Göteborger Perspektiven

Überragend:

Der am Gästehafen stehende „Lilla Bommen“, im Volksmund „Lipstick“ genannt, überragt mit seinen 86 m Höhe alle umliegenden Gebäude. Sofern geöffnet, kann man vom Aussichtspunkt im obersten Stockwerk des 1989 errichteten Bauwerks den Panoramablick über die Stadt genießen.

Gleich nebenan zeigt das Göteborger Opernhaus seine filigrane Architektur.

Etwas wuchtiger gestaltet sich da schon der alte Hafenkran um die Ecke.

Kleines Ratespiel

Alles weit gefehlt! In diesem Gewächshaus in der Nähe von Hochdorf (Baden-Württemberg) werden Tomaten für „unsere Heimat“ produziert. Die Familie Hagdorn betreibt hier auf 60.000 m² eine Gärtnerei in dritter Generation. Weitere interessante Informationen zum Betrieb finden sich hier.

Am Scheideweg

Im Herbst befindet sich das Wetter häufig am Scheideweg zwischen gut oder schlecht, lauem Lüftchen oder heftigem Sturm, gleißendem Licht oder trüb verhangenen Regentagen, leuchtend bunten Farben oder düster grauer Nebelsuppe. Doch alles gehört zum Herbst und macht ihn zu dem was er ist, eine tolle, stimmungsvolle und abwechslungsreiche Jahreszeit.

Grauverlaufsfilter in der Landschaftsfotografie

Wie der Polfilter ist auch der Grauverlaufsfilter (GND = graduated neutral density filter) aus der Landschaftsfotografie nicht wegzudenken. Ein GND weist am einen Ende einen definierten Grauwert auf und ist am anderen Ende transparent.

Was aber bringt mir ein Grauverlaufsfilter?

Mit dem Grauverlaufsfilter dunkle ich die hellen Bildbereiche – meist den Himmel – ab. Dadurch wird erreicht, dass bei richtiger Belichtung der dunklen Partien, die hellen Bildbereiche nicht überbelichtet werden. Das Ziel ist es, eine insgesamt ausgeglichene Belichtung zu erreichen. In der Fachsprache heißt dies, dass ein Grauverlaufsfilter den Dynamik- / Kontrastumfang verringert. Spätestens wenn der Kontrastumfang eines Motivs vier Blendenstufen übersteigt, ist die Stunde des GND gekommen, denn mehr als zwei Blendenstufen Differenz (Unter- oder Überbelichtung) lassen sich bei der RAW-Entwicklung nicht ausgleichen.

(Bilder zum Vergleich vergrößern.)

Die erste Aufnahme zeigt das Alpenpanorama am Bodanrück ohne Filter. Beim zweiten Bild kam ein GND 0.9 zum Einsatz. Die Wirkung ist offensichtlich: Das Bild ist gleichmäßiger ausbelichtet, Berge und Wolken werden kontrastreicher abgebildet.

(Bilder zum Vergleich vergrößern.)

In der zweiten Reihe zeigt das erste Bild eine Aufnahme mit Pol-Filter (zur Wirkung des Pol-Filters siehe hier) und das zweite Bild die Aufnahme mit Pol- und GND-Filter. Diese Kombination liefert in der Landschaftsfotografie nicht selten das beste Resultat.

GNDs kommen in der Regel als Steckfilter zum Einsatz. So lässt sich der Filter im Halter verschieben und an die jeweilige Situation anpassen. Ein GND lässt sich auch mit einem schraubbaren Polfilter kombinieren. GNDs gibt es mit unterschiedlichen Dichten. Ich benutze einen GND 0.9 aus der 100er Serie von Haida. Mit ihm lassen sich theoretisch bis zu 3 Blendenstufen ausgleichen. Man benötigt hierzu einen für das jeweilige Objektivgewinde passenden Adapter und den Filterhalter HD2500, der auch bei ND-Filter zum Einsatz kommt. Vorteil: Filterhalter mit Filter lassen sich mit einem Griff vom Objektiv entfernen und wieder anbringen. So ist der Einsatz nach Bedarf möglich. GNDs gibt es zudem mit unterschiedlichen Übergängen („Kanten“) vom grauen zum transparenten Sektor. Ich benutze einen weichen Übergang, der ist m. E. in der Landschaftsfotografie universell einsetzbar.

Bei einem GND ist, wie beim ND-Filter, unbedingt auf ein neutrales Grau zu achten. Das muss man in der Regel bezahlen. Billigprodukte sind deshalb zu vermeiden.

Nicht selten wird die Behauptung in den Raum gestellt, dass ein GND unnötig sei, denn man könne bei der Entwicklung einen Graukeil über den Himmel legen. Das ist schlicht falsch, denn ich kann nur das korrigieren was da ist! Wenn der Himmel „ausgefressen“ ist, gibt es keine Bildinformation, die man bearbeiten kann, da zaubert mir ein Graukeil höchstens eine schmutzig graue Fläche in den Himmel. Und selbst bei Aufnahmen mit gestaltbarer Belichtung bringt ein nachträglicher Graukeil nur eine Abdunkelung. Wie das Bild unten zeigt werden die Wolken grau und die Farben bleiben fahl.

Die nachfolgende Aufnahme ist ein weiteres Beispiel für die Anwendung eines GND. Ohne GND wäre der Himmel völlig ausgefressen oder die Landschaft abgesoffen. Eine Alternative wäre natürlich eine HDR-Aufnahme.

Stuttgart 21 (neu)

Wie jedes Großprojekt, so hat auch der Bau des unterirdischen Durchgangsbahnhofs in Stuttgart, kurz „Stuttgart 21“, Widerstand in der Bevölkerung ausgelöst. Dieser Widerstand hatte viele Gründe. Ein zentraler Grund war nicht sachlicher, sondern emotionaler Natur. Das Eingangsgebäude des Stuttgarter Hauptbahnhofs, der 1914 bis 1928 errichtete Bonatzbau, ist das am zentralsten gelegene Wahrzeichen Stuttgarts. Alleine der Gedanke, an dieses Gebäude Hand anzulegen, war und ist für die meisten Stuttgarter unvorstellbar. Sie lieben ihren Hauptbahnhof, auch wenn der monumentale Kolossalbau im Stile des Traditionalismus (Stuttgarter Schule) sicherlich nicht jedem gefällt.

Die beiden Bilder zeigen den Blick vom ITS-Turm auf den südlichen Teil der Baustelle. Die sichelförmigen Gebilde („Hutzen“) gehören zu den „Lichtaugen“ der „Kelchstützen“, die das Dach des unterirdischen Bahnhofs tragen.

Die Lage Stuttgarts im Talkessel zwischen Wald und Reben garantiert zwar eine landschaftlich ansprechende Umgebung und tolle Wohnlagen für die „Betuchten“, verkehrstechnisch stellt sie die Stadt jedoch vor erhebliche Probleme. Mit der Geburtsstunde der Magistrale Paris – Budapest drohte Stuttgart von der europäischen Hauptverkehrsachse abgehängt zu werden, da der bestehende Kopfbahnhof als Behinderung der Schnellbahntrasse gesehen wurde. Um dies zu verhindern, wurde die Idee von Stuttgart 21 geboren.

Durch eine Drehung der Fahrtrichtung um 90 Grad konnte das Gelände des alten Bahnhofs und Teile des Schlossparks genutzt werden, um im Talgrund zwischen den Hauptverkehrsachsen B14 und B27 einen unterirdischen Durchgangsbahnhof zu errichten. Das obere Bild zeigt das Tunnelportal unter der B14 und das nachfolgende Bild das nördliche Tunnelportal unter der B27, dazwischen liegt die Bahnsteighalle. Im unteren Bild lassen sich auch drei unterschiedliche Stadien im Bau der Kelchstützen erkennen, die das Dach der unterirdischen Bahnhofshalle tragen sollen. Im Vordergrund sieht man das mit einer Plane verhüllte Lichtauge einer fertigen Kelchstütze. Dahinter ist eine vollständig eingerüstete Kelchstütze zu sehen und links davor befindet sich ein Kelchfuß an welchem zwei Schalungselemente für die „Kelchblüte“ in Position gebracht wurden.

Vom ITS-Turm (Informations Turm Stuttgart, einem Bauwerk zur Dokumentation, Öffentlichkeitsarbeit und Werbung für Stuttgart 21), blickt man direkt auf eine im Bau befindliche „Kelchblüte“. Hierbei lässt sich ein Eindruck davon gewinnen, welch ungeheurer Aufwand an Armierung betrieben werden muss, bis eine derartige Stütze gegossen werden kann. In einer fertigen Kelchstütze sind rund 350 Tonnen Stahl und bis zu 875 Kubikmeter Beton verbaut. Auch die Dimensionen dieser Stützen, die einmal das Dach der Bahnhofshalle bilden, sind gewaltig. Sie bringen es auf bis zu 12 Meter Höhe und einen Durchmesser von 32 Meter.

Während das obere Bild eine Reihe randständiger Kelchstützen zeigt, die bereits miteinander zur geschlossenen Decke vergossen wurden, gibt das untere Bild den Blick in die noch „offene“ Baustelle frei und zeigt den räumlichen Bezug zur Rückseite des bestehenden Bonatzbaus. Nach Fertigstellung liegt dies alles natürlich unter der Erdoberfläche.

Das Gewirr an Schalungselementen, Gerüsten und Stützen erscheint nahezu undurchdringlich.

So sehen die fertigen Kelchstützen aus. Das untere Bild zeigt eine Kelchstütze mit ihrem „Auge“. Durch dieses soll das Tageslicht in die unterirdische Bahnsteighalle fallen.

Die fertig gegossenen Kelchstützen müssen so lange abgestützt bleiben, bis die Fläche zwischen den einzelnen Stützen zur geschlossenen Decke ausgegossen wurde. Erst dann ist die erforderliche Tragfähigkeit gewährleistet.

Eine derartige Baustelle ist natürlich auch logistisch eine Herausforderung. Ob Aushub, Schalungselemente, Rohre fürs Wassermanagement, Baustahl, …, alles muss zur richtigen Zeit vor Ort sein und unnötiges Material abtransportiert werden, denn der Lagerplatz ist sehr begrenzt.

Nach Fertigstellung werden die noch bestehenden Gleis- und Bahnsteiganlagen rückgebaut. Die zentrumsnahen Flächen stehen dann der Stadt für Entwicklungsprojekte zur Verfügung. Es liegt an der Stadt Stuttgart, sich bis zur Fertigstellung des Bahnhofs 2025 dafür etwas einfallen zu lassen. Das neue Viertel nördlich des Bahnhofareals sollte dafür jedoch nicht als Vorbild dienen!

Zum Schluss noch ein bisschen „Kunst am Bau“.

Herbstabend im Kirschenfeld

Die Streuobstwiesen am Albtrauf sind für ihre Kirschenfelder bekannt, doch auch Birnbäume und Linden sind hier zu finden.

In warmen Rot- und Gelbtönen leuchtet das letzte Laub der Kirschbäume in der Abendsonne des Spätherbstes.

Zum Vergrößern anklicken.

Auch der Schneeball hat inzwischen sein herrliches Herbstkleid angelegt.

Die alten Kirschbäume, kurz vor dem Zusammenbruch, untermalen die herbstliche Abendstimmung.

Herbstliche Farben, abstrakt

Zur Herstellung der Bilder: Blickrichtung der Kamera vom Boden in das lichtdurchflutete Geäst eines Ahornbaumes, Töpferscheibe als Kameraauflage; Focus manuell, Bildstabilisator aus, Selbstauslöser 2s; Brennweite ca. 100mm; ND 1,8 zur Verlängerung der Belichtungszeit, ISO 100, Belichtung manuell mit f16 und t = 1s bis 4s.

Kompositionen bei sehr geringer Drehgeschwindigkeit.

Bei höherer Drehgeschwindigkeit schließen sich die Kreise.

Grundeinstellung wie oben, jedoch Doppelbelichtung: 1. Belichtung ohne Drehung, 2. Belichtung mit Rotation.