Paestum

Blick auf Neptun-Tempel und Basilika

Paestum mit seinen fantastisch erhaltenen Tempelanlagen zählt zu den bedeutendsten antiken Relikten in Italien. Während die Tempel griechischen Ursprungs sind, gehen die Überreste der Stadt auf eine spätere, römische Phase zurück. Die gezeigten Bilder wurden bei zwei Besuchen des Ausgrabungsgeländes aufgenommen. Die erste Besichtigung erfolgte am Abend bei vollständig bedecktem Himmel und wenig Besuchern. Der zweite am anderen Morgen bei wechselnder Bewölkung aber zahlreichen Besuchern.

Der sogenannte Neptun-Tempel ist der jüngste der drei Gotteshäuser, die hier in der Zeit zwischen 560 bis 460 vor Christus im dorischen Stil erbaut wurden. Welche Gottheit in ihm tatsächlich verehrt wurde, ist allerdings ungeklärt. Der Travertin, das überwiegend eingesetzte Baumaterial, wurde wohl in der unmittelbaren Umgebung gebrochen. Der Neptun-Tempel verkörpert die dorische Ordnung in ihrer Vollendung und war deshalb Beispiel für neoklassische Architekten im 18. Jahrhundert. Die nachfolgenden Bilder geben einen exemplarischen Einblick.

Die beiden Bilder oben und unten zeigen die Basilika. Sie gilt als die älteste Tempelanlage in Paestum und ist der am besten erhaltene griechische Tempel aus jener Zeit.

Die drei Tempelanlagen sind die einzigen Überreste aus der Zeit der griechischen Besiedelung. Die griechische Wohnstadt wurde ab 273 v. Chr. von den Römern überbaut, die in Paestum eine Kolonie gründeten. Die römische Straße (Bild unten) zeigt eine der Hauptachsen, die das antike Paestum erschlossen.

Im Norden der Stadt, in leicht erhöhter Lage, überragt der Tempel der Athena das Stadtbild. Ein Besuch des antiken Paestum ist außerhalb der Saison und insbesondere unter der Woche sehr zu empfehlen. Wer mit dem Wohnmobil reist, hat mit dem Stellplatz beim archäologischen Park einen optimalen Ausgangspunkt.

Quo vadis bella Italia?

In dem kleinen Bergdörfchen Minucciano stolperte ich erstmals über diese Form der Traueranzeigen und Danksagungen.

Von da an entdeckten wir sie in jeder Ortschaft. Ob an Parkplätzen, Haltestellen oder öffentlichen Plätzen, überall sind solch großformatige, normierte Anschläge tapeziert und zeigen auf ihre Art die Vergänglichkeit auf, denn nicht selten sind sie nur noch rudimentär vorhanden.

Diese Traueranzeigen nehme ich zum Anlass, um selbst eine aufzugeben: Bella Italia, was hat man aus dir gemacht? Ja, ich gebe zu, ich mochte und mag ihn noch immer, den morbiden Charm, der in Italien seit ich es kenne fast überall präsent ist oder war. Doch heute habe ich den Eindruck: morbid – ja, Charm – oftmals Fehlanzeige. Der Verfall des Staates ist erschreckend vorangeschritten.

Um eines klarzustellen, ich liebe Italien, die freundlichen Menschen, die tollen Landschaften, das gute Essen und den vermeintlich ungezwungenen Lebensstil. Doch in großen Teilen des Landes scheinen die Menschen zunehmend damit beschäftigt zu sein, das Leben auch dort in Gang zu halten, wo der Staat als Ordnungsmacht versagt.

Einige Beispiele:

Die SS1 ist eine der drei Hauptverkehrsachsen Italiens in Richtung Süden. Sie verläuft von Livorno nach Rom. Diese Straße habe ich noch nie in einem ordentlichen Zustand angetroffen, doch gegenwärtig befindet sich die Straße in Auflösung. Jede graveld Road im Outback Australiens lässt sich besser befahren.

Schon immer hat man in Italien Bauwerke, die nicht mehr nutzbar waren, einfach stehen und verfallen lassen. Sie waren Steinbrüche für Neues. Heute ist dies auch bei der genutzten Infrastruktur durchgängig der Fall. Baustellen werden eingerichtet und bleiben über Jahre stehen ohne dass eine Hand gerührt wird. Angelieferte Materialien liegen herum und verrotten.

Müllsäcke bis hin zu Sperrmüll werden am Straßenrand und im Straßengraben aufgetürmt. Es ist kaum zu unterscheiden, ob es sich um eine offizielle Sammelstelle oder um eine wilde „Deponie“ handelt.

Bus Stop to Hell

Auf das absolute Negativbeispiel sind wir auf der Fahrt von Paestum ins Cilento gestoßen. Eine neue Straße durch die Bergwelt wurde über Kilometer fertig trassiert. In einem Taleinschnitt recken sich die Brückenpfeiler in den Himmel auf der Suche nach der Fahrbahn. Doch die Baustelle wurde offensichtlich bereits vor Jahren eingestellt. Wenige Kilometer weiter steht man dann auf der (einzigen) Küstenstraße vor einer Vollsperrung. Über die Hälfte der Straße ist ins Meer abgestürzt, aber auch das war nicht erst gestern! Die Absperrung ist jedoch so angeordnet, dass ein Fahrzeug gerade noch durchpasst und Fahrzeuge kommen jede Menge. Die einspurige Piste folgt den Verwerfungen des Rutsches entlang der Abbruchkante. Offensichtlich haben lokale Kräfte die größten Unebenheiten mit frischem Asphalt ausgeglichen, da mit einer Sanierung der Straße wohl nicht zu rechnen ist. Doch ohne diese Verbindung müssten die Bewohner einen Umweg von mindestens 30 km auf sich nehmen. Das entspricht hier nahezu einer Stunde Fahrzeit. So wird das Leben am Staat vorbei in Gang gehalten, denn man kann sich offensichtlich nicht mehr darauf verlassen, dass dieser das Nötige für seine Bürger tut.

Am Strand

Unser zweiter Kontakt mit der Riviera war nahe Cecina. Wir kamen an, kurz bevor die Italiener zum Wochenende den Strand „stürmten“. Das ist jetzt etwas übertrieben, denn der Platz war auch dann kaum zur Hälfte belegt. Aber offensichtlich nutzten viele das erste schöne Wochenende für einen Aufenthalt am Meer.

Für uns jedenfalls war es eine willkommene Reiseunterbrechung. Nur wenige Meter zu Strand und Meer war genau das, was wir jetzt brauchten. Morgens einen Espresso und ein Chroissant con Marmelada in der Bar und der Tag war gerettet.

Der alte, baufällige Bootsanleger war das fotografische Highlight am Strand. Offensichtlich handelt es sich um ein Relikt aus den Kriegsjahren. Das „Denkmal“ zerfällt ohne dass jemand auch nur einen Finger rührt. Selbst die Absperrungen, um die sich in Italien eh niemand kümmert, sind Jahrzehnte alt und völlig zerflettert. Ein Anblick mit weitreichender Symbolkraft.

Apuanische Alpen

Als wir anderntags die Fahrt hinab ins Serchiatal (der sogenannten Garfagnana) fortsetzten, entdeckten wir ganze Hänge mit wilden Narzissen, Affrodill und anderen Wildblumen.

Im Bergdorf Barga machten wir Mittag. Die Altstadt, deren enge, steile Gassen sich den Berg hinaufquälen, wird vom Dom San Cristoforo überragt. Dieser wurde noch vor 1000 n. Chr. im romanisch-lombardischen Stil erbaut und ähnelt eher einer Festung, denn einer Kirche. Besonders interessant sind die Reliefs und Skulpturen über dem Eingang.

Weiter in Richtung Lucca erreicht man die Ortschaft Borgo a Mozzano. Die Brücke, mit bürgerlichem Namen Ponto della Maddalena, überspannt hier seit dem 14. Jahrhundert den Fluss.

Die steinerne Brücke ist als „Teufelsbrücke“ in die Literatur eingegangen, denn der soll sie, nach der örtlichen Sage, in einer Nacht erbaut haben. Unter den gegebenen Bedingungen gab es leider kein Spiegelbild abzulichten. Doch auch so ist diese alte Steinbrücken mehr als beeindruckend. Toll, was so ein Teufel alles kann.

Noch ein Hinweis: Die Akazien standen gerade in voller Blüte und durchsetzten mit ihrem chremefarbenen Schaum die Hangwälder.

Oberschwaben

Inzwischen beginnen wir die Reisen mit unserem Camper sehr entspannt. Die erste Etappe wählen wir betont kurz. So ist das Tagesziel schnell erreicht und wir sind gleich im Reisemodus.

Diesmal gingen wir in Amtzell vor Anker. Im Landgasthof nebenan konnten wir auf der Terrasse im Sonnenschein, inmitten oberschwäbischer Idylle, das Abendessen genießen. Was will man mehr?

8 Tage

Die Grillsaison ist eröffnet!

Frühling. Alles blüht auf einmal.

Ganze 8 Tage liegen zwischen diesen beiden Aufnahmen. Und nun regnet es in die Blüten.