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Freitag, 01. März 2019

Als ich mich auf den Rückweg nach Troms machte, hatte es sich bereits völlig zugezogen. In Borge, das insbesondere durch sein Wikingermuseum bekannt ist, fällt jedoch schon aus der Entfernung die moderne Kirche ins Auge. Fertiggestellt 1987 fasst das Bauwerk 700 Personen und dient deshalb zur Aufführung von Konzerten.

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Gleich gegenüber fand sich diese nette Perspektive.

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Am Steirapollen gelang mir noch diese Aufnahme einer Felseninsel bevor der Schneesturm loslegte.

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Da die Scheibenwischer in kürzester Zeit vereisten ging die Sicht mitunter gegen Null.

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Am Gimsöystraumen hatte der Schneefall gerade etwas nachgelassen, doch das war nur eine kurze Freude.

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Die 1007 m lange Brücke über den Tjelsundet verbindet seit 1967 die Inselwelt der Lofoten mit dem norwegischen Festland. Inzwischen waren gut 30 cm Neuschnee gefallen und die Schneepflüge waren permanent im Einsatz.

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Auf der E6 nach Norden angekommen, war es bereits Nacht. Hinter Setermoen fand ich einen geeigneten Übernachtungsplatz.

 

Samstag, 02. März 2019

Am anderen Morgen hatte sich die Welt völlig verändert. Statt -3 Grad, wie am Vorabend, zeigte das Thermometer -19 Grad an. Dafür sah es nach einem herrlichen Sonnentag aus.

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An der Malselva bog ich von der E6 ab und folgte dem Flusslauf talaufwärts in Richtung eines ausgewiesenen Skigebietes, noch unentschlossen, ob ich die Tourenski nicht doch noch auspacken sollte. Wegen des fehlenden Kartenmaterials aus dieser Ecke verwarf ich die spontane Idee jedoch wieder. Als ich in einem kleinen Gehege zwei einsame Rentiere erblickte, hielt ich an. Hier wurden wohl Schlittenfahrten mit Rentieren angeboten. Wenn´s ums Geschäft geht wird dann auch mal schnell die Samentradition strapaziert und ein Zelt aufgestellt.

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Statt einer Skitour, entschied ich mich dafür, Troms nicht über die E8 sondern auf der Nebenroute 858 anzufahren. Eine Entscheidung, die ich nicht bereuen sollte.

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Durch tief verschneite Landschaft und vorbei an weit verstreuten Gehöften ging es hinüber zum Nordfjordbotn der, wie mir ein Eisangler erzählte, seit fünf Jahren endlich wieder einmal zugefroren war. Den Eisanglern werde ich aber einen eigenen Beitrag gönnen.IMG_9382

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Dann wechselte die Straße hinüber zum Balsfjorden. Dem entlang ging es Richtung Troms.

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Im Strandbereich hinterließen Ebbe und Flut den üblichen Eisbruch, der von riesigen Eiskristallen garniert wurde.

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Durch ein Traumland für Skitourengeher erreichte ich schließlich Troms.

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Donnerstag, 28. Februar 2019

Kaum zu glauben, heute ist schönes Wetter. Das bedeutet keinesfalls, dass es Sonne pur gibt, aber die Schneeschauer sind nur kurz und die sonnigen Abschnitte dafür viel länger. Mein erster Fotostopp am Morgen lag am Selfjorden westlich von Ramberg. Auf der Weiterfahrt in Richtung Osten musste ich bei der alten Fischfabrik unbedingt auf den Auslöser drücken.

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Am Flakstadpollen zückte ich an mehreren Stellen die Kamera. Dabei ist „zücken“ der falsche Begriff. Fast immer bedeutet dies, dass das ganze Gerötel dabei ist, insbesondere Stativ und Filter.

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Beide Aufnahmen zeigen den Blick über den Flakstadpollen auf den Hustinden (691 m), während die nachfolgende Teleaufnahme die Häusergruppe, die schon im oberen Bild zu sehen ist, näher unter die Lupe nimmt.

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Eine Ecke weiter gab es interessant Eisformationen. Da es sich bei diesen Gewässern ja um Meeresarme handelt, sind sie Ebbe und Flut ausgesetzt. Gefriert das Wasser während der Flut, platzt die Eisdecke bei ablaufendem Wasser über den angespülten Tanghäufen auf. Vor der Dunklen Wand eines aufziehenden Schneegestöbers ergibt sich so eine ganz eigentümliche Stimmung.

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Auf der Ostseite des Flakstadpollen setzt sich das variantenreiche Spiel mit Eis und offenem Wasser fort. Auch im Gegenlicht ein stimmungsvolles Motiv.

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Nun ging es auf tief verschneiter Straße hinaus zur abgelegenen Häuseransammlung Myrland. Über den Nappstraumen blickt man hinüber zum Strand von Haukland.

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Irgendwann hat man Myrland dann erreicht. Wer also etwas abgelegenes sucht, Myrland wäre da ein echter Geheimtipp!

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Bei der Weiterfahrt in Richtung Unstad passierte ich dieses Gehöft vor eindrucksvoller Kulisse.

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Grandios ist auch der Blick in den Märvollspollen, wo die Abendsonne für die richtige Stimmung sorgt.

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Direkt unter mir liegen die Häuser von Saupstad, die das Ende dieses Meeresarmes markieren.

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Von Unstad ging es dann zurück zum Strand von Haukland. Dort in der Nähe hatte ich mir einen Platz ausgesucht, der eine gute Kulisse für Polarlichtaufnahmen bieten sollte, denn für heute Nacht waren die Prognosen gut. Doch zuvor noch ein letzter Stopp am Vagspollen mit dem Blick hinüber in Richtung Myrland. Die Aufnahme darunter zeigt im Spiegelbild die hinter Leknes gelegene Bergkette.

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Mittwoch, 27. Februar 2019

Der Sturm hatte zwar etwas nachgelassen, doch der Regen blieb. Mein erstes Ziel war die am gleichnamigen Fjord gelegene Ortschaft Nusfjord. Auf dem Weg dorthin passiert man den Bergsee Storvatnet, dessen Eisschollen ein tolles Mosaik bilden.

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Bereits nach den ersten 50 m in Nusfjord hat mir der Sturm den Regenschirm zerlegt. Was soll´s, bislang ging es ja auch ohne.

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Im idyllisch gelegenen Nusfjord drängte sich mir die Frage auf, ob hier überhaupt noch Einheimische leben, die nicht am Fremdenverkehr ihr Geld verdienen.

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Als Nächstes steuerte ich den Strand von Haukland an. Dieser herrliche Sandstrand dient im Sommer als „Freibad“ für die Umgebung. Heute wollte allerdings keiner baden, denn dort wurde man richtig sandgestrahlt.

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Um diesen fantastischen Blick zu genießen, musste ich zuerst einen Bachlauf queren. Dazu hatte ich extra meine Gummistiefel angezogen. Ich hatte noch nicht einmal die Mitte des Baches erreicht, als eine kräftige Welle die Gummistiefel füllte. Was macht man nicht alles für ein paar Bilder?

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Aufgrund des anhaltenden Sauwetters überlegte ich mir ernsthaft, ob ich mich nicht früher als geplant nach Tromsö zurückziehen sollte, doch am Nachmittag sah der Himmel aus, als wollte sich Hochdruck durchsetzen. Also zurück auf meinen Campground nach Ramberg. Als ich den Strand bei Flakstad passierte, legte ich nochmals einen Fotostopp ein. Der Regen hatte inzwischen aufgehört. Deshalb wollte ich versuchen die riesigen Steinblöcke mit einer Langzeitbelichtung festzuhalten. Hier die Ergebnisse.

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Einige wenige Wasserflecken muss ich noch beseitigen, das kommt aber später dran.

Es ging schon gegen Mitternacht, als der Himmel tatsächlich aufriss und das Nordlicht zaghaft durchschimmerte. Also rein ins Auto und raus aus dem Städtchen, weg vom Licht.

 

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Im Vergleich zum ersten Nordlicht war das eine klare Steigerung, doch es sollte noch besser kommen.

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Gut geplant ist eben nur halb gewonnen. Eigentlich sollte meine Maschine am 21. Februar, morgens um 6:05 Uhr nach München abheben. Von dort aus sollte es dann nach Tromsö weitergehen, Ankunft dort 11:30 Uhr. Genügend Zeit um meinen Camper zu übernehmen und einzukaufen. Doch es kam alles ganz anders.

Um 6:45 Uhr annullierte die Lufthansa den Flug nach München und schickte uns Passagiere erneut zum Einchecken. Dort nahmen wir unsere Umbuchungen entgegen. Für mich ging es über Hamburg und Oslo nach Tromsö. Neue Ankunftszeit: 19:05 Uhr. Somit konnte ich das Wohnmobil nicht mehr übernehmen und musste ein Hotel buchen. Als ich im Hotel ankam, war die Buchung nicht durchgekommen, das Hotel voll belegt. Freundlicher Weise wurde mir das einzig freie Zimmer in einem Hotel in der Umgebung reserviert, für nur 200€ – ein Schnäppchen.

Mit dem Fahrzeugvermieter hatte ich unterwegs vereinbart, dass ich den Wagen am anderen Morgen gleich um 8:00 Uhr übernehmen kann. Nun erreichte mich die Nachricht, dass es 9:00 Uhr würde. Als ich dort um 9:30 Uhr ankam, war das Fahrzeug noch nicht gerichtet und es war ein völlig anderes. Wie auch immer, schließlich war es 11:30 Uhr, als ich die Vermietungsstation verließ und den Wassertank musste ich auch noch befüllen, weil beim Vermieter alles eingefroren war.

Es war kurz vor 14 Uhr als ich eingekauft hatte und endlich in Richtung Lofoten aufbrechen konnte. Tauwetter und Regen hatte eingesetzt. Die Fahrbahn war mit einer dicken Eisschicht überzogen. An Steigungen, wo sich im Eis Fahrrinnen gebildet hatten, schossen reißende Bäche und in den Senken standen riesige Seen, da das Wasser nicht ablaufen konnte. Immerhin lag gut ein Meter Schnee neben der Straße und tags zuvor erreichten die Temperaturen gerade mal 15 Grad minus. Dank der Spikes in den Reifen war das Fahren dennoch kein Problem. Von Tromsö ging es auf der E8 in Richtung Södost zur E6, der Hauptroute in Nord-Süd-Richtung. Den ersten Fotostopp legte ich kurz vor Einmündung in die E6 ein. Das Ende des Balsfjord war mit einer geschlossenen Eisdecke versehen. Nahe der Eiskante machten sich einige Eisfischer an ihren Löchern zu schaffen. Um die näher anzuschauen, fuhr ich ab. Es war mir jedoch nicht möglich auf die Eisfläche zu wechseln, dennoch fand ich das eine oder andere Motiv.

Inzwischen war ich auf der E10 in Richtung Lofoten unterwegs. Gegen 20 Uhr steuerte ich einen Parkplatz für die Nacht an. Als ich für meine Nudeln Wasser zapfen wollte, röchelte die Pumpe vergeblich, der Tank war leer und das, obwohl mir versichert wurde, dass alle Tanks geschlossen seien. Mit der Toilette war es dann wohl auch nichts. So ein Mist, man sollte eben alles selbst kontrollieren. Aber es gab ja noch Mineralwasser.

Erst am nächsten Morgen zückte ich die Kamera erneut. Am Tjeldsundet hatte der Regen die Senke vor einem Schuppen in eine Eisfläche verwandelt. In Verbindung mit dem Meer und der tief hängenden Bewölkung ergab sich ein geradezu surrealer Eindruck.

Nach Bewältigung einer Passstraße, für LKW nur mit Ketten befahrbar, gelangt man ins Sordalen. Die Lakselva war durch Regen und Schneeschmelze angeschwollen. Statt im üblichen Bachbett, floss das Wasser über Eisrinnen und verschwand von Zeit zu Zeit unter der Eisdecke. Vielerorts hatten sich Seen auf der Schneedecke gebildet.

Das Ende des Ingelsfjord war vollständig zugefroren. Durch den Tidenhub zerbrach die Eisdecke am Strand in große Schollen. Das Regenwasser, das auf der geschlossenen Eisfläche stand, zauberte ein sauberes Spiegelbild der steilen Bergflanken.

Kurz darauf mündete ein munterer Bachlauf bei der Häusergruppe Myrland in den gleichnamigen Fjord.

Bei Vestpollen zeigte sich der Austnesfjorden von seiner besten Seite. Die Luftflotte der Möwen und die Flotte der Fischer lagen sich vor großartiger Kulisse friedlich gegenüber.

Ich hatte mich bereits auf das Ende der heutigen Fahrt eingestellt, als der Flakstadpollen in phantastischer Beleuchtung vor mir lag. Da gab es kein Zögern. Kaum dass ich mich mit meinem Stativ in Position gebracht hatte, hielten auch schon weitere Fahrzeuge und in kürzester Zeit war ich von vier emsigen Restlichtjägern umringt, was das Fotografieren nicht gerade einfacher machte. Der einsetzende Regen und das schwindende Licht erzwangen dann den Rückzug.

Schnapsidee zum Schluss

Donnerstag, 4. Mai

Bereits bei unserem ersten Besuch auf Rarotonga stand der Cross Island Walk auf meiner Hitliste ganz oben. Leider passte das Wetter nie so richtig. Nach unserer Rückkehr nach Rarotonga kam für dieses Unternehmen nur der Donnerstag infrage. Beim Frühstück sah alles danach aus, dass es auch heute nicht klappen würde. Gegen Elf hatte es schon länger nicht mehr geregnet und die Bewölkung lockerte merklich auf. Also, jetzt oder nie. Nur mit Wasserflasche und Fotoapparat bewaffnet zog ich los. Kaum als ich aus dem Bus raus war, fing es an zu schütten. Ich konnte gerade noch unter einer Palme Schutz finden. Eigentlich war das schon das Aus der Unternehmung, doch so schnell gibt man bekanntlich ja nicht auf. Nach einer viertel Stunde konnte ich endlich loslegen.

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Anfangs ging es entlang einer Straße durch Farmland. Aufgegebene Plantagen waren von gelb blühenden Kletterpflanzen total überwuchert. Selbst hohe Bäume und Palmen waren vor diesem Gewächs nicht sicher.

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Am Wasserfall endete die Straße. Die letzten Hühner suchten auf einem Tisch nach Futter und tanzten dabei ungeniert auf dem Geist des Wasserfalls herum. Ein Schild markierte den Beginn des Pfades, der entlang eines Bachlaufs im Urwald verschwand.

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Kaum dass mich das Dickicht aufgenommen hatte, fing es neuerlich an zu regnen. Ich war froh, dass nur ein Bruchteil des Wassers durch das Blätterdach hindurch kam. Der Pfad war teilweise so steil und glitschig, dass es in eine regelrechte Kletterei ausartete.

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Bäche mit knietiefem Wasser mussten durchwatet werden.

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Von Anfang an faszinierten mich die riesenhaften Farnstauden. Die Stengel der Farnwedel erreichten locker die Stärke eines Männerarmes. Nach einer weiteren längeren Kletterpartie fragte ich mich, ob dies wohl noch der richtige Weg sei. Ich hatte bereits so viel Höhe gewonnen, dass ich den Bergsattel längst hätte erreicht haben müssen, doch das Dickicht lies keine Orientierung zu. Gerade als ich für mich beschlossen hatte um zu kehren, hörte ich Stimmen einer nachfolgenden Gruppe. Es waren vier junge Neuseeländer, einer war sogar barfuß unterwegs. Ich fragte sie nach dem Weg und die waren sich absolut sicher, dass wir richtig waren. Also schloss ich mich der Gruppe an.

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Die Kletterei durch den steilen Mahagoniwald schien kein Ende zu nehmen, doch dann standen wir unvermittelt auf einem schmalen Grat, der uns zum ersten Mal einen Überblick erlaubte.

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Wir waren weit vom richtigen Kurs abgekommen. Unser Bergrücken führte als rasiermesserscharfer Grat geradewegs auf einen der höchsten Inselberge zu, anstatt links an diesem vorbei über den Bergsattel zu führen. Die Neuseeländer wollten weitergehen. Solange der Grat bewachsen war, ging das auch gut. Es dauerte jedoch nicht lange, bis nur noch blanker Fels anstand. Bei strömendem Regen war eine Querung dieser Passage nicht zu leisten, schon gar nicht barfuß. Wir beschlossen einvernehmlich umzukehren. Mein Fotoapparat hatte inzwischen seinen Geist aufgegeben, obwohl ich ihn ständig mit meinem T-Shirt vor dem Regen geschützt hatte.

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Der Rückweg erforderte äußerste Konzentration und absolute Vorsicht. Von Baum zu Baum und Wurzel um Wurzel hangelten wir uns abwärts. Triefend vor Nässe und mit Lehm verschmiert stieg ich in den erst besten Bus, um endlich dem Regen zu entkommen. Der Bus fuhr natürlich in genau entgegengesetzter Richtung, so dass ich noch unbeabsichtigt zu einer Inselrundfahrt kam.

Eines ist sicher, der Cross Island Walk ist eine absolute Empfehlung und ein Erlebnis, sollte aber nur bei gutem Wetter begangen werden. Erzwingen sollte man die Tour besser nicht.

Mehr Cook Islands siehe Rarotonga

Französisch Polynesien Ab_in_die_Südsee

Rückblick und Bilanz

Aitutaki

Freitag, 28. April

Rarotonga. Schon seit Stunden regnete es in Strömen. Unterm Regenschirm wartete ich an der Straße, um den Inselbus zu stoppen. Dann musste es schnell gehen. Trotzdem blieben wir natürlich nicht trocken. Nach zahlreichen Stopps erreichten wir den Airport.

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Der Begriff Airport erweckt sicherlich falsche Vorstellungen, denn mehr als sechs Inselflüge und einen internationalen Flug gibt es hier am Tag nicht abzufertigen. Entsprechend entspannt ist die Atmosphäre. Vor unserem Flug wurde ein Flugzeug nach Maupe der zweitgrößten Insel der Cook Islands abgefertigt. Inselbewohner, die auf Rarotonga eingekauft hatten, standen mit ihren Kisten, Schachteln und Taschen beim Check in. Hier kamen nicht nur die Gepäckstücke sondern auch die Personen auf die Waage. Mit einem jüngeren Mann, der gerade sein Gepäck aufgegeben hatte, unterhielt ich mich. Ich wollte wissen, wie es mit der Verkehrsanbindung der Insel bestellt ist. Das sah nicht wirklich gut aus. Ein Versorgungsschiff kam alle ein bis zwei Monate, das Flugzeug dreimal die Woche. Der größte Teil der Waren wurde deshalb eingeflogen. Doch der einfache Flug von Maupe nach Rarotonga kostet 250 NZ$, genau so viel wie ein Flug nach Auckland. Da geht man also nicht mal kurz zum Einkaufen, denn für den normalen Inselbewohner ist das eine Menge Geld.

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Während wir noch auf unseren Flug warteten, setzte sich eine ältere Frau zu uns. Sie lebte auf Aitutaki und war eigens nach Rarotonga geflogen, um sich einen neuen Hut für den Gottesdienst am Sonntag zu kaufen. Bei der Taufe des jüngsten ihrer zahlreichen Urenkel musste das Outfit stimmen. Stolz auf ihre neue Errungenschaft war sie bereit, uns ihren neuen Hut zu zeigen und wir versprachen ihr, den Taufgottesdienst zu besuchen.

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Aitutaki ist ein kleines Atoll rund 300 km nördlich von Rarotonga. Die Insel vulkanischen Ursprungs ist von einer verhältnismäßig großen Lagune umgeben, deren Entstehung auf die Explosion eines inzwischen erloschenen Vulkans zurück geht. Das Saumriff Aitutakis umschließt eine Fläche, die sicherlich siebenmal so groß ist, wie die Insel selbst. Wegen seiner tollen Lagune hat Aitutaki ein nennenswertes touristisches Aufkommen. Dennoch hat sich die Insel ihre ländliche Prägung erhalten, denn die kleineren Lodges fügen sich in das ländliche Idyll fast nahtlos ein und die wenigen größeren Resorts liegen weitgehend isoliert im Abseits.

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Der Tourismus kam für die Inselbewohner gerade zur richtigen Zeit, denn der Export der Tropenfrüchte wie Banane oder Papaya lohnt heute nicht mehr. Obgleich viele Inselbewohner im Tourismusgeschäft unterkommen, ist der Strukturwandel, der die Insel schon vor ein paar Jahrzehnten erfasst hat, an zahlreichen verlassenen Anwesen zu erkennen.

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Wir hatten uns im „Paradiese Cove“, einer netten, kleinen Lodge an der Westküste der Insel eingemietet. Sie ist im Besitz eines Enkels der Dame, die wir am Airport getroffen hatten. Es war genau die richtige Umgebung für den Schlussakkord unserer Reise.

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Einfach den Strand genießen,

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am Sonntag in die Kirche gehen, wie es sich für einen Insulaner gehört,

mit dem Scooter die Insel erkunden,

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am Marine Research Center vorbei schauen,

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Tiere und Pflanzen bestaunen,

ein tolles Abendessen mit Tanz- und Feuershow genießen,

eine Lagoon- und Schnorchel-Cruise mitmachen,

und einfach den Sonnenuntergang an der Strandbar und die wohltuende Kühle der aufkommenden abendlichen Brise genießen. Mehr wäre glatt purer Aktivismus.

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Am Mittwoch, 03. Mai

begann für uns dann die Heimreise. Wir verließen Aitutaki in Richtung Rarotonga. Wieder einmal schüttete es was es konnte, so dass die Passagiere mit Kleinbussen direkt bis zum Flugzeug gebracht wurden. In Rarotonga haben wir zur Sicherheit noch zwei Tage Puffer eingeplant, um unseren Flug nach Los Angeles ja nicht zu verpassen.

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Am Sonntag, 23. April

besuchten wir den Gottesdienst in der Kirche gleich um die Ecke. Ein besonderes Erlebnis war für uns der Wechselgesang zwischen den Männern und Frauen. Engagiert vorgetragen spürte man die Lebensfreude der Insulaner, die ihnen auch die Missionare nicht austreiben konnten. Nach dem Gottesdienst traf sich die Gemeinde vor dem Gemeindehaus zu Obst und einem Glas Saft. Auch wir waren eingeladen. Rose hatte sofort Kontakt zu zwei alten Frauen, die über die Abwechslung in ihrem Alltag hoch erfreut waren.

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Außer der Lebensfreude, die in Tanz, Gesang, Rhythmus und Farbe zum Ausdruck kommt, haben sich die Inselbewohner noch einige andere Bräuche und Einstellungen ihrer Ahnen bewahrt oder diese geschickt mit westlichen Einflüssen verknüpft. Für uns befremdlich ist das Bestatten der Familienmitglieder im eigenen Garten. Dieser Brauch ist weit verbreitet, so dass man in sehr vielen Vorgärten Grabstätten antrifft.

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Überhaupt scheint der Umgang mit Gräbern bzw. Verstorbenen recht zwanglos zu sein. So entpuppte sich das Gräberfeld vor der Kirche eher als Bewegungslandschaft mit Aufforderungscharakter, denn als Ort der Stille und Zurückhaltung, wie wir das kennen. Mir gefällt das.

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Die Gelassenheit im Umgang mit den scheinbaren Erfordernissen des Lebens haben die Insulaner heute mit einem guten Geschäftssinn gepaart. Hier kommt ihnen ihre Offenheit und Freundlichkeit mit der sie fremden Menschen begegnen sehr entgegen. So hat sich Rarotonga zu einer Topdestination für Heiratswillige entwickelt. Nach Maoribrauch am Strand zu heiraten ist offensichtlich ein Renner und den Maori ist das gleich recht.

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Der gesunde Pragmatismus der Insulaner erscheint uns erwähnenswert. So ist Rarotonga die sauberste Insel, die wir in der Südsee kennen gelernt haben, von einer Kehrwochenmentalität ist man jedoch weit entfernt. Man sucht hier nicht die Perfektion, denn die geht stets zu Lasten des Lebens, sondern versucht sich erst einmal mit den Gegebenheiten zu arrangieren.

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Für einige Tage hatten wir einen Scooter gemietet. Mit dem machten wir gemeinsam, oder ich alleine, die Insel unsicher. Ernsthaft: Es gibt bei diesen Temperaturen kein besseres Gefährt als so einen Roller. Der Fahrtwind kühlt, das Ding ist billig und man kommt mit ihm überall hin.

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Beim Schnorcheln zeigte sich, dass das Paradies deutliche Risse hat. Die Korallenbleiche ist innerhalb der Lagune weit voran geschritten. Ich schätze, dass 80 – 90 % des Bestandes stark geschädigt oder gar zerstört sind. Trotzdem gibt es noch jede Menge herrlich gezeichnete Fische. Deshalb vermute ich, dass es am Außenriff wesentlich besser aussieht.

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Am Freitag werden wir von Rarotonga aus für fünf Tage das kleine Atoll Aitutaki besuchen. Dies wird unser letztes Reiseziel sein bevor wir uns endgültig auf den Heimweg machen.

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Herbstlicht

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Die Alb hat zu jeder Jahreszeit ihre Reize aber der Herbst zaubert ganz besondere und ganz unterschiedliche Stimmungen.

Salmendinger Kapelle: Vom Parkplatz an der K7161 führt ein steiler Kreuzweg zur Salmendinger Kapelle hinauf auf den 886 m hohen Kornbühl. Die schönsten Momente erlebt man hier früh morgens, wenn sich das Licht der aufgehenden Sonne vorsichtig über die Kuppen der Albhochfläche in die flachen Täler zu tasten beginnt. Ungestört kann man zu dieser Zeit die tolle Rundumsicht genießen. Bei klarer Sicht lässt sich am Horizont sogar das Zugspitze massiv erkennen.

Lochen: Der Parkplatz am Lochenpass ist ein idealer Ausgangspunkt für vielfältige Unternehmungen. Ob bei einem sonntäglichen Spaziergang oder bei ausgedehnten Wanderungen, von hier aus lässt sich bequem die landschaftlich besonders reizvolle Region um den 963 m hohen Lochenstein erschließen. Der gespaltene Fels mit 1000 m und der Plettenberg mit 1002 m zählen zu den höchsten Erhebungen der Schwäbischen Alb. Wie überall am Albtrauf, so zaubert auch hier die Herbstfärbung ein wahres Feuerwerk.

Mehr Landschaftsfotografie: Zum Beispiel Island, Toscana