Industriemagazin Reutlingen

Reutlingen hat sich seit Mitte des 19. Jahrhunderts zu einem wichtigen Industriestandort in Baden-Württemberg entwickelt. Die Textilindustrie und der Maschinenbau bildeten dabei besondere Schwerpunkte. Im Industriemagazin wurden Maschinen und sonstige Exponate aus dieser Zeit zusammengetragen und von einem Arbeitskreis ehrenamtlicher Mitarbeiter restauriert, so dass sie heute besichtigt werden können. Die Öffnungszeiten und weitere Infos gibt es auf der Homepage https://www.reutlingen.de/industriemagazin. Nachfolgend einige Eindrücke.

Während die obere Galerie Bilder von Webstühlen und Strickmaschinen zeigt, sind unten einige Aufnahmen von Maschinen und Werkzeugen aus dem metallverarbeitenden Gewerbe zu sehen. Die Stechuhr durfte Damals in keinem Betrieb fehlen.

Dreikönigsdampf 1

Es dämmerte gerade, als die Eisenbahnfreunde Zollernbahn ihren Zug im Reutlinger Bahnhof zusammenstellten. Die Wagons mit der Dampflock 58 311 standen auf Gleis 3 bereit und warteten auf die Vorspannlock 97 501 der Zahnradbahn Honau-Lichtenstein.

Der Vorspann ist wegen der erheblichen Steigungen entlang der Strecke erforderlich.

Als die 97 501 angekuppelt war, kündigten dicke Dampfwolken und ein obligatorischer Pfiff der Lock die Abfahrt des Zuges an.

Eingehüllt in eine Dampfwolke verließ der Zug fauchend und zischend den Bahnhof.

Alles muss raus!

Als ich letzten Freitag abends in Reutlingen unterwegs war, war ich sehr erstaunt. Die Gartenwirtschaften rund um den Marktplatz waren recht gut besucht.

Doch das war weniger den frühlingshaften Temperaturen (deutlich unter 10 Grad) zu verdanken, als viel mehr dem unbändigen Drang, endlich wieder ins Freie zu wollen. Also ganz nach dem Ausverkaufs-Motto: „Alles muss raus“!

Frohes Fest

Mit diesem Bild vom Reutlinger Weihnachtsmarkt wünsche ich allen Leserinnen und Lesern meines Blogs erholsame Festtage und einen guten Rutsch ins neue Jahr. Allen Fotografinnen und Fotografen wünsche ich für die Zukunft tolle Motive und immer „gut Licht“.

Horst

Schwörsonntag

Bereits in meinem letzten Beitrag habe ich auf die Verfassung der Freien Reichsstadt Reutlingen aus dem Jahre 1374 verwiesen. Der jährlichen Schwörwoche kam darin eine zentrale Bedeutung zu. Über 400 Jahre lang (bis 1802) ging diese am 2. Sonntag nach dem 4. Juli mit der Wahl der Bürgermeister zu Ende. Während andernorts noch Leibeigenschaft herrschte, zeichnete sich die durch Zünfte organisierte Bürgerschaft der Freien Reichsstädte durch erste demokratische Strukturen aus. So gesehen war die Verfassung der Freien Reichsstädte fortschrittlich. Vom heutigen Demokratieverständnis war man jedoch noch weit entfernt, denn nur jene Bürger hatten das Wahlrecht, die in einer der 12 Zünfte organisiert waren. Dies traf nur auf 1/7 der Bewohner Reutlingens zu. Frauen gehörten nicht dazu.

Nach dem Festgottesdienst verließen zuerst die Fahnenträger die Kirche. Allen voran die heutige Fahne der Stadt Reutlingen und die der Winzergenossenschaft. Das Tragen der schweren Fahnen erfordert Kraft und Geschicklichkeit. Manchmal war auch Hilfe notwendig bis sich alle auf der Wilhelmstraße zum Festzug aufgestellt hatten.

An der Spitze des Festzuges, hinter dem aktuellen Reutlinger Stadtwappen, folgte der Doppeladler auf gelbem Grund, die Fahne der alten Freien Reichsstadt Reutlingen. Dahinter hatte sich die Stadtkapelle positioniert. Mit dem Einsetzen ihrer Musik setzte sich der Festzug in Bewegung.

Sehen und gesehen werden war dabei nicht nur für den OB Thomas Keck eine Option.

Mit Tschingderassabum ging es zum einstigen Schwörhof. Dort fand das Festprogramm mit der Schwörtagsrede und dem Eid des Oberbürgermeisters seinen Höhepunkt. Dabei sorgte die Beflaggung an der Fassade des Friedrich-List-Gymnasiums für die heutige politische Einordnung.

Der Reutlinger Schwörtag zählt zusammen mit jenem in Esslingen und Ulm zum immateriellen Weltkulturerbe der UNESCO.