Diesmal nicht mehr Worte als nötig, die Eindrücke zählen!
Nur so viel: Der Aufstieg vom Parkplatz dauert knapp zwei Stunden. Der Weg ist für Pilgerströme über weite Strecken mit Granitblöcken als Treppe gestaltet.
Wie immer, wenn wir eine für uns neue Stadt bereisen, sind wir erwartungsvoll gespannt und offen, doch in Stavanger sprang der Funke nicht über. Dabei spricht vieles für diese Stadt. Vielleicht ware es einfach nicht unser Tag. Natürlich haben wir auch viel Positives wahrgenommen, doch unterm Strich blieb, die City funktioniert nach denselben Regeln wie jede andere Stadt. Vielleicht war es auch nur diese ernüchternde Erkenntnis, dass die Mechanismen überall dieselben sind, nur die Hüllen oder die Fassaden hinter denen das Spiel läuft, sind von Ort zu Ort verschieden.
Doch zurück zur Sache: Stavanger hat eine ausgesprochen tolle Lage. Das Stadtgebiet erstreckt sich über eine dem Festland vorgelagert Halbinsel und zahlreiche weitere Inseln, die über die Bybrua und ein gewaltiges Tunnelsystem untereinander verbunden sind. Hinter der Bybrua blickt man auf die Berge der Ryfylke-Region.
Das alte Stadtzentrum erstreckt sich entlang der Hafenanlagen und den „Berg“ hinauf bis zum Dom. Hier finden sich auch die alten Holzhäuser, Lagerhäuser und Kontore. Das gesamte Areal steht unter Denkmalschutz, so dass in diesem Bereich eine Stadtentwicklung praktisch nicht möglich ist. Die Nutzung der alten Speicher beschränkt sich deshalb im Wesentlichen auf Kneipen, Bars, Läden und Museen. Die alten Lagerhäuser sind meist sauber renoviert. Fassaden wie die von Johann Johnsen springen natürlich besonders ins Auge. In abgelegeneren Straßenzügen, wo die Häuser die gewünschten Mieterträge offensichtlich nicht abwerfen, gibt es durchaus auch Leerstand. Dann ist nur die Vorderfront gerichtet, oder die Gebäude gammeln komplett vor sich hin.
Mit der Entdeckung des Erdöls vor der Küste Südnorwegens begann Stavangers steiler Aufstieg. Heute ist Stavanger die europäische Hauptstadt für Öl und Energie und Norwegens absolute Boomtown. In der Folge hat sich Stavanger zu einer der teuersten Städte weltweit entwickelt. Kein Wunder also, dass man dem Erdöl ein eigenes Museum gewidmet hat. Die Idee, den Museumsbau einer Bohrinsel nachzuempfunden, ist genial. Jedenfalls setzt dieses hoch moderne, halb im Hafenbecken stehende Bauwerk einen absoluten Kontrapunkt zu den alten Holzhäusern. Dass dieses Gebäude völlig beziehungslos zu seiner Umgebung in der Landschaft steht, passt zur Ölindustrie, die Stavanger mit voller Wucht umgekrempelt und Norwegen zu einem der reichsten Länder der Welt gemacht hat. (Stand 2019 nimmt Norwegen auf der Hitliste der reichsten Länder der Welt hinter den europäischen Staaten Luxemburg und Irland den 7. Platz ein. Deutschland ist auf Rang 19 zu finden.)
Zur Krönung des Tages genehmigten wir uns ein Mittagessen in einem Fischlokal. Das Essen, – einfach genial!
Zwischen Lyngdal und Flekkefjord schiebt sich die Halbinsel Lista hinaus in die Nordsee. Da es hier fast alle typisch norwegischen Landschaftsformen geben soll, wird diese Halbinsel auch „Klein Norwegen“ genannt. Dies allein war für uns Grund genug, den Abstecher hinaus in die Nordsee zu machen. Und siehe da, wir entdeckten noch ganz andere Dinge.
Gleich in Lyngdal stießen wir auf eine ganze Flotte außergewöhnlicher Schiffe, die hier offensichtlich schon länger gut vertäut vor Anker lagen. Wir spekulierten wild, um was für Schiffe es sich handen könnte, doch wirklich schlau wurden wir nicht. Doch Google sei Dank, nach Eingabe des Schiffsnamens und des Heimathafens wurden wir auf der Seite „Vesselfinder“ – unglaublich was es alles gibt – fündig. Es handelte sich um „Autofähren“, mit denen neue Fahrzeuge der Hersteller (z. B. VW oder Toyota) zwischen den Märkten verschoben werden. Die Schiffe gehören alle der Firma Wallenius Wilhelmsen Logistics, die auf Autotransporte speziallisiert ist und durch den coronabedingten Produktionsstopp in der Autoindustrie offensichtlich keine Transportaufträge mehr erhielt. Das schwedische Unternehmen fand hier im norwegischen Lyngdal wohl einen besonders günstigen Ankerplatz.
Nur wenige Kilometer weiter, bei Farsund, entdeckten wir diese Flotte. Wegen der speziellen Ausprägung des Bugs, die uns an Eisbrecher erinnerte, dachten wir zuerst an eine Fischfabrik, die in arktischen Gewässern im Trüben fischen sollte, doch weit gefehlt! Bei der ganzen Flotte, zu der auch die Schiffe rechts gehörten, handelt es sich um Spezialschiffe zur Erkundung des Meeresgrundes. Auf gut norwegisch, es geht um Erdöl. Mit diesen Spezialschiffen wird der Meeresboden durch seismische Untersuchungen auf Erdöllagerstätten abgeklopft. Vor der Küste Südnorwegens war diese Flotte ja lange Zeit gut beschäftigt.
Unser eigentliches Ziel war das kleine Hafendorf Loshavn am Eingang des Lyngdalfjords. Das heutige Ferienparadies war während des Napoleonkrieges 1807-1814 zu Wohlstand gekommen, denn die Bewohner des kleinen Außenhafens erhielten die Erlaubnis, englische Schiffe zu kapern.
Loshavn zeigt beispielhaft die Zweischneidigkeit all dieser Ferienorte. Gut ist, dass die alten Häuser durch die Nutzung als Feriendomizil erhalten und gepflegt werden. Doch außerhalb der Saison (die endet hier bereits am 15. August) sind diese Orte wie ausgestorben.
Gleich um die Ecke gingen wir für den Rest des Tages vor Anker. An diesem herrlichen Sandstrand konnten wir nicht widerstehen und wagten uns ins maximal 14 Grad „warme“ Wasser.
In meiner Fotoschau „Im Bann des Nordlichts – Lofoten“ nehme ich die Betrachter mit in die eindrucksvolle, von Wind und Wetter umtoste Inselwelt der Lofoten und versuche, die vom Nordlicht ausgehende Faszination erlebbar zu machen. Veranstalter ist die VHS Reutlingen.
Tipp: Eine Reservierung kann durchaus sinnvoll sein, da das Raumangebot überschaubar ist.
Der Regen, der in der Nacht gefallen war, bescherte uns am Morgen eine wabernde Nebelsuppe. Mal gab sie einige Meter Sicht frei, mal verschwand alles hinter einem grauen Vorhang.
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Insbesondere überm Wasser verdichtete sich der Nebel zu einem jegliche Struktur auflösenden Schleier. Es war schon fast gespenstisch, als aus dem grauen Nichts unvermittelt ein Frachtschiff auftauchte, das langsam, aber unaufhaltsam, den Fluss aufwärts glitt.
Die Weinberge zeigten in der Sonne, wie auch im Nebel, dass sie grafisch durchaus etwas hergeben.
In den Höhenlagen oberhalb der Mosel wechselten sich Nebel und Sonne auf kurze Distanz ab. Ausdruckstark die alte Allee und die Rinder vor den aufsteigenden Nebelfetzen, die uns eher an eine amerikanische Farm, denn an das Moseltal erinnerten.
Mit diesen Eindrücken in Schwarz-Weiß endet unser Reisebericht über das Moseltal.
Hinter Trier gräbt sich die Mosel zwischen Hunsrück und Eifel tief ins Rheinische Schiefergebirge ein und bildet so die bekannten moseler Steillagen, die zum Weinbau genutzt werden. Die nachfolgenden Aufnahmen entstanden zwischen Mehring und Pölich sowie
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zwischen Klüsserath und Trittenheim. Zur Erleichterung der beschwerlichen Arbeit in den steilen Hanglagen haben sich derartige Schrägaufzüge durchgesetzt.
Das Städtchen Bernkastel-Kues wird von der Burg Landshut überragt.
Von der Burg aus genießt man einen herrlichen Blick über das Tal, das die Mosel in engen Windungen tief in die schiefrigen Berge geschnitten hat.
Die Calmont Region stellt der Mosel besonders hartes Gestein in den Weg, was den Weinbau nicht gerade erleichtert.
Nach Wikipedia ist Cochem die kleinste Kreisstadt Deutschlands. Das Städtchen wird von der Reichsburg, die hier im Hochnebel verschwindet, überragt.
Der Nebel, der mal dicht über dem Wasser, mal in mittlerer Höhe waberte, produzierte seine eigenen Bilder. Nahe dem Weiler Müdenberg, oberhalb des Moseltals gelegen, stießen wir an einem Waldrand auf die nachfolgenden Skulpturen. Ein Zettel offenbarte, dass es sich um Kettensägenkunst von Sonja Krämer handelt. Bei Interesse einfach anrufen. Tel.: 02653 4179.
Im Verlauf des Vormittags drängten Sonne und Wind den Nebel ins Tal zurück, so dass man von oben den Verlauf der Mosel am Nebelband verfolgen konnte.
Fährt man von Frankreich über Luxemburg nach Trier, passiert man den Ort Schengen, der für das Schengener Abkommen namensgebend war. Diesem verdanken wir den Schengenraum, also das Europa ohne Grenzen. Ein Museum und ein Europadenkmal erinnern heute an die Bedeutung dieses Abkommens, das am 26.05.1995 in Kraft trat. Auf den Weg gebracht wurde dieses Konglomerat aus mehreren Übereinkommen jedoch bereits 10 Jahre früher, als auf einem Moselschiff nahe Schengen von 5 Staaten eine erste Übereinkunft unterzeichnet wurde.
Folgt man dem Lauf der Mosel von Westen kommend in Richtung Stadtzentrum Trier, passiert man die Benediktiner Abtei St. Matthias. Sie ist in jedem Fall einen Besuch wert.
Die Abtei beherbergt seit dem 12. Jahrhundert das Grab des Apostel Matthias. Da dies das einzige Apostelgrab auf deutschem Boden und auch nördlich der Alpen ist, hat sich die Abtei zu einer wichtigen Pilgerstätte entwickelt.
Trier selbst kann auf einen gewaltig großen historischen Fußabdruck verweisen. Bei dem Fuß im Bild unten handelt es sich um eine Nachbildung des Fußes von Kaiser Konstantin. Diese steht vor der Kaiserterme in Trier während sich das Original in Rom befindet.
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Gesichert ist die Gründung der römischen Stadt Augustus Treverorum im Jahre 16 v. Chr. Damit ist Trier die älteste Stadt Deutschlands. Doch es gibt auch Hinweise dafür, dass Trier bereits wesentlich früher, nämlich seit dem Jahre 2050 v. Chr. besiedelt wurde. Nach der Zerstörung Triers im 2.Jhd. lies Konstantin der Große die Stadt wieder aufbauen. Im 4. Jahrhundert war Trier Regierungssitz des römischen Reiches und mit 80- bis 100-tausend Einwohnern die größte Stadt nördlich der Alpen. Wiederholt residierten die römischen Kaiser in der Stadt, deren Monumentalbauten die Ansicht Triers bis heute prägen. Alleine sechs Baudenkmale aus dieser Zeit wurden in die Liste des UNESCO-Weltkulturerbes aufgenommen. Hierzu zählt zum Beispiel das Amphitheater. Mit seinen 22 m hohen Rängen konnte es 18000 Zuschauer fassen. Zum Schutze der Zuschauer war die Arena von einer 4 m hohe Schutzmauer umgeben. Großzügig dimensionierte Zuschauereingänge führten die Besucher durch Tunnel direkt auf die Ränge. Den Möglichkeiten heutiger Stadien war man in der Stadiontechnik weit voraus. Denn die Arena, die über weite Teile unterkellert ist, verfügte über mechanische Hebebühnen, mit deren Hilfe vielfältige Effekte möglich waren.
Auf dem weiteren Weg ins Stadtzentrum gelangt man durch den Palastgarten zum Kurfürstlichen Palais. Hier residierten im 17. und 18. Jhd. die Trierer Kurfürsten / Erzbischöfe.
1844-56 wurde die Konstantinbasilika, die Audienzhalle (Palastaula) der römischen Kaiser wieder aufgebaut. Heute bietet sie Raum für eine evangel. Kirche. Der nüchterne Hallenbau wird von einem sehr schönen Glasmosaikkreuz geschmückt.
Vorbei am Dom und über den Hauptmarkt gelangt man zu einem weiteren Highlight römischer Baukunst, der Porta Nigra.
Die Porta Nigra wurde 170 n. Chr. erbaut und gilt als best erhaltenes römisches Stadttor nördlich der Alpen. Auch heute noch ist der massige Bau kolossal beeindruckend.
Mit dem Einfall der Germanen zu Beginn des 6. Jahrhunderts n. Chr. und der Zerstörung durch die Wickinger begann für die Stadt der Niedergang im wechselvollen Spiel fremder Mächte.