Cote de Goelo, Bretagne

Juni 2024

Nördlich von St. Brieuc verläuft die Küstenlinie der Cote de Goelo. Da diese im Schatten der berühmten Cote de Granit Rose liegt, bleiben viele auf der Hauptstraße. Doch wer sich die Zeit nimmt und den Wegweisern „La route des falaises“ (Klippenroute) folgt, erlebt fantastische Aussichten.

In Paimpol bogen wir landeinwärts ab und erreichten schon bald Tréguier. Das sehenswerte Hafenstädtchen mit mittelalterlichen Fachwerkhäusern, liegt am fjordartig eingeschnittenen Flusslauf Jaudy.

Von hier ist es nicht mehr weit zum „Point du chateau“, einem der bekanntesten Fotospots der Cote de Granit Rose. Am „Le Gouffre de Plougrescant“ liegt das kleine, zwischen zwei riesigen Granitbouldern passgenau eingefügte Häuschen, dessen Bilder jeder kennt.

Nach der fotografischen Entdeckung dieses Häuschens, war es mit der Ruhe für die Hausbesitzer schlagartig vorbei. Da der Rummel einfach zu groß wurde, hat man inzwischen Maßnahmen ergriffen, um übereifrige Fotografen auf Distanz zu halten. Gleich nebenan entfaltet die Cot de Granit Rose ihre ganze Pracht.

Ganz anders verhält es sich bei diesem Hausbesitzer, dessen Anwesen an der Zufahrtstraße zu Le Gouffre liegt. Er macht mit einer überwältigenden Blütenpracht auf sich aufmerksam.

Fort la Latte, Bretagne

Juni 2024

Fort Latte ist eine idealtypische Burg aus dem Mittelalter. Um 1340 wurde sie auf einem Felsvorsprung über dem Meer errichtet, so dass sie an drei Seiten von Wasser umgeben ist. Die Burg liegt südlich des Caps Fréhel an der Smaragdküste.

Vom Bergfried aufgenommenes Panorama, rechts ist das Cap Fréhel zu sehen.

Nach wechselvoller Geschichte wurde die Anlage 1931 vom Historiker und Archäologen Frédéric Joüon Des Longrais aufgekauft und über 20 Jahre liebevoll restauriert. Heute ist das entstandene Kleinod noch immer im Familienbesitz, aber für die Öffentlichkeit zugänglich und gilt als Touristenattraktion.

Le Mont-Saint-Michel

Juni 2024

Der Mont-Saint-Michel ist ein 92 m hoher Inselberg, der ursprünglich rund einen Kilometer vor dem Festland im Wattenmeer lag. Inzwischen sind weite Teile der Bucht verlandet.

Erste Sakralbauten wurden um 710 errichtet. Die Gründung des Benediktinerklosters geht auf die Jahre 965/966 zurück. Aufgrund seiner strategischen Bedeutung wurde das Kloster von weltlichen Herrschern finanziert. Ab dem Jahre 1017 wurde mit dem Bau einer zentralen Klosteranlage begonnen, die jedoch erst 1520 ihre Vollendung fand. Mit den wachsenden Pilgerströmen wuchsen im 12. Jahrhundert Macht und Einfluss des Klosters. Berg und Kloster erfuhren eine wechselvolle Geschichte, die ihren Tiefpunkt mit der französichen Revolution hatte, als das Kloster zum Gefängnis umgewandelt wurde. Die Anlage zerfiel. Die Wende zum Besseren kam erst im Zeitalter der Romantik. Das Gefängnis wurde geschlossen und der Mont zum nationalen Denkmal erklärt. Die Mönche, die das Kloster 1790 verlassen hatten, kehrten aber erst in den 196oer Jahren zurück.

Heute muss die Insel jährlich 2,3 Millionen Besucher verkraften. Hierzu wurde auf dem Festland eigens der „Landeplatz“ für Touristen „La Caserne“ errichtet, der vom Parkplatz über einen Campingplatz bis hin zu diversen Hotelanlagen über die unterschiedlichsten Einrichtungen verfügt. Wer hier übernachten möchte, muss vorab buchen, um einen Zugangscode für die Einfahrt zu erhalten. Von hier aus geht es dann zu Fuß oder mit dem Shuttle hinüber zum Berg. Berg und Bucht gehören seit 1979 zum Weltkulturerbe der UNESCO doch dieses ist durch die zunehmende Verlandung der Bucht gefährdet. Um dem entgegenzuwirken wurde 1995 ein Renaturierungsprojekt begonnen. Dabei wurde unter anderem der Zugangsdamm durch einen Steg ersetzt. Mit der Fertigstellung eines Sperrwerks am Couesnon fanden die Maßnahmen ihren Abschluss.  Dieses regelt gezeitenabhängig den Zu- und Abfluss des Küstenflusses so, dass eine weitere Versandung verhindert und der Inselcharakter erhalten werden soll.

Wer den Mont-Saint-Michel als Insel erleben möchte, sollte seinen Besuch während einer Springtide planen und mindestens 2 Stunden vor dem Hochwasserstand vor Ort sein. Diese Daten erhält man über die Sucheingabe „Gezeiten Mont-Saint-Michel“ aus dem Netz.

Dünenlandschaften

Entlang der Westküste der Halbinsel Cotentin hat der Westwind ausgedehnte Dünenlandschaften aufgetürmt hinter denen sich – je nach Tide – mehr oder weniger breite Sandstrände erstrecken. Insbesondere während der Winterstürme reicht die Brandung bis an die schützenden Dünen heran und nagt an deren Bestand.

Hierzu stellvertretend zwei Schwarzweiß-Bilder, die kurz vor Sonnenuntergang nahe der Stadt Granville entstanden sind.

Nur ein Friedhof?

Juni 2024

Wer kulturelle Besonderheiten oder die Bräuche einer Region kennenlernen möchte besucht gerne bekannte Feste, bei denen regionales Brauchtum zelebriert wird. Nicht selten geraten solche Veranstaltungen aber zur Folklore. Ganz anders verhält es sich auf Friedhöfen, da geht es völlig ungeschminkt zu. Die regionalen Unterschiede in der Bestattungskultur und der Grabpflege sind immens. Deshalb empfiehlt es sich auf einer Reise immer mal wieder auch einen Friedhof zu besichtigen. Wir taten dies in dem kleinen Ort Le Rozel auf der Halbinsel Cotentin in der Normandie. Ich möchte die entstandenen Bilder nicht interpretieren, zumindest nicht mehr als dies bereits auf fotografischem Wege geschehen ist. Möge sich – wer möchte – selbst seine Gedanken dazu machen.

Zum Abschluss zeige ich noch das Glasfenster, das ich überm Nebeneingang der schlichten Dorfkirche entdeckt habe. Mit diesem Fenster wird den Opfern der beiden Weltkriege gedacht. Unschwer ist zu erkennen, dass die Bevölkerung der Region unter den Folgen des 2. Weltkrieges wesentlich mehr zu leiden hatte.

Wildes Cotentin

Juni 2024

Die Westküste der Halbinsel Cotentin bietet spektakuläre Aussichten und natürliche Strände, an denen man die gestalterische Kraft des Meeres selbst an ruhigen Tagen spüren kann. Über schmale Sträßchen erschließt die „Route des Caps du Cotentin“ diese herrliche Küstenlandschaft. Die einzigen Wehrmutstropfen sind die atomare Wiederaufbereitungsanlage bei La Hague und das unweit davon an der Küste gelegene Atomkraftwerk. Hier in La Hague wurden auch die Brennelemente deutscher Atomkraftwerke aufbereitet.

Fährt man vom Cap La Hague gen Süden wird man kurz hinter dem Örtchen Laye von dieser herrlichen Aussicht überrascht.

Am Strand von Vauville entschieden wir, den Rest des Tages dort zu verbringen. Wie gut, dass der kommunale Campingplatz gerade die Saison eröffnet hatte.

Doch unglaublich, selbst an diesen abgelegenen Stränden haben die Deutschen im zweiten Weltkrieg Befestigungsanlagen errichtet. Das benachbarte Bauernhaus, heute ein Ferienhaus, bildet dazu einen schönen Kontrast.

Am nächsten Tag fuhren wir eine Ecke weiter nach Flamanville. Dort gibt es direkt oberhalb der Steilküste ein Panoramarestaurant. Das wäre doch eine tolle Gelegenheit, um den Tag ausklingen zu lassen, zumal es gleich nebenan einen aussichtsreichen Parkplatz für die Nacht gibt. Das Restaurant Le Sémaphore hatte leider eine geschlossene Gesellschaft, eine Radfahrgruppe, die hier übernachtete. Da mussten wir uns mit dem Parkplatz und der Aussicht begnügen.

Barfleur, Cotentin

Ende Mai 2024

Barfleur auf der Halbinsel Cotentin ist ein nettes kleines Hafenstädtchen nördlich des Landungsstrandes Utah Beach und damit etwas abseits vom ganz großen D-Day-Rummel. Ein Ort, um einige Tage die Seele baumeln zu lassen. Wir taten dies auf dem Campingplatz La Ferme du Bord de Mer, der direkt an einer kleinen Bucht liegt.

Barfleur unterhält noch eine eigene Fischereiflotte. Dabei dominiert der Fang von Schalen- und Krustentieren. Diese werden großen Teils direkt an die heimische Gastronomie geliefert, die sich ums Hafenbecken gruppiert. Die Kutter, die bei Flut einlaufen, liegen bei Ebbe auf dem Trockenen.

Auf der Halbinsel Cotentin steht Granit an.  Dessen Erosion hat vor dem Festland ausgedehnte Riffe gebildet, die das Absichern der Schifffahrt mittels Leuchttürmen erforderlich macht. Etwas nördlich des Campingplatzes liegt der Leuchtturm Gatteville. 365 Stufen führen hinauf auf die Aussichtsplattform des mit 75 Metern zweithöchsten Leuchtturms von Frankreich, der auch besichtigt werden kann. Allerdings war bei uns der Wind zu stark, so dass es beim Bestaunen von unten blieb.

Landungsstrände 2, Omaha Beach

Mai 2024

Am Nachmittag erreichten wir den amerikanischen Soldatenfriedhof bei Colleville-sur-Mer oberhalb des Omaha Beach. Der Friedhof war jedoch nur eingeschränkt zu besichtigen, da die Vorbereitungen auf die Großveranstaltung zum 80. Jahrestag auf Hochtouren liefen. Sogar Präsident Biden und der französische Staatspräsident Macron wurden erwartet.

So war das Denkmal, das auch an über 1500 vermisste Amerikaner erinnert, durch umfangreiche Bühnenbaumaßnahmen verdeckt und zwischen Denkmal und Kapelle, der Hauptachse durch das Gräberfeld, wurde gerade die Bestuhlung für eine ungeheure Menge erwarteter Gäste aufgebaut. Die Bühne und das Festzelt überm Strand, von dem das erste Drittel aufgerichtet war, wurden durch eine gewaltige Rampe verbunden.

Das Gräberfeld ist vom Abhang zum Omaha Beach durch eine kleine Mauer getrennt. Entlang dieser Mauer war bereits eine Fülle von Kränzen und Buketts niedergelegt worden. Sie stammten von umliegenden Kommunen, Organisationen und Verbänden. Auch die Deutsche Kriegsgräberführsorge war hier vertreten.

Auf dem 70 ha großen Areal wurden nahezu 10 000 in der Normandie gefallene US-Soldaten bestattet. Was viele nicht wissen, sie liegen in amerikanischer Erde, denn das Gelände wurde an den amerikanischen Staat verkauft und wird von der American Battle Monuments Commission verwaltet.

Die Amerikaner brachten am Utha Beach und hier am Omaha Beach drei Divisionen an Land. In einzelnen Abschnitten des Omaha Beach mussten sie die größten Verluste des gesamten Landeunternehmens verkraften. Dafür gab es mehrere Gründe: Die abgesetzten Luftlandeeinheiten waren kaum einsatzfähig und die Bomber verfehlten ebenfalls ihre Ziele, so dass die Küstenbatterien zum Zeitpunkt der Landung weitgehend einsatzfähig waren und ein Vorrücken der Amerikaner verhinderten. Hinzu kam, dass die einzelnen Truppenteile an falschen, ihnen unbekannten Strandabschnitten abgesetzt wurden, so dass sie die konkrete Lage nicht kannten. Doch der ungeheuren Menge an Mannschaft und Material, die den Tag über in zig Wellen angelandet wurde, konnte die Wehrmacht auf Dauer nichts entgegensetzen. Den Amerikanern gelang an immer mehr Stellen der Durchbruch und am 7. Juni brach der deutsche Widerstand vollständig zusammen.

Am Rand des Gräberfeldes waren immer wieder Blumen niedergelegt worden. Diese einsame Rosenblüte zog meinen Blick magisch an.

Unweit des Soldatenfriedhofes liegt das Overlord Museum, das mit Informationen zur Invasion der Alliierten und speziell zur Landung der amerikanischen Einheiten aufwartet. Vor dem Museum sind unterschiedliche Panzertypen aufgestellt, die am D-Day zum Einsatz kamen sowie eine deutsche Flak.