Taubenschwänzchen

Das Taubenschwänzchen (Macroglossum stellatarum) ist aufgrund seines Schwirrfluges auch als Kolibrischwärmer bekannt. Mit einem Flügelschlag von bis zu 90 Hertz ist es in der Lage seine Position selbst gegenüber einer bewegten Blüte exakt einzuhalten. Dazu kann es auch rückwärts fliegen. Mit diesen fliegerischen Fähigkeiten und einem langen Saugrüssel ausgestattet kann das Taubenschwänzchen innerhalb von 5 Minuten ca. 100 Blüten besuchen.

Die hohe Schlagfrequenz bedeutet, dass selbst bei einer Verschlusszeit von 1/1000 Sekunde ungefähr der fünfte Teil einer Abwärts- oder Aufwärtsbewegung des Flügels abgebildet wird. Die Flügel verwischen. Ausnahme: Erwischt man den Flügelschlag im Umkehrpunkt, hat man die Chance auf eine relativ scharfe Abbildung.

Doch nicht nur das Flugverhalten macht diesen Schwärmer interessant. Im Unterschied zu anderen Schwärmern, die in der Regel Nachtfalter sind, ist das Taubenschwänzchen tagaktiv. Das Taubenschwänzchen ist ein Wanderfalter. Sein Verbreitungsgebiet erstreckt sich über den gesamten Mittelmeerraum und die mittleren Breiten Eurasiens, ist aber von der Jahreszeit abhängig, da es nur in frostfreien Regionen überwintern kann. Im Sommer weitet es seinen Lebensraum im Norden nach Skandinavien und in das südliche Sibirien aus und im Winter geht es in Afrika und Asien weiter nach Süden. Mit einer Spitzengeschwindigkeit von bis zu 80 km/h kann es innerhalb von zwei Wochen eine Strecke von ca. 3000 km zurücklegen. Vieles an diesem Insekt ist jedoch noch unerforscht.