Langeland

Setzt man von AErö nach Langeland über, blickt man bei der Hafeneinfahrt in Rudköbing auf die 774 m lange Langelandbrücke, die Langeland mit den nördlich gelegenen Inseln verbindet. Mit 52 km Länge und 11 km Breite macht die Insel ihrem Namen alle Ehre.

Langeland ist in mehrerlei Hinsicht eine sehr interessante Insel. Historisch verfügt sie mit Kong Humbles Grav über einen gut erhaltenen Langdolmen aus dem Neolitikum. Auf einem flachen Hügel umschließen 77 Randsteine eine mittig platzierte Grabkammer.

In Sichtweite des Hünengrabes liegt auf einem Hügel die Kirche von Humble. Ihre typische Bauweise verweist auf das 13. Jahrhundert.

Die Halbinsel Ristinge im Süden Langelands ist aus ökologischer und geologischer Sicht bemerkenswert. Ihr flacher Ausläufer bietet für Seevögel einen idealen Lebensraum und auch für Fische eine optimale Kinderstube. Aus dem Flachland heraus erhebt sich die 25 m hohe Steilküste des Ristinge Klint. Sie verweist auf die eiszeitliche Entstehungsgeschichte dieser Landschaft, die zum Geopark „Südfünisches Inselmeer“ gehört. Dieser Geopark umfasst eine Landschaft, die mit dem Einsetzen der Gletscherschmelze gegen Ende der letzten Eiszeit durch den Anstieg des Meeresspiegels überflutet wurde. Die höchsten Erhebungen ragen heute als südfünische Inseln aus dem Meer. Davor waren England, Dänemark und Skandinavien auf dem Landwege verbunden. Die zurückweichenden Gletscher haben typische Ablagerungen geschaffen, welche die Landschaft bis heute prägen.

Im Norden Langelands bietet Lohals als Sommerfrische gute Badestrände. Wie überall in Skandinavien wird das angespülte Seegras nach der Saison nicht mehr abgeräumt sondern bleibt zum Schutz der Küste den Winter über liegen. Dies führt mitunter zu erheblichen Geruchsbelästigungen. Wir übernachteten auf dem Stellplatz eines Bauern mit direktem Blick auf den großen Belt und den aufgehenden Blutmond. Mit dem Tele werden dabei die Strukturen auf der Mondoberfläche deutlicher sichtbar.

Marstal – AErö

Die letzten Kilometer bis Marstal verläuft die Straße entlang der steil abfallenden Küstenlinie. Immer wieder sah man Angler ihren Haken baden, doch der Erfolg hielt sich in Grenzen.

Marstall, die größte Stadt AErös, war schon immer die Stadt der Arbeit, während AErököbing die des Handels war. Über mehr als hundert Jahre ist Marstal der Heimathafen einer der größten Handelsflotten Dänemarks gewesen. In ihrer Blütezeit umfasste die Flotte rund 300 Schiffe, die überwiegend auch in Marstal gebaut wurden. Noch heute zeugen die Navigationschule, das Schifffahrtsmuseum und eine Schiffswerft von dieser großen seefahrerischen Tradition.

Das Schifffahrtsmuseum zeigt in seinem Außenbereich am historischen Ort, wie die Holzschiffe früher auf Kiel gelegt wurden. Zahlreiche Holzboote veranschaulichen deren Vielfalt und Entwicklung bis heute.

In der heutigen Werft werden noch immer Schiffe gebaut, doch einen wesentlichen Teil der Arbeit macht die Wartung, Reparatur und Restaurierung älterer Boote aus.

Bei Sonnenaufgang am Strand entlangzulaufen, ist ein besonderer Genuss. Die Stimmung ist einfach grandios.

Mit dieser Einschätzung bin ich nicht alleine. In Dänemark trifft man überall auf hartgesottene „Frühbader“, meist Frauen. Nach kurzem Eintauchen in die kalten Fluten ist der Badespaß schon wieder vorbei. Es geht ja nicht um den Sport, sondern um die Stärkung der Widerstandskräfte.

Am Fährhafen geht es die meiste Zeit des Tages geruhsam zu. Nur kurz bevor die Fähre ankommt, erwacht die Szenerie und es kommt so etwas wie Hektik auf.

Doch die Zweitakterfreunde aus Langeland, die vom Wochenendausflug auf ihre Insel zurück wollten, konnte selbst die Ankunft der Fähre nicht aus der Ruhe bringen.

Einladung zur Ausstellung

Nach dem 3. Printcup 2025 des Deutschen Verbandes für Fotografie gewinnt der Photoclub Reutlingen auch den 1. Schwarzweiß-Printcup 2025. Der DVF stellt die knapp 40 Werke, die es in die Wertungsränge geschafft haben, in der vhs-Reutlingen aus.

Gaymann in Tübingen

Zum 75. Geburtstag des Cartoonisten Peter Gaymann eröffnete das Neue Kunstmuseum Tübingen eine Ausstellung mit dem Titel „Lachen in verrückten Zeiten“. Der Titel war Programm. Nie zuvor habe ich in einem Museum so viele Leute laut lachen hören. Ein Beleg dafür, dass Peter Gaymann in seinen Zeichnungen auf humorvolle Weise häufig den Nagel auf den Kopf trifft.

Das Huhn mit menschlichen Zügen brachte ihm den künstlerischen Durchbruch. Sein so erschaffenes Huniversum wird in bewährter Weise präsentiert. Bewegliche Stellwände gliedern nicht nur den Raum sondern setzen auch thematische Schwerpunkte.

Auch das Thema Kunst geht Gaymann humorvoll an.

Dass sich Kunst und Kommerz für ihn nicht ausschließen zeigt sein persönlicher Werdegang, der ihn von Freiburg über Rom an den Starnberger See brachte. Und wer daran bislang seine Zweifel hatte, wird spätestens an der Kasse eines Besseren belehrt. Dort findet sich unter anderem auch Eierliköre mit entsprechenden Etiketten.