Schlimmer als gedacht

Im neuen „Schnappschuss“ der Firma FotoKoch (No 58 f/2 17) bin ich auf einen Artikel des Fotografen Kim Cheung aus Hong Kong gestoßen. Er berichtet mit eindrücklichen Bildern über die „Coffin Homes“, die sogenannten Sarghäuser in Hong Kong. Hier wurden Privatwohnungen so umgebaut, dass in einer Wohnung über zwanzig Familien und Einzelpersonen für teures Geld in einem Wandschrank ähnlichen Verschlag hausen können. Bilder und Artikel findet ihr unter  https://apimagesblog.com/blog/2017/5/10/hong-kong-shoebox-coffin-homes-a-challenge-for-new-leader

Meine Assoziation mit den Vogelkäfigen in Wohnen in Hong Kong ging zwar in die richtige Richtung, war jedoch von der Realität noch meilenweit entfernt.

TinHauTempel – Hong Kong

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Der Tin-Hau-Tempel von Yau Ma Tei ist ein Tempelkomplex in dem mehrere Gottheiten verehrt werden. Tin Hau, die Hauptgöttin der Tempelanlage, ist die Schutzpatronin der Seefahrer. Sie sollte eigentlich freien Blick aufs Meer haben, doch da der Tempel heute mitten in der Stadt liegt, versperren ihr zahlreiche Hochhäuser die Sicht. Das war nicht immer so, als die Tempelanlage 1864 errichtet wurde, lag sie an der Küstenlinie. Heute ist das Meer ca. 2 km entfernt, es wurde durch Landgewinnung zurückgedrängt. Auch 20 Jahre nach der Machtübernahme Chinas, wird in Hongkong dem Meer noch neues Land abgerungen, um  den nach wie vor ungebrochenen Siedlungsdruck zu befriedigen. Auf der bebauten Fläche Hong Kongs leben immerhin 16000 Einwohner je qkm und die insgesamt 7,3 Millionen Einwohner wachsen jährliche um 0,7 %, dies entspricht 51000 Seelen.

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Neben Tin-Hau wird auch Guanyin, die Göttin der Barmherzigkeit verehrt. Übliche Opfergaben sind neben den Räucherstäbchen, Räucherspiralen, Obst und schriftliche Botschaften ans Jenseits, die ebenfalls in Rauch aufgehen.

Während Behinderte und Gebrechliche am Eingang zum Tempel betteln dürfen, müssen die Wohnsitzlosen auf der Straße vor der Tempelanlage bleiben.

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Auf der Sonnenseite des Lebens sind hingegen die Spieler, die sich im Park hinter dem Tempelgebäude im Schatten alter Bäume treffen, um dem chinesischen Strategiespiel Xianqui nachzugehen. Sie können sich stets einer ganzen Reihe interessierter Zuschauer sicher sein.

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Auch Kinder nutzen die Treppen des Tempels zum vergnüglichen Spiel.

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Der Tin-Hau-Tempel, zwischen Nathan Road und Tempel Street gelegen, ist von einem der geschäftigsten Viertel Hong Kongs umgeben. Während die Tempel Street für ihren Night Market bekannt ist (Bild unten), beherbergen die Straßenzüge des gesamten Viertels eine unüberschaubare Vielzahl traditioneller chinesischer Läden und Handwerksbetriebe. Auch der Jade- und Holzschnitzermarkt ist gleich um die Ecke.

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Unweit der Tempelanlage befindet sich auch ein Spielplatz für Kinder und Jugendliche, offensichtlich ein beliebter Treffpunkt für die Mütter des Quartiers. Das nachfolgende Bild zeigt eine junge Mutter, die konzentriert lernt, während ihr kleines Kind mit anderen spielt.

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Besonders stimmungsvoll wird es in den alten Stadtvierteln von Festland-Hong Kong, wenn die Straßenzüge am Abend im Licht bunter Leuchtreklame erstrahlen.

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Weitere Bilder und Informationen zu Hong Kong: Wohnen in Hong Kong , Symphony of Lights – Hong Kong , Hongkong

Wohnen in Hong Kong

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In den alten Stadtteilen Festland-Hongkongs erinnert die Wohnsituation mitunter an die Verhältnisse auf dem Vogelmarkt.

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Alte Quartiere müssen Hochhauslösungen weichen. Wie in anderen Metropolen verschwindet damit auch das Angebot erschwinglichen Wohnraums.

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Doch der Verfall lässt oftmals keine andere Wahl. Ob Bodenspekulation, Geldmangel oder ordnungspolitische Faktoren, das jeweils treibende Motiv für den Abriss lässt sich als Tourist schlecht beurteilen. Siehe aber auch Schlimmer als gedacht !

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Weitere Bilder und Infos zu Hong Kong: Hongkong , Symphony of Lights in Hong Kong , TinHauTempel – Hong Kong

Symphony of Lights – Hong Kong

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Die Symphonie of Lights begeistert jeden Abend um 20 Uhr Einheimische wie Touristen. Die auf 67 Hochhäusern installierten Laserkanonen und Suchscheinwerfer werden dabei mit zahlreichen Hochhausfassaden zur größten Lightshow der Welt zusammen geschaltet, deren Choreografie auf die ausgewählte Musik abgestimmt ist. Den besten Eindruck gewinnt man von der Avenue of Stars an der Tsim Sha Tsui Waterfront. Von hier aus überblickt man die gesamte Skyline von Hong Kong Island und hört auch die hinterlegte Musik zur Show. Da der Andrang hier mitunter sehr groß ist, sollte man sich – zumindest zum Fotografieren – frühzeitig einen guten Platz sichern.

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Weitere Bilder und Informationen findest du unter Hongkong

Hongkong

Von der ersten Stunde an begegneten wir nur freundlichen, zuvorkommenden und hilfsbereiten Menschen (Ausnahme ein Taxifahrer). Am ersten Tag durchstreiften wir Hong Kong Island und merkten gleich,dass man in dieser Stadt locker auch eine Woche verbringen könnte, ohne dass es langweilig würde.

Bedingt durch das knappe Bauland war man in Hong Kong schon frühzeitig zum Hochhausbau gezwungen.  Dies beschert der Stadt heute eine einzigartige Skyline. Dieses Markenzeichen wird offensichtlich durch den Bau neuer und immer höherer Türme gepflegt. Aber auch sonst hat Hong Kong architektonisch einiges zu bieten. Wir waren jedenfalls begeistert, auch wenn wir schnell feststellen konnten, dass sich hinter mancher modernen Glasfassade altes Gemäuer verbirgt. Hier, wie in vielen anderen Städten auch, erwächst aus dem Spannungsfeld zwischen alt und neu, Verfall und Erneuerung, Perfektion und Improvisation der besondere Charm, der eine Stadt unverwechselbar und liebenswert macht.

Bei unserem Streifzug durch die Stadt begegneten uns immer wieder Gruppen, die mit Trommeln, viel Geschrei und einem Drachen durch die Geschäfte zogen. Mit diesem Brauch wird den Ladenbesitzern und Angestellten zum Chinesischen Neujahr der nötige Erfolg gewünscht.

Am frühen Nachmittag machten wir uns trotz des diesigen Wetters auf den Weg zum Viktoria Peak, um die berühmte Aussicht auf die Stadt zu genießen. Als wir an der Tamstation ankamen traf uns fast der Schlag. Eine ungeheure Masse von Menschen wollt offensichtlich dasselbe wie wir. Erst bei näherer Betrachtung war zu erkennen, dass diese Menschenmasse in einer nicht enden wollenden und mehrfach gewickelten Polonaise dem einen Ziel zustrebte – Viktoria Peak Tramstation. Die Taxifahrer umkreisten die Meute bereits wie Haie ihre Opfer und so schreckten wir anfänglich auch zurück, als der erste Fahrer 400 $ für diese kurze Strecke haben wollte. Doch dann kaperten wir zusammen mit einem zweiten Paar ein Taxi. Dieser Fahrer wollte dann insgesamt 200 $. Als wir uns auch beim Rückweg für das Taxi entschieden, kostete die Fahrt für uns alleine nur 72 $ – ein Schnäppchen. Damit hatten wir unsere Lektion für den Tag gelernt.

Die Aussicht vom Peak war nun wirklich nicht gut, das Wetter viel zu dunstig. Doch kurz vor Sonnenuntergang riss der Himmel stellenweise auf und sorgte so für eine ganz besondere Beleuchtung. Die Taxifahrt hatte sich gelohnt.

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Heute, Samstag, ging es dann mit der Star Ferry hinüber nach Kowloon und weiter bis Mong Kok. Hier trifft man – zumindest stellenweise – noch auf das alte Hon Kong.  Geduckte Häuser, nicht selten im Verfall begriffen, formieren ganze Straßenzüge oder Quartiere, Orte für traditionelle Märkte aller Art. Vom Vogel über den Jadestein bis zum USB-Kabel ist alles zu bekommen und wer etwas für die Seele braucht wird mit Sicherheit in einem der Tempel fündig. Am Abend machten wir uns auf, der Welt größte Lasershow, die „Symphon of Lights“ zu bestaunen. Es waren sicherlich einige Tausend Zuschauer, die sich entlang der Uferpromenade verteilten. Hong Kong hat einfach was zu bieten.

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Weitere Aufnahmen und Informationen zur Symphony of Lights findest du hier: Symphony of Lights in Hong Kong

Weitere Informationen zu Hong Kong siehe: TinHauTempel – Hong Kong, Wohnen in Hong Kong

Aufnahmen und Berichte zu Australien siehe GreatOceanRoad