Smögen

8. September 2021

Smögen liegt an der Spitze der Halbinsel Sotenäs nördlich von Göteborg und ist einer der typischen alten Fischerorte, die sich inzwischen voll auf den Tourismus eingestellt haben. Außerhalb der Saison ist ein Besuch dieses Örtchens absolut zu empfehlen, denn seine Lage entlang, zwischen und auf den blanken, rund geschliffenen, rosafarbenen Granitformationen ist wirklich sehenswert. Die Ortschaft auf die bekannte, viel fotografierte, bunte Häuserzeile am Ende des Naturhafens zu reduzieren, währe verkehrt, denn die sind eher ein Beispiel dafür, wie manipulativ die Fotografie sein kann oder ist.

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Man hat hier große Anstrengungen unternommen, um die Schärenküste mit Brücken und Holzstegen zu erschließen. Wer diese fantastische Möglichkeit für eine Wanderung durch die Klippen nutzt, nimmt bleibende Eindrücke mit nach Hause.

Der Sonnenuntergang ist hier ein besonderes Schauspiel, er lässt den rosafarbenen Granit geradezu aufblühen.

In der Blauen Stunde erstrahlt nicht nur das gelbe Licht der Straßenbeleuchtung, auch die Fenster der Häuser reflektieren das letzte Licht des Abendrots.

Für Wohnmobillisten bieten sich am Ende des Ortes inmitten der Granitformationen Stellplätze in idealer Lage.

Ales Stenar

Mittwoch, 11. August 2021: Auf einem Dünenrücken, der zur Ostsee hin steil abfällt, liegt oberhalb des Örtchens Kaseberga die größte Schiffsetzung Skandinaviens, Ales Stenar. Aus 59 Felsblöcken wurde hier ein Langschiff mit 67 m Länge und 19 m Breite gestaltet. Die Steine bringen es auf eine Masse zwischen 0,5 und 1,8 Tonnen.

Die imposante Schiffsetzung wurde auf die frühe Eisenzeit (500 – 1000 n. Chr.) datiert. Ihre Bedeutung ist noch nicht abschließend geklärt. Während die meisten Vertreter der Wissenschaft von einer Grabstätte ausgehen, wird aus dem Lager der Amateurarchäologen die Theorie einer astronomischen Uhr vertreten.

Wie so oft bei solchen Sehenswürdigkeiten drängen sich die Leute am Abend und morgens bei Sonnenaufgang kann man alles in Ruhe auf sich wirken lassen.

Doch auch der Abend hat seine Vorteile. Da kann man die Gleitschirmflieger bei ihren akrobatischen Flugübungen bestaunen. Bei auflandigem Wind bildet sich an der Steilküste eine stehende Welle aus, die man nach Belieben absurfen kann.

Da müssen auch die griechischen Mythen neu geschrieben werden, denn Ikarus ist nicht abgestürzt, er lebt!

Bei Sonnenuntergang verabschieden sich die Akteure dann von ihren Zuschauern, denn danach bricht oft der Wind zusammen und heimlaufen möchte von denen keiner.

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Ostersamstag, 15. April

Wir waren sehr gespannt auf die Verhältnisse an Bord, die Crew und die anderen 8 Passagiere, mit denen wir gemeinsam von Raiatea nach Bora Bora segeln wollten.

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Um 12 Uhr wurden wir an Bord der Dream Patash herzlich empfangen. Oliver, der Skipper, und zwei jüngere Frauen bildeten die Crew. Alles war stilvoll eingerichtet, sogar ein herrlicher Blumenschmuck zierte den Tisch.

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Nach dem Zuteilen der Kabinen folgte die Sichereitseinweisung und die Erläuterung des Programms. Spätestens nach der Vorstellungsrunde war klar, dass wir es mit lauter netten Leuten zu tun hatten. Die Mannschaft war bunt gemischt: ein Paar und zwei Mädels kamen aus der Schweiz, je ein weiteres Paar aus Frankreich und Kanada und wir vertraten Deutschland. Am Tisch, oder wenn alle betroffen waren, wurde Englisch gesprochen. Christian aus der Schweiz konnte auch Französisch, so dass wir hier einen Dolmetscher hatten und Patrick aus Frankreich versuchte sich gerne in der deutschen Sprache. Entscheidend war jedoch, dass sich alle um Verständigung bemühten und stets offen für ein Gespräch waren. Gesprochen und gelacht wurde oft und viel, kaum ein Thema wurde ausgespart.

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Die Amazone verließ vor uns den Liegeplatz.

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Nach dem Mittagessen legten wir ab. Pechschwarze Wolken kündigten Regen an, als wir die Marina von Raiatea verließen.

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Es dauerte nicht lange, bis sich ein Einheimischer in seinem Auslegerkanu an unsere Heckwelle heftete.

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Wir fuhren hinüber zur Insel Tahaa, die zusammen mit Raiatea von einem gemeinsamen Außenriff umgeben ist. In der Nähe zweier Motus (kleine Inseln in der Lagune oder am Riff) gingen wir vor Anker. Drift-Schnorcheln stand auf dem Programm. Zwischen den beiden Motus gab es eine schmale Passage im Außenriff. Durch die auflaufende Flut wurde hier das Wasser hindurch gepresst, so dass die Korallen zwischen den Inseln von einer kräftigen Strömung mit Frischwasser versorgt wurden.

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Rose mit den beiden Mädels aus der Schweiz.

Wir nutzten diese Strömung zum Schnorcheln. Kurz hinterm Außenriff stiegen wir ins Wasser und ließen uns durch die herrlichen Korallengärten treiben. Unzählige Fische in unglaublichen Farbkombinationen und Korallen in vielfältigen Formen und Farben waren zu sehen und Muscheln, deren samtig schimmernde Öffnungen wie ein Wellenband in hellem Türkis oder Violett zum Anfassen reizten. Doch bei der starken Strömung war Vorsicht geboten. Kontakt mit den scharfkantigen Korallenstöcken sollt man tunlichst vermeiden. Als Oliver am Ende seine Tüte mit altem Brot öffnete, kamen die Fische in Schwärmen und fraßen einem aus der Hand.

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Die Sonne verdrängte den Regen und verabschiedete sich dann selbst.

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Die schweizer Mädels und Rose konnten sich am Schauspiel des Sonnenuntergangs nicht satt sehen. Im Hintergrund die Kanadier.

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Zurück an Bord bestaunten wir unseren ersten Sonnenuntergang vom Oberdeck der Dream Patash. Danach gab es ein leckeres Abendessen. Bei einem Glas Wein saßen wir noch lange beisammen und ließen den Tag ausklingen.