Gegen den Corona-Koller 5

Die Bilder lassen sich durch Anklicken vergrößern.

Mit Manni, der auch eine eigene Homepage unterhält (mannisfotobude), traf ich mich unlängst zu unserem zweiten „Bloggertreffen“, wie er zu sagen pflegt. Unser Ziel war das abendliche, durch Corona entvölkerte Tübingen. Wir wollten eine der letzten Gelegenheiten nutzen, um die leeren, leblosen Gassen und Plätze festzuhalten.

Mit den letzten Sonnenstrahlen erklommen wir über den Kapitänsweg den Schlossberg und fanden sogar den Eingang zum Schloss Hohentübingen. Von dort erhaschten wir noch einen flüchtigen Blick ins Neckartal, das bereits im Schatten der untergehenden Sonne lag.

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Kurz nach 20 Uhr, also bei bestem Licht, wurden wir von der Security aus dem Schlosshof rausgeschmissen. Das nachfolgende Bild zeigt einen letzten Blick vom Schloss über die im Ammertal liegende Altstadt. Rechts, in Verlängerung der Schlossmauer, erkennt man das erleuchtete Verbindungshaus der Burschenschaft Roigel. Dieses steht in exklusiver Lage direkt vor dem Schlosstor und ist eines der wenigen Häuser Tübingens, das Ausblicke sowohl ins Ammertal (links) als auch ins Neckartal ermöglicht.

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Im Garten des Verbindungshauses steht die größte und älteste Freiluftkegelbahn Süddeutschlands. Sie soll bereits 1789 erbaut worden sein. Das Ende der Kegelbahn markiert ein Gartenhaus (Fachwerksbau rechts unten), in dem auch schon Eduard Mörike gewohnt haben soll, die sogenannte „Villa Rattenkull“.

Den nahezu menschenleeren Marktplatz erreichten wir zur blauen Stunde. Über die Kornhausstraße, die wie die restlichen Gassen weitgehend entvölkert war, gelangten wir zur Krummen Brücke. Dort liesen wenigstens die Fahrräder Rückschlüsse auf die dort lebende Bevölkerung zu.

Ein Besuch in Tübingen ohne den obligatorischen Blick auf die Neckarfront ist natürlich undenkbar. Wir hatten uns das am häufigsten abgelichtete Motiv der Stadt für den Schluss aufgehoben. Sogar die Venus gesellte sich dazu, die an diesem Abend durch eine leichte Schleierbewölkung etwas aufgeblasen daherkam.

Outletcity

Klar! Mich bringt keiner dorthin, nicht zum Einkaufen, zum Fotografieren schon! Die Outletcity von Metzingen ist der Schrecken der Einzelhändler in der Bekleidungsindustrie von Balingen über Tübingen, Reutlingen und Eslingen bis Stuttgart. 2017 besuchten 4 Millionen Kunden aus 185 Nationen die Fabrikverkäufe namhafter Nobelmarken, Tendenz steigend.

(Bilder zum Vergrößern anklicken)

Als Hugo Boss 1924 seine Textilfabrik in Metzingen gründete, dachte noch niemand an die Outletcity. 1972 übernahmen die Enkel Uwe und Jochen Holy die Firma und machten aus ihr die internationale Modemarke Hugo Boss. Die Initialzündung für die Outletcity kam 1995 mit der Gründung der Holy GmbH, die den Fabrikverkauf von Hugo Boss auf die Beine stellte.

Der Erfolg führte 2003 zur Gründung der Immobilienverwaltung Holy AG, in deren Gebäude namhafte Modelabels dem Fabrikverkauf von Hugo Boss nacheifern. Inzwischen stellt die Outletcity 10% der Arbeitsplätze in Metzingen und die Verkaufsfläche wird ständig erweitert.

Inzwischen bin ich davon überzeugt, dass die Outletcity gerade auch für Fotografen einiges zu bieten hat. 😉

Lofoten_5 – das Polarlicht

Bei diesem Beitrag gibt es nur Bilder, Worte sind hier überflüssig.

 

 

 

Jetzt kommt doch noch ein Hinweis: Bei der nächsten Aufnahme handelt es sich um ein Panorama, das sich aus fünf hochformatigen Einzelbildern zusammensetzt.

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Das nachfolgende Bild zeigt den Ort, an welchem die Polarlichtaufnahmen entstanden sind. Am anderen Morgen war das schöne Wetter schon wieder vorbei.

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Mittwoch, 27. Februar 2019

Der Sturm hatte zwar etwas nachgelassen, doch der Regen blieb. Mein erstes Ziel war die am gleichnamigen Fjord gelegene Ortschaft Nusfjord. Auf dem Weg dorthin passiert man den Bergsee Storvatnet, dessen Eisschollen ein tolles Mosaik bilden.

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Bereits nach den ersten 50 m in Nusfjord hat mir der Sturm den Regenschirm zerlegt. Was soll´s, bislang ging es ja auch ohne.

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Im idyllisch gelegenen Nusfjord drängte sich mir die Frage auf, ob hier überhaupt noch Einheimische leben, die nicht am Fremdenverkehr ihr Geld verdienen.

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Als Nächstes steuerte ich den Strand von Haukland an. Dieser herrliche Sandstrand dient im Sommer als „Freibad“ für die Umgebung. Heute wollte allerdings keiner baden, denn dort wurde man richtig sandgestrahlt.

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Um diesen fantastischen Blick zu genießen, musste ich zuerst einen Bachlauf queren. Dazu hatte ich extra meine Gummistiefel angezogen. Ich hatte noch nicht einmal die Mitte des Baches erreicht, als eine kräftige Welle die Gummistiefel füllte. Was macht man nicht alles für ein paar Bilder?

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Aufgrund des anhaltenden Sauwetters überlegte ich mir ernsthaft, ob ich mich nicht früher als geplant nach Tromsö zurückziehen sollte, doch am Nachmittag sah der Himmel aus, als wollte sich Hochdruck durchsetzen. Also zurück auf meinen Campground nach Ramberg. Als ich den Strand bei Flakstad passierte, legte ich nochmals einen Fotostopp ein. Der Regen hatte inzwischen aufgehört. Deshalb wollte ich versuchen die riesigen Steinblöcke mit einer Langzeitbelichtung festzuhalten. Hier die Ergebnisse.

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Einige wenige Wasserflecken muss ich noch beseitigen, das kommt aber später dran.

Es ging schon gegen Mitternacht, als der Himmel tatsächlich aufriss und das Nordlicht zaghaft durchschimmerte. Also rein ins Auto und raus aus dem Städtchen, weg vom Licht.

 

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Im Vergleich zum ersten Nordlicht war das eine klare Steigerung, doch es sollte noch besser kommen.

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Am Montag, 24. Februar 19, fuhr ich weiter in Richtung A, dem letzten Dorf am Ende der E10, ganz im Südwesten der Lofoten.

Seitdem ich tags zuvor hier in Ramberg angekommen war, hatte der Regen nicht mehr aufgehört. Der Sturm ist derart angeschwollen, dass am Sonntag weder Auto fahren noch Fotografieren Sinn machte.

Inzwischen habe ich gelernt, immer dann zu fotografieren, wenn es gerade mal nicht regnet. Nur so ist es möglich, die wenigen regenfreien Stunden zu nutzen. Deshalb fing ich heute gleich in Ramberg an. Ein unspektakulärer Ort und dennoch findet sich ein lohnender Schiffsfriedhof und wohlriechende Trockengestelle für Stockfisch oder genauer gesagt für deren Köpfe.

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Ich mach´s kurz, das Sauwetter setzte sich fort. In A legte ich mich früh in die Koje und erwachte gegen 22 Uhr an der Stille – kein Geprassel auf dem Autodach. Als ich durchs Fenster schielte, traute ich meinen Augen nicht, Sterne! In kürzester Zeit war ich fahrbereit. Zwischen den Straßentunneln vor Reine kannte ich einen relativ dunklen Parkplatz. Da wollte ich mein Glück versuchen.

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Und ich hatte Glück – mein erstes Nordlicht! Gerade einmal eine halbe Stunde, dann waren die Wolken wieder dicht.

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Am Dienstag war ich vor Sonnenaufgang wieder unterwegs. Erster Stopp: Reinehalsen. Als ich ankam war ich noch alleine. Doch es dauerte nicht lange bis eine Fotografen-gruppe nach der anderen eintraf. Es galt die regenfreie Zeit zu nutzen! Ein nächster Stopp in Reine, hier mit dem berühmten Olstinden (675 m), schloss sich an.

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Die nachfolgende Aufnahme zeigt den Blick von Hamnoy zurück auf die gelbe Rorbuer-Anlage von Sakrisoy.

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Gleich im Anschluss gelangt man zum netten Hafen von Hamnoy.

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Bei neuerlich einsetzendem Regen ging es zurück in Richtung Ramberg. Kurz davor bog ich jedoch über zwei herrliche Brücken nach Fredvang ab.IMG_8723

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Die Häuser der Ortschaft sind weit verstreut auf kleine Erhebungen oder am Hang  gebaut, denn sie liegen nur wenige Meter über dem Meeresspiegel. Durch das moorige Schwemmland mäandriert hier die Sandelva dem Sandbotnen entgegen. Bei Flut wird das Flüsschen aufgestaut und setzt große Flächen unter Wasser.

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Hier in der Abgeschiedenheit am Sandbotnen hoffte ich, das Nordlicht nochmals vor die Linse zu bekommen und am Mittwoch wollte ich dann zur Bucht Kvalvika wandern. Doch es kam alles wieder ganz anders.

Morgens, wenn die Pendler kommen …

Dass die Fahrradbrücke bei Dusslingen auch unterm Sternenhimmel eine gute Figur abgibt, steht außer Frage.

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Spannend ist es zu beobachten, wie zwischen 5 und 7 Uhr in der Früh, der Berufsverkehr einsetzt und sich je nach Fahrzeug immer wieder neue Beleuchtungseffekte ergeben. Gemeinsam mit den Sternen gelingt den Pendlern dabei eine überzeugende Performance.

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Sogar die Polizei machte bereits zu dieser frühen Stunde eine Fahrt ins Blaue.

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Etwas später schlich sie sich dann behutsam über den Horizont, die blaue Stunde. Und schon wurde es Zeit, um Brötchen fürs Frühstück zu organisieren.

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Weihnachtsgrüße

Mit einem Blick über das verschneite Tannheimer Tal grüße ich alle Guckloch-Gucker und wünsche fröhliche und entspannte, aber auch besinnliche Festtage und einen guten Rutsch.

Horst

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Milch- und andere Straßen

Nächte, in denen die Voraussetzungen für gute Sternenbilder stimmen und die so angenehm warm sind, dass das Herumexperimentieren Spaß macht, sind so zahlreich nicht. Diesen Sommer hat es immer wieder mal gepasst.

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Wieder einmal suchte ich einen Parkplatz nahe der Salmendinger Kapelle auf. Ich wusste, dass sich hier die Milchstraße schön zwischen Bäumen platzieren lässt, deren Kronen sich wie Scherenschnitte vom Nachthimmel abheben. Die Ortschaft Ringingen sorgt hier für eine ansprechende Hintergrundbeleuchtung.

IMG_6260Die nahe Straße fand ich anfänglich ziemlich störend, doch dann bezog ich die Fahrzeuge bewußt in die Bildgestaltung ein.

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Zum Schluss war ich von der Teilbeleuchtung der Landschaft richtig begeistert.

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