Milky Way
Das Bild zeigt die Milchstraße über dem Kornbühl (Salmendinger Kapelle). Um etwas mehr von der Landschaft zu erfassen, habe ich den Vordergrund versuchsweise mit der Taschenlampe etwas aufgehellt.
Das Bild zeigt die Milchstraße über dem Kornbühl (Salmendinger Kapelle). Um etwas mehr von der Landschaft zu erfassen, habe ich den Vordergrund versuchsweise mit der Taschenlampe etwas aufgehellt.
Vom Neckarursprung im Schwenninger Moos (letzter Beitrag) zum Donauursprung bei Donaueschingen ist es nicht weit. Am Rande des dortigen Schlossparks vereinigen sich die beiden Quellflüsse Brigach und Breg zur Donau. Diese mündet nach 2811 km ins Schwarze Meer, wobei der größte Teil der Quellwasser an den Versickerungsstellen bei Immendingen und Fridingen dem Rhein zufließt. Die Renaturierungsmaßnahmen am Zusammenfluss wurden 2022 abgeschlossen. Aussichtsplattformen und Strandabschnitte laden heute zum Verweilen ein, doch auch der Biergarten auf dem Weg zum Schlosspark ist an warmen Tagen ein lohnendes Ziel.

Vom Donauursprung bis zur Versickerungsstelle bei Immendingen ist es nur ein Katzensprung. Ausgangspunkt für die kleine Wanderung, deren Länge flexibel gestaltet werden kann, ist der Parkplatz „Donauversickerung“ am östlichen Ortsrand von Immendingen. Wer vorab noch eine Stärkung braucht, kann sich in die Schlangen bei „Nina´s ess Art“ einreihen.



Die Wanderung zur Versickerungsstelle ist auch an heißen Tagen zu empfehlen, da sie über weite Strecken im schattigen Wald verläuft. Ein prüfender Blick auf die Donau zeigt, dass noch Wasser im Bachlauf ist. Doch es dauert nicht lange, bis nur noch klägliche Pfützen den Schotter bedecken. Schließlich sind auch diese verschwunden. Erst 11 km weiter südlich kommt das Donauwasser im Aachtopf wieder an die Oberfläche. Das ist kein neues Phänomen, durch die Verkarstung hat der Rhein schon vor Urzeiten der Donau das Wasser abgegraben.

Wenn das Wasser schnell abfällt wird es für die Fische im Bach gefährlich. Die letzten Pfützen werden zur tödlichen Falle, denn meist bilden die Versickerungslöcher die tiefsten Mulden im Bachlauf und führen so am längsten Wasser. Doch daraus gibt es kein Entrinnen. Wenn kein Wasser mehr nachkommt, fallen sie in kurzer Zeit trocken.



Das Donautal ist natürlich nicht nur wegen der Versickerung interessant. Landschaftlich ist der Donaudurchbruch durch die Schwäbische Alb zwischen Tuttlingen und Sigmaringen nicht zu toppen. Nachfolgend der Blick vom Knopfmacherfelsen talabwärts zum Kloster Beuron.


Das Schwenninger Moos ist ein Hochmoor bei Villingen-Schwenningen. Es liegt auf der europäischen Wasserscheide, denn es gilt als Quellgebiet des Neckars, dessen Wasser über den Rhein der Nordsee zufließt und des Talbachs, der sein Wasser über die Brigach im die Donau einbringt, die ins Schwarze Meer mündet. Der Vollständigkeit wegen muss aber gesagt werden, dass auch ein Teil des Donauwassers über die Versickerungsstellen bei Immendingen und Fridingen dem Rhein zugeführt wird.

Heute ist das Schwenninger Moos Naturschutzgebiet. Durch ein ganzes Bündel an Maßnahmen wurde das Hochmoor stabilisiert. Über einen lohnenswerten Rundweg (ca. eine Stunde Gehzeit) kann das Moor besichtigt werden.



Der Weg durchs Moor eröffnet tolle Einblicke in eine bizarre Landschaft zwischen Himmel und Erde.


Die Stadt Reutlingen beging am Sonntag, 14. Juli 2024, den Schwörtag. Dieser geht auf die Verfassung der Freien Reichsstädte aus dem Jahre 1374 zurück. Darin war geregelt, dass die Bürger jährlich die Bürgermeister, den Senat, den Magistrat und die Amtsträger der Zünfte im Rahmen der Schwörwoche wählen. Am abschließenden Schwörtag wurde die neue Stadtregierung vereidigt und – man beachte – auch die Bürger wurden auf die neue Regierung eingeschworen.

Den Startschuss für diesen zünftisch-demokratischen Festtag gaben die Turmbläser. Diese schmetterten morgens vor dem Gottesdienst ihre Choräle vom Turm der Marienkirche über die Dächer der ehemaligen Freien Reichsstadt.



An diesem sonnigen Sommermorgen waren die vier Trompeter und Posaunisten für ihren Auftritt in luftiger Höhe fast zu beneiden, denn wer den 71 m hohen Turm der Marienkirche bestiegen hatte, war mit einer fantastischen Aussicht über die Stadt belohnt worden.





Der Blick vom oberen Turmumgang hinab auf die Bläser und die Wilhelmstraße.

Auf der anderen Seite des Turmes schaut man auf den Kirchenbrunnen und den Beach am Weibermarkt.

Der Kirchenbrunnen wird von der Statue des Stauferkaisers Friedrich II. beherrscht, der die Stadterhebungsurkunde in Händen hält.

Auf dem Campus der Hochschule für Textil in Reutlingen steht seit Sommer 2023 ein außergewöhnliches Bauwerk, das Texoversum. Dies wurde nicht nur architektonisch sondern auch inhaltlich als „Leutturmprojekt“ konzipiert. Nach außen vermittelt eine Textilfassade aus Glas- und Carbonfasern, um was es im Innern auf 3.000 qm geht.

Dies umriss der Präsident von Südwesttextil Bodo Th. Bölzle bereits beim Richtfest so: „Das Texoversum … ist für uns der Ankerpunkt einer gemeinsamen Vision, die uns helfen soll, Verbindungen zwischen Lehre und Praxis zu ermöglichen und eine Plattform für Wissenstransfer und Innovationen“ zu realisieren.

Um diese Worte etwas zu konkretisieren, hier ein Beispiel: „Am Lehr- und Forschungszentrum IMAT am TEXOVERSUM Fakultät Textil werden Werkstoffe und Produkte entwickelt, die aktiv mit Nutzern kommunizieren können. Das Team besteht aus Spezialisten aus den Bereichen Design, Verfahrenstechnik, Textiltechnologie, Maschinenbau und Chemie und arbeitet interdisziplinär an Fragestellungen zu Mobilität, Leichtbau, Funktionalität, Gesundheit, Sicherheit, Komfort, Umwelt und Recycling.“ (Quelle: Hochschule Reutlingen)



Der Bau wurde vom Arbeitgeber- und Wirtschaftsverband Südwesttextil errichtet und nach Fertigstellung dem Land Baden-Württemberg geschenkt. Baukosten 18,5 Millionen Euro. Seit Beginn des Sommersemesters am 11.03.24 ist das Texoversum nun in Betrieb.

Übriggebliebene Fassadenelemente
Der Kaiserstuhl ist, aller Trassierungen zum Trotz, bei vielen Naturfotografen wegen seiner speziellen Biotope bekannt. Hier bekommt man Kolonien der Bienenfresser, Smaragdeidechsen, Gottesanbeterinnen, seltene Orchideen und vieles mehr vor die Linse. Nicht aber im Februar. Deshalb macht ein Ausflug in die Welt der Kunst durchaus Sinn.

Wir besuchten die Kunsthalle Messmer in Riegel. Die ist stilvoll im Schloss der ehemaligen Riegeler Brauerei untergebracht. Diese stellte 2003 den Betrieb ein. Die Marke „Riegeler Bier“ blieb jedoch erhalten. Allerdings wird das Bier heute von der Fürstlich Fürstenbergischen Brauerei in Donaueschingen gebraut.

In der Kunsthalle Messmer besichtigten wir die Chagall-Ausstellung „Geträumte Welten“. Doch was uns überrascht und deshalb besonders begeistert hat, fanden wir im Nebenraum für moderne Kunst. Dort waren unter anderem Objekte des chinesischen Künstlers Zhuang Hong – Yi ausgestellt. Der studierte in Peking und den Niederlanden, wo er sich von den Tulpenfeldern inspirieren ließ. Heute lebt er zusammen mit der Künstlerin Lu Luo abwechselnd in der Schweiz oder in China.



Abertausende Röllchen aus Reispapier werden von ihm gefaltet, bemalt und zu Objekten zusammengefügt, dessen Farben sich je nach Betrachtungswinkel verändern.





Der japanische Künstler Tashiyuki Miura überzeugte uns mit seinen Lichtkugeln.


Begeistert hat uns auch die Skulptur „Mickey Assis Golfeur“ des belgischen Künstlers Xavier Wttrwulghe.

Die Galerie war sehr gut besucht. Die Besucher kamen aus der Schweiz, aus Frankreich und natürlich auch aus Deutschland. Für alle Vespa-Fans unter euch, die nächste Ausstellung, „Bella Italia“, widmet sich diesem Kultobjekt. Hier der Direktlink.
Alle gezeigten Innenaufnahmen sind Handybilder, da das Fotografieren mit normalen Kameras in der Kunsthalle leider verboten war..
Noch kauert er in den Startlöchern, der Frühling. Doch der Countdown läuft.

Wie angekündigt veröffentliche ich hier in loser Folge meine Beiträge zum fotojournalistischen Projekt „Leben und Arbeiten in Reutlingen“.
Zuerst zeige ich das Tableau der Bildreportage, das in der Größe 120 x 120 cm in der Ausstellung hing. Zur besseren Lesbarkeit folgt danach der Text, der auf dem Tableau zu sehen ist. Natürlich besteht auch die Möglichkeit das Tableau zu vergrößern.

In der Reutlinger Tafel kann man seit 1999 gegen Nachweis der Bedürftigkeit gespendete Waren einkaufen. Der Diakonieverband stellt die Leitung. Diese koordiniert ca. 80 ehrenamtliche Helferinnen und Helfer. Wir stellen zwei von ihnen beispielhaft vor.
Heidemarie Hipp wollte sich sozial engagieren, als sie 2015 in Rente ging. Seither unterstützt sie die Tafel an zwei Wochentagen. Sie zeichnet Waren aus, gibt an der Kasse die Preise an und steht auch selbst mal hinterm Tresen. Sie mag den Umgang mit den Kunden. Dabei hat sie gelernt, sich auf 40-45 unterschiedliche Nationalitäten und deren Mentalitäten einzustellen.
Hanne Mader engagiert sich seit 7 Jahren für die Tafel. Nach dem Tod ihres pflegebedürftigen Mannes fand sie bei der Tafel eine neue Perspektive. Donnerstags ist sie nun die Teamchefin in der „Vorbereitung“. Dort wird das gespendete Obst und Gemüse angeliefert, aussortiert und geputzt, bevor es im Laden zur Auslage kommt.
Beide Frauen brennen für ihre Aufgabe. Ihnen ist wichtig, dass bei der Tafel alle ehrenamtlich tätig sind. Die Corona-Zeit war für sie besonders schwierig, da dem geringeren Spendenaufkommen eine wachsende Zahl Bedürftiger gegenüber stand. Da war Mangelverwaltung angesagt.
Direktlinks zu früheren Beiträgen über das Projekt:
https://guckloch.org/2023/12/26/tobias-reisner/(öffnet in neuem Tab)
https://guckloch.org/2023/12/11/fahredeh-salehey/(öffnet in neuem Tab)
https://guckloch.org/2023/11/22/michaela-kaltsamis/(öffnet in neuem Tab)
https://guckloch.org/2023/09/01/leben-und-arbeiten-in-reutlingen/(öffnet in neuem Tab)
https://guckloch.org/2023/10/01/es-ist-vollbracht/(öffnet in neuem Tab)
Beiträge auf der Homepage des Photoclubs Reutlingen: