Vom Winde verweht!

Dunkel erhebt sich der höchste Teil der Rabjergdüne über die gerippelte Fläche der darunterliegenden Dünenebene. Gewaltige Sturmböen toben über den Abhang und wirbeln mächtige Sandfahnen auf, die wie Flammen eines Buschfeuers über den Steilhang flackern.

Die Rabjerg Mile an der Nordspitze Jüttlands (Dänemark) ist eine Wanderdüne (siehe hierzu https://guckloch.org/2020/10/12/wanderdune-rabjerg-mile/(öffnet in neuem Tab) ). Sobald der Westwind am Skagerak auffrischt, kommt das Sandstrahlgebläse in der bis zu 40 m hohen Dünenlandschaft so richtig in Gang. Auf der Leeseite der Dünen bilden sich dann heftige Sturmböen aus, die den Sand aufwirbeln und den Dünenabhang entlang verfrachten. Ein beeindruckendes Spektakel. Über die Abrisskante der Düne wird ständig neuer Sand nachgeliefert. Dieser löst immer wieder lawinenartige Rutschungen aus und lässt die Düne jährlich um ca. 15 cm in nordöstlicher Richtung weiterwandern.

Wanderdüne Rabjerg Mile

Auf der Route Kristiansand – Hirtshals ließen wir mit den letzten Schären die norwegische Küste hinter uns.

Auf dem Weg von Hirtshals nach Skagen passiert man die Rabjerg Mile, Dänemarks größte Wanderdüne. Sie bedeckt ca. 2 qkm Fläche und erreicht eine Höhe von 40 m. Der Sand wird hier durch die vorherrschenden Winde jährlich um 15 cm von West nach Ost verlagert. Was einmal unter der Düne verschwunden ist, taucht nach rund 40 Jahren hinter ihr wieder auf.

Was Flugsand bedeutet, bekam ich bei meiner Tour auf und über die Düne zu sehen und zu spüren.

Die Winderosion entpuppte sich als wahre Künstlerin.

Der über die freien Dünenflächen getriebene Sand wandelte sich an den Abbruchkanten zu einem scharfen Sandstrahl und in den Flanken der Dünen entwickelten sich regelrechte Sandstürme.

Doch bei aller bizarren Schönheit ist klar, die Wanderdüne bringt langsam aber unaufhaltsam den Tod.

Das wohl berühmteste Opfer des Flugsandes in dieser Region ist Gamle Skagen. Die Ortschaft musste Ende des 18. Jahrhunderts aufgegeben werden. Auch die Kirche wurde abgerissen, nur der Kirchturm aus dem 15. Jahrhundert blieb als Seezeichen stehen und wird deshalb seit 1816 weiß gekalkt.