Alles Fassade!?

Rein formal ist eine Fassade jene Oberfläche eines Gebäudes, die das Innere vom Äußeren trennt. Dass diese Definition nicht annähernd die vielfältigen Aufgaben und Charakteristika einer Fassade erfasst, zeigen die nachfolgenden Aufnahmen.

Als Fotograf mache ich die Beobachtung, dass Fassaden im Verlauf der Lebenszeit eines Gebäudes ganz unterschiedliche Stadien durchlaufen. Bei neuen Gebäuden nimmt sie  die architektonisch beabsichtigte Funktion war. Bei älteren Gebäuden wird die Fassade gerne zum Träger von Botschaften und wenn der Verfall näher rückt, führen Fassaden mitunter ein richtiges Eigenleben.

Andreas Hild, Professor für Architektur an der TU München, brachte das Thema Fassade wie folgt auf den Punkt: „Fassade ist das Bauteil, das Architektur konstituiert.“ Dies bedeutet nicht mehr und nicht weniger, dass ein Gebäude zumindest im übertragenen Sinn mit der Fassade steht und fällt.

Die Fassade verkörpert das Gesicht eines Bauwerks. Sie vermittelt so dem Betrachter draußen, was im Innern passiert – so auch ein architektonischer Anspruch. Mir scheint jedoch, dass die Fassade oftmals zur Maske mutiert. Die Glasfassaden zahlreicher Büro- und Bankgebäude täuschen eine Transparenz vor, die aber im Geschäftsalltag systematisch verhindert wird. Hier soll also mit der Sprache der Architektur etwas vorgetäuscht werden, das es so nicht gibt.

Am besten gefällt mir der Vergleich mit der menschlichen Haut. Gerade im Hightech-Zeitalter ist die Fassade ein differenziertes Organ das viele Anforderungen erfüllen muss. Und wie die Haut, ist auch sie einem Alterungsprozess unterworfen.

Die nachfolgenden Aufnahmen zeigen die großartigste Fassade, die ich kenne, die Fassade des Harpa-Konzerthauses in Reykjavik, Island. Der einzige Wermutstropfen: die Aufnahmen wurden mit einer einfachen Kamera gemacht und sind deshalb technisch leider nicht perfekt.

 

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In Stein gemeiselter Größenwahn

Vorwort: In einem solchen Blogbeitrag lassen sich nicht alle Aspekte und Fakten des ehemaligen Reichsparteitagsgeländes darstellen. Hier werden insbesondere Teile aufgegriffen, die sich auch fotografisch fixieren lassen. Ich empfehle, sich darüber hinaus mit diesem Ort, an dem jeder Bürger Deutschlands einmal gewesen sein sollte, zu beschäftigen. Wenn dieser Beitrag dazu animiert, hat er sich gelohnt.

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Obwohl nicht mehr viel übrig ist von den „Prachtsbauten“ des 1000-jährigen Reichs, zeugt das Reichsparteitagsgelände in Nürnberg auch heute noch vom Größenwahn der Nationalsozialisten und von der Verführungskraft der „Wir-zuerst-Philosophie“, die sich wie ein roter Faden durch die ganze Menschheitsgeschichte zieht und die gegenwärtig wieder eine Neuauflage erfährt. Im „Dokumentationszentrum Reichsparteitagsgelände“ wird dieser düstere Teil deutscher Geschichte vorbildlich aufgearbeitet.

 

Südlich der Stadt lag vor 1933 das ausgedehnte Naherholungsgebiet Nürnbergs, „Am Dutzendteich“. Bereits 1927 und 1929 nutzte die NSDAP die dort vorhandene Infrastruktur (Zeppelinfeld, Sportgelände für überregionale Großveranstaltungen und die Ehrenhalle, ein Denkmal für die Gefallenen des 1. Weltkriegs) für ihre Parteitage. Nach der Machtergreifung 1933 wurde damit begonnen das 16,5 qkm große Gesamtareal für die Inszenierung der Reichsparteitage umzubauen.  Mit Beginn des 2. Weltkrieges wurden die Bautätigkeiten weitgehend eingestellt, fast nichts wurde vollendet.

Hier einige Beispiele für den in Stein gemeiselten Größenwahn:

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1935 wurde mit dem Bau der Kongresshalle, dem Kolosseum, begonnen. Auf einer Grundfläche von 280 m x 200 m sollte der Bau 50000 Menschen Platz bieten. Der U-förmige Ziegelbau wurde dem Marcellus Theater in Rom nachempfunden, das auch Vorbild für Roms Kolosseum war. Das Bauwerk sollte eine Höhe von 70 m erreichen,  blieb aber mit 39 m unvollendet. Während die Fassade mit Granitplatten verkleidet wurde, ist der Ziegel im Innenbereich des „U“ unverkleidet erhalten.

 

Auf der Ostseite des „U“ befinden sich zwei Kopfbauten. Der südliche beherbergt seit 2001 das Dokumentationszentrum und im nördlichen sind die Nürnberger Synphoniker untergebracht.

Das Grundkonzept für das Gesamtgelände wurde von Albert Speer ersonnen. Er verdeutlichte damit, dass er nicht irgendein technokratischer Mitläufer war, sondern ein Motor dieser größenwahnsinnigen Denke, deren kolossale Architektur ein Mittel zur Propaganda und zur Unterdrückung des Volkes war. Mit ihrer Symbolik sollte sie den natürlichen Anspruch des dritten Reichs zur Weltmacht verkörpern, das in direkter Linie mit dem antiken Rom und dem Heiligen Römischen Reich Deutscher Nationen zu sehen war. So wurde die „Große Straße“, die als zentrale Achse des Geländes und als Aufmarschstraße für die Reichsparteitage geplant war, exakt auf die Kaiserburg ausgerichtet, um eine Verbindung zwischen dem Heiligen Römischen Reich und den Reichsparteitagen herzustellen. Von der ursprünglich 2 km lang und 40 m breit geplanten Straße wurden bis 1939 1,5 km realisiert. Die Straße kam jedoch nicht mehr zum Einsatz.

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Um den Granit für diese Baumaßnahmen bereitzustellen, errichtete die SS eine regelrechte Granitindustrie. Hierzu wurden Konzentrationslager eigens in der Nähe von Granitsteinbrüchen eingerichtet.

Als Paradebeispiel propagandistischer Maßlosigkeit kann das Deutsche Stadion betrachtet werden. Geplant auf einer Grundfläche von 540 m x 445 m und einer Höhe von 82 m sollte es das größte Stadion der Welt werden und 405000 Zuschauer fassen (das ist das Doppelte der größten Stadien heute). Begonnen 1937 war der bis zu 10 m tiefe Aushub bis Kriegsbeginn 1939 noch nicht fertig. Die Baugrube lief voll und bildete den „Silbersee“. Zwischen 1946 und 1962 wurden in der Nähe des Sees anfänglich Weltkriegsschutt und später auch Industrieabfälle zu einem Berg aufgeschüttet. Die Problemstoffe sickerten in den See und in das Grundwasser. Beide sind bis heute mit Schwefelwasserstoff vergiftet. Dies ist ein nach wie vor ungelöstes Umweltproblem.

Weitere Infos siehe: Wikipedia, Süddeutsche Zeitung, Dokumentationszentrum

Weitere Beiträge zu Nürnberg: Südbahnhof, das war mal!, Am Tiergärtnertor, Nürnberg

Der Herbst hat viele Gesichter

Der Herbst wird in der Regel ja mit dem Ende und nicht mit dem Neuanfang in Verbindung gebracht. Ich denke, dass es sich hier um ein romantisch verklärtes  Vorurteil handelt. Vieles beginnt im Herbst auch neu.

Vielleicht bestand der Goldschatz der Argonauten ja nur aus Blattgold? Dies würde jedenfalls diese Story wesentlich entspannen und Medeas Verrat wäre überflüssig, denn schwimmendes Blattgold lässt sich im Herbst leicht „einfangen“. Ein Versuch:

Die Bilder von Schafherden auf sonniger Heide kennt jeder. Doch Schafe weiden auch im Herbst bei jedem Wetter.

Herbst ist mehr als buntes Laub! Und genau diese Vielfalt macht den Herbst zu einer tollen Jahreszeit!

Pausa – Industriebrache im Bauhausstil

Bogenhalle

Nach dem Konkurs der Pausa 2001, kam die Produktion der Nachfolgefirma bereits 2004 endgültig zum Erliegen. Das Denkmalamt stellte daraufhin das vom Bauhausarchitekten Manfred Lehmbruck zwischen 1951 und 1960 erstellte Enseble unter Schutz. 2006 erwarb die Stadt Mössingen das gesamte Areal. Inzwischen hat sich viel getan: Mit der Tonnenhalle wurde das erste Vorzeigeprojekt gelungener Sanierung in Betrieb genommen, das Pausa-Cafe folgte als zweites Projekt. Doch es gibt noch viel zu tun, denn der größte Teil des Areals muss noch einer Nutzung zugeführt werden.

Bogenhalle, Kulisse Theater Lindenhof

Die Bogenhalle ist lediglich ausgeräumt. Sie verfügt über eine Reihe alter Installationen und bietet damit eine ideale Kulisse für kulturelle Großereignisse. Das Theater Lindenhof hat von Anfang an diese Möglichkeit gesehen und genutzt.

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Ob das angrenzende Verwaltungsgebäude mit seiner unglaublichen Fülle an Räumen dauerhaft erhalten werden kann, wird sich m. E. an der Haltung des Denkmalamtes entscheiden. Dieses sollte sich darüber klar sein, dass die Erhaltung von Gebäuden davon abhängt, ob diese auch einer Nutzung zugeführt werden können. Und dies hängt entscheidend von den Vorgaben des Denkmalamtes ab.

Sicher ist, das Gebäude verfügt über gigantische Räume und museale Schätze.

Das alte Kesselhaus der Pausa ist, obwohl entkernt, auch heute noch ein magischer Ort.

Der Photoclub bei der Arbeit

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Kesselhaus

Es bleibt zu wünschen, dass die Stadtverwaltung bei der Sanierung auch weiterhin ein gutes Händchen hat.

Weitere Bilder und Informationen zum Bauhaus und der Pausa findest du hier.

Gewitter im Anmarsch

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Am Freitag, 12.07.19, rollte eine Gewitterfront über uns hinweg.

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Neben Starkregen kam es auch zu Hagelschlag.IMG_0398

Man konnte zusehen, wie es in den Wolkenformationen brodelte. Zum Glück zog das Gewitter zügig weiter.