Lofoten_5 – das Polarlicht

Bei diesem Beitrag gibt es nur Bilder, Worte sind hier überflüssig.

Jetzt kommt doch noch ein Hinweis: Bei der nächsten Aufnahme handelt es sich um ein Panorama, das sich aus fünf hochformatigen Einzelbildern zusammensetzt.

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Das nachfolgende Bild zeigt den Ort, an welchem die Polarlichtaufnahmen entstanden sind. Am anderen Morgen war das schöne Wetter schon wieder vorbei.

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Donnerstag, 28. Februar 2019

Kaum zu glauben, heute ist schönes Wetter. Das bedeutet keinesfalls, dass es Sonne pur gibt, aber die Schneeschauer sind nur kurz und die sonnigen Abschnitte dafür viel länger. Mein erster Fotostopp am Morgen lag am Selfjorden westlich von Ramberg. Auf der Weiterfahrt in Richtung Osten musste ich bei der alten Fischfabrik unbedingt auf den Auslöser drücken.

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Am Flakstadpollen zückte ich an mehreren Stellen die Kamera. Dabei ist „zücken“ der falsche Begriff. Fast immer bedeutet dies, dass das ganze Gerötel dabei ist, insbesondere Stativ und Filter.

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Beide Aufnahmen zeigen den Blick über den Flakstadpollen auf den Hustinden (691 m), während die nachfolgende Teleaufnahme die Häusergruppe, die schon im oberen Bild zu sehen ist, näher unter die Lupe nimmt.

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Eine Ecke weiter gab es interessant Eisformationen. Da es sich bei diesen Gewässern ja um Meeresarme handelt, sind sie Ebbe und Flut ausgesetzt. Gefriert das Wasser während der Flut, platzt die Eisdecke bei ablaufendem Wasser über den angespülten Tanghäufen auf. Vor der Dunklen Wand eines aufziehenden Schneegestöbers ergibt sich so eine ganz eigentümliche Stimmung.

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Auf der Ostseite des Flakstadpollen setzt sich das variantenreiche Spiel mit Eis und offenem Wasser fort. Auch im Gegenlicht ein stimmungsvolles Motiv.

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Nun ging es auf tief verschneiter Straße hinaus zur abgelegenen Häuseransammlung Myrland. Über den Nappstraumen blickt man hinüber zum Strand von Haukland.

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Irgendwann hat man Myrland dann erreicht. Wer also etwas abgelegenes sucht, Myrland wäre da ein echter Geheimtipp!

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Bei der Weiterfahrt in Richtung Unstad passierte ich dieses Gehöft vor eindrucksvoller Kulisse.

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Grandios ist auch der Blick in den Märvollspollen, wo die Abendsonne für die richtige Stimmung sorgt.

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Direkt unter mir liegen die Häuser von Saupstad, die das Ende dieses Meeresarmes markieren.

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Von Unstad ging es dann zurück zum Strand von Haukland. Dort in der Nähe hatte ich mir einen Platz ausgesucht, der eine gute Kulisse für Polarlichtaufnahmen bieten sollte, denn für heute Nacht waren die Prognosen gut. Doch zuvor noch ein letzter Stopp am Vagspollen mit dem Blick hinüber in Richtung Myrland. Die Aufnahme darunter zeigt im Spiegelbild die hinter Leknes gelegene Bergkette.

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Mittwoch, 27. Februar 2019

Der Sturm hatte zwar etwas nachgelassen, doch der Regen blieb. Mein erstes Ziel war die am gleichnamigen Fjord gelegene Ortschaft Nusfjord. Auf dem Weg dorthin passiert man den Bergsee Storvatnet, dessen Eisschollen ein tolles Mosaik bilden.

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Bereits nach den ersten 50 m in Nusfjord hat mir der Sturm den Regenschirm zerlegt. Was soll´s, bislang ging es ja auch ohne.

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Im idyllisch gelegenen Nusfjord drängte sich mir die Frage auf, ob hier überhaupt noch Einheimische leben, die nicht am Fremdenverkehr ihr Geld verdienen.

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Als Nächstes steuerte ich den Strand von Haukland an. Dieser herrliche Sandstrand dient im Sommer als „Freibad“ für die Umgebung. Heute wollte allerdings keiner baden, denn dort wurde man richtig sandgestrahlt.

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Um diesen fantastischen Blick zu genießen, musste ich zuerst einen Bachlauf queren. Dazu hatte ich extra meine Gummistiefel angezogen. Ich hatte noch nicht einmal die Mitte des Baches erreicht, als eine kräftige Welle die Gummistiefel füllte. Was macht man nicht alles für ein paar Bilder?

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Aufgrund des anhaltenden Sauwetters überlegte ich mir ernsthaft, ob ich mich nicht früher als geplant nach Tromsö zurückziehen sollte, doch am Nachmittag sah der Himmel aus, als wollte sich Hochdruck durchsetzen. Also zurück auf meinen Campground nach Ramberg. Als ich den Strand bei Flakstad passierte, legte ich nochmals einen Fotostopp ein. Der Regen hatte inzwischen aufgehört. Deshalb wollte ich versuchen die riesigen Steinblöcke mit einer Langzeitbelichtung festzuhalten. Hier die Ergebnisse.

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Einige wenige Wasserflecken muss ich noch beseitigen, das kommt aber später dran.

Es ging schon gegen Mitternacht, als der Himmel tatsächlich aufriss und das Nordlicht zaghaft durchschimmerte. Also rein ins Auto und raus aus dem Städtchen, weg vom Licht.

 

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Im Vergleich zum ersten Nordlicht war das eine klare Steigerung, doch es sollte noch besser kommen.

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Am Montag, 24. Februar 19, fuhr ich weiter in Richtung A, dem letzten Dorf am Ende der E10, ganz im Südwesten der Lofoten.

Seitdem ich tags zuvor hier in Ramberg angekommen war, hatte der Regen nicht mehr aufgehört. Der Sturm ist derart angeschwollen, dass am Sonntag weder Auto fahren noch Fotografieren Sinn machte.

Inzwischen habe ich gelernt, immer dann zu fotografieren, wenn es gerade mal nicht regnet. Nur so ist es möglich, die wenigen regenfreien Stunden zu nutzen. Deshalb fing ich heute gleich in Ramberg an. Ein unspektakulärer Ort und dennoch findet sich ein lohnender Schiffsfriedhof und wohlriechende Trockengestelle für Stockfisch oder genauer gesagt für deren Köpfe.

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Ich mach´s kurz, das Sauwetter setzte sich fort. In A legte ich mich früh in die Koje und erwachte gegen 22 Uhr an der Stille – kein Geprassel auf dem Autodach. Als ich durchs Fenster schielte, traute ich meinen Augen nicht, Sterne! In kürzester Zeit war ich fahrbereit. Zwischen den Straßentunneln vor Reine kannte ich einen relativ dunklen Parkplatz. Da wollte ich mein Glück versuchen.

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Und ich hatte Glück – mein erstes Nordlicht! Gerade einmal eine halbe Stunde, dann waren die Wolken wieder dicht.

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Am Dienstag war ich vor Sonnenaufgang wieder unterwegs. Erster Stopp: Reinehalsen. Als ich ankam war ich noch alleine. Doch es dauerte nicht lange bis eine Fotografen-gruppe nach der anderen eintraf. Es galt die regenfreie Zeit zu nutzen! Ein nächster Stopp in Reine, hier mit dem berühmten Olstinden (675 m), schloss sich an.

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Die nachfolgende Aufnahme zeigt den Blick von Hamnoy zurück auf die gelbe Rorbuer-Anlage von Sakrisoy.

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Gleich im Anschluss gelangt man zum netten Hafen von Hamnoy.

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Bei neuerlich einsetzendem Regen ging es zurück in Richtung Ramberg. Kurz davor bog ich jedoch über zwei herrliche Brücken nach Fredvang ab.IMG_8723

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Die Häuser der Ortschaft sind weit verstreut auf kleine Erhebungen oder am Hang  gebaut, denn sie liegen nur wenige Meter über dem Meeresspiegel. Durch das moorige Schwemmland mäandriert hier die Sandelva dem Sandbotnen entgegen. Bei Flut wird das Flüsschen aufgestaut und setzt große Flächen unter Wasser.

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Hier in der Abgeschiedenheit am Sandbotnen hoffte ich, das Nordlicht nochmals vor die Linse zu bekommen und am Mittwoch wollte ich dann zur Bucht Kvalvika wandern. Doch es kam alles wieder ganz anders.

Morgens, wenn die Pendler kommen …

Dass die Fahrradbrücke bei Dusslingen auch unterm Sternenhimmel eine gute Figur abgibt, steht außer Frage.

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Spannend ist es zu beobachten, wie zwischen 5 und 7 Uhr in der Früh, der Berufsverkehr einsetzt und sich je nach Fahrzeug immer wieder neue Beleuchtungseffekte ergeben. Gemeinsam mit den Sternen gelingt den Pendlern dabei eine überzeugende Performance.

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Sogar die Polizei machte bereits zu dieser frühen Stunde eine Fahrt ins Blaue.

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Etwas später schlich sie sich dann behutsam über den Horizont, die blaue Stunde. Und schon wurde es Zeit, um Brötchen fürs Frühstück zu organisieren.

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Die Brücke

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Die Linienführung und die damit einhergehende Aufhängung der Fußgänger- und Fahrradbrücke über die vierspurige B27 fand ich vom ersten Tag an genial. Nun hat es endlich mal mit einem ersten Termin geklappt.

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Die nachfolgende Variante halte ich für die konsequenteste Umsetzung.

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Die Hülle

Die hightech Hülle des Thyssenkrupp Testturms für neue Aufzugskonzepte hat mich sofort begeistert. Die Verläufe von Licht und Schatten und die daraus resultierende Plastizität sind eine Einladung für jeden Liebhaber der Schwarz-Weiß-Fotografie. Nachfolgend meine Serie:

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Das Fotojahr 2018

Mein fotografisches Jahr 2018 war umrahmt von den beiden Fotoschauen „traumhaft“ über unsere Weltreise 2017. Bei der Vorstellung im Februar hatten wir in Mössingen deutlich über 100 Besucher und auch bei der Präsentation im November in Gomaringen war der Saal mit ca. 60 Besuchern voll. Dies war sehr erfreulich, ist doch der Aufwand für eine AV-Show nicht gering. (nachfolgende Aufnahme: Aitutaki, Cook Islands)

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Mit Beginn des Jahres 2018 wurde ich Mitglied im Photoclub Reutlingen. Dort traf ich auf offene Fotoenthusiasten. Von diesen erhielt ich unglaublich viele Anregungen. Ich war nie ein „Vereinsmensch“ aber es ist schon genial wie viele nette Menschen mit unterschiedlichsten Kompetenzen, Generalisten und hoch qualifizierte Spezialisten sich in diesem Club finden.

Als Sportler war es naheliegend, dass man auch nach Vergleichen sucht, um sein eigenes Können und Handeln einschätzen zu können und zu verbessern. So landete ich bei der Wettbewerbsarbeit. Ein erster Test war die Landesfotomeisterschaft (LaFo) Baden Württemberg Anfang 2018. Mit dem Bild „Sandsturm“ (Island) erreichte ich dort eine Annahme. Dies ist die niedrigste Auszeichnungsstufe und bedeutet, dass man mit seinem Bild im besten Viertel der Einsendungen gelandet ist.

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Beim Leserwettbewerb „Auf Reisen“ der Zeitschrift „Photografie“ des Deutschen Verbandes für Fotografie (DVF) schaffte ich es mit der Aufnahme „Öffentliche Toilette“ (Island) in die Endauswahl der letzten 20 Fotos. Zu einer Veröffentlichung reichte es dann aber nicht. Vermutlich hätte ich noch jemand unter die Dusche stellen oder auf´s Klo setzen müssen, um preiswürdig zu sein.

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Der dritte Clubwettbewerb 2018, zum Thema Spiegelungen, war der erste clubinterne Wettbewerbe, an dem ich mich beteiligte. Mit der Aufnahme „Glasskulptur“ aus Venedig erreichte ich einen dritten Platz.

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Ein Clubabend zum Thema „Nik Collection“, einem Programm zur Bildbearbeitung mit einem bärenstarken SW-Konverter, weckte in mir wieder die alte Liebe zur Scharz-Weiß-Fotografie. Mit dem Testturm von Thyssenkrupp in Rottweil fand ich ein für die SW-Verarbeitung ideales Objekt. Die Lichteinfälle entlang der Turmhülle führen zu genialen Verläufen zwischen Licht und Schatten. Mit Aufnahmen aus der dort entstandenen Serie erzielte ich im letzten Jahr meinen größten Erfolg. Beim Internationalen Niederrhein Monochrom Fotosalon“, einem hochkarätig besetzten Wettbewerb, landete ich mit den Aufnahmen „Testturm 1“ und „Testturm_2“ unter den ersten 20%.

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Meine persönlichen Lieblingsbilder aus dem Jahr 2018 waren:

in Farbe, die Aufnahme „Im Vorbeigehen“ von der East Side Gallery in Berlin und

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in SW, das Bild „rund und eckig“, das auf einer Baustelle der neuen Schnellbahntrasse Stuttgart – München bei Kirchheim unter Teck entstanden ist.

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