Gargano
Zwischen Manfredonia und Vieste gibt es zahlreiche Strände die zu einer Unterbrechung der Reise einladen. Wir wählten die Spiaggetta di Chianca Masielo für eine Mittagspause. Der kleine Parkplatz über den Buchten ist außerhalb der Saison ausreichend. Während der Saison wird man hier mit Platzproblemen rechnen müssen.



Da wir Vieste und die spektakuläre Steilküste aus Kreideformationen bereits vor Jahren besichtigt haben, entschieden wir uns, quer durch den Nationalpark nach Rodi Gargano zu fahren. Dort wollten wir nochmal einige Tage am Meer verbringen. Das schmale, einspurige Sträßchen überwindet von der Ortschaft Mattinata aus als kurvenreiche Piste die Südrampe des Gargano. Immer wieder eröffnen sich fantastische Ausblicke hinunter in die Ebene. Dort reichen die Olivenplantagen bis ans Meer.

Nach den ersten 500 Höhenmetern nimmt die Steigung ab. Über weite Strecken durchquert man Weideland. Die einzelnen Parzellen sind mit Steinmauern eingefasst. Nur selten kommt uns ein Fahrzeug entgegen. Dies bedeutet dann immer, dass jemand bis zur nächsten Ausweichstelle zurücksetzen muss. Mit einem „Lieferwagen“ ist das problemlos möglich, doch macht es durchaus Sinn, dass diese Strecke für Wohnmobile gesperrt ist.

Schließlich wird man von den dichten Buchenwäldern der Foresta Umbra verschluckt und erst vor Vico de Gargano wieder ausgespuckt. Von dort führen dann zahlreiche Kehren hinab zum Meer. Die Foresta Umbra ist ein Naturschutzgebiet im Kern des Nationalparks Gargano. Die Buchenwälder erinnern an unsere Wälder am Albtrauf, sind aber in diesen südlichen Regionen eine absolute Besonderheit. Das Waldgebiet zählt zu den ältesten Wäldern Italiens und ist von der UNESCO als Weltkulturerbe anerkannt.



Wir gingen am Lido Azzuro vor Anker, direkt am Meer. Wie meist, waren wir die einzigen, die sich in die kühlen, erfrischenden Wogen wagten. Aber viel Konkurrenz gab es eh nicht. Tolles Meer, leerer Strand, dünn belegter Stellplatz, was will man eigentlich mehr? Halt, da fällt mir doch glatt noch etwas ein: Frische Brötchen zum Frühstück. Das erledigte ein Bäcker aus dem Nachbarort. Der kam jeden Morgen auf den Platz. Einmal schaute auch ein Bauer vorbei. Der bot Oliven, Käse, eigene Orangen und natürlich Wein an. Das war Erholung pur.

