Wikingerschiffsmuseum

Nach dem Fotostopp an der Storebeltbrücke suchten wir nach einer Möglichkeit, dem neblig-trüben Wetter zu entkommen. Von Sjaellandsodde, einer langen, schmalen Landzunge, die ins Kattegat hinausragt, erhofften wir uns, dass der Wind die Nebeldecke aufreißen würde. Als wir am späteren Nachmittag in Havnebyen ankamen schien dann tatsächlich die Sonne. Der dortige Fischereihafen verfügt über eine größere Fangflotte, eine Werft, ein Fischrestaurant und einen Fischverkauf. Beides war leider geschlossen.

Unser nächstes Ziel war das Wikingerschiffsmuseum in Roskilde. In Dänemark kann man ja ganze Urlaube verbringen, um die unzähligen Wikingermuseen zu besuchen. Wir entschieden uns für das Schiffsmuseum, das weit über Dänemark hinaus für die herausragende Präsentation seiner Funde bekannt ist. Fünf Boote unterschiedlicher Größe, die 1962 vom Meeresgrund geborgen wurden, lassen sich hier bestaunen. Die Schiffe wurden um 1070 im Roskilde-Fjord gezielt versenkt, um den Zugang zum Hafen zu erschweren und so vor feindlichen Angriffen zu schützen.

Beim Restaurieren der Boote hat man viele Erkenntnisse über den Bootsbau der Wikinger gewonnen. Deshalb war man in der Lage, diese Boote originalgetreu nachzubauen. Solche Nachbauten werden auch heute noch in der Museumsweft auf Kiel gelegt. Es erfordert schon einiges Geschick, die einzelnen Planken von Hand einzupassen.

Die fertigen Boote dümpeln im Hafenbecken. Der größte Nachbau ist der Seehengst von Glendalough, ein Langschiff mit 30 m Länge und 3,80 m Breite. Das Kriegsschiff fasste 80 Krieger und wurde, wenn keine Segel gesetzt waren, von 30 Riemenpaaren angetrieben.

Die Geschichte dieses Schiffes zeigt die großräumigen Handelsbeziehungen der Wikinger. Es wurde um 1040 in Dublin, einer Handelsniederlassung der Wikinger, gebaut. Im Sinne angewandter Archäologie wurde der Seehengst 2007, nach vierjähriger Bauzeit, in einer viel beachteten wissenschaftlichen Exkursion von Roskilde nach Dublin gesegelt.


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