Bei der Morgentoilette

Bei einem morgendlichen Streifzug entlang der Felsenküste konnte ich einen jungen Kormoran bei seiner Morgentoilette beobachten.

Was will der denn?

Bin ich nicht spitze?

Schau mir in das Auge Kleiner! So einen Rollo hättest Du wohl auch gern. Voll erotisch kann ich Dir sagen und ganz schön praktisch!

Der kann mich mal!

Ach wie gut, dass niemand weiß, …

… dass ich Schlangenhalsvogel heiß?

Wendehals habe ich abgelehnt!

So ein Federkleid macht ganz schön Arbeit.

Aber Kopf hoch, der mit seinen Falten hat´s auch nicht besser!

Jetzt ist´s aber genug! Die Show ist gelaufen – und tschüssi!

Saarpolygon bei Nacht

Zwei Tage zuvor hatte der Wetterbericht eine klare Nacht vorhergesagt. Deshalb machte ich mir bereits Hoffnungen, das Saarpolygon unterm Sternenhimmel fotografieren zu können, zumal nahezu Neumond war. Am entscheidenden Tag prognostizierte der Wetterbericht dann eine aufkommende Bewölkung für die zweite Nachthälfte. Fakt war, dass bereits am Abend die hochnebelartige Bewölkung so dicht war, dass ich mir gründlich überlegte, ob ich noch ein zweites Mal auf die 150 m hohe Halde klettern sollte. Aber nachdem ich schon mal hier war, fiel die Entscheidung eindeutig aus, denn die Hoffnung stirbt ja zuletzt. Gegen 22 Uhr stieg ich also auf. Obwohl man von den Sternen fast nichts erkennen konnte, war das erleuchtete Saarpolygon dennoch ein Erlebnis. Nachfolgend einige Blicke auf das riesige Konstrukt aus unterschiedlichen Blickrichtungen. Ausführliche Infos zum Saarpolygon findest du hier.

Für dieses Motiv bietet sich natürlich auch die Schwarzweiß-Version an. Dabei kann man gut erkennen, dass im Schwarzweiß-Bild der Blick besser auf das Objekt gelenkt wird. In der nachfolgenden Diaschau gibt es auch interessante Detailstudien zu sehen. Einfach weiterblättern.

Smögen

8. September 2021

Smögen liegt an der Spitze der Halbinsel Sotenäs nördlich von Göteborg und ist einer der typischen alten Fischerorte, die sich inzwischen voll auf den Tourismus eingestellt haben. Außerhalb der Saison ist ein Besuch dieses Örtchens absolut zu empfehlen, denn seine Lage entlang, zwischen und auf den blanken, rund geschliffenen, rosafarbenen Granitformationen ist wirklich sehenswert. Die Ortschaft auf die bekannte, viel fotografierte, bunte Häuserzeile am Ende des Naturhafens zu reduzieren, währe verkehrt, denn die sind eher ein Beispiel dafür, wie manipulativ die Fotografie sein kann oder ist.

Zum Vergrößern anklicken.

Man hat hier große Anstrengungen unternommen, um die Schärenküste mit Brücken und Holzstegen zu erschließen. Wer diese fantastische Möglichkeit für eine Wanderung durch die Klippen nutzt, nimmt bleibende Eindrücke mit nach Hause.

Der Sonnenuntergang ist hier ein besonderes Schauspiel, er lässt den rosafarbenen Granit geradezu aufblühen.

In der Blauen Stunde erstrahlt nicht nur das gelbe Licht der Straßenbeleuchtung, auch die Fenster der Häuser reflektieren das letzte Licht des Abendrots.

Für Wohnmobillisten bieten sich am Ende des Ortes inmitten der Granitformationen Stellplätze in idealer Lage.

Eine faustdicke Überraschung

27. August 2021

Unweit von Kvikkjokk fanden wir am bewaldeten Seeufer ein Quartier für die Nacht. Die ersten Sterne zeigten sich bereits und es hatte merklich abgekühlt, als ich mich in unseren Camper zurückzog. Mehr reflektorisch überprüfte ich noch meine Polarlicht-App. Was ich da sah, war nicht zu fassen. Halb Schweden war rot eingefärbt. Rot bedeutet eine Polarlichtwahrscheinlichkeit von über 50%. Das hatte ich bei meiner Winterreise auf die Lofoten nie erlebt. Also gleich wieder raus. Tatsächlich, am Himmel zeigten sich kaum wahrnehmbare, ausgedehnte, wolkenartige Schleier schwankender Helligkeit. Von Farbe keine Spur. Das riss natürlich keinen vom Hocker, aber ich wusste, dass Polarlichter häufig unscheinbar beginnen. Da braucht man Geduld oder wie mein Freund Roland gerne sagt: „Ein guter Jäger muss warten können.“

Und das Warten hat sich gelohnt!

Zum Vergrößern anklicken.

Super, Mond und Sterne

Am 27. April 2021 war der letzte Supermond zu beobachten. Bevor sich bereits am 26. Mai 2021 dieses Schauspiel wiederholt, nachfolgend ein paar Eindrücke.

Schon am frühen Abend stieg der Supermond über den Horizont und leuchtete mit den blühenden Obstbäumen um die Wette.

Je nach Standort verfing er sich auch mal in den Ästen hoher Bäume.

In der Nacht war es dann so hell, dass sich die Sterne alle Mühe geben mussten, um sich bemerkbar zu machen.

Am frühen Morgen begann der Supermond dann zu schwächeln. Nachdem er sich die ganze Nacht beim Leuchten verausgabt hatte, reichte es nur noch für ein rötliches Glimmen. Der Supermond war am Ende.

Gegen den Corona-Koller 10

Der Lockdown in Baden-Württemberg ist mit einer Ausgangssperre verknüpft. Eigentlich sind da Nachtaufnahmen nicht zu machen. Doch wozu dient die Ausgangssperre? Sie soll unnötige Kontakte verhindern. Diesem Sinn habe ich entsprochen, denn meine Partner waren heute Nacht ein alter Birnbaum und die Sterne.

Um den Sternenhimmel optimal zu sehen, das Bild unbedingt vergrößern.

Zum Bild: Bereits im letzten Frühjahr hatte ich dieses Motiv im Kopf, die überschäumende, hell leuchtende Blütenpracht eines Birnbaums in klarer Sternennacht. Doch dazu müssen mehrere Faktoren passen. Die Hochblüte eines Baumes dauert nicht länger als zwei bis drei Tage. In diesem Zeitraum sollte es eine möglichst klare Nacht geben, etwas Mondlicht würde nicht schaden und dann sollte der Baum auch noch richtig stehen.

Ich suchte nach einem möglichst frei stehenden Baum, den ich in Südostrichtung aufnehmen konnte. Dadurch konnte ich auch noch lange nach Sonnenuntergang vom Restlicht des Tages profitieren. Das sollte mir zusammen mit dem Mondlicht die Blüten ausreichend gut ausleuchten. Gestern war Halbmond gerade überschritten. Zum Zeitpunkt der Aufnahme bestand noch ein letzter Rest von Blauer Stunde. Allerdings waren wegen der Schleierbewölkung nur die hellsten Sterne zu sehen. Ich war schon leicht gefrustet, doch die Kamera konnte wesentlich mehr Sterne erkennen, so dass ich fürs Erste zufrieden sein konnte. Sicher wird es nicht bei diesem Versuch bleiben.

Weitere Beiträge zu diesem Thema findest du oben in der Menueleiste unter „Fotoprojekte“ -> „Gegen den Corona-Koller“.

Mainhattan

Der Blick auf Mainhattan, Frankfurts Bankenviertel am Westend, ist zu jeder Tages- und Nachtzeit spektakulär. Die erste Aufnahme zeigt die Skyline eine Stunde vor Sonnenaufgang (ISO 100, f16, 30 s, 35 mm). Standort: Sachsenhäuser Ufer, im Vordergrund der Eiserne Steg.

Eine viertel Stunde vor Sonnenaufgang hatte sich die Blaue Stunde voll entwickelt. Im Osten war das Tageslicht bereits über den Horizont geklettert und hatte für die Ausleuchtung der Hochhausfassaden gesorgt (ISO 100, f16, 15 s, 35 mm). Für alle, die es genauer wissen wollen, hier die auffälligsten Hochhäuser von links: Riverside Tower mit dem weißen Zackenband, Eurotower mit den blauen Streifen, Taunusturm mit dem Pultdach, der Comerzbank Tower gelb beleuchtet, der Main Tower mit dem runden Turm. Der Comerzbank Tower ist mit 259 m architektonischer Höhe das höchste Hochhaus innerhalb der EU. Bis zu seiner Spitze misst er sogar 300 m.

Das nächste Foto wurde unmittelbar vor Sonnenaufgang in Richtung Osten aufgenommen. Dort wurde der gewaltige Bau der EZB vom ersten Morgenlicht durchleuchtet (Standort: Mainkai, ISO 400, f5,6, 1/320 s, 400 mm).

Bei Sonnenuntergang nochmals der Blick auf Mainhattan, diesmal von der Flößerbrücke aus. Als ich die Sonne hinter dem Riverside Tower verschwinden sah, war nicht klar, ob sie im Spalt zwischen den Hochhäusern nochmals erscheinen, oder vorher untergehen würde. Gespannt wartete ich ab.

Ich denke, das Warten hat sich gelohnt, denn das nachfolgende Bild haben sicher nicht alle in der Kiste.

Wenig später begann die Blaue Stunde, das Abendrot zu verdrängen.