Wir setzten unsere Reise nach Süden fort. Bei Florenz verließen wir die A1 in Richtung Siena, um alsbald auch diese „Schnellstraße“ zu verlassen und das Städtchen Greve in den Bergen des Chianti anzusteuern.

Völlig unerwartet stießen wir auf einen amerikanischen Soldatenfriedhof. Im Sommer hatten wir in der Normandie eigentlich genug Soldatenfriedhöfe und Gedenkstätten besichtigt aber natürlich, auch in Italien tobten im 2. Weltkrieg schwere Kämpfe. Allerdings muss man heute in Europa – ja weltweit – feststellen, dass die viel gelobte Befreiung vom Faschismus wohl nie so richtig gelungen ist. Selbst die ehemaligen Befreier sind hochgradig infiziert. Das obere Bild zeigt den Blick über die Brücke der Greve auf die Gedenkstätte, die oberhalb der Gräberfelder errichtet wurde.

Auf dem Friedhof sind in zwei Gräberfeldern über 4400 Gefallene bestattet, mit ganz wenigen Ausnahmen Amerikaner. An der Mauer der Gedenkstätte (unteres Bild) wurden zur Erinnerung die Namen von mehr als 1400 Vermissten aufgelistet.

Eines muss man den Amerikanern lassen, auf die monumentale Inszenierung des Gedenkens verstehen sie sich prächtig. Bei uns ist dieses Thema noch immer tabuisiert und damit wird es zur Spielwiese der Rechtsradikalen. Geradezu pervers erschienen mir jedoch die drei Gärtner, die den absolut kurz geschorenen Rasen unterhalb der Gedenkstätte pausenlos mit ihren Rasenmähern traktierten. Ein nahezu unwirklicher Anblick.