eisfläche zu wechseln, dennoch fand ich das eine oder andere Motiv.
Inzwischen war ich auf der E10 in Richtung Lofoten unterwegs. Gegen 20 Uhr steuerte ich einen Parkplatz für die Nacht an. Als ich für meine Nudeln Wasser zapfen wollte, röchelte die Pumpe vergeblich, der Tank war leer und das, obwohl mir versichert wurde, dass alle Tanks geschlossen seien. Mit der Toilette war es dann wohl auch nichts. So ein Mist, man sollte eben alles selbst kontrollieren. Aber es gab ja noch Mineralwasser.
Erst am nächsten Morgen zückte ich die Kamera erneut. Am Tjeldsundet hatte der Regen die Senke vor einem Schuppen in eine Eisfläche verwandelt. In Verbindung mit dem Meer und der tief hängenden Bewölkung ergab sich ein geradezu surrealer Eindruck.
Nach Bewältigung einer Passstraße, für LKW nur mit Ketten befahrbar, gelangt man ins Sordalen. Die Lakselva war durch Regen und Schneeschmelze angeschwollen. Statt im üblichen Bachbett, floss das Wasser über Eisrinnen und verschwand von Zeit zu Zeit unter der Eisdecke. Vielerorts hatten sich Seen auf der Schneedecke gebildet.
Das Ende des Ingelsfjord war vollständig zugefroren. Durch den Tidenhub zerbrach die Eisdecke am Strand in große Schollen. Das Regenwasser, das auf der geschlossenen Eisfläche stand, zauberte ein sauberes Spiegelbild der steilen Bergflanken.
Kurz darauf mündete ein munterer Bachlauf bei der Häusergruppe Myrland in den gleichnamigen Fjord.
Bei Vestpollen zeigte sich der Austnesfjorden von seiner besten Seite. Die Luftflotte der Möwen und die Flotte der Fischer lagen sich vor großartiger Kulisse friedlich gegenüber.
Ich hatte mich bereits auf das Ende der heutigen Fahrt eingestellt, als der Flakstadpollen in phantastischer Beleuchtung vor mir lag. Da gab es kein Zögern. Kaum dass ich mich mit meinem Stativ in Position gebracht hatte, hielten auch schon weitere Fahrzeuge und in kürzester Zeit war ich von vier emsigen Restlichtjägern umringt, was das Fotografieren nicht gerade einfacher machte. Der einsetzende Regen und das schwindende Licht erzwangen dann den Rückzug.
Vom Panoramapunkt am Potsdamer Platz hat man wirklich die beste Aussicht auf Berlins Mitte. Ich war erstaunt, wie eng beieinander die geschichtsträchtigen Punkte der Stadt liegen und war begeistert davon, wie die Freiräume, die mit dem Mauerfall entstanden sind, gestalterisch genutzt wurden.
Der Blick schweift hier vom Bahn-Hochhaus zum Reichstag. Dahinter erkennt man das neue Regierungsviertel, das über die gesamte Breite des Bildes reicht. Noch weiter hinten ist der massige Block der Charité nicht zu übersehen. In der Mitte rechts hingegen übersieht man leicht das Brandenburger Tor.
Diese Aufnahme zeigt den Blick auf die Berliner Philharmonie (rechter gelber Bau) und deren Kammermusiksaal (links daneben). Dahinter erstreckt sich der Tiergarten im Herbstkleid. Am Rande des Tiergartens erkennt man weiter: Den türkisen Bau der Österreichischen Botschaft, dahinter den Weißen Quader der Baden-Württembergischen Landesvertretung und die rosa Fassade der Italienischen Botschaft.
Dies ist der Blick hinab auf den Potsdamer Platz, der Berlin den Anstrich einer modernen Metropole geben soll. Von unten betrachtet eröffnet sich dem Betrachter folgender Blick.
Einen Einblick in die berliner Demonstrationskultur erhielt ich vor dem Brandenburger Tor. Ein einzelner Demonstrant, der für „Stasi raus“ eintrat aber darüber hinaus keine großartige Gelegenheit erhielt, um seine Botschaft weiter zu erklären, machte sich nach Aufforderung durch die Polizei leicht frustriert vom Acker.
In Sachen Plakatwerbung sprangen mir auch einige Schmankerl ins Auge.
Bei so viel Magie traut sich selbst der Alex kaum aus der Deckung. Doch die Rettung naht in Form von Verdi!
Wer hätte gedacht, dass Verdi so viele Revolverhelden für sich arbeiten lässt. Diese scheinen jedoch nicht aus der staubigen Wüste, sondern direkt aus dem Spreekanal zu kommen. Doch Verdi ist hier nicht alleine. Offensichtlich gefällt den Bewohner dieser Straße der rote Klinker nicht, weshalb sie zum bewaffneten Widerstand aufrufen.
Diese Plakate gefielen mir am besten. Erst aus der Kombination ergibt sich eine eindeutige Botschaft. Insgesamt keimte in mir der Verdacht auf, dass es in Berlin eine Stelle geben muss, die das Aufstellen und kombinieren von Plakaten koordiniert, denn so viele Zufälle kann es wohl kaum geben. 😉
In Kreuzberg fiel mir ein Fahrradladen durch seine originelle Bemalung auf. Auch eine Art gelungener Plakatwerbung!
Zurück in Berlin Mitte, kommt man um den Checkpoint Charlie nicht herum. Ich war mir nicht ganz schlüssig, ob der Zirkus, der hier veranstaltet wird, die Erinnerung an diesen historischen Ort eher wachhält oder beschädigt.
Gleich nebenan befindet sich hinter einer Informationswand die Black Box Kalter Krieg.
Die Informationswand, zugleich Einfriedung des Geländes, zeigt in beeindruckenden Bildern die Geschichte der Berliner Mauer. Beim Anblick dieser Bilder habe ich gespürt, wie emotional verankert diese Ereignisse in mir sind, obwohl ich diese als Kind und Jugendlicher nur aus großer Entfernung mitbekommen habe. Ganz offensichtlich war die Bedrohung damals in der gesamten Republik gegenwärtig. Deshalb ist mir die momentane politische Entwicklung völlig unverständlich. Lernen wir wirklich nichts dazu?
Dass Berlin architektonisch interessant ist, hat unterschiedliche Gründe. Erstens verfügt Berlin über eine Menge historischer Bauten, zweitens war Ostberlin das Aushängeschild der DDR und drittens hat sich die Stadt nach dem Mauerfall dramatisch entwickelt. Natürlich hat der Regierungssitz daran einen ganz entscheidenten Anteil. Auch heute liegt Berlin in Punkto Dynamik unter den drei besten Städten in der Republik.
Geschichte und Moderne treffen in Berlin mitunter hart aufeinander. Hier veranschaulicht durch die Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche und die moderne Fassade des Spreegold Edelmetallhandels.
Älteren Datums ist auch die „Hinterhofarchitektur“ des Buchgewerbehauses in dem heute unterschiedliche Firmen untergebracht sind.
Das architektonische Aushängeschild der DDR war natürlich der Alex.
Die Moderne begegnet einem zum Beispiel am Potsdamer Platz. Zwischen dem Forumtower …
… und dem Bahntower schießt der Kollhofftower mit dem Panorama Point in die Höhe. Im 24 Stock, 100 m über Grund, befindet sich die Aussichtsplattform oder treffender gesagt, der Arkadenrundgang, der ein 360 Grad-Panorama auf die Stadt erschließt.
Der Blick auf den direkt gegenüberliegenden Bahntower und dessen Büros eröffnet einen Eindruck von der klaren Architektur dieses Bauwerks.
Eine weitere beeindruckende Fassade ist die, des Kadampa Meditationszentrums in der Chausseestraße.
Traurige Berühmtheit hat hingegen das Appartementhochhaus erlangt, das in der Mühlstraße errichtet wurde. Hierzu wurde eigens ein Stück der East Side Gallery versetzt.
Dass man über Architektur immer auch streiten kann zeigt das Haus mit dem Gesicht gleich hinter unserem Hotel in der Friedrichstraße. Das Gesicht soll wohl die Wärme und Wohnlichkeit vermitteln, welche die gesamte auf Sachlichkeit und Kälte gebürstete Anlage nicht zu vermitteln vermag. Ob das gelingen kann?
In der Bernauer Straße, dem Ort, an dem sich beim Mauerbau erschütternde Szenen abgespielt haben, wurde 1998 auf dem ehemaligen Grenzstreifen die Gedenkstätte mit Besucherzentrum errichtet. Hierzu wurde ein 70 m langes Original-Teilstück der Grenzanlage wieder aufgebaut.
In den Folgejahren wurde die „Gedenk-Mauer“ auf 1400 m erweitert. Ob bei dieser Darstellungsform die für die Ostgrenze im Volksmund übliche Bezeichnung „eiserner Vorhang“ Pate stand, konnte ich nicht verifizieren.
An mehreren Informationsinseln kann man sich die bedrückende Geschichte der Jahre 1961 – 1989 erarbeiten. In hohem Maße berührend ist auch die Wand der 140 Todesopfer, die die Mauer in jenen Jahren gefordert hat. Ganz zu schweigen von den 251 Opfern, die in dieser Zeit als Reisende beim Grenzübertritt ums Leben kamen.
Doch nicht nur die Offiziellen gedenken der Opfer, auch die Sprayer.
Dabei zieht das Loch in der Wand selbst heute noch magisch an.
Alles in allem eine Gedenkstätte deutscher Geschichte, die wirklich nachdenklich macht und unter die Haut geht.