Antiquarium – München

Das Antiquarium ist der älteste erhaltene Raum der Münchner Residenz. Mit einer Länge von 69 Metern gilt er als einer der größten und prachtvollsten Renaissancesäle nördlich der Alpen. Herzog Albrecht V. ließ den Saal zwischen 1568 und 1571 für seine Sammlung antiker Skulpturen errichten. Deshalb die Bezeichnung „Antiquarium“.

Hinter den äußerlich recht unscheinbaren Mauern der Münchner Residenz verbergen sich prächtige Räumlichkeiten und unschätzbare Reichtümer, die mit jedem anderen Herrscherhaus in Deutschland locker mithalten können. Das Staunen darüber sollte aber nicht den Blick darauf verstellen, dass diese Anhäufung von Reichtümern – wie immer – durch Ausbeutung der meist bettelarmen Bevölkerung erfolgte. Für einen kompletten Rundgang sollte man 3 – 4 Stunden veranschlagen.

Cuvilliéstheater – München

Das Cuvilliéstheater / Altes Residenztheater in München gilt als bedeutendstes Rokokotheater Deutschlands.

Die gesellschaftlichen Schichten jener Zeit spiegeln sich in der unterschiedlichen Ausgestaltung der verschiedenen Ränge wider. Die Kurfürstenloge über dem Eingang ist der künstlerische Mittelpunkt des Raums. Daran schließen die Logen im ersten Rang an, die für den Hochadel vorgesehen waren.  Auch sie sind reichhaltig verziert. Diese Verzierung wird über den zweiten und dritten Rang stufenweise reduziert, in denen der niedere Adel und die Hofbeamten Platz nahmen. Das relativ schlicht ausgestattete Parterre war für den Stadtadel bestimmt.

Schwäbischer Vulkan

Der Calver Bühl ist ein kleiner Schlot des Schwäbischen Vulkans bei Dettingen an der Erms. Dort kann man den Vulkanismus, der im Tertiär über ca. 6 Millionen Jahre aktiv war, modellhaft erleben. Es gibt heute nur wenige Stellen auf der Schwäbischen Alb, an denen der harte Kern eines Vulkanschlots an der Oberfläche sichtbar ist. Der Calver Bühl ist einer davon. Hier steht die Schlotschmelze als massiver Fels an. Da der Tuffschlot härter ist als das Umgebungsmaterial, wird der Calver Bühl durch Erosion aus dem rückschreitenden Albtrauf herauspräpariert. Das Ergebnis ist ein kleiner Vulkansporn, ein Kegelberg wie aus dem Bilderbuch. Auch vom Trauf aus ist die Kegelform des Calver Bühl sehr gut zu erkennen.

Ein Ausflug zum Calver Bühl lohnt sich, denn in der Umgebung gibt es noch mehr zu erkunden. So erkennt man im Bild unten links die Metzinger Weinberge, die gerade im Herbst fantastische Farben hervorbringen. Das vulkanische Gestein des Jusi-Ausläufers in Verbindung mit der Südhanglage beschert den Reben beste Bedingungen und dem Wein eine erstaunliche Qualität.

Von der Spitze des Calver Bühls genießt man die Aussicht auf Dettingen und das Ermstal. Gegenüber erkennt man den Jusi, der nach dem Randecker Maar mit rund 1000 m Durchmesser den zweit größten Schlot des Schwäbischen Vulkans stellt. Vom Wanderparkplatz bei Kohlberg führt ein geologischer Lehrpfad auf den Jusi und beschert dem Wanderer nicht nur tolle Ausblicke, sondern auch Einblicke in die Geologie der Schwäbischen Alb.

Für Interessierte hier noch einige Informationen zum Schwäbischen Vulkan: Nein, der Schwäbische Vulkan ist nicht die Sparausgabe eines Vulkans, also kein „Vulkänle“, sondern eine vulkanisch aktive Zone, die sich vor rund 17 Millionen Jahren über das Gebiet des heutige Kirchheim Teck und Bad Urach ausdehnte. In einem Umkreis von 56 km ließen sich bislang über 350 Vulkanschlote nachweisen die alle dem Schwäbischen Vulkan zugeordnet werden. Aufgrund tektonischer Bewegungen kam es im Zusammenhang mit der Auffaltung der Alpen auch zu Spannungsrissen und Verwerfungen im Bereich der Mittleren Alb. Dort stieg Magma auf, erhitzte wasserführende Schichten und führte so zu gewaltigen Dampfexplosionen, die das Deckgebirge durchschlugen. Dabei bildeten sich Schlote von 10 bis 1000 m Durchmesser. Diese wurden durch Tuff und einstürzendes Deckgestein verfüllt. In der Folge bildeten sich Maare. Vor 11 Millionen Jahren endeten diese vulkanischen Aktivitäten. Heute sind noch etliche vulkanische Erscheinungen an der Oberfläche sichtbar. Hierzu zählen das Randecker Maar, die Limburg bei Weilheim, der Jusi bei Kohlberg, der Georgenberg bei Reutlingen und eben der Calver Bühl bei Dettingen, um nur einige Beispiele anzuführen.

Im letzten Licht

Der Kornbühl mit der Salmendinger Kapelle ist auch im letzten Licht der herbstlichen Abendsonne eine Aufnahme wert. Der „Härtling“ ragt rund 100 m aus der Hochfläche der Schwäbischen Alb heraus und rückt die Kapelle ins Licht während der Fuß des Berges bereits im Schatten der Traufkante liegt. Sogenannte Härtlinge haben eine besonders harte Gesteinsformation als Deckschicht, die sich der Erosion widersetzt, so dass das Umland schneller abgetragen wird. Auf der Alb und am Albtrauf sind dies häufig die aus Schwammriffen gebildeten Massenkalke (Weißjura delta). Härtlinge erinnern daran, dass die Alb einst viel mächtiger war.

Am Meer

Die Saison ist gelaufen, der Bademeister – Bagnino – hat bereits den Sonnenschirm geschlossen, doch das Meer bei Castiglione della Pescaia lädt mit angenehmen Temperaturen noch immer zum Bad.

Monteriggioni

Schon mehrfach fuhren wir auf der Schnellstraße nach Siena an der beeindruckenden Kulisse von Monteriggioni vorbei, diesmal wollten wir die mittelalterliche Burganlage endlich besichtigen.

Obiges Bild hatte ich bereits am Vorabend aufgenommen. Als ich die Anlage am Morgen betrat, waberte noch der Nebel über die Dächer, doch bald schon setzt sich die Sonne durch und sorgte für einen ungetrübten Blick.

Siena errichtete diese Befestigungsanlage von 1213 bis 1219 als vorgeschobenen Beobachtungsposten, um die Grenze zur Republik Florenz besser im Blick zu behalten. In der Folgezeit kam es zwischen den Stadtstaaten wiederholt zu kriegerischen Auseinandersetzungen. Die kreisförmige Befestigungsanlage mit einem Durchmesser von 172 m umschließt den historischen Stadtkern. Heute sind noch 11 von 14 Wehrtürmen der Stadtmauer nahezu vollständig erhalten und verleihen der Anlage ihr charakteristisches Erscheinungsbild.

Die Bebauung im Innern wird von der Kirche Santa Maria Assunta beherrscht, die nach Fertigstellung der Befestigungsanlage am Marktplatz errichtet wurde. Im Haus daneben ist ein Museum untergebracht. Alle anderen Gebäude werden als Läden oder Kneipen genutzt, etwas anderes ist auch kaum zu erwarten.

Via Chiantigiana

Die Via Chiantigiana bietet immer wieder schöne Ausblicke über die alte Kulturlandschaft des Chianti. Doch nicht nur Weinberge, auch Olivenhaine und Zypressenalleen gehören zum Landschaftsbild.

Zur Mittagszeit passierten wir Panzano. Gerade noch rechtzeitig realisierten wir den Menschenauflauf am Fahrbahnrand. Dort hatte sich bei einem kleinen Parkplatz der Cecchini Panini Truck aufgestellt.

Der von einer ortsansässigen Metzgerei betriebene fahrbare Grilltruck ist in dieser Region offensichtliche eine Institution, denn er hat es bereits zu einem Eintrag in Google Maps geschafft und abgesehen davon sprachen die Menschen, die in Scharen hier zum Mittagessen einfielen, Bände. Panini mit diversen Fleischvariationen, Grünfutter und verschiedenen Soßen gab es im Angebot und natürlich Chianti. Kurz entschlossen nutzten wir den letzten freien Parkplatz, denn der Futterneid war geweckt. Unser Fazit: absolut empfehlenswert.

Wenige Kilometer weiter, in Castellina in Chianti, legten wir den nächsten Stopp ein. Die Bebauung erstreckt sich entlang eines Bergrückens. Der kleine Platz vor der Chiesa di San Salvatore ist das Beste was das Örtchen zu bieten hat, danach beginnt eine austauschbare Touristenmeile auf die man verzichten kann.

Auf einem empfehlenswerten Stellplatz in Monteriggioni checkten wir für die Nacht ein. Die Besichtigung der Burganlage hatten wir uns für den nächsten Tag vorgenommen.