Vildmarksvägen 2

30. August 2021

Am Morgen musste ich mich zuerst um die Preiselbeeren kümmern, die an unserem Übernachtungsplatz, wie auch anderswo, zuhauf wuchsen. Wenn man sie schon vor den Füßen hat, sollten sie wenigstens auch aufs Bild.

Bis Klimpfjäll war noch magere Landwirtschaft möglich.

Dann blieben auch die Bäume zurück. Wir waren im Fjäll angekommen.

Die Passhöhe auf 876 m Höhe ist ein idealer Ausgangspunkt für größere und kleinere Touren durch wegloses Gelände. Als ich eine Herde Rentiere erblickte, zu der auch ein weißes Ren gehörte, war meine Tour klar. Ich folgte erst einmal für gut eine Stunde dieser Herde, in der Hoffnung, nahe genug heranzukommen, um ein ordentliches Bild machen zu können, denn weiße Rentiere sieht man ja nicht alle Tage. Doch die Rentiere leben hier oben den ganzen Sommer über völlig frei und als Fluchttiere achten sie peinlich auf den nötigen Abstand. So gelangen mir lediglich einige Belegfotos.

Auf dem Rückweg konnte ich mich dann der genialen Landschaft widmen.

Aufgrund der Wettersituation beschlossen wir, trotz der tollen Plätze nicht im Fjell zu übernachten, sondern ins waldreiche Ströms Vattudal hinabzufahren.

Vildmarksvägen

29. August 2021

Zurück in Vilhelmina bezogen wir wieder auf dem Camping Kolgarden Quartier. Der gut geführte Platz in herausragender Lage direkt am See ist eine absolut empfehlenswerte Ausgangsbasis für Fahrten in den Norden oder die Schleife über den Vildmarksvägen. Vilhelmina selbst, das Zentrum Südlapplands, bietet die Gelegenheit, sich mit allem was fehlt einzudecken.

Wir starteten heut unsere Tour über den Vildmarksvägen. Diese Schleife gilt als eine der eindrucksvollsten Strecken Schwedens. Von Vilhelmina aus geht es zuerst westwärts bis sich die Straße unmittelbar vor der norwegische Grenze über den Stekenjokk-Pass nach Süden windet. Dabei durchquert sie eine herrliche Fjelllandschaft, die zu Touren unterschiedlicher Länge einlädt. Sowohl auf der Stekenjokk-Strecke übers Fjell als auch auf der 342 bis Strömsund bieten sich viele tolle Stellplätze für Camper an.

Die Idylle auf diesem Bild lässt nur einen Schluss zu, die Wikinger müssen auf ihren Raubzügen durch Europa auch mit den Schwaben in Kontakt gekommen sein. Erstens ist den Schweden ein gewisser Hang zur Romantik nicht abzusprechen (Hölderlin). Zweitens zeigt sich bei näherer Betrachtung, dass sie der schwäbischen Redensart nacheifern: „Faul därf mo sei, bloß net domm.“ Rechts im Vordergrund des Bildes sieht man einen Elektromotor auf dessen Welle eine Autofelge montiert wurde. Zusammen ergibt dies eine super Seilwinde, mit der man das Boot an Land ziehen kann und das ohne einen Tropfen Schweiß zu vergießen. Ich denke, da müssen die Historiker noch einige Rätsel lösen.

Wieder einmal ein Wasserfall. Die wenigen Anwesenden fotografierten alle die Stromschnelle, oder was davon noch übrig war. Nur ich tanzte mal wieder aus der Reihe. Ich fand ein riesiges Kehrwasser oberhalb der letzten Stufe viel interessanter. Der Schaum zeichnete hier ständig neue Strömungsmuster. Ich hätte stundenlang fotografieren können.

Zum Vergrößern einfach anklicken.

Am Trappstegsforsarna griff ich dann auch zur Kamera, um die Stromschnellen zu fotografieren. Der Treppenstufen-Wasserfall ist wirklich eine besondere Stromschnelle, die man nicht alle Tage sieht.

Langsam kommt das Fjell in Sichtweite.

Am Klimpviken genossen wir die Abendstimmung …

… und noch etwas mehr.