Pano 15

Polarlicht über der Bucht von Haukland, Lofoten. Das Bild wurde aus 5 hochformatigen Einzelaufnahmen zusammengesetzt.

Polarlicht über der Bucht von Haukland, Lofoten. Das Bild wurde aus 5 hochformatigen Einzelaufnahmen zusammengesetzt.
27. August 2021
Unweit von Kvikkjokk fanden wir am bewaldeten Seeufer ein Quartier für die Nacht. Die ersten Sterne zeigten sich bereits und es hatte merklich abgekühlt, als ich mich in unseren Camper zurückzog. Mehr reflektorisch überprüfte ich noch meine Polarlicht-App. Was ich da sah, war nicht zu fassen. Halb Schweden war rot eingefärbt. Rot bedeutet eine Polarlichtwahrscheinlichkeit von über 50%. Das hatte ich bei meiner Winterreise auf die Lofoten nie erlebt. Also gleich wieder raus. Tatsächlich, am Himmel zeigten sich kaum wahrnehmbare, ausgedehnte, wolkenartige Schleier schwankender Helligkeit. Von Farbe keine Spur. Das riss natürlich keinen vom Hocker, aber ich wusste, dass Polarlichter häufig unscheinbar beginnen. Da braucht man Geduld oder wie mein Freund Roland gerne sagt: „Ein guter Jäger muss warten können.“
Und das Warten hat sich gelohnt!

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In meiner Fotoschau „Im Bann des Nordlichts – Lofoten“ nehme ich die Betrachter mit in die eindrucksvolle, von Wind und Wetter umtoste Inselwelt der Lofoten und versuche, die vom Nordlicht ausgehende Faszination erlebbar zu machen. Veranstalter ist die VHS Reutlingen.
Tipp: Eine Reservierung kann durchaus sinnvoll sein, da das Raumangebot überschaubar ist.
Kaum eine Naturerscheinung fasziniert die Menschen so sehr wie das Nordlicht. Nach einjähriger Vorbereitung machte ich mich Ende Februar 2019 auf den Weg zu den Lofoten. In meiner neuen Fotoschau nehme ich die Betrachter mit in die eindrucksvolle Landschaft dieser von Wind und Wetter umtosten Inselwelt und versuche, die vom Nordlicht ausgehende Faszination erlebbar zu machen.
(Zum Vergrößern anklicken.)
Reiseberichte hierzu finden sich unter: Lofoten_1, Lofoten_2, Lofoten_3, Lofoten_4, Lofoten_5 – das Polarlicht, Lofoten_6, Lofoten_7, bei den Eisanglern, Lofoten_8, Tromsö

Von der Aussichtsplattform der Fjellheisen-Bahn erfasst man die großartige Lage Tromsös auf einen Blick. Die Stadt, die 75 000 Einwohner zählt, erstreckt sich über die Insel Tromsöa, weitere Inseln und das Festland. Verkehrstechnisch ist dies eine Herausforderung, die man mit zahlreichen Tunnel und Brücken zu bewältigen versucht. Die 1960 fertiggestellte Tromsöbrücke entwickelte sich zum Wahrzeichen der Stadt, denn sie verkörpert den Ruf Tromsös, das Tor zur Arktis zu sein, auf monumentale Weise.
Die Eismeerkathedrale, erbaut 1965, ist das zweite Wahrzeichen Tromsös. Sie wurde in Verlängerung der Tromsöbrücke an prominenter Stelle errichtet. Die Kirche zeichnet sich durch ihre klare Architektur und strenge Linienführung aus. Der Innenraum wird von der konstruktionsbedingten Lichtführung und dem größten Glasmosaikfenster Europas geprägt. Der Kirchenbau gilt als nördlichste Kathedrale der Welt.
Wie überall besinnt man sich auch in Tromsö seiner alten Bausubstanz, die in Kombination mit dem Hafen den besonderen Reiz der Innenstadt ausmacht.

Den Ruf „Tor zur Arktis“ zu sein erwarb sich Tromsö seit dem letzten Viertel des 19. bis in die Mitte des letzten Jahrhunderts hinein. Damals liefen von Tromsö viele Expeditionen in die Arktis und speziell zum Nordpol aus. Amundsen und Nansen sind lediglich die namhaftesten Vertreter der zahlreichen Polarforscher jener Zeit. Im Polarmuseum setzt man sich unter anderem mit der Geschichte der großen Arktisexpeditionen auseinander. Tromsö ist jedoch auch heute noch eng mit der Polarregion verbunden. Zahlreiche Institutionen und Forschungseinrichtungen, die sich mit der Arktis befassen, sind in Tromsö ansässig. Genannt sei hier lediglich der Arktische Rat, eine Art UNO der Polarregion. Als Deutscher sollte man wissen, dass Tromsö während der deutschen Besatzung im 2. Weltkrieg kurzzeitig die Hauptstadt Norwegens war.

Wer Tromsö besucht, sollte es sich nicht nehmen lassen mit der Seilbahn auf den Storstein, den Hausberg Tromsös, zu fahren. Die Aussicht auf die Stadt ist insbesondere am Abend legendär. Das Nordlicht ist dann nur noch das Sahnehäubchen.
Als ich wieder unten in der Stadt ankam, musste ich hastig mein Stativ noch einmal aufbauen. Eine helle Polarlichtfahne konnte sich sogar gegen die urbane Beleuchtung durchsetzen. Welch ein Abschied!

Bei diesem Beitrag gibt es nur Bilder, Worte sind hier überflüssig.
Jetzt kommt doch noch ein Hinweis: Bei der nächsten Aufnahme handelt es sich um ein Panorama, das sich aus fünf hochformatigen Einzelbildern zusammensetzt.

Das nachfolgende Bild zeigt den Ort, an welchem die Polarlichtaufnahmen entstanden sind. Am anderen Morgen war das schöne Wetter schon wieder vorbei.

Mittwoch, 27. Februar 2019
Der Sturm hatte zwar etwas nachgelassen, doch der Regen blieb. Mein erstes Ziel war die am gleichnamigen Fjord gelegene Ortschaft Nusfjord. Auf dem Weg dorthin passiert man den Bergsee Storvatnet, dessen Eisschollen ein tolles Mosaik bilden.

Bereits nach den ersten 50 m in Nusfjord hat mir der Sturm den Regenschirm zerlegt. Was soll´s, bislang ging es ja auch ohne.


Im idyllisch gelegenen Nusfjord drängte sich mir die Frage auf, ob hier überhaupt noch Einheimische leben, die nicht am Fremdenverkehr ihr Geld verdienen.

Als Nächstes steuerte ich den Strand von Haukland an. Dieser herrliche Sandstrand dient im Sommer als „Freibad“ für die Umgebung. Heute wollte allerdings keiner baden, denn dort wurde man richtig sandgestrahlt.

Um diesen fantastischen Blick zu genießen, musste ich zuerst einen Bachlauf queren. Dazu hatte ich extra meine Gummistiefel angezogen. Ich hatte noch nicht einmal die Mitte des Baches erreicht, als eine kräftige Welle die Gummistiefel füllte. Was macht man nicht alles für ein paar Bilder?


Aufgrund des anhaltenden Sauwetters überlegte ich mir ernsthaft, ob ich mich nicht früher als geplant nach Tromsö zurückziehen sollte, doch am Nachmittag sah der Himmel aus, als wollte sich Hochdruck durchsetzen. Also zurück auf meinen Campground nach Ramberg. Als ich den Strand bei Flakstad passierte, legte ich nochmals einen Fotostopp ein. Der Regen hatte inzwischen aufgehört. Deshalb wollte ich versuchen die riesigen Steinblöcke mit einer Langzeitbelichtung festzuhalten. Hier die Ergebnisse.


Einige wenige Wasserflecken muss ich noch beseitigen, das kommt aber später dran.
Es ging schon gegen Mitternacht, als der Himmel tatsächlich aufriss und das Nordlicht zaghaft durchschimmerte. Also rein ins Auto und raus aus dem Städtchen, weg vom Licht.

Im Vergleich zum ersten Nordlicht war das eine klare Steigerung, doch es sollte noch besser kommen.
Am Montag, 24. Februar 19, fuhr ich weiter in Richtung A, dem letzten Dorf am Ende der E10, ganz im Südwesten der Lofoten.
Seitdem ich tags zuvor hier in Ramberg angekommen war, hatte der Regen nicht mehr aufgehört. Der Sturm ist derart angeschwollen, dass am Sonntag weder Auto fahren noch Fotografieren Sinn machte.
Inzwischen habe ich gelernt, immer dann zu fotografieren, wenn es gerade mal nicht regnet. Nur so ist es möglich, die wenigen regenfreien Stunden zu nutzen. Deshalb fing ich heute gleich in Ramberg an. Ein unspektakulärer Ort und dennoch findet sich ein lohnender Schiffsfriedhof und wohlriechende Trockengestelle für Stockfisch oder genauer gesagt für deren Köpfe.


Ich mach´s kurz, das Sauwetter setzte sich fort. In A legte ich mich früh in die Koje und erwachte gegen 22 Uhr an der Stille – kein Geprassel auf dem Autodach. Als ich durchs Fenster schielte, traute ich meinen Augen nicht, Sterne! In kürzester Zeit war ich fahrbereit. Zwischen den Straßentunneln vor Reine kannte ich einen relativ dunklen Parkplatz. Da wollte ich mein Glück versuchen.

Und ich hatte Glück – mein erstes Nordlicht! Gerade einmal eine halbe Stunde, dann waren die Wolken wieder dicht.

Am Dienstag war ich vor Sonnenaufgang wieder unterwegs. Erster Stopp: Reinehalsen. Als ich ankam war ich noch alleine. Doch es dauerte nicht lange bis eine Fotografen-gruppe nach der anderen eintraf. Es galt die regenfreie Zeit zu nutzen! Ein nächster Stopp in Reine, hier mit dem berühmten Olstinden (675 m), schloss sich an.

Die nachfolgende Aufnahme zeigt den Blick von Hamnoy zurück auf die gelbe Rorbuer-Anlage von Sakrisoy.

Gleich im Anschluss gelangt man zum netten Hafen von Hamnoy.



Bei neuerlich einsetzendem Regen ging es zurück in Richtung Ramberg. Kurz davor bog ich jedoch über zwei herrliche Brücken nach Fredvang ab.

Die Häuser der Ortschaft sind weit verstreut auf kleine Erhebungen oder am Hang gebaut, denn sie liegen nur wenige Meter über dem Meeresspiegel. Durch das moorige Schwemmland mäandriert hier die Sandelva dem Sandbotnen entgegen. Bei Flut wird das Flüsschen aufgestaut und setzt große Flächen unter Wasser.

Hier in der Abgeschiedenheit am Sandbotnen hoffte ich, das Nordlicht nochmals vor die Linse zu bekommen und am Mittwoch wollte ich dann zur Bucht Kvalvika wandern. Doch es kam alles wieder ganz anders.