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Ostermontag, 17. April

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Das heutige Programm begann bereits vor dem Frühstück. In der Nähe unseres Ankerplatzes waren Mantas das ganze Jahr über stationär. Um sie zu schützen, wurde die tägliche Zahl der Taucher und Schnorchler begrenzt. Dazu bekamen die Boot nach Anmeldung ein festes Zeitfenster zugeteilt. Wir hatten an diesem Tag das Zeitfenster zwischen 6 und 8 Uhr. Oliver hatte die Tiere in einem Kanal zwischen zwei Riffen gesichtet. Die Strömung war hier so stark, dass man nur im Kehrwasser hinter den Korallenstöcken gegen sie ankam. Fünf gewaltige Mantas schwammen in aller Ruhe unter uns. Die verhaltene Bewegung ihrer Flügel reichte aus, um in elegantem Formationsflug gegen die Strömung anzukommen. Jedes der Tiere hatte eine Spannweite von mindestens 3 m. Von vorne betrachtet fand ich die Mantas besonders beeindruckend. Die riesigen Schaufeln vor dem weit aufgesperrten, überdimensionalen Schlund erweckten den Eindruck, als bestünde das ganze Tier nur aus einem Rachen.

Auch einen gewaltigen, ca. 1,5 m langen Baracuda suchten wir in seinem Revier auf. Obwohl er sich keinen Happen entgehen lies, war er doch sehr vorsichtig. Er prüfte jedes Stück mehrfach, bevor er zuschnappte. Wegen der starken Strömung schafften es nur die guten Schnorchler zurück zur Jacht. Einige mussten mit dem Beiboot eingesammelt werden. Wegen der schwierigen Verhältnisse brachen wir diese Aktion vorzeitig ab.

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Beim nächsten Schnorchelspot hatten wir mehr Glück. In der Nähe des Außenriffs gab es einen ausgedehnten Korallengarten, der noch einmal das volle Programm bunter Fische bot.

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Zum Mittagessen waren wir gleich nebenan auf einem Motu zu Gast. Auf Platten, die aus Palmwedeln kunstvoll geflochtenen waren, wurde uns ein landesübliches Essen serviert.

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Wir blieben noch einige Zeit auf dem Motu, denn hier gab es viel zu entdecken. Die Frauen retardierten zu Sammlerinnen, suchten Muscheln am Strand, fanden kleine Hundewelpen entzückend

oder knackten ihre erste Kokosnuss.

Auf Nachfrage durften wir ein Auslegerkanu testen und hatten damit großen Spaß. Die extrem leichten und schlanken Boote sind dafür konstruiert, um mit hoher Geschwindigkeit geradeaus zu fahren. Mit Richtungsänderungen hat man aber seine Schwierigkeiten. Auch die Stabilität ist trügerisch. Zum Ausleger hin ist das Boot natürlich extrem stabil. Da der Ausleger jedoch kaum Gewicht hat, kippt das Boot zur anderen Seite schnell weg.

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Mit einem Volleyballspiel schlossen wir den Besuch auf dem Motu ab.

Nach dem Kaffee setzten wir Segel in Richtung Vaitape, um für die Nacht zu ankern. Für die schweizer Mädels und uns war es der letzte Abend an Bord. Wehmut machte sich breit, denn wir waren in wenigen Tagen zu einer tollen Gruppe zusammengewachsen.

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Ostersonntag, 16. April

Der Morgen empfing uns mit einem Regenbogen. Nach dem Frühstück wurden die Fische zum ersten Mal gefüttert, mit Obstabfällen. Den Schiffshaltern schien dies zu schmecken.

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Für die Überfahrt nach Bora Bora waren starker Gegenwind und ordentliche Wellen angekündigt. Doch bis zur Passage durchs Außenriff konnten wir noch die Ruhe in der Lagune genießen.

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Noch bevor wir das Außenriff erreicht hatten, nahm der Seegang spürbar zu. Vorsorglich hatte ich mir eine Reisetablette eingeworfen. Trotzdem ging es mir nach eineinhalb Stunden nicht anders als einigen Anderen. Zum zweiten Mal fütterten wir heute die Fische und zwar abwechselnd.

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Alle waren froh, als wir endlich in die Lagune von Bora Bora einfuhren. An einer flachen Stelle setzten wir den Anker. Das unglaubliche Blau der Lagune begeisterte uns vom ersten Moment an.

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Unmittelbar vor dem Mittagessen kam Oliver mit dem Dingi von einer Erkundungsfahrt zurück. Er hatte einen Manta gesichtet. Wer wollte, sollte rasch seine Schnorchelausrüstung schnappen und ins Boot springen. Es war wirklich ein gewaltiges Tier, das in ca. 4 m Tiefe seelenruhig um einen Korallenstock segelte, um das Plankton abzufischen.

Am Nachmittag ging es dann zum dritten Mal zum Fische füttern, diesmal jedoch programmgemäß. Genau genommen wollten wir Rochen füttern, die rohen Fisch gerne auch aus der Hand fressen. Also rein ins Beiboot. Bald waren die Rochen im flachen Wasser ausgemacht. Wer wollte, sprang ins Wasser während Oliver die Tiere anfütterte.

In kürzester Zeit waren um die zehn Rochen zwischen, um und an uns. Recht aufdringlich suchten sie bei jedem nach Futter. Oft waren es drei oder vier Tiere gleichzeitig, die sich derselben Person von allen Seiten näherten und sich gierig übereinander schoben. Ich musste sehr darauf achten, dass meine Kamera trocken blieb. Ganz aufdringliche Tiere konnte man vorsichtig an der „Nasenspitze“ fassen und zur Seite schieben. Das fühlte sich dann an, als hätte man den Schirm eines Butterpilzes in der Hand. Nachdem der Fischvorrat aufgebraucht war, war der Spuk rasch vorbei und es ging zurück zur Jacht.

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Vorbei an zahlreichen Hotelanlagen, die oft geradlinig ausgerichtet wie Kasernen  im Wasser standen, suchten wir den Weg zum Ankerplatz für die Nacht. Dabei bekamen wir wieder „Begleitschutz“ von der „Dorfjugend“. Die jungen Männer schienen jede Gelegenheit zu nutzen, um im Sog des Heckwassers mit hoher Geschwindigkeit weite Strecken zurückzulegen. Ein nettes Spiel und gutes Training.

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Abschied von Neuseeland

Montag, 10. April 17

Heute verbrachten wir einen richtigen Urlaubstag in Piha am Strand, packten Koffer und machten unsern Camper fertig zur Abgabe.

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Piha liegt, von Bergen umrahmt, an einer herrlichen Bucht. Der Lions Rock, ein gewaltiger Fels vulkanischen Ursprungs, unterteilt den feinkörnigen, schwarzen Sandstrand in zwei Abschnitte.

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Am Dienstag machten wir uns dann in aller Ruhe auf den Weg nach Auckland. Die Fahrzeugabgabe erfolgte ohne Probleme. Bereits um 14 Uhr bezogen wir unser Hotel in der City.

Die Zeit bis zu unserem Treffen mit Gudrun, wollten wir zu einem Stadtbummel nutzen. Dabei fielen uns zwei Kirchen besonders auf. Im ersten Beispiel drängt sich die Frage auf, wo heute die Kompetenz in himmlischen Angelegenheiten zu verorten ist.

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Auch das zweite Beispiel zeigt, dass die Kirchen – nicht nur in Neuseeland – mächtige Konkurrenz bekommen haben. Jedenfalls ist der Kirchturm längst nicht mehr das höchste Gebäude in der Stadt.

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Gudrun ist vor etlichen Jahren nach Neuseeland ausgewandert. Wir hatten sie bei der Hochzeit eines unserer Patenkinder kennen gelernt und freuten uns nun darauf, sie fern der Heimat wieder zu treffen. In einem Lokal am Viaductharbour aßen wir gemeinsam zu Abend, ein wirklich netter Abschluss.

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Auf unserem Rückweg ins Hotel nahmen wir noch einige Eindrücke auf.

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Mittwoch, 12. April 17

Morgens um 6:45 Uhr holte uns das Taxi am Hotel ab und brachte uns zum Airport. Heute wartete noch ein besonderes Erlebnis auf uns, ein Flug in die Vergangenheit. Zum ersten Mal überquerten wir die Datumsgrenze. Gestartet am Mittwoch, 12. April 17, in Auckland, erreichten wir nach 5 Stunden Flugzeit Papeete (Tahiti) am Dienstag, 11. April 17. Man kann sich die Sache ja sachlich erklären, aber es ist dann doch komisch, einen Tag zweimal zu erleben.

Eines aber ist sicher, wir werden noch oft an Neuseeland, die vielen Erlebnisse und die netten Leute zurück denken.

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Samstag, 08. April 17

Von Ahipara aus ging es heute entlang der Kauri Coast nach Süden. Die Wartezeit auf die Fähre über den Hokianga Harbour verkürzten wir uns mit einem Vesper. Das fanden auch die Hühner der Umgebung toll. Offensichtlich wussten diese genau , dass hier ein guter Futterplatz ist, jedenfalls ließen sie Rose nicht mehr aus den Augen.

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Auf der gegenüberliegenden Seite überraschte uns die Ortschaft Rawene mit schönen Wohnlagen.

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Die Straße brachte uns wieder zurück an die Küste nach Omapere. Mächtige Sanddünen trennen hier den Hokianga Harbour von der Tasman Sea.

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Wir saßen im Cafe oberhalb des Strandes und hatten gerade unsere Tassen geleert, als ein hellblauer Straßenkreuzer, mit Hochzeitsschmuck verziert, gemächlich vorbei glitt. Schnell saßen wir in unserem Camper und fuhren hinterher. Nach kurzer Fahrt sahen wir eine Menschenansammlung am Strand. Der blaue Schlitten wurde offensichtlich sehnlichst erwartet. Obwohl die Straße völlig zugeparkt war, konnten wir unseren Wagen irgendwo dazwischen quetschen.

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Inzwischen war die Braut mit einigen Brautjungfern dem Hochzeitsauto entstiegen und schritten zum Strand. Dort warteten der Bräutigam mit Kind und mit seiner männlichen Verstärkung (in Rot), der Pfarrer und der Rest der Hochzeitsgesellschaft.

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Die Alten saßen in den vordersten Reihen, doch es gab auch jüngere Gäste.

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Nach einleitenden Worten des Pfarrers, zeigte sich die Damenwelt ergriffen

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(zumindest vordergründig),

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während bei den Jungs die Reaktion nicht so eindeutig ausfiel.

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Dann machte der Pfarrer ernst.

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Am Ende schritt das frisch getraute Paar freudig von dannen. Die noch nicht verheirateten Paare folgten. Nach der Zeremonie gab es unter den Gästen noch den einen oder anderen Schwatz, die Gesellschaft löste sich jedoch rasch auf.

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Hoch erfreut, setzten auch wir unsere Fahrt fort. Nach einem letzten Blick zurück auf Omapere und den Hokiango Harbour, ging es auf kurvenreicher Strecke hinein in die Kauriwälder.

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Wir hatten Glück, als wir am Tane Mahuta ankamen, war die Schuhwaschanlage gerade fertiggestellt. Tags darauf sollte der Boardwalk, von dem aus der Tane Mahuta besichtigt werden kann, wieder eröffnet werden. Die Waschanlage soll verhindern, dass durch verschmutzte Schuhe Pilze eingeschleppt werden, die den Baum schädigen können. Wir durften noch vor der Wiedereröffnung eine Art Probelauf absolvieren.

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Der Tane Mahuta ist mit knapp 52 m der größte bekannte Kauribaum. Sein Alter wird auf 1250 bis 2500 Jahre geschätzt und mit 13,77 m Stammumfang macht er wirklich eine beeindruckende Figur.

In einem nahe gelegenen Camp der Forstverwaltung, bezogen wir zwischen jüngeren Kauribäumen unser Nachtquartier.

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Donnerstag, 06. April,

eigentlich wären wir gerne als einzige Gäste auf unserem herrlich gelegenen Campground geblieben und hätten den Tag in der Sonne genossen. Die hatte sich endlich wieder einmal hervorgewagt und weckte zarte Hoffnungen auf besseres Wetter.

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Wir entschieden uns jedoch weiter nordwärts zu fahren. Das schmale Sträßchen nach Russel wandt sich in engen Kurven von Bucht zu Bucht und erlaubte immer wieder tolle Ausblicke auf Land und Meer.

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Russel, ein Ausflugs- und Ferienort, ist an der bekannten Bay of Islands gelegen. Von Paihia aus ist der Flecken mit der Personenfähre zu erreichen.

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Wer wie wir mit dem Auto unterwegs ist, muss die Autofähre von Okiato nach Opua benutzen, um nach Paihia zu gelangen. Das Hochwasser der letzten Tage hatte auch im Meer erkennbar seine Spuren hinterlassen. Überall, wo ein Fluss- oder Bachlauf das Meer erreichte, war das Blau des Meeres einem warmen Braun gewichen.

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Das nördlich von Paihia gelegene Örtchen Waitangi hat für die Maori und Neuseeland große Bedeutung. Hier wurde 1840 der Vertrag zwischen den Maori und der Britischen Krone geschlossen. In diesem Vertrag anerkennen die Maori die Herrschaft der Krone über Neuseeland und erhalten im Gegenzug die volle Anerkennung als Staatsbürger.

Am späten Nachmittag erreichten wir den Campground in Karikari.

Anderntags setzten wir die Fahrt in Richtung Cape Reinga fort. Einerseits sahen wir entlang der Strecke, wie auch in anderen Regionen des Northlands, verfallende Häuser, andererseits waren wir jedoch ob der Besiedelung in dieser völlig abgelegenen Ecke überrascht.

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Kurz bevor man das Cape Reinga erreicht, führt ein kurzer Abstecher zu den Te Paki Sanddünen. Dabei handelt es sich um Wanderdünen von beachtlicher Dimension. Die Dünenlandschaft wird zum Land hin vom Flüsschen Te Paki begrenzt. Der Flusslauf bildet dabei eine scharfe Grenze zwischen den unbefestigten Dünen und der günen Vegetation. Der Te Paki Stream durchbricht an dieser Stelle die Wanderdünen und bringt bei extremen Niederschlägen das Oberflächenwasser bis ins Meer.

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Damit bildet der Flusslauf zugleich den nördlichsten Zugang zur Ninety Mile Beach und wird von Tourenbussen und Allradfahrzeugen als Autobahn benutzt.

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Doch selbst die starken Regenfälle der letzten Tage hatten nicht ausgereicht, den Fluss über mehrere Tage bis an den Strand zu tragen. Das Wasser versickerte noch vor Erreichen der Beach.

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Am Cape Reinga, markierte das nördliche Ende des SH 1 auch den nördlichen Wendepunkt unserer Neuseelandtour. Vor wenigen Wochen standen wir noch in Bluff, dem südlichen Ende des State Highway 1. Zwischen beiden Punkten liegen knapp 1500 km Luftlinie.

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Wir fuhren die gut 100 km lange Landzunge zurück nach Ahipara, dem südlichen Ende der Ninety Mile Beach. Wer also an den Te Paki Dünen mit seinem Fahrzeug auf die Ninety Mile Beach abgebogen ist, kann hier in Ahipara nach ca. 80 km Fahrt entlang der Wasserlinie den Strand wieder verlassen. Natürlich gibt es auch vorher schon die eine oder andere Möglichkeit, dem Strand zu entrinnen. Schon manches Fahrzeug soll jedoch auf dieser Piste für immer im Sand geendet haben. Die Ninety Mile Beach ist in Neuseeland als offizielle Straße ausgewiesen.

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Die Ninety Mile Beach bei Ahipara ist durchaus befahren, doch mit etwas Glück, kann man sogar noch einen Surfer sehen ;-).

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Coromandel

Auf dem Campground in Papamoa hatten wir ein englisches Ehepaar als „Zeltnachbarn“. Die beiden waren vor einigen Jahren nach Neuseeland ausgewandert und leben jetzt bei Tauranga, also ganz in der Nähe. Von denen ließen wir uns gerne dazu überreden, den sonnigen Sonntag am herrlichen Strand von Papamoa zu verbringen.

Als wir am Montag, 03. April, in Richtung Coromandel Peninsular aufbrachen, war die erste Regenfront schon durchgezogen. Nach kurzer Fahrt entlang der Bay umrundeten wir in einem einstündigen Morgenspaziergang den Mt. Maunganui, der die Hafeneinfahrt von Tauranga markiert und nur eine schmale Landverbindung hat. Wie das untere Bild zeigt, gibt es also auch hier Panoramawege und das sogar besonders schöne.

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Tauranga ist ein florierendes Wirtschaftszentrum. Die Lage der Stadt an einem ausgedehnten und vielgliedrigen Naturhafen begünstigt nicht nur die Unterhaltung großer Hafenanlagen sondern beschert der Stadt auch herrliche Wohnlagen und Stadt nahe Sport- und Erholungsmöglichkeiten.

Gegen Mittag erreichten wir die Kleinstadt Waihi. Zwar sind hier die großen Tage des Goldrausches auch schon vorbei, doch im Unterschied zu den meisten sonstigen Fundorten wird hier auch heute noch Gold abgebaut. In Waihi gibt es im wahrsten Sinne des Wortes eine Goldgrube, denn das Gold wurde hier, in den Jahren 1987 bis 1997 im Tagebau gewonnen. Die Grube, unmittelbar am Stadtrand gelegen, ist heute eine touristische Atraktion. Inzwischen werden die Gold- und Silbervorkommen nur noch unter Tage abgebaut. Der Fortbestand des Bergbaus spült Waihi offensichtlich nach wie vor genügend Einnahmen in die Kasse.

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Der letzte Punkt unseres Besichtigungsprogramms war an diesem Nachmittag der Hot Water Beach. Der Name ist hier Programm. Schon vom Parkplatz aus fällt die Menschenansammlung am Strand auf. Unwillkürlich ist man versucht, an einen neuerlichen Goldrausch zu glauben, doch hier geht es um eine wesentlich profanere Spielart der Natur, heißes Wasser. Hier am Strand sickert dicht unter der Oberfläche heißes Wasser in Richtung Meer. Wer eine Mulde an der richtigen Stelle gräbt, kann sich anschließend im heißen Wasser suhlen. Und so sind alle beschäftigt. Wer hat, gräbt mit der Schaufel, andere mit bloßen Händen. Wieder andere genießen sichtlich ihr warmes Bad und nur wenige stehen einfach da und glotzen. Immer wieder hüpft jemand jaulend durch die Gegend, weil es doch zu heiß geworden ist und sucht Abkühlung im nahen Meer. Es ist einfach nett zu erleben, aus welch geringem Anlass, Erwachsens zu Kindern werden können.

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Gleich um die Ecke, in Hahei, bezogen wir unser Quartier für die Nacht.

Maori_Kultur

Samstag, 01. April

In der Gegend um Rotorua leben sehr viele Maori. Deshalb ist es nicht verwunderlich, dass gerade hier zahlreiche Veranstalter Programme anbieten, die sich mit der Maorikultur befassen. Einige Maori Tribes haben es verstanden, geothermische Erscheinungen auf ihrem Stammesgebiet zusammen mit einer kulturellen Performance zu einem attraktiven Gesamtangebot zu schnüren. Wir haben den „Park“ Te Puia besucht. Dieser liegt auf dem Stammesgebiet der Tuhourangi und verfügt mit dem Geothermalgebiet Whakarewarewa über das größte Geysirfeld Neuseelands und angeblich auch über den größten Geysir der südlichen Hemisphäre. Seine Wassersäule von maximal 10 m versteckte sich bei unserem Besuch meist hinter einer gewaltigen Dampfwolke.

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Beachtlich ist die vom Geysir erzeugte Versinterung. Immer dort wo Solfatare die Sinterterrassen durchbrochen haben, ergaben sich besonders interessante Ablagerungen.

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Die Schlammlochfelder begeisterten uns nicht nur durch ihr ständiges Geblubber, sondern insbesondere durch die Vielgestaltigkeit der einzelnen Schlammlöcher und die Unterschiedlichkeit der Grautöne. Man sollte nicht glauben, was man aus ein wenig Dreck alles machen kann.

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In einer Art Freilichtmuseum kann man unterschiedliche Bauwerke bestaunen. Kunst und Architektur sind hier in der Regel zu einem Gesamtkunstwerk vereint. Das marae (Versammlungshaus) ist natürlich auch Zeugnis der Stammeskultur und macht eine Aussage darüber, wie bei den Maori Entscheidungen getroffen wurden und auch heute noch werden. Dieses Versammlungshaus ist das offizielle marae der Tuhourangi .

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Willkommenszeremonie vor dem marae

Ein besonderer Höhepunkt ist die kulturelle Performance. Sie besteht aus einer Abfolge von Ritualen, Gesängen und Tänzen. Die gesamte Aufführung hat folkloristische Qualitäten. Im Zusammenhang mit solchen Veranstaltungen drängt sich natürlich die Frage auf, ob die Darbietungen authentisch oder nur für die Touristen gemacht sind. Doch klar scheint mir, der Massentourismus schreibt seine eigenen Gesetze. Was die Touristen sehen wollen, bekommen sie zu sehen. Hierzu gehört natürlich die Willkommenszeremonie powhiri mit dem Berühren der Nasen sowie der warlike haka Tanz mit dem Rausstrecken der Zunge und dem furchterregenden Augen rollen.

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Nach dem Besuch in Te Puia machten wir uns auf den Weg zu den Okere Falls. Ich wollte den 7 m hohen Wasserfall in Augenschein nehmen, der kommerziell mit Kajaks und Rafts befahren wird. Ein wirklich imposanter Wasserfall, der mitten aus dem Urwald hervorbricht. Auch wenn der Wasserfall bei diesem Wasserstand sicherlich keine 7 m mehr hatte, nichts für mich.

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Dafür durfte ich ganz überraschend noch an einer touristisch ungeschönten Maori-Feierlichkeit Anteil nehmen. Ein Maori-Hochzeitspaar mit Trauzeugen hatten sich die Plattform oberhalb der Okere Falls als Ort für einen Fototermin ausgesucht und ich durfte auch auf den Auslöser drücken. Dabei hat sich für mich die oben gestellte Frage nach der Originalität von Ritualen deutlich relativiert. Was ist heute schon original Maori? Die Maori leben in der Gegenwart und nicht in der Vegangenheit. Sie sind in Neuseeland besser integriert, als die Aborigines in Australien oder viele Indianer in den USA oder in Kanada. Dies führt unweigerlich auch dazu, dass sie westliches Kulturgut aufgreifen und mit dem ihren verschmelzen. Dies zeigt die Braut in unkomplizierter Weise.

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Nachdem es mit dem Kajak fahren an den Okere Falls nichts werden würde, setzten wir unsere Fahrt an die Bay of Plenty fort. Im Flachland um die Bay waren wir dann tatsächlich im Kiwi-Land angekommen.

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In Papamona fanden wir einen Campground in exklusiver Lage direkt am Meer. Nach einem erfrischenden Bad im Südpazifik genossen wir den sonnigen Abend.

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Am Strand von Papamona. Die Nebensonne gilt als Vorbote schlechten Wetters.

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Die Berge im Hintergrund gehören zur Halbinsel Coromandel, unserem nächsten Ziel.

Tongariro Alpine Crossing

Freitag, 31. März

Kurz vor 6 Uhr klingelte der Wecker. Gekürztes Morgenprogramm, eine Tasse Tee und nebenher die Bergschuhe geschnürt. Den Rucksack hatte ich am Abend zuvor gepackt. Das Shuttle der Discovery Lodge brachte alle, die vorgebucht hatten, zum Trailhead auf ca. 1100 m Höhe. Dort erhielten wir eine letzte Einweisung in die speziellen Gefahrenmomente dieser Tour und dann ging es auch schon los. Auf der 19,4 km langen Strecke durch vulkanisches Gelände ist ein Höhenunterschied von ca. 850 m zu bewältigen. Insgesamt also eine machbare Angelegenheit.

Natürlich ist man auf einer solchen Tour nicht alleine unterwegs, zumal wenn der Wetterbericht den ersten schönen Tag seit einer Woche angekündigt hat. Aber auf dem Heilbronner Weg ist man ja auch nicht alleine.

Anfangs stieg der Weg sanft an. Der Blick zurück zeigte das Flachland unter einer dichten Nebeldecke aus der in weiter Ferne der Mt. Taranaki heraus ragte. Er war der erste, der von der Morgensonne erfasst wurde.

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Als der Fuß des Mt. Ngauruhoe, des höchsten und gewaltigsten Vulkans des Tongariromassivs, erreicht war, nahm die Steigung deutlich zu. Nach 2 Stunden Gehzeit hatte ich den Mangadepopo Sattel erreicht und 550 m Höhenunterschied bewältigt. Diese nüchternen Zahlen können jedoch nicht den überwältigenden Eindruck beschreiben, von dem der Bergwanderer hier erfasst wird. Sobald er über die Kante kommt, tritt er nicht nur aus dem Schatten des Berges ins Licht der Morgensonne, sondern er sieht auch zum ersten Mal den Mt. Ngauruhoe in seiner ganzen Pracht.

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Nach Durchquerung des South Crater führte der Weg den Kraterrand hinauf zum Red Crater.

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Kurz darauf erreichte ich den mit 1886 m höchsten Punkt der Tour. Von hier aus eröffneten sich phantastische Ausblicke in den Red Crater und auf die Emerald Lakes, die wie Smaragde zwischen dem Lavageröll leuchteten.

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Mit Erreichen der Emerald Lakes war es Mittag geworden. Ein idealer Platz für eine längere Rast.

Da man mit einem Fotoapparat in der Hand nicht einfach rastet, nachfolgend einige Eindrücke von dieser Seenlandschaft.

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Nach der Mittagspause ging es durch die am Fuße des Mt. Tongariro gelegene Ebene des Central Crater und von dort hinauf zum Blue Lake.

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Die Aufnahme zeigt im Vordergrund den Central Crater hinter dem sich der Red Crater erhebt. Dieser wird wiederum vom 2287 m hohen Mt. Ngauruhoe überragt. Rechts vom Red Crater der höchste Punkt der Tour mit dem Abstieg zu den Emerald Lakes. Diese befinden sich in der Senke links bei den Fumarolen.

Nach Erreichen des Blue Lake, beginnt der Abstieg. Dieser bietet wiederholte Ausblicke auf den Lake Rotoaira und den Lake Taupo im Hintergrund.

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Nach verlassen der kargen Vulkanlandschaft, rückte auch die alpine Flora wieder ins Blickfeld.

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Die letzten 4 Kilometer führen durch einen dichten Regenwald, welch ein Kontrastprogramm!