Weihnachtsgrüße
Mit einem Blick über das verschneite Tannheimer Tal grüße ich alle Guckloch-Gucker und wünsche fröhliche und entspannte, aber auch besinnliche Festtage und einen guten Rutsch.
Horst

Mit einem Blick über das verschneite Tannheimer Tal grüße ich alle Guckloch-Gucker und wünsche fröhliche und entspannte, aber auch besinnliche Festtage und einen guten Rutsch.
Horst


Unter dem Gipfel des 1862 m hohen Neunerköpfle im Tannheimer Tal (Österreich) befindet sich ein stark frequentierter Startplatz für Gleitschirmflieger. Kein Wunder, denn die Aussicht auf die Allgäuer Berge und hinaus ins Alpenvorland ist phantastisch.

Eine Gondelbahn bringt die Piloten auf knapp 1800 m Höhe. Die letzten ca. 30 Höhenmeter bis zum Startplatz müssen die Sportler ihr Fluggerät dann selbst hochtragen.
Jeder Flug erfordert eine sorgfältige Vorbereitung und mitunter viel Geduld. Denn bei Windstille, oder wenn der Wind gar aus der falschen Richtung kommt, geht nichts. Schnell bildet sich dann ein Rückstau geduldig wartender Sportler. Ist die Entscheidung für den Start einmal gefallen, gibt es nur eines: Volle Kraft voraus!

Die Zahl der Bilder täuscht, bis zum Abheben sind es mehr als nur drei Schritte!



Der Rest ist dann Genuss pur!

Mit dem Thema „Wohnen in Deutschland“, das der DVF als Themenwettbewerb ausgeschrieben hatte, habe ich mich im Laufe des Jahres 2018 immer wieder auseinandergesetzt. Ich hatte mir vorgenommen zu diesem Thema einige kritische Beiträge beizusteuern. Als es im Februar längere Zeit sehr kalt war, gelang mir in einer Unterführung diese Aufnahme eines Obdachlosen.

Mein Hauptthema war jedoch die Situation der Kraftfahrer, die Wochenende um Wochenende auf den Autobahnparkplätzen verbringen müssen. Ich war überrascht wie aufgeschlossen und freundlich die meisten Fahrer waren. Es schien so, als ob ihnen das Interesse an ihrem Leben gut täte.


Die allermeisten Trucker kommen aus östlichen EU-Staaten und fahren für Speditionen der entsprechenden Länder. Woche um Woche kurven sie kreuz und quer durch Europa. Ihre jeweilige Order erhalten sie übers Internet direkt aus der heimischen Zentrale, die über die exakte Position ihrer LKWs via Satellit in Echtzeit informiert wird.
Es gibt aber auch Ausnahmen. So traf ich einen belgischen Trucker, der hatte einfach Stil und lies es sich nicht nehmen an einem Tisch mit Tischdecke gepflegt zu speisen.

Die größte Ausnahmeerscheinung war jedoch ein deutsches Ehepaar. Sie hatte gerade Urlaub und konnte ihren Mann deshalb auf seiner Tour durch die Republik begleiten. Den mitgeführten Gabelstapler hatten sie zusammen mit einer Europalette zu einem Tisch umfunktioniert. Darauf wurde gekocht, gegessen und gespielt.

Eine weitere Wohnsituation, die es lohnt genauer betrachtet zu werden, ist die der Flüchtlinge. Das nachfolgende Foto zeigt ein Erstaufnahmelager und ein Übergangswohnheim. Das stürmische Herbstwetter, das die Wolken über den Himmel fetzte, veranlasste mich zu dieser Aufnahme. Der Himmel soll symbolisieren, dass der Status der Bewohner ein in hohem Maße „flüchtiger“ ist. Der leere Platz und der Zaun hinterfragen in aller Deutlichkeit unsere „Willkommens-Kultur“.

Das sicherlich gut gemeinte „WELCOME“ wirkte auf mich in diesem Ambiente völlig deplatziert und irritierend. Unwillkürlich drängte sich mir die Frage auf, ob in einer solch abweisenden Umgebung Aggressionen nicht eher auf- statt abgebaut werden.

Seit 10 Jahren beschert Rainer Zellner, Organisator des „Banjo Bus“, dem franz k einen musikalischen Leckerbissen der besonderen Art – das Bluegrass Jamboree. Immer wieder gelingt es ihm überzeugende Künstler aus der Bluegrass- Szene nach Reutlingen zu holen.

Auch in diesem Jahr standen wieder drei Ensembles auf dem Programm. Den Anfang machten die Brother Brothers. Die eineiigen Zwillinge Adam und David Moss knüpfen an die lange Tradition der Brüder-Duette in der Country- und Bluegrass Musik an. Es gelang ihnen mühelos, das Publikum für ihre Story Songs zu begeistern. (links Adam, rechts David Moss)
Nach den ruhigeren Tönen zum Einstieg, heizte das Quartett „Bill and the Bells“ aus Virginia die Stimmung an. Das Ensemble knüpft sowohl musikalisch als auch in seinem Outfit an die Anfänge der Country Musik und die Radio-Shows der 30er-Jahre an. Damit trafen sie bei den Zuschauern im franz k ins Schwarze.

Andrew Small: Kontrabass, Kalia Yeagle: Geige, Gesang, Kris Truelsen: Gitarre, Gesang, Grace van´t Hof: Banjo, Ukelele und Gesang.

Kalia Yeagle aus Alaska überzeugte an der Geige.

Andrew Small hielt im Hintergrund die Fäden zusammen.

Grace van´t Hof …

… machte nicht nur am Banjo oder der Ukelele eine gute Figur!

Das unbestrittene Zentralgestirn der Gruppe ist jedoch Kris Truelsen.
Das Quintett Jeff Scroggins & Colorado mischte mit seinem dynamic Bluegrass das Publikum endgültig auf. Es ist deshalb keine Übertreibung, wenn diese Band als „Bluegrass Explosion“ bezeichnet wird.

Greg Blake: Gitarre, Gesang, Ellie Hakanson: Geige, Gesang, Danny Booth: Kontrabass, Tristan Scroggins (der Sohn): Mandoline, Gesang, Jeff Scroggins (der Vater): Banjo, Gesang.


Jeff Scroggins, der sich mit dem Bluegrass-Ensemble „Colorado“ einen Traum erfüllte, wurde bislang zweimal zum Banjo-Spieler des Jahres gewählt.
Gregor Blake aus den Bergen West Virginias ist die absolute Bluegrass-Stimme der Band.

Danny Booth hatte nicht nur seinen Bass voll im Griff, sondern auch das Publikum. Ihm gelang es mühelos den gesamten Saal einzubinden und so die Stimmung anzuheizen.

Aber auch Tristan, der als neuer Stern am Mandolinenhimmel gehandelt wird, und Ellie Hakanson, virtuos mit ihrer Geige und gut bei Stimme, beherrschen ihr Element.
Doch was wäre ein Bluegrass Jamboree ohne das große Finale, bei dem alle Ensembles gemeinsam auftreten. Selbst der Organisator Rainer Zellmer konnte es sich nicht verkneifen, zum Instrument zu greifen.
Es begeistert immer wieder, wie unkompliziert das Zusammenspiel zwischen den unterschiedlichsten Gruppen gelingt.

Wir freuen uns schon auf´s kommende Jahr!
Vom Panoramapunkt am Potsdamer Platz hat man wirklich die beste Aussicht auf Berlins Mitte. Ich war erstaunt, wie eng beieinander die geschichtsträchtigen Punkte der Stadt liegen und war begeistert davon, wie die Freiräume, die mit dem Mauerfall entstanden sind, gestalterisch genutzt wurden.

Der Blick schweift hier vom Bahn-Hochhaus zum Reichstag. Dahinter erkennt man das neue Regierungsviertel, das über die gesamte Breite des Bildes reicht. Noch weiter hinten ist der massige Block der Charité nicht zu übersehen. In der Mitte rechts hingegen übersieht man leicht das Brandenburger Tor.

Diese Aufnahme zeigt den Blick auf die Berliner Philharmonie (rechter gelber Bau) und deren Kammermusiksaal (links daneben). Dahinter erstreckt sich der Tiergarten im Herbstkleid. Am Rande des Tiergartens erkennt man weiter: Den türkisen Bau der Österreichischen Botschaft, dahinter den Weißen Quader der Baden-Württembergischen Landesvertretung und die rosa Fassade der Italienischen Botschaft.

Dies ist der Blick hinab auf den Potsdamer Platz, der Berlin den Anstrich einer modernen Metropole geben soll. Von unten betrachtet eröffnet sich dem Betrachter folgender Blick.

Einen Einblick in die berliner Demonstrationskultur erhielt ich vor dem Brandenburger Tor. Ein einzelner Demonstrant, der für „Stasi raus“ eintrat aber darüber hinaus keine großartige Gelegenheit erhielt, um seine Botschaft weiter zu erklären, machte sich nach Aufforderung durch die Polizei leicht frustriert vom Acker.
In Sachen Plakatwerbung sprangen mir auch einige Schmankerl ins Auge.

Bei so viel Magie traut sich selbst der Alex kaum aus der Deckung. Doch die Rettung naht in Form von Verdi!

Wer hätte gedacht, dass Verdi so viele Revolverhelden für sich arbeiten lässt. Diese scheinen jedoch nicht aus der staubigen Wüste, sondern direkt aus dem Spreekanal zu kommen. Doch Verdi ist hier nicht alleine. Offensichtlich gefällt den Bewohner dieser Straße der rote Klinker nicht, weshalb sie zum bewaffneten Widerstand aufrufen.


Diese Plakate gefielen mir am besten. Erst aus der Kombination ergibt sich eine eindeutige Botschaft. Insgesamt keimte in mir der Verdacht auf, dass es in Berlin eine Stelle geben muss, die das Aufstellen und kombinieren von Plakaten koordiniert, denn so viele Zufälle kann es wohl kaum geben. 😉
In Kreuzberg fiel mir ein Fahrradladen durch seine originelle Bemalung auf. Auch eine Art gelungener Plakatwerbung!

Zurück in Berlin Mitte, kommt man um den Checkpoint Charlie nicht herum. Ich war mir nicht ganz schlüssig, ob der Zirkus, der hier veranstaltet wird, die Erinnerung an diesen historischen Ort eher wachhält oder beschädigt.
Gleich nebenan befindet sich hinter einer Informationswand die Black Box Kalter Krieg.

Die Informationswand, zugleich Einfriedung des Geländes, zeigt in beeindruckenden Bildern die Geschichte der Berliner Mauer. Beim Anblick dieser Bilder habe ich gespürt, wie emotional verankert diese Ereignisse in mir sind, obwohl ich diese als Kind und Jugendlicher nur aus großer Entfernung mitbekommen habe. Ganz offensichtlich war die Bedrohung damals in der gesamten Republik gegenwärtig. Deshalb ist mir die momentane politische Entwicklung völlig unverständlich. Lernen wir wirklich nichts dazu?


Dass Berlin architektonisch interessant ist, hat unterschiedliche Gründe. Erstens verfügt Berlin über eine Menge historischer Bauten, zweitens war Ostberlin das Aushängeschild der DDR und drittens hat sich die Stadt nach dem Mauerfall dramatisch entwickelt. Natürlich hat der Regierungssitz daran einen ganz entscheidenten Anteil. Auch heute liegt Berlin in Punkto Dynamik unter den drei besten Städten in der Republik.

Geschichte und Moderne treffen in Berlin mitunter hart aufeinander. Hier veranschaulicht durch die Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche und die moderne Fassade des Spreegold Edelmetallhandels.
Älteren Datums ist auch die „Hinterhofarchitektur“ des Buchgewerbehauses in dem heute unterschiedliche Firmen untergebracht sind.

Das architektonische Aushängeschild der DDR war natürlich der Alex.

Die Moderne begegnet einem zum Beispiel am Potsdamer Platz. Zwischen dem Forumtower …

… und dem Bahntower schießt der Kollhofftower mit dem Panorama Point in die Höhe. Im 24 Stock, 100 m über Grund, befindet sich die Aussichtsplattform oder treffender gesagt, der Arkadenrundgang, der ein 360 Grad-Panorama auf die Stadt erschließt.

Der Blick auf den direkt gegenüberliegenden Bahntower und dessen Büros eröffnet einen Eindruck von der klaren Architektur dieses Bauwerks.

Eine weitere beeindruckende Fassade ist die, des Kadampa Meditationszentrums in der Chausseestraße.

Traurige Berühmtheit hat hingegen das Appartementhochhaus erlangt, das in der Mühlstraße errichtet wurde. Hierzu wurde eigens ein Stück der East Side Gallery versetzt.

Dass man über Architektur immer auch streiten kann zeigt das Haus mit dem Gesicht gleich hinter unserem Hotel in der Friedrichstraße. Das Gesicht soll wohl die Wärme und Wohnlichkeit vermitteln, welche die gesamte auf Sachlichkeit und Kälte gebürstete Anlage nicht zu vermitteln vermag. Ob das gelingen kann?

Alleine im Regierungsviertel könnte man sich als Fotograf tagelang aufhalten. Diese Zeit hat man als Normalreisender natürlich nicht, so dass man sich eben einschränken muss. Wer also Vollständigkeit sucht, ist hier falsch.

Dass über dem Reichstagsgebäude wieder dunkle Wolken aufziehen, bleibt hoffentlich nur eine Metapher.

Die Doppelstockbrücke, die zwischen Paul-Löbe-Haus (PL) und Marie-Elisabeth-Lüders-Haus (MEL) die Spree überspannt, ist natürlich für jeden Besucher ein Blickfang.


Am Ende der Brücke, exakt auf der Fluchtlinie, rückt der Alex ins Blickfeld.

Die Brücke über die Spree ist natürlich auch ein hervorragender Aussichtspunkt. Hier der Blick auf das MEL-Haus, das mit erstaunlichen Details aufwartet. Weitere Infos hier.

Der Blick über die Spree zum PL-Haus und zum Reichstag ist fast schon atemberaubend.

Das Paul-Löbe-Haus beherbergt die Ausschüsse, die Öffentlichkeitsarbeit und die Besucherbetreuung des Deutschen Bundestages. Der Bau besticht durch absolute Transparenz und verkörpert so einen prägenden Anspruch an die Politik. Dies trifft übrigens für alle Bauwerke im Zentrum des Regierungsviertels zu. Weitere Infos zum PL-Haus hier.

Mit der Ausrichtung beider Häuser hat der Architekt Stephan Braunfels die alte Ost-West-Achse Berlins aufgegriffen. Der Blick im Bild oben geht von der Spreeseite durch das PL-Haus zum Eingang des Gebäudes und weiter auf die Eingangsfront des Kanzleramtes. Im Spiegelbild der Glasfront ist das MEL-Haus zu erkennen, das diese Achse perfekt nach hinten fortsetzt. Städtebaulich ein genialer Wurf.
Überzeugend ist auch die Treppenführung im Eingangsbereich, die sich bei Nacht, aufgerastert durch die Glasfassade, in Szene setzt.


Der Blick unter der Doppelbrücke hindurch richtet sich auf das Bundesministerium für Bildung und Forschung, gefolgt von der in Weiß (Farbe der Unschuld) gehaltenen Fassade der Pricewaterhouse Coopers International. In Wikipedia heißt es hierzu: „PricewaterhouseCoopers International ist ein globales Netzwerk rechtlich selbständiger und unabhängiger Unternehmen in den Bereichen Wirtschaftsprüfung, Steuerberatung und Unternehmens- bzw. Managementberatung.“ Ein Schelm, der bei dieser räumlichen Nähe Böses denkt.

In der Bernauer Straße, dem Ort, an dem sich beim Mauerbau erschütternde Szenen abgespielt haben, wurde 1998 auf dem ehemaligen Grenzstreifen die Gedenkstätte mit Besucherzentrum errichtet. Hierzu wurde ein 70 m langes Original-Teilstück der Grenzanlage wieder aufgebaut.

In den Folgejahren wurde die „Gedenk-Mauer“ auf 1400 m erweitert. Ob bei dieser Darstellungsform die für die Ostgrenze im Volksmund übliche Bezeichnung „eiserner Vorhang“ Pate stand, konnte ich nicht verifizieren.

An mehreren Informationsinseln kann man sich die bedrückende Geschichte der Jahre 1961 – 1989 erarbeiten. In hohem Maße berührend ist auch die Wand der 140 Todesopfer, die die Mauer in jenen Jahren gefordert hat. Ganz zu schweigen von den 251 Opfern, die in dieser Zeit als Reisende beim Grenzübertritt ums Leben kamen.

Doch nicht nur die Offiziellen gedenken der Opfer, auch die Sprayer.



Dabei zieht das Loch in der Wand selbst heute noch magisch an.

Alles in allem eine Gedenkstätte deutscher Geschichte, die wirklich nachdenklich macht und unter die Haut geht.

Weitere Infos findest du hier.