Abbaye Jumièges

Der französische Schriftsteller Viktor Hugo bezeichnete die Abtei Jumièges als schönste Ruine Frankreichs. Ob das zutrifft, kann ich nicht beurteilen, doch ein Hingucker ist dieses verfallene Benediktinerkloster allemal.

Durch dieses Eingangsgebäude gelangt man auf das ausgedehnte Areal.

Die Abbaye Jumièges, 654 in einer Seine-Schleife erbaut, war eine der größten und bedeutendsten Klosteranlagen Frankreichs. Zahlreiche Konstruktionsmerkmale, die hier erstmals zum Einsatz kamen, prägten den normannischen Stil späterer Kirchenbauten. Das Kloster wurde mehrfach zerstört und nach der Französischen Revolution als Steinbruch benutzt. Unglaublich, dass trotzdem noch derart monumentale Mauerreste dem über Jahrhunderte andauernden Verfall standhielten. Noch heute überragen die 46 m hohen Zwillingstürme die romanische Klosteranlage.

Die gewaltigen Mauerreste, die sich wie Gerippe eines gestrandeten Wals gen Himmel recken, lassen das Ausmaß der einstigen Abtei nur noch erahnen.

Gerade dieser Verfall ist es, der die Besucher heute in die Abtei lockt. Ein wirklich lohnendes Ziel.

Claude Monet in Giverny

Mai 2024

Impressionismus gilt in Frankreich nicht nur als Kunstrichtung sondern als Bewegung und diese feiert 2024 ihr 150-jähriges Bestehen. Grund genug also während einer Fahrt in die Normandie, die Wirkungsstätte von Claude Monet in Giverny aufzusuchen. In diesem kleinen Dörfchen im Tal der Seine lebte Monet von 1883 bis zu seinem Tod 1926. Zahlreiche Szenen aus der Umgebung und aus seinem Garten haben in seinen Kunstwerken ihren Niederschlag gefunden, wie zum Beispiel der Seerosenteich.

Monets Haus und Garten werden heute von einer Stiftung touristisch erfolgreich  vermarktet. Es werden wohl an die hunderttausend sein, die jährlich durch Haus und Hof gelotst werden. Während der Garten – je nach Jahreszeit –  unterschiedliche Impressionen generiert, …

… ist  Monets Haus eine einzige Katastrophe! Ich habe noch niemals und nirgends zuvor eine lieblosere und qualitativ schlechtere Präsentation von Kunstwerken gesehen als an diesem Ort. Natürlich sind es Unmengen an Menschen, die hier täglich durchgeschleust werden, aber muss man die so abspeisen? Wie kann man Räume mit großer Kunst vollflächig und redundant tapezieren und dann auch noch mit schlechten Reproduktionen und das an der originären Wirkungsstätte eines Künstlers, der als Flaggschiff einer ganzen Bewegung gilt. Dabei hätte das Haus durchaus Potenzial.

Monet hat es wirklich nicht verdient, dass er zur Touristenfalle mutiert. Wenn der wüsste, welches Schindluder mit ihm getrieben wird, „der würde sich im Grabe umdrehen“, wie meine Mutter zu sagen pflegte.

Doch es gibt auch noch etwas Positives zu berichten, der Übernachtungsplatz für Camper ist umsonst.

Im Nachbarstädtchen Vernon gibt es unter anderem die alte Mühle zu bestaunen, die auch heute noch die MalerInnen anzieht.

Street Art Museum MAUSA Vauban

Die von 1698 bis 1704 von Vauban errichteten Festungsmauern umschließen den Ort Neuf-Brisach vollständig. Auch wenn einen der Ort auf den ersten Blick nicht vom Hocker reißt, so ist dieses bauliche Gesamtarrangement doch einmalig. Absolut sehenswert ist jedoch das Museum für Urban Art und Street Art MAUSA, das seit 2018 in den Kasematten des UNESCO-Weltkulturerbes untergebracht ist.

Gleich am Eingang zieht ein über Eck gemaltes Porträt das Interesse auf sich und macht neugierig auf das was noch kommt.

Lange schmale Gänge erschließen über zwei Flügel zahlreiche Räume. Platz genug, um der Kreativität von ca. 30  KünstlerInnen freie Entfaltung zu ermöglichen. Clementine Lemaitre und Stanislas Belhomme, die Gründer des MAUSA stießen mit ihrer Idee anfänglich auf Skepsis. Würden sich Street Art Künstler in einem Museum zähmen lassen? Doch der Erfolg gibt ihnen Recht.

Das Konzept der Ausstellungsmacher überzeugt. International renommierte Künstler der Szene werden eingeladen, ihre Spuren zu hinterlassen. Ihre Werke werden für ca. 5 Jahre erhalten, dann wird die Fläche für neue Projekte freigegeben. So ist das Museum einem ständigen Wandel unterzogen und die Chancen sind gut, dass man Künstler bei ihrer Arbeit über die Schulter schauen kann. Ein weiterer Pluspunkt ist die beeindruckende Vielfalt, die auf diese Weise generiert wird.

Zum Abschluss noch ein Schmankerl: Die Frage, ob sich Vauban über sein Porträt gefreut hätte, das der Künstler C215 alias Christian Guény auf Vaubans altem Gemäuer aufgetragen hat, stellt sich nicht wirklich. Immerhin taugen die Wände noch heute als Bildträger, während sie ihren eigentlichen Zweck, uneinnehmbar zu sein, nie erfüllt haben.

Wichtiger Hinweis: Alle Bilder sind urheberrechtlich geschützt. Dies betrifft einerseits die Rechte des Museums „Copyright MAUSA Vauban“ sowie meine Rechte als Fotograf. Das Kopieren auch von Teilen ist nicht gestattet.

Mit dem Link @mausa.streetart geht es direkt zum Museum.

Winterträume

Die Bergbahn am Füssener Jöchle in Grän (Tannheimer Tal) bringt Skifahrer und Wanderer in wenigen Minuten von ca. 1200 m zur Bergstation auf über 1820 m Höhe. Letzten Samstag war dies die Fahrt in eine traumhafte Winterlandschaft.

Doch diese weiße Pracht währte nicht lange. Nach dem Wärmeeinbruch am Sonntag sind die Bäume bereits wieder schneefrei.

Befreiungshalle Kehlheim

Die Befreiungshalle steht bei Kehlheim auf dem Michelsberg zwischen Donau und Altmühl. In den Jahren 1843 – 63 von Ludwig I., König von Bayern erbaut, zählt sie zu den bedeutendsten Bauwerken Deutschlands des 19. Jahrhunderts und gilt als eines der wenigen großen, architektonisch konzipierten Nationaldenkmäler. Sie erinnert an die siegreichen Schlachten der europäischen Befreiungskriege gegen Napoleon 1813 – 15.

Der von den Architekten Friedrich von Gärtner und Leo von Klenze errichtete klassizistische Monumentalbau nach antikem Vorbild, folgt auf der Basis der Zahl 18 einer strengen und bewussten Gestaltung. Die Außenansicht wird geprägt von 18 Strebepfeilern, die von Kolossalstatuen (5,80 m Höhe) gekrönt werden. Diese sollen die 18 deutschen Volksstämme verkörpern, die an den Befreiungskämpfen beteiligt waren. Darüber erhebt sich eine Säulengalerie aus 54 (3 x 18) monolithischen Marmorsäulen, die von einem Architrav abgeschlossen werden. Darüber befindet sich ein freier Umgang, der weite Ausblicke ins Umland ermöglicht.

Den Strebesäulen sind 18 Kandelaber vorgesetzt, die mit 6,50 m eine beeindruckende Höhe erreichen.

Über insgesamt 84 Stufen erreicht man den Eingang. Beim Betreten der Rundhalle wird durch das einfallende Licht der Blick zur Kuppel gelenkt. Mit einem Durchmesser von 29 m und einer Höhe von 14 m schließt sie das Hallenrund ab. Das einzige Licht fällt durch ein Opaion im Zenit. Die Gesamthöhe der Halle beträgt 45 m.

Der Aufbau im Innern folgt dem äußeren Erscheinungsbild. Die untere Säulenreihe gestaltet 18 Nischen. Vor diesen stehen je 2 Siegesgöttinnen aus Carrara-Marmor, die in einer Hand je ein Schild halten. Auf diesen stehen die siegreichen Schlachten während der Befreiungskriege. Das Material der Schilder besteht, wie das Eingangstor, aus erbeuteten und eingeschmolzenen Geschützen. Die Viktorien reichen sich die freie Hand, so dass ein geschlossener Kreis entsteht.

Über den Nischenbögen sind Marmortafeln angebracht. Diese tragen in goldener Schrift die Namen der bedeutendsten Feldherren.

Darüber erhebt sich die Säulengalerie aus 36 toskanischen Doppelsäulen. Auf dem Architrav, der zur Kuppel überleitet, stehen die Namen der eroberten Festungsanlagen.

Von der Galerie aus überblickt man den Fußboden des Hallenrunds. Dieser besteht aus einem konzentrisch angeordneten Mosaik aus buntem Marmor. Im Zentrum steht auf gelbem Siena-Marmor in schwarzer Schrift der nachfolgende, von Ludwig I. selbst stammende Satz:

MOECHTEN
DIE TEUTSCHEN
NIE VERGESSEN WAS
DEN BEFREIUNGSKAMPF
NOTHWENDIG MACHTE
UND WODURCH SIE
GESIEGT.

Bei meinen Recherchen habe ich leider eine historische Einordnung zur Entstehung der Befreiungshalle vergeblich gesucht. Ludwig I. gilt sicher zu Recht als Förderer der Kunst und als architektonischer Gestalter. Dabei hat er sich viele Verdienste erworben. Auch hat er durch seine Regeln zum Denkmalschutz zum Erhalt zahlreicher Bauwerke, ja ganzer Stadtanlagen beigetragen. Doch betrachtet man den zeitlichen Zusammenhang zwischen den aufkommenden revolutionären Ideen (Hambacher Fest 1832 in der bayrischen Rheinpfalz) und dem zunehmend reaktionärer werdenden politischen Kurs von Ludwig I., so liegt nahe, dass er mit dem Bau der Wallhalla und der Befreiungshalle, vom Ruhm und Glanz der Befreiungskriege profitieren und die Bevölkerung moralisch zur Unterordnung verpflichten wollte. Anders kann sein im Fußboden eingelassener Satz (siehe oben) nicht verstanden werden.

Zu Ludwirg I. gäbe es noch viel zu sagen, doch kann dies nicht Teil dieses Beitrags sein.

Steinerne Brücke, Regensburg

Bei Sonnenaufgang bieten sich gut Voraussetzungen um die Steinerne Brücke in Regensburg vor der Altstadtkulisse mit Dom fotografisch ins richtige Licht zu setzen. Um die zwischen 1135 und 1146 errichtete Donaubrücke abzulichten finden sich optimale Standorte auf dem Uferdamm „Am Beschlächt“ (oberes Bild) oder auf der Jahninsel (nachfolgendes Bild).

Die frühen Morgenstunden bieten noch einen weiteren Vorteil, es sind noch keine Menschenmassen unterwegs, so dass man auch auf der Brücke fotografieren kann. Das nachfolgende Bild zeigt den Blick von der Brücke flussabwärts.

Ganz anders ist die Situation um die Mittagszeit. Hier bietet sich im Gegenlicht eine SW-Ausarbeitung als Scherenschnitt an.