Vorsicht! Frisch gestrichen

Die Herbstfärbung hat ihren Höhepunkt erreicht. Mit dem Jahr verhält es sich fast wie bei einer alternden Dame, die nochmals richtig Farbe auflegt. Ein letztes Aufbäumen, obwohl sich die Zeit bereits dagegen entschieden hat.

Dieser ausufernde Strauch stach mir an einer Straßenböschung ins Auge. In der Sonne des späten Herbstnachmittags loderten seine Blätter, einer Feuerwalze gleich, über den Hang.

Einladung

Der Photoclub Reutlingen stellt aus

Vier Themenbereiche ordnen unsere fotografische Vielfalt:

•     Natur- und Landschaftsfotografie

•     Experimentelle Fotografie

•     Architektur und Technik

•     Schwarz-Weiß-Fotografie

Die gezeigten Bilder spiegeln unterschiedliche Perspektiven, kreative Ansätze und persönliche Handschriften wider – eine abwechslungsreiche Schau zwischen dokumentarischem Blick und freiem gestalterischen Spiel.

Der Photoclub Reutlingen freut sich, sein bildreiches fotografisches Schaffen zu präsentieren und lädt alle herzlich zum Besuch ein.

Lasst euch von unserer Leidenschaft anstecken!

Termin: 14.11.2025 – 18.12.2025

Vernissage am 14.11.2025, 19 Uhr, Saal der Volkshochschule (vhs), Spendhausstr. 6, 72764 Reutlingen

Apfel-Blues statt Apfelfest

Letzten Sonntag war bei uns „Apfelfest“. Das Netzwerk Streuobst lässt sich ja wirklich einiges einfallen, um die Pflege von Streuobstwiesen attraktiver zu machen, doch am Samstag war erst einmal Apfel-Blues angesagt.

Schon an den vorausgehenden Tagen war ich bis zu dreimal an die Obstannahmestelle gefahren, um meine Äpfel loszuwerden, denn Wartezeiten von mehr als zwei Stunden wollte ich mir nicht antun.

Doch der Samstag hat alles bislang dagewesene übertroffen. Bereits um 7:30 Uhr morgens betrug die Schlange ca. 600 m und aus allen Himmelsrichtungen kamen neue Fahrzeuge hinzu, meist mit Anhänger. Dies entsprach einer geschätzten Wartezeit von rund 4 Stunden.

Unter diesen Bedingungen drängt sich die Frage auf, wer da noch eine Streuobstwiese betreiben will. Gewinn lässt sich mit einer solchen Baumwiese eh nicht erwirtschaften, im Gegenteil. Sie zu unterhalten und zu pflegen kostet nicht nur Zeit. Wer das nicht als Hobby versteht oder aus Idealismus heraus macht, lässt davon ganz schnell die Finger.

Wieder einmal bin ich unverrichteter Dinge heimgefahren, um am Montag eine Stunde vor Öffnung der Annahmestelle wiederzukommen. Und, kaum zu glauben, um 7 Uhr in der Früh standen nur 3 Fahrzeuge vor mir.

Fazit: Die bei uns seit Jahrzehnten anstehende Schließung einer Lücke im vierspurigen Ausbau der B27, der etlichen Protest generiert, wird zwar einige Streuobstwiesen kosten aber der strukturelle Wandel gefährdet ihren Bestand grundsätzlich. Vor 20 Jahren gab es in unserem Städtchen noch mehrere Mostereien, ebenso in den umliegenden Gemeinden. Heute gibt es bei uns nur eine Annahmestelle von einem zentralen Safterzeuger. Wenn die Jungen unter den gegebenen Bedingungen keinen Bock darauf haben, der billigste Mitarbeiter der Saftindustrie zu sein, kann man es ihnen nicht verdenken. Doch dann brechen die Streuobstwiesen weg, wenn es die Alten nicht mehr können. Diese Entwicklung ist schon lange Realität. Siehe hierzu auch diesen Beitrag.

Das Louisiana

Das Louisiana Museum of Modern Art ist ein weltweit beachtetes Kunstmuseum in Humlebaek 30 km nördlich von Kopenhagen. Mit 700 000 Besuchern jährlich ist es das meistbesuchte Museum Skandinaviens. Hier bilden Kunstwerke, Architektur und Parkanlagen eine gelungene Einheit.

Als ich obige Aufnahme zur Kontrolle auf meinem Kamerabildschirm anschaute, erkannte ich sofort das Gesicht. Mit bloßem Auge war mir dies zuvor trotz eingehender Betrachtung nicht möglich gewesen. Das war für mich eine völlig neue Erfahrung. „Saalgott de Large“ stammt übrigens von Jonathan Meese.

Der junge Mann im unteren Bild war offensichtlich auch sehr beeindruckt. Lange blieb er vor diesem Kunstwerk stehen. Was ihn wohl derart angesprochen hat?

Auch die Architektur des Museums beeindruckt. Hier ist es ein Glaserker, dort ein Stück Mauer oder nur der Abgang zum WC. Auch die großen Glasfassaden, die den weitläufigen Skulpturengarten immer wieder in das Museum hereinholen, sind ein beeindruckendes Stilmittel.

Skulpturen überall. Die Terrasse des Restaurants ist mit Skulpturen von Alexander Calder bestückt (Little Janey-Waney). Dabei schweift der Blick weit hinaus über den Öresund. Die Parklandschaft des Museums reicht bis hinab ans Meer. Auf dem Rückweg zum Eingang passiert man diese beeindruckenden Steinkugeln, die an ferne Planeten erinnern. „Pars pro Toto“ von Alicja Kwade.

Fazit: Das Louisiana ist ein wirklich sehenswertes Museum in dem man viel Zeit verbringen kann.

Storebeltbrücke

Von der Storebeltbrücke wollte ich unbedingt eine Aufnahme machen. Mir schwebte ein Bild vor in dem sich die Brücke dicht übers Wasser hinzieht, um sich dann in luftige Höhen zu schwingen. Doch daraus wurde nichts. Als ich an der Brücke stand, konnte man die Hängebrücke im Nebel nur erahnen. Also musste ich mir etwas einfallen lassen. So entstand das Bild aus dem vorigen Beitrag und das nachfolgende Bild mit diesen Aufnahmedaten: Blende 20, 57 s, ISO 200, 24 mm, ND1000

Die Storebeltbrücke oder auf Deutsch Großer-Belt-Brücke verbindet die Insel Fünen mit der Hauptinsel Seeland. Das Bild oben zeigt den westlichen Teil der zweiteiligen Brücke. Dieser verläuft zwischen der Insel Fünen und dem Inselchen Sprogö auf einer Länge von 6611 m relativ flach über das Meer. Der schmale Teil trägt die Eisenbahnlinie, der breite die vierspurige Autobahn. Der östliche Teil zwischen Sprogö und Seeland besteht aus einer Hängebrücke, die mit 6790 m Länge und einer Hauptspannweite von 1624 m zu den längsten Hängebrücken der Welt zählt. Unter ihr verlaufen die Routen der Großschifffahrt zwischen Nord- und Ostsee. Das nachfolgende Bild zeigt die Durchfahrt unter der Brücke, aufgenommen von der Fähre Kiel-Oslo im Mai 2023 (Handy-Aufnahme).

Die Brücke ins Jenseits

Jede Brücke führt ins Jenseits. Oder nicht esoterisch überfrachtet: Jede Brücke führt ans gegenüberliegende Ufer. Emotional wird es aber für viele Betrachter, wenn sich die Konturen in der Ferne auflösen, das gegenüberliegende Ufer im Nebel verschwindet. Denn wohin führt die Brücke jetzt?

Das obere Bild ist eine Langzeitbelichtung mit 51 s Belichtungszeit. Es ist nahe an der Realität, nur das Meer ist geglättet. Doch bereits mit diesem Effekt kommt eine unwirkliche, eine mystische Stimmung auf. Das „Wächter“-Boot vor der Brücke verstärkt die bedrückende Stimmung. Nochmals eine Steigerung ergibt sich mit der Ausarbeitung in Schwarzweiß.

Wie geht es euch beim Betrachten dieser Bilder?

Schloss Egeskov

Von Langeland fuhren wir zurück auf die Insel Fünen. Unser Ziel war das Wasserschloss Egeskov, das als schönstes Renaissanceschloss Dänemarks gilt. Das Schloss wurde 1518 als mittelalterliche Burganlage errichtet und befindet sich noch heute im Privatbesitz. Um das Anwesen mit seinen historischen Gartenanlagen und umfangreichen Sammlungen halten zu können, wurde es 1986 für Besucher geöffnet. Inzwischen nutzen jährlich rund 250 000 Touristen aus aller Welt dieses besondere Angebot.

Verteilt auf zahlreiche Nebengebäude erwarten den Besucher unterschiedlichste Ausstellungen und Sammlungen von denen hier nur einige beispielhaft vorgestellt werden. Oben zu sehen die Sammlung alter Ladeneinrichtungen inklusive der Produkte aus der damaligen Zeit. Unten sind drei Ausstellungen aufgezeigt: Die Oldtimersammlung, die Sammlung Mensch und Technik und das Motorradmuseum.

Zu den umfangreichen Gartenanlagen gehört auch ein Dahliengarten, den wir in voller Blüte erleben durften. Nachfolgend einige Eindrücke von diesem überbordenden Farbspektakel.