Schönbuchturm

Der Schönbuchturm steht auf dem 580 m hohen Stellberg bei Herrenberg. Die Tragekonstruktion des absolut gelungene Bauwerks ist aus verleimtem Lärchenholz gefertigt. Daran aufgehängt sind die beiden Wendeltreppen aus Stahl, welche mit jeweils 174 Stufen die 35 m Höhe bis zur dritten Aussichtsplattform überwinden. Von dort oben genießt man eine fantastische Aussicht vom Schwarzwald bis zur Schwäbischen Alb. (Zum Vergrößern anklicken.)

Die ganze Konstruktion wird von Stahlseilen Gehalten. Während der Turm eine Masse von 110 t hat, bringt es dessen Fundament immerhin auf 400 t.

Der Turm, der auf eine Idee von Studierenden der Hochschule für Technik in Stuttgart zurückgeht, wurde 2018 eröffnet. Baukosten 1,47 Millionen Euro.

Mosel 4: Centre Pompidou – Metz

Metz, die Hauptstadt Lothringens, verfügt über eine absolut sehenswerte Altstadt. An deren südlichem Rand hat man anfangs dieses Jahrtausends ein riesiges Areal zur Entwicklung einer modernen Neustadt ausgewiesen. Kristallisationspunkt des Neuen und zugleich Verbindung zum Alten, sollte ein neu zu schaffendes Zentrum für zeitgenössische Kunst sein. Zeitgenössisch modern wurde dann auch die architektonische Lösung des Centre Pompidou – Metz, einer Dependance des Centre Georges Pompidou in Paris. Im Jahre 2010 nahm es seinen Betrieb auf.

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Die ausgeklügelte Tragekonstruktion ist ein Flechtwerk aus laminiertem, mehrschichtigem Fichtenholz. Die wasserdichte Dachhaut ist aus einem transparenten weißen Glasfasergewebe mit Teflonbeschichtung gefertigt. Die Ausstellungsräume bestehen aus drei Röhren, die auf drei Ebenen den Innenbereich durchziehen und nach außen mit einer großen Glasfront abschließen.

Tipp: Wegen der transparenten Dachhaut wäre es optimal, dieses Bauwerk während der blauen Stunde zu fotografieren, wenn das Licht von innen durchscheint.

Gleich gegenüber wurde ein weitläufiges Einkaufszentrum erbaut. Zumindest dem äußeren Erscheinungsbild nach fühlt man sich auch hier der Moderne verpflichtet.

Dass nicht alles, wie die Pfeiler dieses Vordaches, nach oben strebt, verdeutlichte der junge Mann auf dem nachfolgenden Bild. Denn der kannte auf dieser steilen Treppe nur eine Richtung – die nach unten.

 

Pausa – Industriebrache im Bauhausstil

Bogenhalle

Nach dem Konkurs der Pausa 2001, kam die Produktion der Nachfolgefirma bereits 2004 endgültig zum Erliegen. Das Denkmalamt stellte daraufhin das vom Bauhausarchitekten Manfred Lehmbruck zwischen 1951 und 1960 erstellte Enseble unter Schutz. 2006 erwarb die Stadt Mössingen das gesamte Areal. Inzwischen hat sich viel getan: Mit der Tonnenhalle wurde das erste Vorzeigeprojekt gelungener Sanierung in Betrieb genommen, das Pausa-Cafe folgte als zweites Projekt. Doch es gibt noch viel zu tun, denn der größte Teil des Areals muss noch einer Nutzung zugeführt werden.

Bogenhalle, Kulisse Theater Lindenhof

Die Bogenhalle ist lediglich ausgeräumt. Sie verfügt über eine Reihe alter Installationen und bietet damit eine ideale Kulisse für kulturelle Großereignisse. Das Theater Lindenhof hat von Anfang an diese Möglichkeit gesehen und genutzt.

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Ob das angrenzende Verwaltungsgebäude mit seiner unglaublichen Fülle an Räumen dauerhaft erhalten werden kann, wird sich m. E. an der Haltung des Denkmalamtes entscheiden. Dieses sollte sich darüber klar sein, dass die Erhaltung von Gebäuden davon abhängt, ob diese auch einer Nutzung zugeführt werden können. Und dies hängt entscheidend von den Vorgaben des Denkmalamtes ab.

Sicher ist, das Gebäude verfügt über gigantische Räume und museale Schätze.

Das alte Kesselhaus der Pausa ist, obwohl entkernt, auch heute noch ein magischer Ort.

Der Photoclub bei der Arbeit

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Kesselhaus

Es bleibt zu wünschen, dass die Stadtverwaltung bei der Sanierung auch weiterhin ein gutes Händchen hat.

Weitere Bilder und Informationen zum Bauhaus und der Pausa findest du hier.

Pausa – 100 Jahre – Bauhaus

Mit der ehemaligen Textildruckerei Pausa verfügt die Stadt Mössingen nicht nur über eine Industriebrache, sondern vielmehr über ein kulturelles Kleinod. In diesem Jahr kann die Stadt mit einem Doppeljubiläum aufwarten, denn mit der Pausa kam vor 100 Jahren auch das Bauhaus nach Mössingen (Veranstaltungskalender).

1919 übernahm die jüdische Familie Löwenstein die Mössinger Textilweberei. Sie brachte den Firmennamen Pausa (Herkunftsort) mit und stellte Zug um Zug auf Textildruck um. Bereits in den 20er-Jahren holten die Löwensteins Absolventen des Bauhauses in die Provinz nach Mössingen, um Drucke für die ganze Welt zu entwerfen. Während des 3. Reiches spielte sich das übliche Drama ab: Zwangsverkauf der Pausa und Emigration der Firmenbesitzer in die USA. Heute ist man bemüht, mit den Nachfahren der Firmengründer einen guten Kontakt zu pflegen und die Geschichte aufzuarbeiten.

Zu Beginn der 50er-Jahre beauftragte der künstlerische Leiter der Pausa, Willy Häussler, den Bauhaus-Architekten Manfred Lehmbruck mit der Erweiterung der Firma. Zwischen 1951 und 1960 entstanden so die baulichen Voraussetzungen, um mit namhaften Künstlern Stoffdrucke zu entwerfen und zu fertigen, die weltweit begehrt waren. Für die Pausa entwarfen u. a.: Willi Baumeister, HAP Grieshaber, Anton Stankowski und Andreas Felger. Dennoch kam 2001 die Insolvenz. 2006 übernahm dann die Stadt Mössingen das Industriedenkmal, die Aufarbeitung konnte beginnen.

 

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Während hinter dem Fenster jemand die nötige Entspannung sucht, zeigt das Spiegelbild Gebäudeteile der Pausa, die der Architekt Manfred Lehmbruck im Bauhausstil errichtet hat.

Im Verwaltungsgebäude überrascht das blaue Treppenhaus mit gelbem Handlauf.

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Durch die völlig verdreckten Fenster sucht sich der Blick einen Weg über den Hof hinüber zum alten Kesselhaus.

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Im Verwaltungsgebäude unterstreichen die langen Flure die Leere des Gebäudes.

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Völlig verstaubte Fußböden ermöglichen eine optimale Spurensicherung.

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Und originelle Installationen bringen Farbtupfer in die ansonsten farblose Umgebung.

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Berlin: Architektur II

Dass Berlin architektonisch interessant ist, hat unterschiedliche Gründe. Erstens verfügt Berlin über eine Menge historischer Bauten, zweitens war Ostberlin das Aushängeschild der DDR und drittens hat sich die Stadt nach dem Mauerfall dramatisch entwickelt. Natürlich hat der Regierungssitz daran einen ganz entscheidenten Anteil. Auch heute liegt Berlin in Punkto Dynamik unter den drei besten Städten in der Republik.

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Geschichte und Moderne treffen in Berlin mitunter hart aufeinander. Hier veranschaulicht durch die Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche und die moderne Fassade des Spreegold Edelmetallhandels.
Älteren Datums ist auch die „Hinterhofarchitektur“ des Buchgewerbehauses in dem heute unterschiedliche Firmen untergebracht sind.

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Das architektonische Aushängeschild der DDR war natürlich der Alex.

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Die Moderne begegnet einem zum Beispiel am Potsdamer Platz. Zwischen dem  Forumtower …

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… und dem Bahntower schießt der Kollhofftower mit dem Panorama Point in die Höhe. Im 24 Stock, 100 m über Grund, befindet sich die Aussichtsplattform oder treffender gesagt, der Arkadenrundgang, der ein 360 Grad-Panorama auf die Stadt erschließt.

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Der Blick auf den direkt gegenüberliegenden Bahntower und dessen Büros eröffnet einen Eindruck von der klaren Architektur dieses Bauwerks.

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Eine weitere beeindruckende Fassade ist die, des Kadampa Meditationszentrums in der Chausseestraße.

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Traurige Berühmtheit hat hingegen das Appartementhochhaus erlangt, das in der Mühlstraße errichtet wurde. Hierzu wurde eigens ein Stück der East Side Gallery versetzt.

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Dass man über Architektur immer auch streiten kann zeigt das Haus mit dem Gesicht gleich hinter unserem Hotel in der Friedrichstraße. Das Gesicht soll wohl die Wärme und Wohnlichkeit vermitteln, welche die gesamte auf Sachlichkeit und Kälte gebürstete Anlage nicht zu vermitteln vermag. Ob das gelingen kann?

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Berlin, Architektur I: Regierungsviertel

Alleine im Regierungsviertel könnte man sich als Fotograf tagelang aufhalten. Diese Zeit hat man als Normalreisender natürlich nicht, so dass man sich eben einschränken muss. Wer also Vollständigkeit sucht, ist hier falsch.

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Dass über dem Reichstagsgebäude wieder dunkle Wolken aufziehen, bleibt hoffentlich  nur eine Metapher.

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Die Doppelstockbrücke, die zwischen Paul-Löbe-Haus (PL) und Marie-Elisabeth-Lüders-Haus (MEL) die Spree überspannt, ist natürlich für jeden Besucher ein Blickfang.

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Am Ende der Brücke, exakt auf der Fluchtlinie, rückt der Alex ins Blickfeld.

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Die Brücke über die Spree ist natürlich auch ein hervorragender Aussichtspunkt. Hier der Blick auf das MEL-Haus, das mit erstaunlichen Details aufwartet. Weitere Infos hier.

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Der Blick über die Spree zum PL-Haus und zum Reichstag ist fast schon atemberaubend.

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Das Paul-Löbe-Haus beherbergt die Ausschüsse, die Öffentlichkeitsarbeit und die Besucherbetreuung des Deutschen Bundestages. Der Bau besticht durch absolute Transparenz und verkörpert so einen prägenden Anspruch an die Politik. Dies trifft übrigens für alle Bauwerke im Zentrum des Regierungsviertels zu. Weitere Infos zum PL-Haus hier.

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Mit der Ausrichtung beider Häuser hat der Architekt Stephan Braunfels die alte Ost-West-Achse Berlins aufgegriffen. Der Blick im Bild oben geht von der Spreeseite durch das PL-Haus zum Eingang des Gebäudes und weiter auf die Eingangsfront des Kanzleramtes. Im Spiegelbild der Glasfront ist das MEL-Haus zu erkennen, das diese Achse perfekt nach hinten fortsetzt. Städtebaulich ein genialer Wurf.

Überzeugend ist auch die Treppenführung im Eingangsbereich, die sich bei Nacht, aufgerastert durch die Glasfassade, in Szene setzt.

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Der Blick unter der Doppelbrücke hindurch richtet sich auf das Bundesministerium für Bildung und Forschung, gefolgt von der in Weiß (Farbe der Unschuld) gehaltenen Fassade der Pricewaterhouse Coopers International.  In Wikipedia heißt es hierzu: „PricewaterhouseCoopers International ist ein globales Netzwerk rechtlich selbständiger und unabhängiger Unternehmen in den Bereichen Wirtschaftsprüfung, Steuerberatung und Unternehmens- bzw. Managementberatung.“ Ein Schelm, der bei dieser räumlichen Nähe Böses denkt.