Fjällbacka

Es gibt sie noch, die Berufsfischer an der westlichen Schärenküste, doch ihre Zahl ist auch hier total eingebrochen. Es kommt vor, dass man außerhalb größerer Ortschaften auf eine Hand voll Häuser mit eigenem „Fischereihafen“ trifft, das ist jedoch die Ausnahme.

Das häufigere Szenario jedoch sind Hafenanlagen in denen einige wenige einsatzfähige Fischkutter am Kai liegen und in einer anderen Ecke des Hafenbeckens mindestens gleich viele Kähne verrotten. Die Orte an der Küste haben sich, wie zum Beispiel Fjällbacka im nördlichen Bohuslän, dem Tourismus verschrieben. Die Jachthäfen nehmen inzwischen ein Vielfaches der Fläche ein, welche die Fischfangflotten jemals benötigt haben.

Westliche Schärenküste

5. September 2021

Zwischen Göteborg und der norwegischen Grenze, in der Provinz Bohuslän, liegt Schwedens beeindruckendste Schärenküste. Wir erreichten diese fantastische Landschaft bei Grebbestad.

Zu erwähnen ist, dass die Saison zu dieser Jahreszeit in Skandinavien längst beendet ist. Dies hat den Vorteil, dass vergleichsweise wenig Reisende unterwegs sind. Während der Saison steht man sich hier wohl auf den Füßen. Doch sollte man bei seiner Reiseplanung berücksichtigen, dass einige Campingplätze bereits geschlossen haben und es für freies Campen an diesem Küstenabschnitt nur selten Möglichkeiten gibt. Übernachtungsmöglichkeiten bieten sich in der Regel hingegen auch in den Besucher- / Jachthäfen.

Höga Kusten 2

22. August 2021:

Alte Fischerdörfchen schmiegen sich an die fjordartigen Buchten entlang der Hohen Küste. Professionelle Fischer muss man heute allerdings mit der Lupe suchen. Die meisten, der längst verlassenen Fischerhütten, wurden zu Ferienhäusern umgestaltet oder dienen als Unterkünfte für Touristen.

Bönhamn ist einer dieser idyllisch gelegenen Orte.

Die renovierten Trockengestelle für Fische haben nur noch hinweisenden Charakter.

Die Beschaulichkeit dieser Orte lässt kaum noch erahnen, wie hart das Leben hier einst gewesen sein muss.

Ich war nicht der einzige, der morgens um 7 Uhr bereits unterwegs war. Während die beiden Kanuten ihre Kajaks zu Wasser ließen, entschied ich mich für eine Tour auf einen nahegelegenen Felsrücken, um in der Morgensonne die Aussicht auf den Ort und die Schärenküste zu genießen.

Im Örtchen Barsta machten wir auf einem direkt am Strand gelegenen Campingplatz fest. Mit dem Kajak ging es hinaus zu einigen vorgelagerten Schären.

An einer der Schären landete ich an, um die fantastischen Erosionsgebilde, die der Granit hervorbringt, aus der Nähe zu betrachten.

Welch herrliche Landschaft!

An der Schärenküste

17. und 18. August 2021, Källbukten: Unweit der Stelle, wo der Götakanal die Ostküste erreicht, fuhren wir von Söderköping aus hinaus in den Schärengarten, der sich vor St. Anna weit in die Ostsee hinein erstreckt. Der erste Campingplatz, den wir anfuhren, überzeugte uns so, dass wir blieben.

Am späten Nachmittag zog ein heftiges Gewitter mit ergiebigem Platzregen auf. Nach dem Regen hing Nebel zwischen den bewaldeten Schären und die untergehende Sonne zauberte daraus eine ganz besondere Lichtstimmung.

Anderntags ging es dann mit Kajak und Kamera hinaus in den Schärengarten. Die unzähligen kleinen und kleinsten Inselchen wollten erkundet sein.

Auf den ersten Blick gewinnt man den Eindruck, als wären alle Schären mit Wochenendhäusern bebaut. Ganze Ferienhaussiedlungen überziehen die felsige Inselwelt in lockerer Bebauung.

Die meist idyllisch gelegenen Anwesen täuschen allzu gerne darüber hinweg, dass es hier nicht um eine heile Welt, sondern um die totale Zersiedelung einer sensiblen Landschaft geht. Schön ist es dennoch und das ist wohl das Problem.

Die Bebauung der Schären beschränkt sich auf den festlandsnahen, bewaldeten Bereich. Je näher man dem offenen Meer kommt, desto weiter geht die Bewaldung zurück. Schließlich ragen nur noch kahle Inseln aus dem Wasser.

Wanderdüne Rabjerg Mile

Auf der Route Kristiansand – Hirtshals ließen wir mit den letzten Schären die norwegische Küste hinter uns.

Auf dem Weg von Hirtshals nach Skagen passiert man die Rabjerg Mile, Dänemarks größte Wanderdüne. Sie bedeckt ca. 2 qkm Fläche und erreicht eine Höhe von 40 m. Der Sand wird hier durch die vorherrschenden Winde jährlich um 15 cm von West nach Ost verlagert. Was einmal unter der Düne verschwunden ist, taucht nach rund 40 Jahren hinter ihr wieder auf.

Was Flugsand bedeutet, bekam ich bei meiner Tour auf und über die Düne zu sehen und zu spüren.

Die Winderosion entpuppte sich als wahre Künstlerin.

Der über die freien Dünenflächen getriebene Sand wandelte sich an den Abbruchkanten zu einem scharfen Sandstrahl und in den Flanken der Dünen entwickelten sich regelrechte Sandstürme.

Doch bei aller bizarren Schönheit ist klar, die Wanderdüne bringt langsam aber unaufhaltsam den Tod.

Das wohl berühmteste Opfer des Flugsandes in dieser Region ist Gamle Skagen. Die Ortschaft musste Ende des 18. Jahrhunderts aufgegeben werden. Auch die Kirche wurde abgerissen, nur der Kirchturm aus dem 15. Jahrhundert blieb als Seezeichen stehen und wird deshalb seit 1816 weiß gekalkt.

Entlang der Schärenküste I

Zwischen Larvik und Kristiansand erstreckt sich einer der interessantesten Küstenabschnitte Norwegens. Die rund geschliffenen Granitformatonen der Küstenlinie und Schärengärten schaffen in Kombination mit den bunten und weißen Holzhäusern, die sich harmonisch zwischen die Felsen schmiegen, eine Atmosphäre zum Wohlfühlen.

Kragerö war das erst Städtchen, das wir besuchten (Bild oben). Die als lebhaft und als vom Tourismus stark geprägt beschriebene Stadt erlebten wir Mitte September als sehr ruhig, fast schon geruhsam. Doch die zahlreichen Lokale und Bars machten deutlich, dass es hier auch ganz anders zugehen kann.

Risör, „die weiße Stadt am Skagerak“, war unser nächstes Ziel. Hier hatte man das Gefühl, als ob der ganze Ort am Wohlfühlimage des Städtchens arbeitet. Weiße Holzhäuser, Blumenschmuck und norwegische Fahnen prägen das Stadtbild.

Auffällig ist, dass in Risör offensichtlich die Tradition der alten Holzboote gepflegt wird. Es ist einfach schön, wenn diese Handwerkskunst nicht verloren geht. Jährlicher Höhepunkt dieser Tradition ist die Holzbootregatta im August.

Bekannt ist Risör auch für seinen „Weißen Flekken“. Bei diesem gekalkten Fels oberhalb der Stadt handelt es sich um eine künstlich geschaffene Orientierungsmarke für die Schifffahrt, die auf das 16. Jahrhundert zurückgeht. Diese liegt genau gegenüber der Hafeneinfahrt und kann aus einem Abstand von 11 Seemeilen erkannt werden. Dass gerade in Risör eine solche Navigationshilfe geschaffen wurde wundert nicht, denn die Stadt war einst der Hauptumschlagsplatz für den Holzexport. Die Stämme, die in Telemarken geschlagen und nach Skien geflößt wurden, wurden in Risör verschifft.

Vom Aussichtspunkt am „Risör Flekken“ genießt man den herrlichen Blick über den Hafen hinaus auf´s Skagerak.

Die Atlantikstraße

Die Atlantikstraße, die sich zwischen Bud und Kristiansund erstreckt, windet sich entlang der Küste und hangelt sich in ihrem gut 8 km langen Kernstück dicht über dem Wasser von einer Schäreninsel zur anderen.

Die Straße – eine von Norwegens berühmten Landschaftsrouten – erschließt so für den Betrachter eine ganz besondere Landschaft, die man aber erst richtig wahrnimmt, wenn man sich in ihr bewegt.

Auf einer Nebenstraße kam uns ein freundlich winkender Radfahrer entgegen. Es war Peter, unser Campingnachbar aus Bergen. Wir erkannten in erst, als er vor uns stand und seinen Fahrradhelm abgenommen hatte. Er war mit seiner Frau Christiane in Söstuer am Atlanterhavsveien vor Anker gegangen. Wir beschlossen, die Fahrt ebenfalls hier abzubrechen. Am Nachmittag mietete ich ein Kajak und fuhr hinaus, um die Holmen und Schären zu erkunden.

Die überraschende Begegnung war natürlich ein Grund zum Feiern und so köpften wir am Abend meine letzte Flasche spanischen Rotwein.