Der Maddalena-Archipel 2

Der Wind hatte aufgefrischt, die Wellen auf dem Meer Schaumkronen gebildet. Das war die Gelegenheit für ein paar fotografische Experimente.

Die Farbe des Granits variiert hier auf Maddalena von Gelb bis Pink in allen Farbschattierungen. Besonders intensiv ist die Farbe dann, wenn der Fels nass ist. Deshalb war der verstärkte Seegang mit der damit einhergehenden Brandung eine wesentliche Voraussetzung für diese Bilder. Auch der Winkel zur Sonne und die Tageszeit verändern den Farbeindruck kolossal.

Während die oberen Bilder auf der Landzunge zum Punta Abbatoggia gemacht wurden, stammen die nachfolgenden Aufnahmen von der benachbarten Halbinsel Marginetto. Dort sind die Felsformationen höher. Der Blick geht über die Bucht hinaus zur Isola Santa Maria und weiter über die Straße von Bonifacio hinüber zur Insel Korsika, deren hoch aufragende Bergwelt sich deutlich vom Horizont abhebt.

Unsere Freunde hatten sich Marginetto als Urlaubsziel ausgesucht. Ferien- und Privathäuser sind hier in aller Regel gut in die Landschaft eingebettet. Nachfolgend zwei Beispiele.

Bei der Morgentoilette

Bei einem morgendlichen Streifzug entlang der Felsenküste konnte ich einen jungen Kormoran bei seiner Morgentoilette beobachten.

Was will der denn?

Bin ich nicht spitze?

Schau mir in das Auge Kleiner! So einen Rollo hättest Du wohl auch gern. Voll erotisch kann ich Dir sagen und ganz schön praktisch!

Der kann mich mal!

Ach wie gut, dass niemand weiß, …

… dass ich Schlangenhalsvogel heiß?

Wendehals habe ich abgelehnt!

So ein Federkleid macht ganz schön Arbeit.

Aber Kopf hoch, der mit seinen Falten hat´s auch nicht besser!

Jetzt ist´s aber genug! Die Show ist gelaufen – und tschüssi!

Der Maddalena-Archipel 1

Tag 22 bis 24 auf Sardinien

Der Maddalena-Archipel besteht aus sieben größeren und einer Vielzahl kleinerer Inseln, Inselchen und Klippen aus rötlichem Granit. Brandung und Winderosion gestalteten daraus eine wild zerklüftete Küstenlandschaft.

Ausgehend vom Hauptort La Maddalena führt eine 20 km lange Panoramastraße über die gleichnamige Hauptinsel. Eine Stichstraße verbindet sie mit der zweitgrößten Insel Caprera. Dies sind die einzigen bewohnten Inseln des Archipels, der von einem Nationalpark umgeben ist.

Wir hatten den Campingplatz Abbatoggia als Unterkunft ausgewählt, weil dies der einzige mit direktem Zugang zum Strand ist. Gemäßigte Temperaturen und eine ständige Brise sorgten für angenehme Tage.

Beim Paddeln durch die zerklüftete Inselwelt und bei morgendlichen Touren durch die bizarre Felslandschaft verging die Zeit wie im Flug.

Wasser und Wind haben hier ein grandioses Felslabyrinth inclusive Fabelwesen gestaltet.

Meist lässt die karge Felslandschaft nur eine staudenartige Macchia gedeihen. Einer speziellen Art Wacholder kommt hier die Rolle einer Pionierpflanze zu. Diese „Bäume“ haben sich dem permanenten Winddruck angepasst und kriechen förmlich über den Boden. Die Dicke dieses Stammes zeigt, dass die Bäume ein beachtliches Alter erreichen können. Die aufliegende Krone wird zum Biotop für eine vielfältige Pflanzengemeinschaft, die im Schutz des Geästes prächtig gedeihen kann.