Ferropolis

Namen wie Mad Max, Big Wheel oder Gemini erinnern eher an ein Museum für Hollywood-Filme als an ein Braunkohlerevier der ehemaligen DDR. Doch genau darum geht es in Ferropolis bei Gräfenhainichen.

Der wolkenverhangene Himmel passte zu der „Stadt aus Eisen“, dem aus der Zeit gefallenen Ort, der zugleich Museum, Festivalgelände und Wohnmobilstellplatz in einem ist. Fünf gewaltige Bagger-Giganten stehen dort am Nordrand des Bitterfelder Braunkohlereviers auf einer Halbinsel im Gremminer See. Dieser entstand, als im Jahr 2000 die Grube geflutet wurde.

Der Absetzer 1022 – Gemini mit zugehörigem Eimerkettenbagger. Dahinter Bagger 651 – Mad Max und Wohnmobilstellplätze am See.

Im Vordergrund der Raupensäulenschwenkbagger 197 – Mosquito, erbaut 1941. Mit 792 t Masse, 3-5 Personen Besatzung, 27 m Höhe und 67 m Breite zählt dieser zu den kleineren Gerätschaften. Nachfolgend eine Gesamtansicht.

Ein wahrer Koloss ist der Absetzer 1025 – Medusa: Baujahr 1959, 1200 t Masse, 5-7 Personen Besatzung, 36 m Höhe und 102 m Breite. Besonders beeindruckend ist der um 360 Grad drehbare Reparaturkran, der die gesamte Konstruktion überragt.

Spannend sind die unzähligen Details.

Zum Abschluss der Mosquito im Scherenschnitt.

TIP: Unter fotografischen Gesichtspunkten ist es absolut zu empfehlen auf dem Gelände zu übernachten. Dann hat man nach Schließung des Museums genügend Zeit, um ungestört zu fotografieren. In den Monaten April und Mai ist dies wohl unproblematisch möglich. Während der Festivalsaison haben die Camper das Nachsehen.


6 Gedanken zu “Ferropolis

  1. Lieber Horst, sehr beeindruckende Überbleibsel unserer noch nicht beendeten fossilen Brennstoffepoche. Ich fuhr vorgestern zurück aus Nordhessen, vorbei an zahlreichen Windrädern. Da kam mir der Gedanke, daß wir wieder zurückkehren zu alten Zeiten der Energiegewinnung ohne Umweltbelastung. Was passiert eigentlich mit den Baggern? Rosten die vor sich hin, bis sie in ferner Zukunft zusammen fallen und von der Vegetation verschlungen werden? Liebe Grüße Jürgen

    Gefällt 1 Person

    1. Lieber Jürgen,
      vermutlich werden die Bagger so lange erhalten, wie sich der Aufwand lohnt. Immerhin bilden sie eine einmalige Kulisse für Festivals und sonstige Events. Ein derartiges Bühnenbild hat Seltenheitswert. Und als Museum dient es ja auch. Liebe Grüße Horst

      Like

Hinterlasse eine Antwort zu elkeunterwegs Antwort abbrechen