Im Zickzack Richtung Norden

Von den Höhen des Jotunheimen wechselten wir wieder nach Osten. Heute war eher Kultur angesagt, obgleich auch die in herrliche Landschaft eingebettet war. Von Sel aus folgten wir der E6, von der wir nördlich der Ortschaft Dovre bereits wieder nach Osten auf die Fv 29 abbogen. Diese absolut empfehlenswerte Route führt durch eine herrliche Fjell-Landschaft nach Folldal, einem alten Bergbaustädtchen. Doch keine Sorge, bei dem Fahrweg auf dem nachfolgenden Bild handelt es sich nicht um die Fv 29. Solche Schotterpisten findet man heute auf den normalen Routen Norwegens nicht mehr.

Die Folldal Gruver, einst der größte Arbeitgeber des Ortes, wurde 1993 geschlossen, da sich der Erzabbau nicht mehr lohnte. Das Bergwerk wurde inzwischen zum Museum umgebaut.

Bald darauf erreichten wir den Oberlauf der Glomma, der wir talaufwärts folgten. Bereits aus größerer Entfernung fiel uns die Kirche von Tolga auf. Hierfür sorgte nicht nur ihre blendend weiße Fassade, sondern auch die außergewöhnliche Form ihres Kirchenschiffes.

Vom Standort der oberhalb des Tales gelegenen Kirche folgte unser Blick der Fv 30, die uns nach Röros bringen sollte. Doch zuvor mussten wir noch zwei Fotostopps einlegen.

Kurz hinter Tolga überspannt die „Gammlabrua Eidsfossen“ aus dem Jahre 1736 die Glomma. Mit 32 Meter Spannweite ist sie die größte Brücke dieser Bauart in Norwegen. Der zur Brücke gehörende Parkplatz kann auch als Übernachtungsplatz mit Grillstelle genutzt werden.

Dass die Bergbauern hier wie überall ein hartes Dasein fristen, zeigt sich immer wieder an verlassenen Gehöften. An diesem musste ich unbedingt zur Kamera greifen. Nachfolgend einige Eindrücke.

Das einstige Bergbaustädtchen Röros war heute unser letzter Programmpunkt. Längst wird hier kein Kupfer mehr abgebaut. Inzwischen hat sich das Städtchen zu einem nachgefragten Touristenziel entwickelt, auch wenn es bislang noch von den großen Touristenströmen verschont blieb. Die historischen Häuserzeilen zählen zu den schönsten Norwegens. Mit schicken Läden und Cafes laden sie zum Bummeln ein. Am Stadtrand trifft man auf die alten Abraumhalten und das Bergbaumuseum.

Auf der Weiterfahrt in Richtung Trondheim bezogen wir am Eggafossen im Gauldalen unser Quartier für die Nacht, nicht ohne zuvor unseren inzwischen dritten Elch gesehen zu haben. Auch soll nicht unerwähnt bleiben, dass die Gaula, ein herrlicher, naturbelassener Fluss, zu den besten Lachsgewässern Norwegens zählt.


8 Gedanken zu “Im Zickzack Richtung Norden

  1. Sehr schöne Eindrücke dieser verlassenen Bergbaustätten. Natürlich sind solche Orte wahre Spielplätze für einen Fotografen. Ich denke auch, dass es landschaftlich eine wunderschöne Region ist, in der die Natur noch zu 100 % die Oberhand hat. Vielen Dank für diese schönen Eindrücke, Horst.

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    1. Hallo Herbert,
      mit den elchen ist das so eine Sache. Beim ersten Elch wollte Rose zuerst ein Bild mit ihrem Handy haben. Dann war er weg. Der zweite Elch war schon auf dem Sprung über die Straße, hat es sich dann zum Glück nochmals anders überlegt. Foto keine Chance. Beim dritten Elch musste unbedingt der Gegenverkehr auch anhalten. Das gefiel dem Tier nicht. Und nur den Hintern wollte ich auch nicht fotografieren. Die Kerle sind echt kamerascheu.
      Liebe Grüße Horst

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  2. Lieber Horst, danke für das schöne Reisebildertagebuch bei strahlendem Frühsommerwetter. Vielleicht schaffe ich es doch mal nach Norwegen und du verrätst mir, wie du das mit dem Wetter vorhergesehen hast 😄. Liebe Grüße Jürgen

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  3. Hallo Horst,
    mir gefällt es wenn die alten Techniken als Museum für die Nachwelt erhalten werden. Bei den Hütten nach dem Brückenfoto musste ich im ersten Moment schmunzeln (sicher eine hochromantische Übernachtungsmöglichkeit) Für uns sind es willkommene Fotomotive, aber für die Menschen hier war es nicht einfach.
    Liebe Grüße Brigitte

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