Nordnorwegische Küste




















Ich bin Hobbyfotograf. Das heißt, ich musste mein Geld noch nie mit Fotografieren verdienen. Dennoch fotografiere ich leidenschaftlich gerne und mit dem Anspruch, mich qualitativ zu verbessern. Meine erste Spiegelreflexkamera kaufte ich mir mit 16 Jahren vom Lohn meines ersten Ferienjobs, eine EXAKTA VX 1000. Wichtig für mich waren auch die kreativen Stunden in der Dunkelkammer. Ob SW, Farbe, Dia oder graphische Verarbeitung von Planfilmen, alles wurde erpobt und praktiziert. Hängen blieb ich dann beim Dia. Noch ohne eingebauten Belichtungsmesser und ohne Programmautomatik im jeweiligen Moment die Aufnahme richtig auszubelichten war in dieser Zeit neben der Bildgestaltung noch eine echte Herausforderung, denn anschließende Korrekturmöglichkeiten gab es keine. Der Umstieg auf die digitale Fotografie erfolgte bei mir nicht freiwillig. Als mir bei einer Reise durch Namibia meine Fotoausrüstung mit meiner geliebten Canon 100 gestohlen wurde, brach das digitale Zeitalter über mich herein. Meine fotografische Entwicklung geht auf zwei scheinbar gegensätzliche, sich aber trefflich ergänzende Wurzeln zurück, der Landschafts- und der Sportfotografie. Bei der fotografischen Aufarbeitung von Wildwasserexkursionen verschmolzen beide Bereiche zu einer Einheit. Über die Reisefotografie erweiterte sich mein Spektrum um die Tierfotografie und die Menschen, die auch in meinen Reisen eine immer größere Bedeutung erhielten. Heute zählt für mich die Street- und Portraitfotografie zu den größten Herausforderungen.




















Am Freitag, 22.09.2023, fand die Vernissage zu unserer Ausstellung „Leben und Arbeiten in Reutlingen“ statt und am Samstag, 30.09.23, folgte die „Zentralveranstaltung“ zur Interkulturellen Woche, in deren Rahmen unsere Ausstellung zu sehen ist. Damit fand unser bildjournalistisches Fotoprojekt sein vorläufiges Ende, das 11 Monate zuvor gestartet war. Der mit ca. 150 Besuchern voll besetzte Saal und die Reaktionen der BesucherInnen in der Ausstellung machten die Veranstaltung zu einem vollen Erfolg.
Die Begeisterung derer erleben zu können, die wir porträtiert hatten, wenn sie staunend vor ihrer eigenen Bildreportage standen, war ein Geschenk. Allein dafür haben sich die immensen Anstrengungen, um dieses Projekt zu stemmen, gelohnt.
Einige Einblicke in die Ausstellung:






Eindrücke von der Vernissage.
Fotos von Helmut Kober:




Yuko und Karl-Friedrich Schmidt mit ihrem Fotografen Martin Hust (Mitte).
Fotos von Karsten Stello:



Links: Sena Umul mit Ramazan Selcuk, der auch porträtiert wurde. Rechts: Max und Caro vor ihrem Tableau.
Die vollständige Ausstellung und weitere Reportagen findet ihr in unserem Online-Album.
Die Ausstellung ist noch bis zum 28.10.2023 im 1. OG der vhs in der Spendhausstr. 6 in Reutlingen zu sehen.
Zielsetzung der Ausstellung:
In Reutlingen beträgt der Bevölkerungsanteil mit Migrationsgeschichte 44 %. Diese Menschen leisten ihren Beitrag zum Leben in der Stadt. Mit ihren vielfältigen Fähigkeiten und ihrem Engagement sind sie nicht nur willkommene Arbeitskräfte sondern bereichern das Zusammenleben. Sie sind zum festen Bestandteil unserer urbanen Gesellschaft geworden. Ohne sie würde vieles nicht funktionieren. Indem wir Menschen mit und ohne Migrationshintergrund porträtiert haben, soll der Ausstellungsbesucher erleben, dass wir alle zusammen ein Gemeinwesen bilden. Es lohnt sich, an diesem gemeinsam zu arbeiten.
Hauptredner der Vernissage war Dr. Wolfgang Alber.
Alber war lange Jahre Redakteur beim „Schwäbischen Tagblatt“ in Tübingen. Der in Reutlingen lebende Kulturwissenschaftler schreibt heute als freier Autor vor allem über kulturgeschichtliche und landeskundliche Themen. Alber würdigte die Ausstellung und stellte in einem großartigen Überblick den Zusammenhang zum professionellen Bildjournalismus und den gesellschaftlichen Entwicklungen her. Einen kompetenteren Redner hätten wir nicht finden können.
Abschließend noch ein paar Fakten:
In der Ausstellung sind insgesamt 22 Bildreportagen sowie ein einführendes Tableau mit Informationen zum Projekt zu sehen. Jede Bildreportage, inklusive Text, ist auf einem Tableau der Größe 120 x 120 cm arrangiert. Jedes Tableau ist im Kopf mit einem „Ankerpunkt“ versehen. Dieser umfasst den „Namen“ der Porträtierten und einen prägnanten Slogan zum Inhalt. Der kurze Text geht auf die Lebensgeschichte und die Tätigkeit der Personen ein. Die unterschiedlichen Hintergrundfarben symbolisieren die bunte Vielfalt der porträtierten Menschen. Der Druck erfolgte auf 10 mm Forexplatten. Zur besseren Vorstellung hier eine Doppelseite aus dem Ausstellungskatalog. Der Text entspricht dem Text im anschließenden Tableau. In der Druckversion ist der Text im Blocksatz formatiert.



Der Salling-Tower von Dorte Mandrup Architekten erinnert je nach Betrachtungswinkel an einen Vogel oder einen Schweizer Käse. Wie auch immer, der 15 m hohe Aussichtsturm, direkt an der Wasserkante des einstigen Hafenbeckens errichtet, markiert den Eingang zum neuen Erlebnis-Areal „Bassin 7“ in Aarhus Ø. Das skulpturale Gebilde ist zweifellos ein Blickfang. Durch seine Lage und Orientierung vermittelt es aber auch zwischen der massiven Bebauung auf der einen und dem angrenzenden Meer auf der anderen Seite.

Der Aussichtsturm vermittelt trotz der Konstruktion aus massiven Stahlplatten durchaus eine gewisse Leichtigkeit. Dazu trägt insbesondere das Lochmuster bei, das Ausblicke nach allen Seiten ermöglicht und zugleich das Gewicht der Konstruktion verringert. Der Treppenaufgang erschließt zwei Aussichtsplattformen auf 4,5 und 7,5 Meter Höhe. Diese erlauben einen schönen Blick auf die Aktivitäten in und um das Bassin 7.

Ein Motiv – drei Bilder – drei Aussagen!



Svolvaer ist mit 4750 Einwohnern die größte Stadt der Lofoten und bietet die besten Einkaufsmöglichkeiten. Die Stadt verfügt über einen Flugplatz, unterhält mehrere Fährlinien zum Festland und ist Anlaufstelle der Hurtigruten. Die Ausbreitung Svolvaers erstreckt sich über mehrere kleinere Inseln und Landzungen. Die unmittelbar hinter der Stadt aufragenden Bergketten verleihen der Stadt einen alpinen Scharm.

Dieser Blick auf Svolvaer besteht aus 5 hochformatigen Einzelaufnahmen. Wie immer bei Panoramen lohnt sich die Vergrößerung. Hierzu „Grafik in neuem Tab öffnen“.
Reiseberichte zu den Lofoten siehe Lofoten 2/23, Lofoten 1/23, Nordlicht 19, Lofoten 4/19
Die E6 überwindet auf ihrem Weg von Trondheim nach Oslo das Dovrefjell. Im Spätsommer 2021 hatte ich dort im Dovrefjell-Sundalsöra-Nationalpark Moschusochsen fotografiert. Siehe hier.

Diesmal, am 25.06.2023, reichte es leider nur zu einer verlängerten Mittagspause. Nahe Hjerkinn ist der Parkplatz zum Aussichtspunkt Snohetta ausgewiesen, der über eine Schotterpiste zu erreichen ist. Dort kann man sich über den Nationalpark informieren und die Aussicht genießen. Zu empfehlen ist der 20-minütige, gemächliche Aufstieg zum Aussichtspunkt Snohetta, der mit einer interessant gestalteten „Schutzhütte“ überrascht. Eine komplett verglaste Front gibt den Blick auf die Fjelllandschaft frei. Die Hütte ist nur zwischen 10. Juni und Mitte Oktober geöffnet und in dieser Zeit vom Visitor Centre Wild Reindeer personell besetzt.


Der Mitarbeiter, den ich in der „Hütte“ antraf, war sehr motiviert. Er zeigte auf Punkte in der Landschaft, die sich dann in seinem Feldstecher als Rentiere oder Moschusochsen zu erkennen gaben. Er informierte über die Besonderheit von Wildrentieren und von ihrer Gefährdung. Während im Norden Skandinaviens die Rentiere allesamt domestiziert sind, leben 90 % des europäischen Wildrentierbestandes um den Trondheimfjord und in den Fjellregionen südlich davon. Nach einer Erklärung der Norwegischen Regierung im Oktober 2022, müssen weitere Anstrengungen unternommen werden, um den Bestand der Tiere (ca. 25000) langfristig zu sichern.

Blick vom Aussichtspunkt auf die Snohetta (Bildmitte) im Dovrefjell. Sie ist mit 2286 m der höchste Berg Norwegens außerhalb Jotunheimens.
Aarhus ist mit 311 000 Einwohnern die zweitgrößte Stadt Dänemarks. Wer sich für moderne Architektur und Stadtentwicklung interessiert, sollte dem jüngsten Stadtviertel Aarhus „Ø“ wie „Ost“ einen Besuch abstatten.

2017 war Aarhus Kulturhauptstadt Europas. In diesem Zusammenhang wollte man zeigen, dass man die Herausforderungen des Strukturwandels in positiver Weise annimmt und als Gestaltungsspielraum für die Zukunft der Stadt begreift. So machte man sich daran, den alten, in unmittelbarer Nähe zum Zentrum befindlichen Industriehafen neu zu erschließen. Im neuen Stadtviertel „am Hafen“ sollte Platz für 7000 Einwohner, 12 000 Arbeitsplätze und nicht weniger als eine neue urbane Kultur entstehen.

Das kann man in Skandinavien! Da werden nicht nur Wohnblocks hochgezogen, da überlegt man auch, wie man es anstellen kann, dass sich Leben im Stadtviertel entwickelt. Hier am Hafen, ist Wassersport ein naheliegender Kristallisationspunkt. Und so wurde mittels einer Meile aus kleinen Häuschen, Hütten und Containern entlang des Hafenbeckens (Bassin) 7 eine bunte Vielfalt an Möglichkeiten eröffnet. Vom Wakeboard bis zum Meerwasserschwimmbad, vom Cafe bis zum Theater, alles trägt zum pulsierenden Leben im Stadtviertel bei.



Zur Beobachtung der vielfältigen Wasseraktivitäten im neuen Erlebnis-Areal „Bassin 7“ wurde jüngst ein 15 m hoher Aussichtsturm errichtet. Der Entwurf stammt vom Architekturbüro Dorte Mandrup.


Im gesamten Stadtviertel trifft man nicht nur auf eine Vielzahl unterschiedlichster Fassaden sondern auch auf eine erkleckliche Anzahl architektonischer Vorzeigeobjekte. Zwei davon seien hier vorgestellt.



Das „Lighthouse“, markiert am äußersten Ende von Aarhus Ost die Hafeneinfahrt und bildet so eine weit hin sichtbare Landmark. Mit 142 m Höhe ist das Lighthouse das höchste Hochhaus Dänemarks. Es beherbergt Wohnungen, Büros und Gastronomiebetriebe. Das Hochhaus wurde nach anfänglichen Problemen mit der Gründung und der Finanzierung 2022 fertiggestellt. Bereits 2023 bekam das Lighthouse diverse Architekturpreise verliehen: 2023 CTBUH Awards: Best Tall Building 100-199 meters – Award of Excellence | 2023 CTBUH Awards: Best Tall Building Europe – Award of Excellence.

Die bekannteste Wohnanlage des Stadtviertels ist wohl „De Eisberget“. Der Entwurf stammt vom belgischen Architekten Julien de Smedt und wurde mit dem Belgian Building Award 2014 ausgezeichnet. Das Architekturbüro JDS Architects gewann 2007 den Wettbewerb, obwohl der Entwurf von der ausgeschriebenen geschlossenen Blockrandbebauung abwich. Mit ihrem „Gegenentwurf“ einer aufgerissenen Bauweise, die sich durch unterschiedliche Höhen und spitze Dachformen auszeichnet, wollte JDS Architects erreichen, dass möglichst viele Bewohner einen freien Blick aufs Meer erhalten. Aufgrund seiner charakteristischen Formgebung, die an einen Eisberg erinnert, war der Name für die Wohnanlage schnell gefunden – „Eisberg“ eben. Für ein Drittel der Wohnungen gibt es einen Mietpreisdeckel, der für eine soziale Durchmischung sorgen soll.





Doch für das Wohnbauprojekt, das mit viel Lob aus der Fachwelt aufwarten kann, gibt es auch deutliche Kritik. Die offene Bebauung soll dafür verantwortlich sein, dass der Wind mit hoher Geschwindigkeit durch die Gassen pfeift. Auch die totale Versiegelung des Bodens wird häufig als Kritikpunkt angeführt. Als Fazit bleibt, dass das Objekt durch seine ausgefallene Formgebung, insbesondere auch der Fensterelemente, und durch die Farbgestaltung die Aufmerksamkeit weckt. In Verbindung mit dem benachbarten Lighthouse ergibt sich ein nahezu futuristisches Gesamtbild.
Leben und Arbeiten in Reutlingen Bildreportagen im Ausstellungsformat
Mit großformatigen Bildern gibt der Photoclub Reutlingen Einblicke in die Lebenswirklichkeit und Lebensgeschichte von Menschen in Reutlingen.
Für die Interkulturelle Woche 2023 wurden in der ersten Hälfte dieses Jahres zahlreiche Bildreportagen erstellt. Die Fotografinnen und Fotografen der Projektgruppe des Photoclubs waren beeindruckt von den inspirierenden Geschichten und Perspektiven, die Menschen mit und ohne Migrationsgeschichte mit ihnen geteilt haben. Durch ihre Arbeit, ihr Leben in Familie und Nachbarschaft tragen sie alle zum Gelingen des Gemeinwesens bei. Die Ausstellung in Kooperation mit der Volkshochschule Reutlingen verdeutlicht damit die bunte Vielfalt unserer Stadt.
Der Photoclub Reutlingen beschreitet mit seinen Bildreportagen zum Thema „Leben und Arbeiten in Reutlingen“ neue Wege. Erstmalig wendet er sich in einem gemeinsamen Projekt gesellschaftlichen Fragestellungen zu. Ohne Anspruch auf Vollständigkeit verdeutlichen die einzelnen Reportagen facettenartig, dass Menschen mit und ohne Migrationsgeschichte längst eine Gemeinschaft bilden.

Hiermit lade ich ganz herzlich zur Ausstellung ein. Die Vernissage findet am 22.09.2023 um 19 Uhr in der vhs-Reutlingen, Spendhausstraße 6 statt.
Am 30.09.2023, 12 – 16 Uhr, sind im Rahmen der „Zentralveranstaltung“ der Interkulturellen Woche Mitglieder der Projektgruppe in der Ausstellung präsent.
Soweit die offizielle Verlautbarung. Darüber hinaus möchte ich jeoch noch einige persönliche Eindrücke aus diesem fotografischen Projekt vermitteln:
Liebe Fotofreunde,
mit Ausstellungsbeginn wird der Startschuss für unser fotografisches Projekt ziemlich genau 10 Monate hinter uns liegen. Die Entscheidung für ein gemeinschaftliches Fotoprojekt im Rahmen der Interkulturellen Woche war schnell getroffen, denn in Reutlingen leben über 140 verschiedene Nationalitäten zusammen und der Anteil in der Bevölkerung mit „Migrationshintergrund“ liegt bei ca. 44 %. Grund genug, als Fotoclub den Wohlfühlbereich der „Schönen Künste“ zu verlassen und sich dem Gemeinwesen zuzuwenden.
Doch was genau soll die Zielsetzung sein? Wie sollte das Thema lauten und wie sollte es fotografisch umgesetzt werden? Am Anfang standen viele Fragen, die beantwortet, und jede Menge Ideen, die gebündelt werden mussten. Schlussendlich wollten wir einerseits ganz normale Mitmenschen vorstellen, die durch ihre tägliche Arbeit die Gesellschaft am Laufen halten. Aber auch jene, die sich mit ihrem Engagement gezielt in die Gesellschaft einbringen, um sie etwas humaner zu gestalten, sollten dargestellt werden. Wir wollten die gesamte Bandbreite an Mitmenschen andeuten, die die Bürgerschaft der Stadt bilden, Alteingesessene ebenso wie jene mit Migrationsgeschichte und das alles in einem begrenzten Zeitraum. Das konnte nur unvollständig / exemplarisch gelingen.
Wie aber kommen wir an diese Menschen heran? Und wie tragen wir die Ergebnisse zusammen, damit sich trotz der Vielfalt eine Ausstellung ergibt, die eine einheitliche Handschrift und eine klare Aussage vermittelt? Auf all diese und noch viele Fragen mehr musste eine Antwort gefunden werden. Am Ende stand eine Ausstellung von 22 Bildreportagen, die wir mit gewissem Stolz der Öffentlichkeit präsentieren können.
Schaut´s euch an, kommt nach Reutlingen!
Zum Schluss noch eine Bitte! Verbreitet diesen Beitrag und damit die Informationen zu unserer Ausstellung unter euren Bekannten. Nicht nur, um Mitmenschen auf unsere Ausstellung aufmerksam zu machen, sondern um an anderen Orten ähnliche Projekte zu initiieren.
Herzlichen Dank! Horst

Inzwischen hatten wir die Fähre für die Rückfahrt im Internet gebucht. Von Larvik wollten wir nach Dänemark übersetzen. Nahe Sandefjord (südwestlich von Oslo) steuerten wir deshalb einen letzten Campingplatz an. Die Campingplätze, toll an der Schärenküste gelegen, waren zu unserer Überraschung vergammelt und schlecht geführt. Wir hatten dies so noch nirgends in Norwegen erlebt.


Anderntags besuchten wir noch das Städtchen Stavern, das für seine historischen Werftanlagen bekannt ist und zu den schönsten Ortschaften entlang der Küste zählt. Im alten Ortsteil haben sich zahlreiche Künstler angesiedelt. Diese hatten sogar für allerlei Insekten den Roten Teppich ausgerollt.

Mein Interesse galt jedoch den Werftanlagen. Der dänische König Federik V. errichtete hier in Stavern einen Marinestützpunkt. Ab 1750 wurden dazu die größten Werftanlagen des Landes aufgebaut.

Bereits beim Schlendern durch die Zitadelle zeigt eine Boots-Installation, dass hier heute Künstler und Bootsbauer beheimatet sind. Das Holzboot-Monument „Fredsskipene“ (Friedensschiffe) des Künstlers Päivi Laakso bildet einen Kontrapunkt zu den Kriegsschiffen, die hier bis 1814 vom Stapel liefen.

Der norwegische Ansatz zur Denkmalpflege „neues Leben in historische Gebäude“ brachte den Holzbootsbau in die alten Werfthallen zurück. In einer dieser Hallen ist der Verein „Kystlaget Fredriksvern“ untergekommen, der sich seit 1994 um den Erhalt der Küstenkultur kümmert und historische Holzboote restauriert und wartet. An bis zu 8 Holzboote kann hier gleichzeitig gearbeitet werden, erzählte mir ein Vereinsmitglied. Als ich durchblicken ließ, dass ich selbst schon Holzkanus gebaut habe, entwickelte sich ein richtiges Fachgespräch.


Am Hafen kann man dann das prachtvolle Ergebnis dieser Arbeit bestaunen. Eine absolute Augenweide! Gut, dass sich jemand um den Erhalt dieser Bootsbautradition kümmert.






